Impfungen in der Schwangerschaft

Schwangerschaft. Foto: pixybay, Fotorech

Die Diskussion über Impfungen ist in Deutschland angekommen. Gut so. Da macht es auch Sinn, einige Überlegungen zu Impfungen in der Schwangerschaft zu diskutieren, die für die besonders gefährdeten jungen Säuglinge bedeutsam sind.

Lange Jahrzehnte waren Impfungen in der Schwangerschaft schlicht tabu. Das war auch sinnvoll, denn es lagen nur spärliche Informationen zu diesem Thema vor. Das hat sich inzwischen geändert. Obwohl weiterhin Impfungen in der Schwangerschaft nur auf’s Nötigste beschränkt werden, gibt es Daten, die Abweichungen davon anregen. Kürzlich hat sich hierzu die Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. geäußert.

Tetanus

Eine Impfung gegen Tetanus „in der Schwangerschaft gilt als unbedenklich, sowohl für die Mutter als auch für das neugeborene Kind“, schreibt die Kommission.

Influenza („Grippe“)

Hier schreibt die Kommission, dass „für Schwangere mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen eines Grundleidens …..die Influenzaimpfung zum Eigenschutz unabhängig von der Schwangerschaftsphase in jedem Trimenon empfohlen“ wird. In vielen Ländern wie der USA und der Schweiz wird die Impfung generell in der Schwangerschaft empfohlen.

Pertussis (Keuchhusten)

Um die steigende Zahl der Keuchhustenfälle im frühen Säuglingsalter zu verhindern, haben die USA und Großbritannien im Jahr 2012 erstmals eine Keuchhustenimpfung für Schwangere eingeführt. Im Wissen, dass die vom Immunsystem der Mutter gebildeten Antikörper (Abwehrstoffe) auf das Baby im Mutterleib übergehen, hoffte man erfolgreich zu sein. Das gelang auch. Dabei wurde eine Schutzrate von 93% für Säuglinge in den ersten beiden Lebensmonaten ermittelt. Neue Untersuchungen aus Kalifornien zeigen darüber hinaus, dass jene Säuglinge, die trotzdem erkranken, einen abgeschwächten Krankheitsverlauf haben.

Die Impfung wird inzwischen in der USA, Großbritannien und der Schweiz angewendet. Bislang steht jedoch noch kein reiner Keuchhustenimpfstoff zur Verfügung. Deswegen wird ein kombinierter Impfstoff (Tdap) verwandt. Für Deutschland liegen noch keine allgemein gültigen Empfehlungen für eine Keuchhusten-Impfung von Schwangeren vor. Jedoch wird seit Jahren empfohlen, dass sich die Umgebung (Familie) vor Geburt eines Säuglings einen sicheren Schutz gegen Keuchhusten aufbauen soll, um dadurch das neugeborene Kind indirekt zu schützen.

Antoine de Saint Exupery. Foto: Patrizio Paolinelli

Somit sind einige felsenfeste Überzeugungen beim Impfen in Bewegung geraten. Dabei kommt einem Antoine de Saint-Exupery in den Sinn: Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.

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