Jugendliche fühlen sich wenig ernst genommen

Am Rande eines Festivals. Foto: ptw

Jeder Erwachsene war einmal jugendlich. Manche vergessen diese Zeit rasch und tun sich später schwer, sich in die Welt der jungen Menschen hinein zu versetzen. Jugendliche von heute haben eine andere Umwelt als ihre Eltern- oder Großelterngeneration. Das Internet und in der Folge die sozialen Medien haben den Alltag Jugendlicher gegenüber der Generation Y entscheidend umgekrempelt. So gesehen ist es auch wenig verwunderlich, dass es für Erwachsene gelegentlich herausfordernd ist, sich vorzustellen, wie Jugendliche heute empfinden.

Diesen Versuch unternimmt die Children’s Worlds+ – Studie, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter Leitung der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Andresen von der Universität Frankfurt am Main in Deutschland durchgeführt wurde. Eingebettet ist die Studie in das internationale Projekt Children’s World, das von einer Schweizer Stiftung unterstützt wird. Dieses Projekt wiederum beschäftigt sich mit dem Wohlbefinden von Kindern zwischen acht und zwölf Jahren in über 30 Ländern.

Children’s Worlds+. Einstellungen gegenüber den Lehrern Foto: Children’s Worlds+

In dieser sehr ausführlichen und lesenswerten Studie werden viele Aspekte beleuchtet. In Bezug auf die Schule zeigt sich, dass sich Jugendliche nicht ausreichend ernst genommen fühlen und sich mehr aktive Beteiligung wünschen. Dies zeigt sich auch in der Fridays-for-Future-Bewegung, wo Jugendliche das Thema Klima und eigene Zukunftsperspektiven selbstbewusst und erfolgreich aufgegriffen haben.

Childrens Worlds+-Studie. Wie sehen deutsche Jugendliche ihre Eltern Foto: Childrens Worlds

Das Elternhaus wird deutlich besser beurteilt. Natürlich nimmt der Anteil der Jugendlichen bei der Frage „Meine Eltern erlauben mir genug“ bis zu den 14-Jährigen stetig ab. Für Menschen in der Pubertät, die ihre Umgebung in Frage stellen, ist der Wert aber doch erstaunlich hoch.

Familienministerin Franziska Giffey will sich im Wissen dieser Studie für eine neue Jugendstrategie einsetzen: „Wir wollen, dass sich das gesamte Kabinett verbindlich zur Verantwortung für die Jugend bekennt. Die ganze Bundesregierung muss ihren Teil dazu beitragen, Jugend zu beteiligen, Politik mit und für Jugendliche zu machen.“

Gut so!

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.