Monat: September 2019

Bessere Kindergesundheit durch weniger Verkehr?

Es ist noch nicht leicht zu bemerken. Aber das Auto befindet sich langsam auf dem Rückzug. Einen Hinweis gibt das Alter der Autos auf deutschen Straßen. Es nimmt – nach einem Plateau Anfang des Jahrtausends – stetig zu und liegt nun bei 9.5 Jahren. Für junge Menschen hat das Automobil als Statussymbol zumeist ausgedient. Der niedergelegte Golf ist ein Relikt, das nur noch selten anzutreffen sind. In den Städten werden schicke Autos von Schrammen bedroht. Deswegen findet man sie in den Citylagen kaum noch. Dort stehen to-go-Autos an jeder Ecke, um kurz mal die Getränke für das Fest am Abend einzukaufen.

„Ich bin auf das Auto angewiesen“ heißt es hingegen auf dem Land. Dort stimmt es auch meistens. Obwohl ein großer Teil der Mobilität auch zu Fuß, Fahrrad oder mit einem Roller zu machen wäre. Gerade viele aus der Generation X und Y haben halt gerne noch ihr Blech um sich. Auch bei Reisen innerhalb Deutschlands. Bahnfahren? Oder gar FlixBus?

In Berlin sind im Moment etwa 1.21 Millionen Autos zugelassen, darunter 2713 E-Autos (Stand Januar 2019). Die Zahl der Fahrräder ist nicht bekannt. Aber es gibt inzwischen 17 Zählstellen. An der Jannowitzbrücke, die vom Alexanderplatz den Weg über die Spree nach Süden ermöglicht, kommen wochentags bis zu 15.000 Fahrräder vorbei. Da nimmt sich die Zahl der Scooter in der Stadt mit momentan etwa 6000 eher bescheiden aus. Ein buntes Bild: Die Zahl der Autos steigt, die der Fahrräder ebenso und auch die der Scooter. Es wird also erstmal eng auf den Wegen der Stadt. Ob aber die Luft besser wird?

Zurück ins Ländle. Karlsruhe ist schon immer für seinen guten öffentlichen Nahverkehr bekannt. Dort wurden von den Verkehrsbetrieben im Jahr 2016 über 52 Millionen Zeittickets für Auszubildende verkauft. Gemessen an der Zahl der zugelassenen PKW gibt es fast dreimal so viele E-Autos wie in Berlin. Leider ist aber die Länge der Fahrradwege seit 5 Jahren unverändert. Auch hier kein eindeutiger Trend.

Das sieht noch nicht nach Veränderung aus. Aber Sie hat begonnen. In London hat 1952 der Great Smog ein Umdenken herbeigeführt. Inzwischen ist seit 2003 eine gebührenpflichtige Umweltzone (Low Emission Zone) eingeführt. Zusätzlich zu Gebühren für besonders umweltschädigende Autos gibt noch Staugebühren. So, und durch den gut organisierten Nahverkehr, werden Autos abgehalten, in die Innenstadt zu fahren. In Paris ist man auch sehr aktiv und hat in den letzten 5 Jahren das Netz der Fahrradwege um 50% vergrößert. Verkehrsberuhigte Zonen gibt es in den Metropolen wie in den Kleinstädten, Fußgängerzonen ermöglichen neue Freiräume. Gerade Städte wie Köln,  Birmingham, Mailand und Antwerpen – eher fürs Auto gebaut – stellen sich rasant um.

Wir haben einen Einfluss auf unsere Umgebung. Quelle: httpsimgur.comgallerysCvRIEd.gif

Und bei den Menschen ist das Thema Klima auch angekommen. Alle unterstützen Maßnahmen, die das Klima verbessern. Bei den praktischen Schritten aber hapert es noch. Welchen Unterschied es macht ob wir im Auto durch die Stadt fahren oder als Fahrradfahrer bzw. Mitfahrer in einem Eisenbahnwaggon, zeigt eine nette Animation.

Also einfach mal das Auto stehen lassen. Das Fahrrad nehmen – auch wenn’s regnet – oder auch den Bus. Es gibt viele Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen.

Für die Kindergesundheit wäre es ein Segen. Für Kopenhagen in Dänemark haben Wissenschaftler um Henrik Brønnum-Hansen und Mitarbeiter kürzlich nachgewiesen, welchen Effekt Umweltverschmutzung in Städten auf Kinder hat. Sie zeigten auf, dass die Senkung der Belastung von NO2 in Kopenhagen auf übliche Werte, wie sie auf dem Lande erreicht werden, die Lebenserwartung im Jahre 2040 um über ein Jahr verlängern würde. Das war nur ein Wert. Ähnliche Veränderungen rufen beispielsweise auch die Reduktion des Lärms hervor. Es lohnt sich also zu bedenken, ob „freie Fahrt für freie Bürger“ (ADAC, 1974) es wirklich wert sind, unsere Kinder kränker zu machen.

Was geht rum? 28. September 2019

Obwohl wir uns bereits im Herbst befinden, werden in Baden-Württemberg weiterhin Erkrankungen von Frühsommer-Meningoencephalitis – besser bekannt als FSME – gemeldet. Betroffen sind vorwiegend Regionen im Nordschwarzwald. Aber auch aus dem Bodenseekreis und Sigmaringen werden aktuell FSME-Neuerkrankungen gemeldet. Eltern sollten also weiterhin abends ihre Kinder auf Zecken hin untersuchen.

Auch die Magen-Darm-Erkrankungen sind noch sehr aktiv. Neben den Rotaviren sind besonders die Noroviren bedeutsam, die in der Region Heilbronn momentan gehäuft auftreten. Weitere Trends bestehen glücklicherweise im Moment nicht.

Was geht in der Welt rum? In Singapur ist seit Wochen der Smog,bedingt durch Waldbrände in der Region, ein enormes Problem. Das betrifft im Besonderen Kleinkinder. Vor Reisen in den asiatischen Stadtstaat sollten sich Eltern aktuelle Informationen über die Belastungen einholen. Soweit möglich, sollten Kleinkinder solchen Belastungen nicht ausgesetzt werden.

Wann soll ich mich gegen Influenza impfen lassen?

Meist im September kommen die neuen Impfstoffe gegen Influenza (Grippe) auf den Markt. Aber, soll man sich dann sofort impfen lassen? Und auch die eigenen Kinder?

Das Problem bei den Impfungen gegen die Influenza besteht ja darin, dass sie zwar wirksam sind, aber nicht so gut wie beispielsweise Impfstoffe gegen Masern. Wir alle wünschen uns also dass die Grippeimpfung besser wäre. So erkranken manche Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene obwohl sie geimpft wurden. Andererseits erkranken manche nicht Geimpfte nicht. Das löst dann regelmäßig Diskussionen aus, die nicht sehr zielführend sind.

Zur Frage des schwindenden Impfschutzes hat sich eine Arbeitsgruppe um Jill M Ferdinands vom U.S. Department of Health and Human Services gebildet. In ihrer Studie untersuchten sie die Wirksamkeit der Impfung bei Personen ab 9 Jahren in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Impfung.

In ihrer Studie fanden die Forscher eine abnehmende Wirksamkeit der Grippeimpfung mit zunehmender Zeit nach der Impfung. Am besten war die Wirksamkeit der Impfung kurze Zeit nach der Impfung. Für das Influenza A-Virus (H3N2) und das B-Virus war die Wirksamkeit bereits nach einem Monat 7% niedriger. Für das Influenza A-Virus (H1N1) ging die Wirksamkeit in der gleichen Zeit um 6-11% zurück.

Wie bereits bekannt, ist es also sinnvoll sich kurz vor der erwarteten Grippesaison impfen zu lassen. Da die erste Grippewelle in aller Regel aber nicht vor Dezember stattfindet, scheint eine Impfung im später Oktober oder November die beste Strategie zu sein.

Sollten auch die eigenen Kinder geimpft werden? Die offiziellen Empfehlungen unterscheiden sich in vielen Ländern. In Deutschland wird die Impfung chronisch Kranken und alten Menschen empfohlen. Es ist jedoch erwiesen, dass die Grippe-Impfung gerade bei Kindern besonders gut wirksam ist. Das macht eine Impfung von Kindern und Jugendlichen trotz allem sinnvoll.

Eines ist jedenfalls sicher: Bei allen berechtigten Zweifeln, lohnt eine Influenza-Impfung. Auch wenn man nicht immer den idealen Impfzeitpunkt findet. Um die persönlichen Besonderheiten angemessen zu berücksichtigen, sollten Sie die Frage einer Impfung gegen die Grippe (Influenza) schon jetzt mit Ihrem Arzt besprechen.

Armut und mehr

Während in den USA ein Präsident lautstark twittert und Menschen verunglimpft, findet dort statt, was Fachleute „The Great Decoupling“ nennen: Breite Bevölkerungsgruppen werden vom Vermögenszuwachs des Landes abgekoppelt. Dazu gibt es prägnante Daten über die Trends der letzten drei Jahrzehnte:

  • Der Reichtum des obersten Prozents der US-Bevölkerung stieg um 21 Billionen Dollar
  • Das „Vermögen“ der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung ging um 900 Milliarden zurück

In den USA haben Milliardäre inzwischen wie George Soros und die Wald-Disney-Erben den Staat aufgefordert: Besteuert uns stärker!

Auch in Deutschland gibt es Armut. Von Armut spricht man hier, wenn ein Haushalt weniger als 60% des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Ein Beispiel: Wenn in einem deutschen Haushalt von zwei Erwachsenen und zwei Kindern netto weniger als 1926 Euro zur Verfügung stehen, sind diese beiden Kinder von Kinderarmut betroffen. In Deutschland gehören 19% aller Kinder in diese Gruppe. Nein, sie müssen nicht wie in vielen tropischen Ländern im Müll nach Essensresten suchen. Hunger ist bei uns nicht das Problem. Aber ihre Teilhabe im Alltag ist bedroht. Ausgaben für zu enge Turnschuhe oder ein Klassenausflug lassen sich nicht so einfach umsetzen, wie bei den anderen. Und der Druck, immer Klamotten einer angesagten Marke zu tragen ist enorm. Dem können Kinder in Armut nicht nachkommen. Sie sind bedroht, von der Gruppe ausgeschlossen zu werden, weil sie mit diesen Atributen nicht mithalten können.

Oft kommen mehrere Ursachen zusammen, die am Schluss in Armut münden. Und ist eine Familie dort angekommen, wird es schwer, diese Zone wieder zu verlassen. Viele der von Kinderarmut Betroffenen sind Kinder von Alleinerziehenden, meist Mütter. Deren Spagat, den Alltag zwischen finanzieller Sicherung der Kleinfamilie und dem Wohl des Kindes zu schaffen, ist eine maximale Herausforderung, der nicht alle Mütter oder Väter gewachsen sind.

Neben den sozialen Folgen hat die Kinderarmut auch klare Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder. Und auch da greifen viele ursächliche Umstände ineinander, angefangen von der häufig unausgewogenen Ernährung bis hin zu den schlechten Wohnverhältnissen.

Die Unterschiede zwischen arm und reich nehmen seit Jahren in fast allen Ländern zu. Das zeigt der Gini-Index auf, der die Daten für 157 Länder zusammenfasst: Je höher der Index (0 = keine Ungleichheit, 100 = maximale Ungleichheit) , umso ungünstiger ist die Verteilung des Reichtums. In den Tabellen ist in diesem Fall ein hinterer Platz günstig. So liegen die USA auf Platz 39, die Schweiz auf Platz 136, Deutschland auf dem günstigen Platz 144. Besser machen es noch Schweden (152) und am besten die Faröer Inseln (157).

Obwohl Deutschland eigentlich nicht schlecht dasteht, so sind es immerhin 2.5 Millionen Kinder, die hier von Sozialleistungen leben müssen. Das hat häufig Auswirkungen auf die Ernährung, wodurch Übergewicht besonders häufig vorkommt. Der soziale Druck führt auch häufiger zu Auffälligkeiten des ADHS und motorischer Defizite. Sogar die Zahl tödlicher Unfälle ist bei Kindern, die in Armut aufwachsen grösser.

Wir als Gesellschaft haben also eine ständige Aufgabe zu lösen, die teilweise durch Zuwendung von Geld stattfinden kann. Ebenso wichtig ist aber, dass wir im Alltag dazu beitragen, die oft ausgegrenzten Kinder wieder einzubeziehen. Das findet in kleinsten Handlungen und Gesten statt – oder halt nicht, wenn wir in diesen Situationen nicht sensibel sind.

Was geht rum? 21. September 2019

Heute ist Herbstanfang. Aber die letzten Tage waren noch sehr sommerlich mit angenehm hohen Temperaturen.

Da überrascht es auch nicht, dass nur wenige Infektionen auftreten. Die Erreger finden wenig Chancen, sich auszubreiten. Was noch bleibt sind MagenDarmInfektionen, die über das ganze Jahr zu beobachten waren. Ein Faktor ist wohl, dass die bei Kindern häufigen Rotaviren als Auslöser hierfür diesem Jahr doppelt so oft diagnostiziert wurden wie im letzten Jahr.

Untypisch für den September sind entzündliche Erkrankungen der Haut wie die Impetigo contagiosa, ausgelöst durch das Bakterium Staphylokokkus aureus. Diese finden bei den nich warmen Temperaturen gute Bedingungen, um die nässenden und juckenden Ausschläge zu entwickeln.

Was geht in der Welt rum? Lange Zeit schien es, dass die Masern in den USA bald ausgerottet sein würden. Doch in den letzten Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Der jetzige ist der größte seit dem Jahre 1992: In 31 Bundesstaaten sind 1.241 Menschen akut an Masern erkrankt. Besonders betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York.

Chikungunya: schmerzhafte tropische Infektion

In der kalten Jahreszeit sehnen sich so manche nach der Wärme der Tropen. Doch neben wärmender Sonne und mancher Heiterkeit, bieten die Tropen auch Krankheiten, die ein Risiko darstellen. In erster Linie natürlich die Malaria, über die wir im praxisblättle bereits berichtet hatten.

Verbreitung des Chikungunya-Fiebers weltweit. Foto: www.planet-wissen.de

Bei weitem nicht so gefährlich aber besonders stark verbreitet ist das Dengue-Fieber, das in den letzten 20 Jahren seinen Siegeszug um die Erde angetreten hat. Auch darüber konnten Sie im praxisblättle die wichtigsten Informationen finden. Das Chikungunya-Virus eifert inzwischen dem Dengue-Virus nach und setzt seinerseits dazu an, neue Landstrich zu befallen.

Tigermücke – Aedes aegypti. Sie ist Überträger von Gelbfieber, Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber. Ganz vereinzelt ist sie inzwischen auch in Südbaden anzutreffen – dann aber ohne die Beladung mit einem dieser Viren. Foto: pixabay, Wikilmages

Wie das Dengue-Virus und das Gelbfieber-Virus benutzt es hierzu die Aedes-Mücke – auch Tigermücke genannt – um den Erreger meist tagsüber auf den Menschen zu übertragen. Nach einer Inkubationszeit von meist drei Tagen bis einer Woche treten hohes Fieber auf, das bis zu einer Woche anhalten kann. Während dieser Zeit kommt es bei der Hälfte der Betroffenen zu einem masernähnlichen Ausschlag (makulopapulöses Exanthem).

Ausschlag bei Chikungunya-Fieber Foto: Pan American Health Organization

Die besonders typischen Muskel- und Gelenkschmerzen treten nach Abklingen des Fiebers auf und können Wochen bis Monate anhalten. Im Vordergrund stehen die Gelenkschmerzen, die höllisch sein sollen und vorwiegend die Arm- oder Beingelenke betreffen. Dieses Symptom tritt bei fast allen Erkrankten auf. Der komplizierte Name geht auf einen Stamm (Makonde) im Süden Tansanias zurück, wo dieses Wort soviel wie „der gekrümmt Gehende“ bedeutet – so gehend, wegen der starken Gelenkschmerzen.

Der bislang einzige Schutz ist der Mückenschutz, besonders tagsüber. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass in den kommenden Jahren ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Prof. Dr. Emil Reisinger und Kollegen aus Rostock und Wien haben kürzlich eine Publikation im Lancet veröffentlicht, in der sie bei gesunden freiwilligen Erwachsenen eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit ihres Impfstoffs nachweisen konnten. Bis dieser zur Verfügung steht, dürften jedoch noch Jahre vergehen.

Es gibt zwar in den Sommermonaten ganz vereinzelt die Tigermücke im Taubergießen, einem Naturschutzgebiet am Rhein das in der Nähe des Europaparks Rust beginnt. Es gab erste Fälle von Chikungunya im Jahre 2007 in Italien und zuletzt 2017 in Südfrankreich. Noch ist in Baden-Württemberg nichts zu befürchten. Der Klimawandel im Verbund mit dem regen Reiseverhalten könnten das in den nächsten Jahren aber ändern. Wie gesagt, die Tigermücke ist ab und zu schon mal da.

Allergie gegen Hausstaubmilben

Hausstaubmilben haben wenig Freunde in der Welt. Schon das Aussehen stößt bei Menschen auf wenig Gegenliebe, ihre acht Beine tun ein Übriges. Sie gehören zu den Spinnentieren und kommen in etwa 50 Arten vor.

Ursprünglich waren die Hausstaubmilben Mitbewohner von Vogelnestern. Inzwischen haben viele die Nähe zu den Menschen als angenehmer entdeckt. Dort gibt es neben den angenehmen Temperaturen (am besten um die 27 Grad Celsius) und der höheren Luftfeuchtigkeit auch genügend Nahrung. Die Hautschuppen sind zumindest für die Art Dermatophagoides pteronyssinus die Lieblingsspeise. In Deutsch übersetzt heißt der Name dieser Art übrigens schlicht: Hautfresser. Sie ist die wichtigste Milbe in unserem Hausstaub.

TAE Platts-Mills Foto: factor.niehs.nih.gov

Ihre Bedeutung in Bezug auf Allergien wurde 1978 durch Prof. Tom Platts-Mills erkannt, dem es gelang das erste Milbenallergen zu identifizieren. Damit war der Weg frei, um den von der Hausstaubmilben-Allergie betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie Erwachsenen gezielter helfen zu können.

Wesentlicher Bestandteil der Therapie ist seither die sog. Sanierung. Dabei werden für die Milben mithilfe eines Bündels von Maßnahmen schlechtere Lebensbedingungen geschaffen. Da Hausstaubmilben sehr zäh sind, überleben einige aber auch das. Die Anzahl der Spinnentierchen im Haushalt kann jedoch soweit gesenkt werden, dass vielen betroffenen Allergikern ohne Einnahme eines Medikaments die Beschwerden genommen werden.

Kürzlich kam von der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie (GPA) ein Elternratgeber zur Hausstaubmilbenallergie heraus, in dem die einzelnen Maßnahmen nochmals zusammengefasst sind.

Was geht rum? 14. September 2019

Der Schulanfang ist geschafft, die meisten Hefte und Stifte sind bereits im Einsatz. Es kann also losgehen. Zumindest dann, wenn ein Lehrer die Klasse betritt. Das ist bei allen schönen Neuerungen in der Bildungslandschaft ja das Problem: Es sind zu wenig Pädagogen da, die die spannenden Aufgaben mit unseren Kindern umsetzen können. Also, seid lieb zu Euren Lehrern! Es sind die einzigen,, die wir haben.

In den Schulen und Kindergärten werden nun auch die Krankheiten ausgetauscht, die unsere Kinder und Jugendlichen in den nächsten Wochen begleiten. Noch geht kaum was Neues rum: Es sind die Magen-Darm-Infektionen, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit und verschiedene kleine Infekte, die krank machen.

Wie bereits erwähnt, sollte jetzt über die Impfungen nachgedacht werden. Jetzt sind die meisten Kinder gesund und sie können problemlos Impfungen nachholen, die noch ausstehen. Ganz besonders wichtig: Keuchhusten, Meningokokken, Pneumokokken.

Was geht in der Welt rum? Aus Äthiopien wird ein Ausbruch von Chikungunya gemeldet. In der Region um Dire Dawa im Osten des Landes, nahe zur Grenze mit Djibouti sollen etwa 20.000 Menschen von dieser Viruserkrankung betroffen sein. Sie geht häufig mit Fieber einher wie eine Grippeerkrankung und zeichnet sich durch typische extrem starke Gelenkschmerzen aus. Übertragen wird sie von Mücken, weswegen ein konsequenter Mückenschutz sinnvoll ist.

Kinder mit Courage

Mal ein ganz anderes Thema. Wir Eltern ermuntern in der Regel unsere Kinder, sich eine eigene Meinung zu bilden. Zu dieser Überzeugung sollen sie auch stehen, selbst wenn widrige Umstände das nicht ganz einfach machen. Dafür gibt es das Wort Courage.

Da mutet eine Geschichte seltsam an, die von Lorenz Maroldt vom Checkpoint (Tagesspiegel) am 29. August 2019 aus Berlin berichtet wurde:

Eine echt krasse Geschichte hat Johanna Sprondel erlebt – ihr Sohn (12) meldete der Polizei, dass vor der Haustür fünf Jugendliche mehrere „Lidl“-Fahrräder demolierten und klauten. Zwischenergebnis: Kein Dank von niemandem, und „da er vor Angst, sie könnten ihn wiedererkennen, seit einer Woche kaum noch schläft, war‘s das mit Courage“. Und es kam noch schlimmer: Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren gegen ihren Sohn wegen „falscher Verdächtigung“ – offenbar hatten sich die fünf anderen abgesprochen. Jetzt teilten ihr die Ermittler mit: Das Verfahren wird eingestellt – nicht etwa wegen erwiesener Unschuld, sondern wegen Strafunmündigkeit. Immerhin meldete sich die Polizei doch noch und fragte nach der Vorgangsnummer: „Wir würden uns das gerne mal anschauen.“ Wir auch – der Checkpoint bleibt dran. 

Die Mutter des Jungen, Frau Sprondel, hat ebenfalls Courage und stellt sich in den sozialen Medien hinter ihren Sohn. Wenn schon staatliche Behörden keinen Mumm haben, so beruhigt es, dass Eltern ihn haben. Der 12-Jährige wird aus der Geschichte einiges lernen. Vermutlich wird er sich beim nächsten Mal aber gut überlegen, ob er zur erlebten Wahrheit steht. Keine gute Lernerfahrung. Hoffen wir, dass die Mutter den Ausgang der Geschichte noch wenden kann.

Vegetarische Ernährung: Was muss im Kindesalter beachtet werden?

Für die Großelterngeneration war das tägliche Stück Fleisch auf dem Teller Ausdruck von Luxus. Später wurde es zur Gewohnheit. In den letzten Jahren wird es zunehmend in Frage gestellt, nachdem verschiedene Studien den Einfluss von Nahrung auf die Gesundheit beschrieben haben.

Spezielle Ernährungsformen sind zuletzt immer bedeutender geworden. Das hat nicht nur Auswirkungen für die Menschen, die das für sich selbst umsetzen. Davon betroffen sind auch Menschen im näheren Umkreis, wie der Familie. Ob ein Erwachsener entscheidet sich vegan zu ernähren oder ob ein Kind vegan ernährt wird sind zwei komplett unterschiedliche Themen. Gut also, dass sich Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin gemeldet haben und sich wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Man geht davon aus, dass sich in Deutschland zur Zeit etwa 10% rein vegetarisch und etwa 1% der Menschen vegan ernähren.

Kritische Nährstoffe nach Kersting et al, 2018. Foto: Monatsschrift Kinderheilkunde

In der neuesten Ausgabe der Monatsschrift für Kinderheilkunde setzen sich Hermann Kalhoff, Thomas Lücke und Prof. Dr. Mathilde Kersting aus dem Forschungsdepartment Kinderernährung in Bochum mit dieser Frage auseinander. Sie weisen darauf hin, welche „kritischen Nährstoffe“ bei bestimmten Diäten in verminderter Form auftreten können. Das hat für einen Organismus im Wachstum enorme Bedeutung. Im Detail können Sie sich hier schlau machen.

Insgesamt kommen die Autoren zum Schluss, dass „überzeugende Argumente für gesundheitliche Vorteile vegetarischer Kostformen gegenüber den bewährten Standards der Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen…. bisher fehlen“. Sie empfehlen „je nach Strenge der Diät, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen“ und Beratung, um keine Risiken für die Entwicklung der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen einzugehen.