Mein Baby ist Po-Rutscher – ist das normal?

Er sitzt auf dem Gesäß, schaut fröhlich in die Gegend und genießt die Freiheit, sich rutschend vorwärts zu bewegen: der shuffler. Foto: hotpinkwellingtons.co.uk

Nach der Geburt wird die Entwicklung des Kindes von den meisten Eltern sehr intensiv und mit Freude verfolgt: Das erste Lächeln, das erste gezielte Greifen – all das sind ganz besondere Momente.

Es bleibt nicht aus, dass der Stolz über den erreichten Entwicklungsstand mit den Freunden und Freundinnen ausgetauscht wird: „Krabbelt Deine Tochter auch schon?“. Ups, nein. Natürlich machen das nicht alle Babies am gleichen Tag nach der Geburt. Und schon bekommen einige Eltern eine Sorgenfalte. „Ist mit meinem Kind vielleicht etwas nicht in Ordnung?“

Kinderärzte sehen in ihrem Berufsleben tausende von Babies und können den Stand der Entwicklung spontan für bestimmt 99% aller Kinder schnell beurteilen. Bei großer Sorge und wenn die eigene Familie auf die Frage einer normalen Entwicklung nicht weiterhelfen kann, reicht ein einfacher Anruf beim Kinder- und Jugendarztum Klarheit zu bekommen. Meist ist es ohnehin so, dass dieser durch die häufigen Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr ohnehin bestens über die Entwicklung orientiert ist.

So fällt Kinderärzten der „shuffler“ (to shuffle, englisch: schlürfen) – siehe das Bild – sofort auf. Denn er ist nicht gar so selten (1 auf 7 Kinder), aber für die Eltern oft ein Grund zur Besorgnis. Denn shuffler krabbeln nicht, sondern bewegen sich rutschend auf ihrem Hinterteil durch die Wohnung. Oft sind es eher behäbige Kinder, die auch die – anstrengendere – Bauchlage nicht mochten. Sie gehen also den Weg ihrer Entwicklung so, dass sie sich zunächst aus der Rückenlage in eine Art Schneidersitz begeben. So erreichen sie mit Schwung alles was ihnen wichtig ist. Dieses Video zeigt einen typischen shuffler. Später ziehen sie sich an Gegenständen hoch und kommen auf diesem Weg zum Laufen. Nicht selten entdecken sie im weiteren Verlauf irgendwann auch das Krabbeln. Aber das interessiert dann oft niemanden mehr.

In jedem Fall ist der „shuffler“ eine normale Variante der sehr variablen Entwicklung. Es ist keinerlei Eingriff von außen erforderlich. Der „shuffler“ entwickelt sich ganz normal. Im Anfang nur etwas anders.

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