Chikungunya: schmerzhafte tropische Infektion

Kind, das an Chikungunya erkrankt ist. Foto: Pan American Health Organisation/ WHO

In der kalten Jahreszeit sehnen sich so manche nach der Wärme der Tropen. Doch neben wärmender Sonne und mancher Heiterkeit, bieten die Tropen auch Krankheiten, die ein Risiko darstellen. In erster Linie natürlich die Malaria, über die wir im praxisblättle bereits berichtet hatten.

Verbreitung des Chikungunya-Fiebers weltweit. Foto: www.planet-wissen.de

Bei weitem nicht so gefährlich aber besonders stark verbreitet ist das Dengue-Fieber, das in den letzten 20 Jahren seinen Siegeszug um die Erde angetreten hat. Auch darüber konnten Sie im praxisblättle die wichtigsten Informationen finden. Das Chikungunya-Virus eifert inzwischen dem Dengue-Virus nach und setzt seinerseits dazu an, neue Landstrich zu befallen.

Tigermücke – Aedes aegypti. Sie ist Überträger von Gelbfieber, Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber. Ganz vereinzelt ist sie inzwischen auch in Südbaden anzutreffen – dann aber ohne die Beladung mit einem dieser Viren. Foto: pixabay, Wikilmages

Wie das Dengue-Virus und das Gelbfieber-Virus benutzt es hierzu die Aedes-Mücke – auch Tigermücke genannt – um den Erreger meist tagsüber auf den Menschen zu übertragen. Nach einer Inkubationszeit von meist drei Tagen bis einer Woche treten hohes Fieber auf, das bis zu einer Woche anhalten kann. Während dieser Zeit kommt es bei der Hälfte der Betroffenen zu einem masernähnlichen Ausschlag (makulopapulöses Exanthem).

Ausschlag bei Chikungunya-Fieber Foto: Pan American Health Organization

Die besonders typischen Muskel- und Gelenkschmerzen treten nach Abklingen des Fiebers auf und können Wochen bis Monate anhalten. Im Vordergrund stehen die Gelenkschmerzen, die höllisch sein sollen und vorwiegend die Arm- oder Beingelenke betreffen. Dieses Symptom tritt bei fast allen Erkrankten auf. Der komplizierte Name geht auf einen Stamm (Makonde) im Süden Tansanias zurück, wo dieses Wort soviel wie „der gekrümmt Gehende“ bedeutet – so gehend, wegen der starken Gelenkschmerzen.

Der bislang einzige Schutz ist der Mückenschutz, besonders tagsüber. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass in den kommenden Jahren ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Prof. Dr. Emil Reisinger und Kollegen aus Rostock und Wien haben kürzlich eine Publikation im Lancet veröffentlicht, in der sie bei gesunden freiwilligen Erwachsenen eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit ihres Impfstoffs nachweisen konnten. Bis dieser zur Verfügung steht, dürften jedoch noch Jahre vergehen.

Es gibt zwar in den Sommermonaten ganz vereinzelt die Tigermücke im Taubergießen, einem Naturschutzgebiet am Rhein das in der Nähe des Europaparks Rust beginnt. Es gab erste Fälle von Chikungunya im Jahre 2007 in Italien und zuletzt 2017 in Südfrankreich. Noch ist in Baden-Württemberg nichts zu befürchten. Der Klimawandel im Verbund mit dem regen Reiseverhalten könnten das in den nächsten Jahren aber ändern. Wie gesagt, die Tigermücke ist ab und zu schon mal da.

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