Frühzeitiges Training nach Gehirnerschütterung meist sinnvoll

Kopfball. Foto: pixabay, senolsengül

Sport ist gut für die Gesundheit. Aber er ist auch mit Verletzungsrisiken verbunden. In jeder Sportschau ist zu sehen, wie der Schädel beim Kopfball oder Fouls deftige Erschütterungen hinnehmen muss. Im günstigsten Fall sind das einfache Schädelprellungen. Aber gerade auch Fußballer – natürlich noch mehr Boxer – erleiden dabei auch eine Gehirnerschütterung.

In Deutschland sind jedes Jahr – unabhängig vom Auslöser – 70.000 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von Schädel-Hirn-Traumata (SHT) betroffen.

Da die Grenzen zwischen den einzelnen Schweregraden der Verletzung fließend sein können, neigen viele Ärzte im Einzelfall zur Vorsicht. Die früher verordnete strikte Bettruhe von 2 Tagen ist längst verlassen. Aber noch heute gibt es eine große Unsicherheit, wie schnell sportlich aktive Kinder und Jugendliche wieder an körperliche Belastung herangeführt werden sollen.

Eine Studie der State University of New York in Buffalo untersuchte jugendliche Sportler nach einer Gehirnerschütterung. Die eine Hälfte der Betroffenen erhielt – als Placebo – 20-minütiges Stretching täglich, die andere Gruppe ein ebenfalls 20-minütiges aerobes Training. Dabei fanden die Forscher um John J. Leddy heraus, dass die Erholungsphase in der ersten Gruppe (Stretching) nach 17 Tagen abgeschlossen war, während dies bei der aktiven Gruppe schon nach 13 Tagen der Fall war. Darüber hinaus waren in der Stretching-Gruppe nach einem Monat 7 Jugendliche noch nicht beschwerdefrei, während es in der aktiven Gruppe nur 2 waren (was statistisch aber nicht bedeutsam war).

Insgesamt unterstützt die Studie folgendes Vorgehen nach einer Gehirnerschütterung:

  • Schonung nach dem Trauma für 24 bis 48 Stunden.
  • danach langsame Steigerung des körperliches Trainings.
  • bis zur vollständigen Erholung kein Sport mit direktem Körper-Kontakt (wie Fußball, Handball).

Die Maßnahmen sollten immer kinder- und jugendärztlich überwacht werden. Nur so können abweichende Verläufe rechtzeitig erkannt werden.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.