TIPP Reiseimpfungen – welche Kosten fallen an?

Reisfelder in Thailand. Foto: pixabay, sasint

Fernreisen sind heute richtig günstig. Zumindest für uns in Europa, solange wir bei den Reisezielen nicht allzu exotische Orte aussuchen. So wurden Flüge mit der exklusiven Lufthansa von Paris nach Südafrika kürzlich für 396 € angeboten. Hin und zurück. Reine Flugzeit immerhin 12 Stunden pro Reise. Da ist die Debatte übers Klima für die meisten schnell mal vergessen.

Dazu dann noch die geringen Lebenshaltungskosten in vielen Reiseländern. Die liegen in Südafrika etwa bei der Hälfte der Kosten, die man in Deutschland aufzubringen hätte.

Wenn da nicht die medizinischen Kosten wären. Impfungen und medikamentöse Prophylaxe.  Im beschrieben Falle von Südafrika ist für den Besuch des Kruger-Nationalparks eine Malaria-Prophylaxe geboten, Kosten im günstigsten Fall für sieben Tage Aufenthalt: 136,78 €  (bei Anwendung des Originalpräparates Malarone© – inzwischen gibt es etwa halb so teure Alternativen für Kurzreisen). In anderen Ländern kann es noch teurer werden. Eine Tollwutimpfung, die seit einiger Zeit beispielsweise in Bali wichtig ist, schlägt etwa mit 200 € (bei 3 Injektionen)  zu Buche. Wer dann eine Tour mit Rucksack durch das Hinterland dieser herrlichen Insel mit ihren Reisfeldern vorhat, sollte auch an eine Impfung gegen japanische Encephalitis denken. Wieder Kosten von etwa 200 € . Die Gelbfieber-Impfung (für viele Regionen Afrikas bedeutsam) ist da mit 60-70 € vergleichsweise billig.

Was oft nicht so bekannt ist: Viele Krankenversicherungen übernehmen einen Teil oder in Einzelfällen fast alle Kosten für solche Maßnahmen. Selbst die AOK Baden-Württemberg wird da von vielen Menschen verkannt. Immerhin beteiligt sie sich an den Kosten für reisemedizinisch wichtige Maßnahmen mit bis zu 200 €. Unschlagbar bleibt jedoch die Barmer-Krankenkasse: sie erstattet sämtliche reisemedizinischen Maßnahmen, von der Malaria-Prophylaxe bis hin zur Tollwutimpfung. Für alle Details hilft die Tabelle (Stand: 09. April 2019) des Centrums für Reisemedizin (CRM) weiter, die ständig aktualisiert wird.

Am Schluss ist reisen dann so billig, dass die Frage nach den Konsequenzen fürs Klima drängender wird. Das Umweltministerium in Berlin mag zwar so manche gute Idee haben, bei der Umsetzung sieht es anders aus. Im letzten Jahr 2755 Inlandsflüge der Mitarbeiter des Ministeriums? Ja stimmt, kaum zu glauben. Da kommt einem Gabor Steingart in den Sinn: „Erst kommt das Fliegen, dann die Moral“.

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