Monat: November 2018

Plötzlicher unerklärter Säuglingstod

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern ein besonderer Glücksmoment im Leben. Doch diesem speziellen Tag folgten in der Geschichte der Menschheit vermutlich immer Perioden, die Eltern sehr belasteten. Früher – und heute noch in vielen Ländern Afrikas – kam die Sorge, ob das Kind angesichts von Not und Hunger die ersten Wochen und Monate überleben würde. Im Herzen Europas von heute müssen Eltern fürchten, dass ihr strahlendes Neugeborenes vielleicht am plötzlichen Kindstod sterben muss.

Der plötzliche Kindstod, oft auch SIDS (sudden infant death syndrom) genannt, ist in den vergangenen Jahrzehnten tief im Bewusstsein von Eltern verankert worden. Mit der Aufklärung wollten Mediziner dazu betragen, dass die Häufigkeit dieses heimtückischen Todes schnell gesenkt würde. Heute wird der Begriff SUDI (sudden unexpected death in infancy) verwendet, der auf die Unerklärlichkeit dieses Todes hinweist. Bis heute gibt es keine einfache und schlüssige Erklärung. Es ist zu vermuten, dass viele Faktoren zusammenwirken.

Abbildung 1. SIDS-Daten von 1979 bis 2017 aus Hamburg . Foto Jan P. Sperhake, DGKJ Leipzig 2018

Ganz wichtig ist aber zu wissen, dass die Häufigkeit dieses schrecklichen Todes massiv zurückgegangen ist, seit sich die Medizin intensiv damit auseinandersetzte. Die Daten aus Hamburg sind besonders aussagekräftig, weil dort am UKE (Universitätsklinikum Eppendorf) die Daten aller Todesfälle des Stadtstaates erfasst werden. Wie die nebenstehende Abbildung (Abb. 1) zeigt, ging die Häufigkeit des SUDI von 1979 bis 2017 von etwa 2.5 Todesfällen auf 1000 Neugeborene auf unter 0.25 Todesfälle zurück. Ein riesiger Erfolg!

Was hat dazu geführt? In den letzten 30 Jahren wurden zum einen Risikofaktoren für das Auftreten des plötzlichen Säuglingstodes identifiziert und – noch wichtiger – den Eltern vermittelt. Diese haben die Hinweise dann auch mehrheitlich umgesetzt, was eine riesige Leistung ist. Aus heutiger Sicht sind folgende Risikofaktoren besonders wichtig. Vermieden werden sollte:

  • Bauchlage (und Seitenlage) als Schlafposition.
  • Rauchen während der Schwangerschaft ….
  • …. und in der Umgebung des Kindes
  • Isolierende Kleidung, Bedeckung, Decken, Kissen.
  • „Bed-sharing“ (siehe im nächsten Abschnitt)
  • Nicht-Stillen

Abbildung 2. „The Family Bed“. Foto: amason.com

In den letzten Jahren ist das Bed-sharing vielen Eltern wichtig geworden: Die Eltern schlafen im gleichen Bett wie ihre Kinder. Das wurde vor 100 Jahren aus Not (Familien hatten meist nur ein einziges Bett) und vor 50 Jahren aus Überzeugung gemacht, wie das nebenstehende Buch verdeutlicht. Heute ist unstrittig, dass das Bed-sharing für Kinder in den ersten 3 Lebensmonaten am gefährlichsten ist: Je nach Studie liegt das Risiko für plötzlichen Säuglingstod 9-12 x höher! Danach sinkt es deutlich ab. Aus dieser Sicht empfehlen die Kinder- und Jugendärzte, den Säugling in seinem eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern zu haben und außer morgens zum Kuscheln, nicht ins Elternbett zu holen.

Der plötzliche Säuglingstod ist weiterhin ein enormes Risiko für Kinder in den ersten Lebensmonaten. Bei Beachtung einiger Faktoren, lässt sich dieses Risiko um über 90% absenken.

Was geht rum? 03. November 2018

Der Winter hat sich in der letzten Woche schon mal angekündigt. Die Infektionen werden diesen Wetterboten bald folgen. Aus dem letzten Jahr ist vielen noch die Grippewelle in Erinnerung. Wer sich schützen möchte, sollte sich bald um die Impfung gegen Influenza kümmern. Was schon im letzten Jahr sinnvoll gewesen wäre, ist jetzt für alle Patienten als Standard eingeführt: Der quadrivalente Impfstoff. Beruhend auf jeweils 2 Stämmen von Influenza-A und Influenza-B-Viren ist das Spektrum der möglichen Influenza-Viren deutlich besser abgedeckt.

Übrigens, in China wurde am 1. November genau 100 Jahre nach der dramatischen „Spanischen Grippe“ der erste World-Flu-Day – der Welt-Grippe-Tag – ausgerufen.

Statistisch ist eine Grippewelle ab Dezember denkbar. Bis dahin wechseln sich verschiedene andere Viren ab, um den Menschen zuzusetzen. Im Moment sind es weiterhin Erkrankungen durch Adenoviren im Südwesten. Daneben hat die Streptokokkenangina wieder an Häufigkeit zugenommen. Dabei liegt eine eitrige Angina durch Streptokokken A, jedoch ohne einen Ausschlag, vor. Die Angina mit dem Ausschlag ist meist ein Scharlach.

Was geht in der Welt rum? in Japan sind in diesem Jahr zwölfmal so viele Menschen an Röteln erkrankt wie im letzten Jahr, im Moment sind es 1289 Erkrankte. Betroffen ist die Stadt Tokyo und die Präfekturen Chiba, Kanagawa, Aichi, Ibaraki und Saitama. Im Besonderen sollten Schwangere ohne Nachweis eines Schutzes gegen Röteln die Reisepläne nach Japan mit ihrem Arzt besprechen.

Kindermatratzen

Die Hälfte des Tages verbringen Kinder in ihrem Bett. Es ist also durchaus lohnend, ihnen einen angenehmen Ort zum Schlafen zu verschaffen. Darüber hinaus hat die Matratze auch eine hohe medizinische Bedeutung. Je nach Beschaffenheit erhöht sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod – zu weiche Matratzen sind ungünstig, ebenso wie die Anwendung von Kopfkissen.

Zu weiche Matratzen haben beim neu veröffentlichten Test im Oktoberheft der Stiftung Warentest 2018 zu mangelhaften Ergebnissen geführt. Interessanterweise waren das die eher teureren Matratzen. Im Folgenden geben wir in wenigen Stichworten die Daten für die empfehlenswerten Matratzen mit der Note GUT wider:

Produkt Material Härtegrad Note Preis
Dänisches Bettenlager Jonas Schaumstoff hart 1,8 99 €
IKEA Skönast Schaumstoff mittel 2,0 70 €
Hessnatur Lena Kokos/ Latex mittel/ weich 2,2 179 €
Prolana Kati Plus Kokos/ Latex hart/ mittel 2,2 159 €
Paradies Sara Schaumstoff weich 2,3 129 €

Es ist also kein großes finanzielles Wagnis, für Kinder eine gute und sichere Matratze zu kaufen.