TIPP Meinem Kind wird’s beim Autofahren schlecht

NYC-Cab von James Rizzi. Foto: ptw

In meiner Kindheit war das noch der Normalzustand: Einsteigen ins Auto, Fahrt über die vor fünfzig Jahren recht kurvigen und holprigen Straßen. Und nach wenigen Kilometern musste angehalten werden. Wir Kinder erleichterten uns am Straßenrand. Auf der weiteren Fahrt wiederholte sich das alle 30 bis 40 km. Heute hat man dafür einen Namen: Reisekrankheit, medizinisch auch Kinetose genannt.

Die kommt heute jedoch selten vor. Kinder wachsen mit dem Auto auf. Vielen dient es fast als Einschlafmittel. Und so verwundert es kaum, dass sie damit gut zurecht kommen.

Was tun, wenn Kinder aber unter der Reisekrankheit leiden und es ihnen oft übel wird?

  • Während der Autofahrt zu lesen oder in ein Tablet zu schauen ist ungünstig. Besser ist es, die Aufmerksamkeit des Kindes auf Dinge in weiterer Entfernung zu lenken
  • Dazu bieten sich Spiele an, damit Kinder angeregt werden dies zu tun. Z.B.: „Wie viele Autos auf unserer Straße sind rot?“. Oder später das Spiel mit den Teekesselchen für die Älteren. Dabei gilt es Worte mit Doppelbedeutungen zu finden: „Maus“ – die Maus als Tier oder die Computermaus. Meist beschreibt ein Spieler was er sieht: z.B..“Auf meinem Teekesselchen wachsen Pflanzen“ = „Erde“. In diesem Fall die Erde vom Acker, aber Erde steht auch für die Erdkugel.
  • Kinder müssen aus Sicherheitsgründen auf der Rückbank sitzen. Diejenigen, denen es gerne beim Fahren übel wird, sollten in die Mitte platziert werden. Dann können sie ihren Blick problemlos in die Ferne richten.
  • Zum Seitenfenster hinauszuschauen ist ungünstig. Dann müssen die Augen ständig Nachstellbewegungen zur Blickstabilisierung ausführen. Das ist anstrengend und verursacht Übelkeit.
  • Und: frische Luft ist immer gut

Natürlich werden Medikamente angeboten. Diese sind sehr kritisch zu sehen. Einige, wie Diphenhydrinat (Vomacur©, Vomex©) wirken im Zentralnervensystem, sind aber zunächst mal Schlafmittel. Daneben gibt es auch Pflaster. Das hört sich netter an, aber auch hier finden sich Diphenhydrinat oder Scopolamin (letzteres verschreibungspflichtig) als Wirkstoffe. Also eher heftige Substanzen, die mit einem Risiko für erhebliche unerwünschte Wirkungen verbunden sind.

Insgesamt ist es besser auf die allgemeinen Maßnahmen achten, die oben erwähnt sind. Auch wenn’s mühsamer ist. Die Nebenwirkung: es wird viel gelacht im Auto – und manchmal auch gestritten.

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