Monat: Dezember 2018

Sylvester ….. echte Freunde oder Facebook

Heute ist Sylvester. Den Abend verbringe ich mit echten Freunden. Wir treffen uns und haben viel Spaß bei gemeinsamen Spielen. Monopoly natürlich nicht, es geht ja nicht um Macht und Überlegenheit oder gar Streit. Es gibt inzwischen so viele Spiele wie Wizzard oder Qwirkle, die allen gemeinsam Spaß machen, alle zum Lachen bringen und bei denen es manchmal sogar witziger ist zu verlieren. Zumindest ist es keine Schande.

Heute um Mitternacht werden vermutlich die Computer der sozialen Medien wie Facebook auf Hochtouren laufen. Da senden dann Menschen weltweit ihre aber(?)-witzigen Bilder aus dem wahren Leben an Tausende von Freunden, die sie oftmals gar nicht richtig kennen.

Abbildung 1. Werbeumsätze von Facebook. Quelle: Handelsblatt

Facebook hat ja auch mal angefangen als Plattform für Freunde –  junge Freunde. Seit Jahren wollen nun auch die Alten jung sein: Sie tragen Kopfhörer, machen einen auf cool und sind auf Facebook. Obwohl: Facebook wird immer älter. Die Jungen springen zunehmend ab und haben andere Kommunikations-Plattformen.

Und eines sollte klar sein. Facebook ist nicht für uns. Sondern für den Profit bestimmter Leute. Dafür müssen wir User halt Werbung ertragen. So wird ein amerikanischer Nutzer im Jahre 2018 nach neuen Berechnungen 102,30 US Dollar eingespielt haben. Unsere Adressen und unsere Daten sind viel wert. Nur bekommen andere den Ertrag, indem sie uns ein paar Häppchen vorsetzen und wir überglücklich hineinbeißen.

Experten haben herausgefunden, dass jeder Mensch – gemäß neuesten Untersuchungen – 3,7 echte Freunde im Durchschnitt hat (brandeins 12/18). Die stehen wahrscheinlich mit ihm auf dem Balkon und genießen gemeinsam den Beginn des neuen Jahres. Auf Facebook kann ich verzichten. Solange die Freunde um mich herum sind.

Was geht rum? 29. Dezember 2018

Der Trend zunehmender Atemwegserkrankungen setzt sich fort. Das wird deutlich, wenn man sich die neuesten Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza ansieht. Diese liegen nun erstmals gezielt auch für Baden-Württemberg vor.

Abbildung 1. Dargestellt ist für verschiedene Altersgruppen, wie häufig sie sich beim Arzt vorgestellt haben. Die Kurve der 0 bis 4 Jahre alten Kinder (leuchtend grün) ist oben im Diagramm zu sehen, darunter die Kurve der 5 bis 14 Jahre alten Kinder (dunkelgrün). Die durchgehende Kurve (braun) zeigt die Daten aller Patienten der letzten Grippesaison. Foto: RKI

 

Aus der Darstellung (Abbildung 1) wird deutlich, dass die Atemwegsinfekte weiterhin zunehmen. Gegenüber dem Vorjahr liegen sie jedoch im erwarteten Bereich. Einzelne Grippefälle (Influenza) wurden in Baden-Württemberg gesichert, eine Grippewelle liegt jedoch nicht vor.

Im Wesentlichen treten momentan Atemwegsinfektionen durch Rhinoviren ausgelöst auf. Diese sind für den Einzelnen sehr lästig (Schnupfen, Husten, nächtliche Schlafstörungen, Müdigkeit), aber kaum gefährlich.

Infektionen der Atemwege sowie Verschlechterungen bei Erkrankungen wie Mukoviszidose und Asthma bronchiale werden durch viele Faktoren begünstigt. Unter diesen kommt dem Feinstaub eine zunehmende Rolle zu. Seit dem Dieselskandal ist dies fast schon Allgemeinwissen. Ab kommendem Jahr soll die Belastung der Luft durch Fahrverbote bekämpft werden. Fast einfacher erscheint es da, an Sylvester das Feuerwerk einzuschränken. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, entspricht die durch Feuerwerk ausgelöste Menge an Sylvester 15.5% der Jahresbelastung an Feinstaub, die der Straßenverkehr in Deutschland verursacht.

In Bezug auf Kinderkrankheiten gibt es in Baden-Württemberg keine Trends.

Was geht in der Welt rum? Masern – und kein Ende. Die Zahl der Masernerkrankungen in Israel für 2018 liegt bereits bei 2700 Personen. Wie jetzt bekannt wurde, saß eine ansteckender  Passagier im Flug LY 356 der israelischen Fluggesellschaft EL AL, der am 16. Dezember 2018 um 19:30 Frankfurt verließ. Ehrenwert, dass eine Fluggesellschaft das bekannt gibt. Das darf auch als indirekter Hinweis zur Sicherstellung eines guten Impfschutzes angesehen werden. Aus Madagaskar gibt es keinen solchen Hinweis, aber die gemeldeten Erkrankungsfälle steigen weiter massiv an. Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass in den letzten 3 Monaten bis zum 21. Dezember insgesamt 15049 Menschen an Masern erkrankt seinen. Fast zwei Drittel kommen aus Antananarivo, der Hauptstadt, während die anderen Großstädte (Toamasina und Mahajunga) deutlich weniger betroffen sind.

Tuberkulose bei Kindern in Deutschland: Hatte die Migration einen Einfluss?

Tuberkulose ist eine der bedeutsamsten Infektionskrankheiten. Weltweit erkranken daran 10 Millionen Menschen jedes Jahr. Von diesen versterben an dieser Erkrankung 1.8 Millionen. Damit ist die Tuberkulose die tödlichste Infektionskrankheit des Planeten. Die größte Verbreitung hat die Tuberkulose in Asien (besonders Indien und Indonesien), Afrika und Osteuropa.

Kinder unter 5 Jahren sind besonders empfänglich für eine Ansteckung mit Tuberkulose, da ihre Immunität noch nicht ausgereift ist. Dennoch sind Lungenentzündungen anderer Ursache (andere Bakterien wie Pneumokokken und Viren) weltweit gesehen für Kinder und Jugendliche die häufigste Todesursache.

Abbildung 1. Tuberkulose-Bakterium auf einem Makrophagen (weiße Blutzelle). Foto: aerzteblatt.de

Ausgelöst durch sog. säurefesten Stäbchen (Bakterien – siehe Abbildung 1) kann die Tuberkulose viele Organe betreffen. Ganz im Vordergrund steht die Lunge (82.5% bei den Kindern), gefolgt von den Lymphknoten. Damit steht auch das Symptom Husten an erster Stelle. Bedingt durch den langsam schleichenden Verlauf dauert es aber häufig recht lange bis die Erkrankung als solche entdeckt und dann behandelt wird. Langwierige stationäre Behandlungen für Kinder sind inzwischen in Deutschland eher selten.

Abbildung 2. Häufigkeit der Neuerkrankungen an Tuberkulose bei Kindern (graue Kurve unten) und Erwachsenen (hellblaue Kurve oben) in Deutschland für die Jahre 2002 bis 2017. Die dunkelblaue Kurve zeigt die Gesamthäufigkeit an. Foto: RKI

Für die industrialisierten Länder wie Deutschland, stellt sich die Situation in Bezug auf Tuberkulose komplett anders als in vielen Ländern der Erde dar. Bedingt durch eine gute Ernährung der Bevölkerung, gesunde Wohnverhältnisse und eine für alle Menschen gute medizinische Versorgung ist die Tuberkulose in Deutschland seit Jahrzehnten auf dem Rückmarsch. Die Tuberkulose kommt in den Städten häufiger vor (Hamburg 13.1 Neuerkrankungen auf 100.00 Einwohner) als im ländlichen Raum (Niedersachsen 4.4, Schleswig-Holstein 4.8). Auch die Migrationsbewegungen seit dem Jahr 2015 haben daran wenig geändert (siehe Abbildung 2). Die Häufigkeit bei Kindern ist gegenüber den Erwachsenen nochmals niedriger. Die neusten Daten des Robert-Koch-Instituts in Berlin (RKI) geben für das Jahr 2017 für Kinder und Jugendliche 238 Neuerkrankungen an. Damit liegt die Erkrankungsrate bei Kindern bei 2.2 Erkrankungen auf 100.000 Kinder. Das entspricht der Rate des Jahres 2004. Den niedrigsten Wert konnte das RKI für Kinder im Jahre 2008 ermitteln (1.1).

Die Tuberkulose ist eine meist schwerwiegende Erkrankung. Die Erkrankungshäufigkeit bei Kindern in Deutschland liegt auf sehr niedrigem Niveau. Daran haben die Migrationswellen der letzten Jahre nur wenig geändert.

Frohe Weihnachten !

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern des praxisblättle ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. An diesem Morgen des Heiligabend stehen vermutlich noch manche Aufgaben an: Letzte Einkäufe mit Schlange-Stehen oder auch Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums. In der Wohnung kündigen die ersten Düfte den Heiligabend bereits an.

Genießen Sie auch das Essen. Nein, heute muss keine Diät gehalten werden. Es ist zwar medizinisch gesichert, dass Fasten durchaus sinnvoll sein kann. Dazu gehört aber auch das Intervall-Fasten. Und wenn zwischen den Intervallen mal genüsslich und lange gespeist wird, hat das keine langfristig negativen Auswirkungen.

Genießen Sie also diesen Heiligabend in vollen Zügen. Dann können die Kinder das auch tun und das Fest wird ein Hochfest für alle.

Was geht rum? 22. Dezember 2018

Abbildung 1. Arztbesuche wegen Infekten bis zur 49. KW 2018 aufgeteilt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Die Infektwelle geht weiter. Wie nebenstehende Abbildung zeigt, geht die Zahl der Infekte der Kleinkinder (rote Kurve) langsam und stetig nach oben. Die neuesten Werte stammen aus der 49. Kalenderwoche, also der ersten Woche im Dezember.

Unabhängig davon bleibt das Spektrum der Infektionskrankheiten groß. Weiterhin haben Kinder im Rahmen ihrer Atemwegsinfekte auch eine – meist nicht eitrige – Bindehautentzündung. Bei vielen beginnt der Infekt mit Fieber von ein bis zwei Tagen. Richtig schwere Verläufe, wie sie für die echte Grippe (Influenza) typisch sind, sind sehr selten.

Natürlich gibt es auch Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und gelegentlichem Erbrechen. Die Noroviren sollen nach neuesten Informationen hierfür in erster Linie verantwortlich sein.

Was geht in der Welt rum? Es gibt wieder Ausbrücke von Masern. Betroffen ist in Europa besonders Polen, wo seit Oktober 220 Erkrankungen registriert wurden. Alle, die ihre Familien in Polen über die Feiertage besuchen, sollten den Impfschutz bei ihren Kindern überprüfen. Als kompletter Impfschutz gelten zwei Impfungen. Auch Erwachsene sollten geschützt sein. Am besten beim Hausarzt nachfragen. Schlimmer ist die Situation im weit entfernten Madagaskar. Dort waren bis vor einer Woche 10.294 Fälle an Masern bekannt, davon über die Hälfte in er Hautstadt Antananarivo (5971 Erkrankungen). In diesem Land sind über 80% der Kinder und Jugendlichen chronisch unterernährt. Für sie dürfte die Erkrankung zur Katastrophe werden. Daten hierüber existieren noch nicht. Für alle Reisende gilt, dass sie vor Antritt der Reise den Impfschutz überprüfen und sich ggf. nachimpfen lassen sollten. Die Impfungen gegen Masern (meist als Maser-Mumps-Röteln-Impfung – MMR) ist gut verträglich. Die Masern hingegen sind eine extrem schwere Erkrankung.

Hunde + Halter + Hygiene

Die Zahl der Haustiere in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Dabei erhalten sich die Katzen in vielen Fällen noch Freiräume, indem sie nächstens draußen herumstromern. Hunde hingegen sind mehr an den Menschen gebunden – sie werden Gassi geführt.

Ziel dieser Spaziergänge ist in den meisten Fällen, dass der Hund sich seiner Notdurft entledigt. Und die findet sich dann auch zunehmend in den Städten, Stadtrandgebieten und inzwischen auch auf dem Lande an Orten aller Art. Abgesehen davon, dass soviel Kot nicht ansehnlich ist, stellt sich auch die Frage der Hygiene.

Dem hat sich nun eine Studie einer Arbeitsgruppe um Barbara Hinney vom Parasitologischen Institut der Universität Wien angenommen. Was die acht Forscher herausfanden ist spannend und entlockt einem auch ein leichtes Schmunzeln. Sie untersuchten die Hinterlassenschaft der Vierbeiner in allen Bezirken der Stadt Wien, in Mödling (16 km südlich von Wien) und in Wolkersdorf, einer ländlichen Gemeinde 24 km nördlich von Wien.

Dass im Kot viele Erreger zu finden sein würden, überrascht nicht weiter. Auch das Vorkommen von Toxacara cani – einem für Hunde typischen Parasit – verwundert nicht. In den etwa tausend Hundehaufen fanden die Forscher aber auch Trichuren mit einer Häufigkeit von 1.8%-7.5% sowie Giardia als die häufigsten Protozoen in 4.0%-10.8%. Die beiden letztgenannten Erreger sind auch für Menschen – und ganz besonders für Kinder – bedeutsam und krankmachend.

Es gab große Unterschiede in der Belastung mit diesen Parasiten. Es zeigte sich, dass Hundehaufen in Parkanlagen und auf Trottoirs mehr Erreger enthielten als solche, die ordentlich im Mülleimer entsorgt waren. Ob die Wohnbezirke dicht bewohnt waren oder nicht hatte jedoch keinen Einfluss auf die Belastung mit Parasiten. Auf dem Land war der Befall übrigens deutlich höher als in der Stadt.

Das bestätigten mir auch die Männer meiner Stadtreinigung auf ihrer Tour, die Kanalisation zu reinigen. Gerade im Stadtzentrum sei die Belastung durch offen-liegenden Kot und in Müllsäcken verpacktem Kot enorm. Auch andere Reinigungskräfte können uns direkte Berichte über die wahre „Ordnungsliebe“ unserer oft sittsam daherkommenden Zeitgenossen geben.

Die Forscher vermuten ein „unterschiedliches Hygienebewusstsein der Hundehalter“. Denn die ordentlich entsorgten Hinterlassenschaften der Hunde waren deutlich weniger von Parasiten befallen. Sie weisen nochmals klar darauf hin, dass Hundebesitzer den Kot ihrer Tiere ordentlich in Tüten entsorgen sollten. Nur dadurch kann das Risiko für Mensch und Tier gering gehalten werden.

Gerade Kinder, die durch ihren Forscherdrang eher mal geneigt sind, sich dem Kot der Tiere zu nähern, sind besonders gefährdet. Aber auch auf Feldern versteckter Kot kommt irgendwann einmal in der Nahrungskette an und trifft uns dann alle.

Diäten: Manches ist gesichert, vieles nicht

Ist es fair – so kurz vor Weihnachten – das Thema Diät nach vorne zu holen? Das frage ich mich. Aber egal. Erstens ist die Adventszeit nach christlicher Auffassung ohnehin eine Fastenzeit und zweitens kann es nicht schaden, dem Kater nach Weihnachten vorzubeugen.

Mit dem zunehmenden Wohlstand kamen die Diäten. Bereits 1972 hat der Amerikaner Robert Atkins die erste Low-Carb-Diät propagiert. In seinem berühmt gewordenen Buch „Diät-Revolution“ empfahl er Übergewichtigen, auf Kohlenhydrate (englisch: carbohydrate) möglichst zu verzichten. Es folgten viele andere Diäten. In den letzten zwei Jahrzehnten kamen dann die Diäten bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten hinzu. Die gab es zwar in Realität schon immer, aber die Gruppe der Gefühlt-Betroffenen hat enorm zugenommen. Somit dürfte es für viele Menschen heute schwierig sein, sich spontan zu einem gemütlichen gemeinsamen Essen zu treffen ohne vorher zu klären was im Essen drin sein darf oder nicht.

Bei dem Durcheinander von sich widersprechenden Empfehlungen grenzt es fast an ein Wunder, dass sich vier Wissenschaftler mit unterschiedlichen Überzeugungen auf diesem Sektor zusammenfanden und in der angesehenen Zeitschrift SCIENCE gemeinsam einen Artikel veröffentlichten. In Dietary fat: From foe to friend? (in deutsch bedeutet das soviel wie: Fett in der Diät: vom Feind zum Freund) setzen sie sich mit der Bewertung von Kohlenhydraten und Fett in der Ernährung auch in Bezug auf chronische Krankheiten auseinander. Dabei arbeiten sie sieben Punkte von gemeinsamen Überzeugungen heraus. Daneben stellen sie auch die weiterhin kontroversen Überlegungen – und das sind natürlich mehr, nämlich neun. Was sind nun die Kernpunkte, in denen sie wissenschaftlich übereinstimmen?

  1. Mit einem Schwerpunkt auf gute Qualität in der Ernährung kann für ein breites Spektrum an verschiedene Diäten mit unterschiedlicher Kohlenhydrat – Fett – Mischung eine gute Gesundheit und ein geringes Risiko an chronischen Erkrankungen erreicht werden.
  2. Sterblichkeit. Veränderung des relativen Risikos im Rahmen einer Langzeitstudie (momentan 32 Jahre) bei 126.233 Männern und Frauen (Wang et al). Foto: SCIENCE

    Gesättigte Fettsäuren sollten durch (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden.

  3. Ersatz von hoch verarbeiteten Kohlenhydraten (Getreideprodukte, Kartoffelprodukte, Zucker) durch wenig verarbeitete Kohlenhydrat-Produkte (Vollkorn, nicht-stärkehaltige Gemüse, rohe Früchte u.ä.). 
  4. Gesunde Menschen mit normalem Insulinstoffwechsel können verschiedene Diäten mit unterschiedlichem Verhältnis von Kohlehydrat/ Fett vertragen. Menschen mit Insulinresistenz (das sind nach Expertenansicht in Deutschland immerhin bis zu 20% aller Menschen) sollten eher Diäten mit wenig Kohlehydraten bevorzugen.
  5. Eine ketogene Diät kann für einzelne Menschen mit Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels sinnvoll sein. Langzeit-Studien zu dieser Frage stehen aber noch offen.
  6. Diäten mit niedrigem Anteil an Kohlehydraten und hohem Fettanteil benötigen keine speziell hohe Eiweißzufuhr oder tierische Produkte wie Fleisch. Als Ersatz sind fettreiche pflanzliche Produkte wie Öle, Nüsse, Samen und Avocado geeignet.
  7. Fragen betreffend Diät-bezogener chronischer Erkrankungen bleiben bestehen. 

Der Diät-Wahn hat auch für Kinder und Jugendliche Folgen. Genau genommen sogar schon, bevor sie zur Welt kommen. Denn auch Schwangere unterliegen den Einflüssen von Diäten und diese betreffen unmittelbar das werdende Baby. Es ist also gut, wenn sich Wissenschaftler zusammensetzen und herausarbeiten, was heute als gesichert anzusehen ist.

In der Novemberausgabe der Monatsschrift für Kinderheilkunde hat die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. den aktuellen Stand zu vegetarischen Kostformen im Kindes- und Jugendalter zusammengefasst.

Was geht rum? 15. Dezember 2018

Nebel, Hochnebel, Kälte. Die Zeit der Atemwegsinfekte ist gekommen. Kinder und Jugendliche sind vom einfachen Husten durch trockene Raumluft ebenso betroffen wie von Racheninfekten, Bronchitis und in einzelnen Fällen auch Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Immer häufiger tritt auch Fieber auf. Wie damit umzugehen ist beschreibt ein Beitrag im praxisblättle.

Während in allen Landkreisen maximal 2 Erkrankungen an Influenza zu verzeichnen sind, weist die aktuelle Statistik des Landesgesundheitsamtes jeweils 12 Neuerkrankungen für den Landkreis Ravensburg und ebenso viele für den Bodenseekreis aus. Für die Landeshauptstadt Stuttgart sind übrigens keine Neuerkrankungen gemeldet worden.

In der kühlen Jahreszeit werden die Wohnungen gut geheizt. Es wird sehr gemütlich im Haus, aber die Luft leider auch trocken. Das führt im Nebeneffekt auch zu trockener Haut gerade bei Kindern und Jugendlichen, die von Neurodermitis betroffen sind. Es ist ratsam, die Pflege der Haut sehr konsequent und regelmäßig durchzuführen, um Entzündungen mit schwerem Juckreiz und Schmerzen vorzubeugen.

Was geht in der Welt rum? Familien, die über Weihnachten eine Reise nach Südafrika eingeplant haben, sollten sich weitere Informationen zum Thema Tollwut einholen. Dort sind in diesem Jahr 15 Todesfälle gemeldet worden, die alle auf einen Hundebiss hin auftraten. Betroffen waren die Provinz KwaZulu-Natal (Todesfälle), Provinz Eastern Cape (6) und die Provinz Mpumalanga (1). Ein sicherer Schutz ist durch eine aktive Impfung zu erreichen.

Sind Grippeimpfungen für Kinder sinnvoll?

In der hochangesehenen Zeitschrift THE LANCET ist vor wenigen Tagen ein Artikel erschienen, der sich mit der Grippeimpfung von Kindern befasst.

Die Forschergruppe um Shuo Feng von der Universitätsklinik in Hongkong (China) untersuchte in den letzten 5 Jahren 15 695 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren im Rahmen von Krankenhausaufenthalten. In dieser Gruppe von Patienten mit Atemwegserkrankungen konnten bei 2500 (15.9%) Kindern und Jugendlichen eine Infektion mit dem Virus Influenza A oder B nachgewiesen werden. Alle Erkrankungsverläufe wurden in Beziehung gesetzt mit einer erfolgten oder nicht erfolgten Impfung. Die Impfung gegen Influenza erfolgte dabei fast immer im Monat Dezember (was für Hongkong der empfohlene Zeitpunkt für diese Impfung ist).

Dabei zeigte sich, dass die Grippeimpfung (Impfung gegen Influenza) hoch effektiv war. Sie konnte eine Grippe (Influenza A oder B) für die Monate September bis Dezember bei 79% der Geimpften verhindern. Danach ging sie für die Monate Januar bis April auf 67% und für die Monate Mai bis August auf 45% zurück. Die Forscher errechneten, dass die Wirksamkeit der Grippeimpfung pro Monat um etwa 2-5 % absank.

Was zeigt die Studie?

Erstaunlich ist zunächst, wie viele Kinder und Jugendliche untersucht werden konnten. Ganz besonders wichtig ist aber, dass bei Kindern die Grippeimpfung wirksam ist – und: sie wirkt gut. Dass sogar 6 Monate nach der Impfung noch ein Schutz von fast 50% besteht erstaunt und erfreut.

Laufräder – Start zum sicheren Fahren

Laufräder sind eine prima Erfindung. Einfach zu nutzen: Aufschwingen und los geht’s. Und wenn’s mal schwierig wird und sich ein Auto in den Weg stellen sollte – der Absprung geht unkompliziert. Selbst motorisch wenig begabte Kinder können damit gut umgehen und sich Fähigkeiten erwerben, die beim Umstieg auf Roller und Fahrrad sehr hilfreich sind. Ein sinnvoller Kauf.

Aber welche Laufräder sind gut?

Da ist wieder einmal der Check der Stiftung Warentest eine gute Hilfe für uns technische Laien. Im neuesten Heft (12/2018) schreiben die Tester jedoch, dass „Schadstoffe in Griffen, Sätteln oder luftgefüllten Gummireifen“ die Testbilanz vermiesen. Letztlich werden 3 Laufräder für „GUT“ befunden, die im Folgenden kurz zusammengestellt sind. Alle sind für Kinder bis etwa 5 Jahre geeignet.

Name Preis Note Anmerkung
 Puky Laufrad LR1 73 € 2.2  Stahllaufrad mit Trittbrett, Seitenständer, 11 Zoll
 BTwin Runride 100 35 € 2.5  Stahllaufrad, 10 Zoll
 Kettler Speedy 10“ 40 € 2.5  Stahllaufrad, 10 Zoll

Ein gutes und bezahlbares Weihnachtsgeschenk? Zumindest dann, wenn man ein paar Gummistreifen an den Zimmerwänden in Kauf nimmt. Denn eines ist klar: Kinder werden schon am Heiligabend aufsteigen und in der Wohnung loslegen.