Was geht rum? 17. Februar 2018

Fasnet in Villingen. Vom Goaßeln (Peitschenknallen) getrieben stürmt der Butzesel auf seinem Fichtenast davon und versucht die Besucher zu begeistern. Die Stachi (im Hintergrund) müssen auf ihn aufpassen. Da kommt man schon mal eng zusammen. Gelegenheit für Viren sich genauso zu tummeln wie die Hästräger in ihrer Ausgelassenheit. Foto: ptw

Infekte haben im Moment ein leichtes Spiel. Draußen tanzt das Wetter einen Wiener Walzer von Sonne zu Schneestürmen. Die Menschen müssen und wollen sich enger zusammenkuscheln – und haben das an der Fastnacht gemacht. Das gibt den Viren die Chancen, die sie brauchen um die Barriere der Nasenschleimhaut zu überwinden. Das nennt sich zwar Erkältung, ist aber ein Virusinfekt.

Dies ist die Zeit der Grippe. Das sind die Infekte, die Husten machen, Schnupfen und Fieber. Aber viel mehr, als man glauben wollte. Die „Grippe“ – besser Influenza genannt – macht richtig krank: quälender Reizhusten, Kopfschmerzen, die nicht so recht schwinden wollen, oft hohes Fieber, das sich schlecht senken lässt und eine unsägliche Schlappheit. Die Influenza wirft alle um. Selbst jene, die sonst bei Schnupfen noch voll fit sind. Und sie dauert in dieser Schwere oft fünf Tage. Medikamente helfen nur wenig. Schmerzmittel können lindern, wenn die Kopf- und Gliederschmerzen unerträglich werden (meist Paracetamol oder Ibuprofen). Gut ist auch die Nase freizuhalten  – so gut es geht. Aber: abschwellende Nasentropfen führen gerne zum Nasenbluten. Und was hilft beim Husten: viel Trinken (egal ob kalt oder warm), grössere Kinder und Jugendliche können Bonbons lutschen, um den Hustenreiz zu stillen. Honig (am besten direkt vom Löffel), ist gut wirksam gegen den abendlichen Hustenreiz. Medikamente versprechen deutlich mehr als sie letztlich halten können.

Wie in der letzten Woche ist die Influenza führend unter den akuten Erkrankungen. Lange haben die Ringelröteln sich regional im Südwesten kräftig ausgebreitet, nun kommen sie nur noch vereinzelt vor.

An Kinderkrankheiten trat eine einzelne Erkrankung mit Windpocken auf.

Und was geht in der Welt rum? In Südafrika kam es in den vergangenen Wochen zu einem Ausbruch von Listeriose. Betroffen sind alle Provinzen, besonders Gauteng (59%) gefolgt von Western Cape (13%) und KwaZulu-Natal (7%). Unter den 820 festgestellten Erkrankten sind 82 Todesfälle aufgetreten. Die Infektionsquelle ist noch nicht ausgemacht. Die Erreger sind Bakterien, kommen bei Tieren vor und werden über Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milch) übertragen. Besonders stark betroffen sind Säuglinge. Reisende mit Kindern sollten vor Abreise sich zum aktuellen Stand informieren. Als Therapie stehen Antibiotika zur Verfügung.

Viele Leser des praxisblättle wünschen sich, „Was geht rum“ öfter und regelmäßig hier zu vorzufinden. Dem will ich gerne nachkommen. Dabei wird mich künftig Sven Supper unterstützen, der mein Nachfolger als Kinder- und Jugendarzt in Pfullendorf ist. Schon mal herzlichen Dank an dieser Stelle!

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7 Kommentare

  1. Ich lese schon seit langer Zeit immer regelmäßig Was geht rum.? mit.
    War schon ganz traurig das dies nun nicht mehr so war.um so schöner finde ich das es nun doch wieder regelmäßig diesen Beitrag zu lesen gibt. Vielen Dank. Obwohl ich aus Berlin komme interessiert mich das trotzdem immer was so rum geht, denn meistens passen ja die gleichen Krankheitswellen auch in unserer Region.

    • Danke. Offensichtlich halten sich die Krankheitserreger nicht an Grenzen. Egal ob Grippeviren oder FSME, alle überwinden locker die Grenzen. Das machen wir auch und freuen uns, wenn „Was geht rum“ vom Bodensee über Wien bis Berlin gelesen wird.

  2. Da schließe ich mich Nadine mal an. Ich wohne im östlichsten Thüringen und habe „Was geht rum“ wöchentlich gelesen. So bleibt man immer auf dem neusten Stand.

  3. Viele Grüße von Plauenern im Urlaub. Danke, dass es wieder regelmäßige Infos zu “ Was geht rum“ gibt.

  4. Auch in NRW am Niederrhein interessieren wir uns sehr für die Rubrik „Was geht rum“. Schön, dass sie wieder da ist!

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