Monat: August 2018

Dengue-Fieber: Ist eine Impfung günstig?

Das Denguefieber ist eine fieberhafte Erkrankung, die in den letzten Jahrzehnten rasch weltweit an Bedeutung zugenommen hat. Inzwischen leben 40% der Weltbevölkerung in über 100 Ländern mit dem Risiko an dieser Infektion zu erkranken (siehe Abbildung 1).

Übertragung

Ausgelöst wird die Erkrankung von einem der vier Dengueviren, die beim Biss der Stechmücken Aedes aegypti oder Aedesalbopictus übertragen werden. Wer an einer Infektion mit einem der Viren (z.B. DENV-2) erkrankt war, behält für nur kurze Zeit einen relativen Schutz gegenüber den anderen 3 Typen. Menschen erkranken in Endemiegebieten also häufiger an der gleichen Infektion.

Symtome

Bei einer Erkrankung an Denguefieber treten die folgenden Symptome in unterschiedlicher Deutlichkeit auf. Es gibt auch Krankheitsverläufe, die nahezu unbemerkt verlaufen. Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Stich bis zum ersten Symptome – liegt in aller Regel bei 4-7 Tagen.

  • Fieber
  • Schmerzen im oder hinter dem Auge
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Ausschläge
  • Blutungsneigung: Unterblutungen der Haut oder am Auge, blutiger Urin, Nasenbluten

Es gibt ein schwerere Form der Erkrankung, die hämorrhagisches Denguefieber genannt wird. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass eine verstärkte Durchlässigkeit von Blutgefässen auftritt, so dass „Wasser“ in den Bauchraum (Aszites) oder in den Brustkorb (Pleuraerguß) übertritt. Blutungszeichen sind deutlich ausgeprägt. Das Fieber dauert 2 bis 7 Tage.

Die gefährlichste Form ist Dengue-Schocksyndrom. Dabei ist der Verlust von „Wasser“ (Plasma) so groß, dass Schocksymptome auftreten.

Häufigkeit und Schwere der Erkrankung

Abb. 1 Denguefeiber. Häufigkeit in Lateinamerika. Foto: UpToDate

Weltweit wird angenommen, dass jährlich 390 Millionen Menschen erkranken, wovon 96 Millionen die Erkrankung ohne Beschwerden („inapparent“) durchmachen. Dies gilt besonders für Kinder. Bei Auftreten von Fieber bei Kindern in Asien, liegt in 10% ein Denguefieber vor.

Denguefieber kommt besonders in Asien, Lateinamerika (siehe Abbildung 1) und Afrika vor. Hinzu kommen akute Ausbrüche in anderen Ländern.

Eine Zweiterkrankung mit Denguefieber ist in aller Regel stärker ausgeprägt. Somit ist das Risiko für Urlauber, die erstmals in eine Denguefieber-Gebiet reisen gering.

Therapie

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist eine direkte und ursächliche Therapie nicht möglich. Zur Linderung der Beschwerden bzw. der Komplikationen sind in schweren Fällen immer Behandlungen im Krankenhaus erforderlich.

Vorbeugung

Die beiden Überträgermücken sind tagaktiv. Damit kommt den Insektenschutzmitteln (Repellentien) die entscheidende Funktion zu. Details hierzu im praxisblättle vom August 2018 Die Schwierigkeit ist immer, diesen Schutz konsequent (Urlaubsstimmung!) durchzuhalten.

Impfung

Die Impfung gegen Denguefieber wäre ideal. Es gibt einen Impfstoff (CYD-TDV), der in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas zugelassen ist. Diese Impfung ist jedoch nur für Menschen sinnvoll, die bereits eine Erkrankung gegen Denguefieber durchgemacht haben. Für Menschen, die noch nie an Dengue-Fieber erkrankt waren, kann die Impfung hingegen zum Risiko werden. In Deutschland ist die Impfung gegen Dengue-Viren nicht zugelassen und auch nicht verfügbar.

 

Vergiftung: Oleander

Oleander. Im Sommer steht er auf vielen Terrassen und ist die erste Vorfreude auf den Urlaub in Italien oder Griechenland. Zudem ist er schön anzusehen. Aber unproblematisch ist er dennoch nicht.

Vergiftung

Alle Teile der immergrünen Pflanze sind giftig. Die spitz zulaufenden und ledrigen Blätter enthalten besonders viele herzwirksame Glykoside, die frischen doppelt so viel wie die trockenen.

Symptome

Nach Aufnahme von Anteilen der Pflanze (Blatt, Blüte) kommt es zunächst zu Magen-Darm-Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. In schwerwiegenden Fällen kommt es zum Kollaps mit Herzrhythmusstörung bis hin zu Herz- und Atemlähmungen. Die giftige Dosis ist nicht bekannt.

Therapie

Nach Verzehr von Pflanzenanteilen sollte zunächst Flüssigkeit zugeführt werden. In jedem Fall wird zu einer Vorstellung beim Arzt und zur Giftentfernung geraten.

Kinder interessieren sich kaum für den Oleander. Das Risiko für eine Vergiftung ist also gering. Nicht ganz zu unterschätzen sind aber die festen spitzen Blätter, die bei Kleinkindern zu Verletzungen  im Gesicht führen können, wenn sie herumtollen und versehentlich mit dem Gesicht in den Oleander geraten.

Was geht rum? 25. August 2018

Herrliche und viele Früchte sind dieser Tage an den Bäumen nicht nur in Baden-Württemberg zu sehen. Das sind süße Nachrichten für uns – aber auch für die Insekten und insbesondere die Wespen. Die Zahl der Wespen in diesem Jahr ist größer als sonst. Wenn wir im Garten sind, sollten wir ihnen nicht viel Nahrung bieten, also den Tisch nach dem Essen schnell wieder abräumen. Und wenn sie angeflogen kommen so tun, als seinen wir Möbelstücke oder eine Betonsäule. Dann ist das Interesse der stechenden Insekten an uns verschwindend gering. Kommen sie mal zu nahe, ist Wegblasen nicht gut, eher sanftes aus-dem-Weg-schlagen. Natürlich muss beim Essen immer geschaut werden, ob sich im letzten Moment eine Wespe auf den Löffel gesetzt hat. Und Eltern müssen diese Kontrolle für ihre Kinder übernehmen. Still und leise, damit keine zusätzlichen Ängste ausgelöst werden.

Infektionskrankheiten sind noch immer selten. Wie in den letzten Monaten tritt weiterhin die Herpangina auf. Daneben sind Folgen der Hitzeperiode zu sehen: ekzematöse Ausschläge, Gehörgangsentzündungen oder der Strophulus infantum – ein juckender, aber sonst unproblematischer  Ausschlag im Kindesalter.

Mit dem Wetterwechsel ist der Pollenflug erstmal zu Ende. Das wird sich nächste Woche wieder ändern. Dennoch, die Pollenkonzentrationen werden auch dann so gering sein, dass sie nur starke Allergiker betreffen. Das Spektrum reicht im Moment von den Gräserpollen bis zu den Beifußpollen.

Was geht in der Welt rum? In Kenia sind bis jetzt über 5700 Erkrankungen an Cholera festgestellt worden. An dieser extrem heftigen Durchfallserkrankung sind inzwischen 78 Menschen in den Countys Mombasa, Garissa, Turkana und Isiolo verstorben. Für Touristen ist das Risiko in gut geführten Hotels wie in der Region Diani Beach eher gering. Weitere Sicherheit gibt eine Impfung gegen Cholera, die einfach durchzuführen ist. Ob die Impfung für einen Reisenden sinnvoll ist, darüber kann ein Arzt für Reisemedizin weitere Auskunft geben.

Bunt und oft ungesund: Malstifte

Die Stiftung Warentest hat sich im neuen Heft (August 2018) mit dem Thema Stifte und Tinten beschäftigt. Dabei geht es um die Belastung von Buntstiften, Fasermaler und Tinten mit Schadstoffen. Die Produkte ohne problematische Belastung sind im Folgenden kurz aufgeführt:

Buntstifte

Preis pro Stift Note Mängel
Faber Castell Colour Grip Wasservermalbare B. 0,75 € 1,7
Stabilo Trio Dicke Farbstifte 0,48 € 2,1
Bic Kids Evolution Triangle Ecolutions Dreikant B. 0,33 € 2,3
Mäc Geiz Kid’s World by Connor Dreikant Buntstifte 0,08 € 2,4
Depesche Top Model Buntstifte Set Basic Colours 0,41 € 2,5

Fasermaler

Preis pro Stift Note Mängel
Edding Funtastics Fasermaler 0,43 € 1,0
Herlitz Fasermaler 0,15 € 1,0
Mäc Geiz Kid’s World by Connor Fasermalstifte 0,10 € 1,0
Pelikan Colorella Star Fasermaler 0,30 € 1,0
 Stabilo Cappi Filzstifte 0,51 € 1,0
 Stylex Fasermaler 0,13 € 1,0
 Faber-Castell Grip Colour Marker 0,38 € 2,4
 Depesche Monster Cars Fasermaler 0,80 € 2,7
 Maped Color’Peps Long Life Filzstifte 0,28 € 2,9  —

Tinten

 Preis pro Patrone  Note Mängel
 Schneider Tintenpatronen königsblau löschbar  0,12 € 1,0

Die Ergebnisse im Detail finden Sie im test 8/2018 der Stiftung Warentest.

Vergiftungen: Schneebeere

Sie kommt in unseren Gärten als Zierpflanze vor: die Schneebeere (Symphoricarpos albus). Für Kinder erscheint sie spannend, weil sich die Beeren mit Geschick knallend ausdrücken lassen („Knallerbse„). Zum essen reizen sie Kinder trotz allem selten.

Die Pflanze gehört zu den Geißblattgewächsen und enthält Saponine.

Symptome

Nach Aufnahme können die Beeren zu Schleimhautreizungen führen. Das bedeutet, dass es in zu Magenschmerzen oder Erbrechen kommen kann. Vergiftungen treten erst bei grösseren Mengen auf.

Daneben sind Hautreizungen durch den Kontakt mit dem Inhalt der Beere möglich.

Therapie

Wenige gegessene Beeren sind sicher unproblematisch. Ab etwa 10 Beeren wird je nach Alter des Kindes eine Giftentfernung empfohlen. Schwere Vergiftungen sind nicht bekannt.

Was geht rum? 18. August 2018

Kinder und Jugendliche genießen einen herrlichen Sommer. Das Freibad ruft täglich, das Eis schmeckt prima und durch Infekte werden sie kaum geplagt. Die Situation ist die gleiche wie letzte Woche. Die Herpangina – wer will mag sie auch Sommergrippe nennen – mit etwas Halsweh und meist ohne Fieber sowie Magen-Darm-Infektionen sind die wichtigsten Infekte in diesen Tagen. Die Zahl der Neuerkrankungen an Keuchhusten ist bereits wieder rückläufig.

Die Pollen haben fast aufgegeben. Damit können die Allergiker aufatmen und einen herrlichen Sommer genießen. Einzelne Gräserpollen fliegen noch herum. Ganz besonders in der Nähe frisch gemähter Wiesen oder in den Bergen. Die Zahl der Saison-typischen Wegerichpollen ist nicht sehr hoch. Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist der Pollen-Stress also vorbei.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin einzelne Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Italien, Griechenland und neu auch in Süd-Frankreich.

Giftpflanzen: Pfaffenhütchen

Die Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) sind hübsche Sträucher bzw. kleine Bäume mit orange-roten Früchten, die in unseren Gärten heute eher weniger anzutreffen sind. Ihre Schönheit reizt Kinder sie zu pflücken und zu probieren. Ingestionen kommen häufig vor, Vergiftungen sind jedoch eher selten. Die Samen der Früchte enthalten verschiedene Substanzen, so auch Alkaloide und Digitaloide. Neben dem Samen gelten aber auch die Blätter und die Rinde des Pfaffenhütchens als giftig.

Symptome

Im Vordergrund stehen Symptome des Magen-Darm-Traktes: Koliken, Durchfall und Fieber, die bis zu 15 Stunden nach der Aufnahme eintreten können. Daneben sind Leber- und Nierenschäden beschrieben.

Bis zu drei Samen werden problemlos vertragen. Die individuelle kritische Dosis ist jedoch nicht bestimmbar.

Therapie

Wenn maximal 3 Samen eingenommen wurden reicht es aus, zusätzliche Flüssigkeit anzubieten. In allen anderen Fälle (mehr Samen oder unklare Mengen) sollte ein Arzt konsultiert werden. Der muss im Einzelfall entscheiden, ob eine akute Giftentfernung notwendig ist

Insektenschutzmittel

Die Zahl der Insekten in unserem Land mag kleiner werden. Insektenschutzmittel bleiben dennoch wichtig, da es viele Insekten gibt, gegen die man sich effektiv schützen sollte. Das gilt in jedem Fall in tropischen Ländern als Schutz vor der Malaria oder dem Denguefieber. Beides Erkrankungen, für die es keine Impfungen gibt.

Aber auch im Süden Deutschlands sollte man sich überlegen, ob man sich die Zecken vom Halse halten möchte. Immerhin übertragen sie schwerwiegende Erkrankungen wie die Borreliose oder die FSME.

Aber welches Insektenschutzmittel ist für Kinder und Jugendliche sinnvoll? Auf dem Markt gibt es  verschiedene Substanzen bzw. Mischungen, die hier kurz vorgestellt werden.

1. Diethyltoluamid (DEET) ist eine effektive Substanz im Schutz gegen Mücken aller Art, Flöhe und Zecken. Sie ist seit 70 Jahren auf dem Markt und gilt als „Goldstandard“. Man kann sie in verschiedenen Konzentrationen erhalten. Es ist untersucht worden, dass sie ab einem Level von 30% die beste Wirkung erzielt. Höhere Konzentrationen können die Wirkdauer verlängern. Konzentrationen von 10% erbringen einen Schutz für zwei Stunden, solche von 24% einen Schutz von etwa fünf Stunden. Dieser Schutz verkürzt sich durch Schwimmen, Duschen, Regen und Schwitzen – wenn also das Mittel in irgendeiner Form abgewaschen wird.

Nebenwirkungen

Da diese Substanz schon lange auf dem Markt ist sind die unerwünschten Effekte gut bekannt. Insgesamt besteht eine gute Verträglichkeit. Es können jedoch Hautreizungen und eine allergische Hautreaktion auftreten. In extremen Einzelfällen sind Schädigungen der Nerven (Neurotoxizität) beschrieben. Diese traten erst bei chronischem und übermässigem Gebrauch auf. DEET soll nach heutiger Einschätzung nicht bei Säuglingen unter 2 Monaten angewendet werden. Bei Kindern ab dem 3. Lebensjahr wird eine Anwendung von DEET in Konzentrationen von 10% bis 30% als sicher angesehen, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. DEET ist nicht krebserregend.

Welche Produkte stehen zur Verfügung?

In der folgenden Tabelle sind die bei uns bzw. in den USA verfügbaren Insektenschutzmittel, die DEET enthalten aufgeführt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit; Stand August 2018).

Handelsname des DEET-Produkts Konzentration Menge Preis in €
 Care plus© Anti-Insect DEET 40%   40% 100 ml 13,95
 Care plus© Anti-Insekt gel DEET 30%   30% 80 ml  9,95
 Care plus© Anti-Insect Lotion DEET 50   50% 60 ml 11,95
 NOBITE© Hautspray   50% 100 ml 12,49
Anti Brumm© Forte   30% 75 ml 10,25
 Jungle Formula bei AZARON© xtreme   50% 75 ml 10,90
 OFF Deep woods© Repellent V   25%  (USA)
 OFF Deep woods© Sportsmen IR II   30%  (USA)

Um DEET ranken manche Mythen. Bei sachgemäßem Gebrauch ist die Verträglichkeit als sehr gut anzusehen. Der Einsatz dieses potenten Mittels sollte aber immer medizinisch gerechtfertigt sein. So ist sein Einsatz bei Malaria- oder Dengue-Risiko in jedem Fall sinnvoll.

2. Icaridin (in manchen Ländern auch Picaridin genannt) ist ein weiteres Insektenschutzmittel, dessen Grundstoff aus einer Pflanze stammt. Es wirkt gegen Moskitos, Zecken und Sandfliegen. Konzentrationen von 20% und höher wirken vergleichbar wie DEET, ihre Wirkdauer ist aber kürzer als bei DEET. Zecken lassen sich nach Informationen einer Studie nur eine Stunde durch Icaridin abhalten, während DEET gegen die Spinnentiere deutlich länger wirkt.

Nebenwirkungen

Icaridin wird schon seit vielen Jahren genutzt. Bedeutsame Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Selbst eine versehentliche orale Aufnahme – wie sie bei Kindern denkbar ist – scheint harmlos zu sein.

Welche Produkte stehen zur Verfügung?

Handelsname des Icaridin-Produktes  Konzentration  Menge Preis in €
Autan© Family Care Pumpspray  10% 100 ml  9,99
 Autan© Protection Plus Pumpspray  20% 100 ml  8,99
 Autan© Protection Plus Zeckenschutz  20% 100 ml  9,99
 Autan© Protection Plus Spray  16% 100 ml  8,99
 Autan© Junior Gel  10% 100 ml  9,99
Autan© Tropical Pumpspray  20% 100 ml  9,99
 Anti Brumm© Classic  20%  75 ml 10,25
 Jungle Formula by AZARON© complete  20%  75 ml  9,90

Insgesamt zeigt Icaridin also eine gute Wirksamkeit, die bei höheren Konzentrationen mit der von DEET vergleichbar ist. Die Dauer der Wirksamkeit ist jedoch klar kürzer.

3. Citronella ist ein pflanzliches Produkt, das als Insektenschutzmittel eingesetzt wird. Seine Wirkstärke und seine Wirkdauer sind mit DEET und Icaridin in keiner Weise vergleichbar. Ob eine Wirkung gegen Zecken besteht ist eher zweifelhaft. Die Werbung beruft sich meist auf die Natürlichkeit des Produkts und kann nicht auf gesicherte Erkenntnisse seiner Wirksamkeit verweisen.

 

Was geht rum? 11. August 2018

Der Hochsommer macht Pause. Bei schönem und kühlerem Wetter können Kinder die Ferien im Südwesten unbeschwert genießen. Die Atemwege sind bei niedrigeren Ozonwerten kaum belastet, die UV-Strahlung der Sonne nimmt spürbar ab. Im Schwimmbad und beim ausgedehnten Spiel draußen ist eine Sonnencreme (LF 30) aber weiterhin sinnvoll.

Infektionen sind zum Glück noch immer selten. Wie in der Woche zuvor treten einzelne Infektionen an der Hand-Fuß-Munderkrankung auf. Führend bleibt aber die Herpangina.

Die Bedeutung der Allergien gegen Pollen geht weiter zurück. Im Moment stehen die Wegerich-Pollen im Vordergrund, der Flug der Beifuß-Pollen hat zaghaft begonnen. Am wichtigsten bleiben wohl die Gräser, wo angesichts des Wetters ein zweiter und dritter Schnitt in der Landwirtschaft möglich sind. Damit werden ein bis zwei weitere Wellen von Gräserpollen auf die Allergiker zuschweben. Aber diese Wellen werden deutlich kleiner sein als noch im Mai und Juni.

Im Südwesten kam es laut Meldungen des Landesgesundheitsamtes zu einer Häufung von Keuchhusten. In der Woche bis zum 2. August 2018 (30. KW) wurden in den Kreisen Tübingen, Sigmaringen und Reutlingen insgesamt 15 Erkrankungen neu gemeldet. Für ganz Baden-Württemberg waren es 62 Erkrankungen. Das ist eine um 50% höhere Belastung pro Woche  als bisher in diesem Jahr. Eine besondere Gefährdung besteht für Kinder im ersten Lebensjahr. Gegen diese schwerwiegende Erkrankungen gibt es einen guten Impfstoff. Gerade in Familien mit kleinen Kindern sollte der Schutz – auch der Erwachsenen ! – nochmals überprüft werden.

West-Nil-Fieber. Die Karte zeigt die betroffenen Regionen in Europa: dunkelrot sind die Regionen dargestellt, in denen in 2018 Fälle auftraten. Foto: European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Was geht in der Welt rum? Das West-Nil-Fieber breitet sich seit Wochen in Europa weiter aus. In Italien (50 Fälle bisher) und Griechenland (43 Fälle bisher) sind die meisten Fälle bekannt geworden. Diese Erkrankung wird durch Stechmücken übertragen und kommt deswegen gerne im Spätsommer in feuchten Gebieten vor. Von den infizierten Menschen erkranken nur etwa 20% mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen – besonders bei Menschen über 60 Jahren – ist das Risiko für Hirnentzündungen (Encephalitis) im Rahmen des West-Nil-Fiebers möglich, das eine hohe Tödlichkeit aufweist. Der wichtigste Schutz vor dieser Erkrankung sind Insektenabwehrmittel wie DEET (z.B. Nobite© mit DEET-Anteil von 50%, anti-Brumm© mit DEET-Anteil 30%  oder Autan© family mit DEET-Anteil von 15%) oder Icaridin (Autan©).

Vergiftungen: Mahonie

Die Mahonie (Mahonia aquifolium) ist eine Zierpflanze, die aus Nordamerika stammt und inzwischen häufig in unseren Gärten anzutreffen ist.

Die immergrüne Pflanze hat dornig gezahnte Blätter. Im Moment ist sie voller blauer Beeren, die etwas matt sind. Die Beeren haben einen dunkelroten Saft und schmecken sauer. Damit sind sie für Kinder kaum interessant.

Vergiftung

Die Mahonie enthält Berbin – wie übrigens auch die Berberitze.

Symptome

Wenn Kleinkinder große Mengen an Beeren zu sich nehmen kommt es zu Brechdurchfällen. Für grössere Kinder und Erwachsene sind keine Vergiftungssymptome zu erwarten

Therapie

nicht erforderlich.