Monat: Oktober 2019

TIPP staatliche Leistungen für Familien

Es war schon immer unübersichtlich, welche Leistungen jungen Familien eigentlich zustehen. Frau und Mann leben seit wenigen Wochen mit ihrem Neugeborenen zu dritt oder vielleicht auch schon zu viert zusammen. Da kann es sein, dass die Kosten für das Kind schneller steigen als das eigene Einkommen.

Hier kann staatliche Unterstützung helfen. Die möglichen Hilfen im Wirrwarr der Zuständigkeiten zu finden, ist oftmals aber nicht einfach.

Nun hat das Bundesministerium für Familie unter Franziska Giffey ein Checkheft für den Zugang zu verschiedenen Leistungen geschaffen. Im Internet kann man sich über die staatlichen Leistungen hier einfach informieren und je nach Interesse weiterklicken. Es geht um Themen wie:

  • Paarfamilien
  • Allein- oder Getrennterziehende
  • Kindergeld
  • Kiz- der Kinderzuschlag zum Kindergeld
  • Leistungen für Bildung und Teilhabe
  • Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
  • Unterhaltsvorschuss und steuerlicher Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Kinderbetreuung

Einfach mal reingucken. Es lohnt sich!

Bedrohtes Trinkwasser

Wasser ist vermutlich das wertvollste Gut auf unserem Planeten. Das ist uns fast nie so recht bewusst – außer wir haben gerade keins dabei.

Und die Wasserqualität ist eine wichtige Grundlage für die Ernährung. Das gilt insbesondere für Säuglinge. Selbst unser so gutes Trinkwasser in Deutschland, ist für Säuglinge meist nicht geeignet. Das liegt sehr oft daran, dass die Belastung durch Nitrat zu hoch ist. Und die beruht auf der Düngung der Felder mit Fäkalien.

Dieses leidige Thema wird seit Jahren von der Europäischen Union gegenüber Deutschland angemahnt. Immerhin haben wir viele Biogasanlagen, die im Prinzip Gülle von Schweinen oder Rindern gut verarbeiten und in Energie verwandeln könnten. Aber: Der Biogas-Ertrag (mit 50-60% Methananteil) von Rindergülle liegt pro Tonne bei 25 m3, während er bei der gleichen Menge an Maissilage bei 202 m3 liegt. Deswegen wird Gülle nur in geringem Umfang zur Biogaserzeugung genutzt. Es wäre also eine klare Hausaufgabe für die Politik, hier entsprechende Anreize zu setzen. Aber eben auch ein Gebiet, wo man als Politiker vermutlich nur Minuspunkte sammelt. Vielleicht sollte man sich wieder eines Konrad Adenauers besinnen: Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernstgenommen.

Nitratgehalt im Wasser Foto: https://de.statista.com/infografik/19153/messstellen-mit-zu-hoher-nitratbelastung-im-grundwasser-in-deutschland/

In Deutschland haben wir eine sehr gute Wasserqualität. Aber auch die ist bedroht. Es hört sich schön an, wenn die Politik viel Geld für das Klima und die Umwelt in die Hand nimmt. Die Frage ist nur, was ist die Idee vom Ganzen? Was soll am Schluss erreicht werden? Abgesehen davon, es ist ohnehin immer unser Geld. Da wär’s schon ganz nett, man wüsste außer einer Summe auch ein Ziel und einen Zeitplan. Zumindest von außen betrachtet, sollte das nicht allzu schwierig sein, die Güllebelastung zugunsten der Ernährung zu senken. Und uns wieder Frühlingstage mit zarten Gerüchen zu bescheren.

Was geht rum? 26. Oktober 2019

Immer wieder Magen-Darm-Infektionen. Sie treten übers ganze Jahr auf, mit verschieden starken Ausbrüchen an verschiedenen Orten durch unterschiedliche Erreger. Nachdem die Rotaviren – jahreszeitlich typische – eher selten auffallen, kam es bei den Noroviren zu Ausbrüchen in zwei Kindergärten von Baden-Württemberg. Diesem Erreger im Alltag auszuweichen ist fast unmöglich. Wenn ein Ausbruch aber bekannt ist, kann sofortige pingelige Hygiene seine weitere, immer rasche Ausbreitung verhindern.

Was die Atemwegserkrankungen betrifft, gibt es nur gutes zu vermelden. Über den Oktober traten nur wenige Erkrankungen auf. Bald ist jedoch November, und dann ändert sich das häufig. Gerade mit Krupphusten – der bereits in wenigen Fällen auftrat – muss dann vermehrt gerechnet werden.

Was geht in der Welt rum? Es ist wieder einmal das DengueFieber, das in vielen Ländern die Menschen plagt. Neben Urlaubsdestinationen wie der Dominikanischen Republik (11.300 Erkrankungen in diesem Jahr), den Marshallinseln (131 Erkrankungen) und den USA (9 Erkrankungen) sind besonders Bangladesch (über 93.000 Erkrankungen), Pakistan (30.000) und Nepal (9000) betroffen.

Gutes Klima für unsere Kinder

Das Klima ist endlich zu einem der wichtigsten Themen in der Politik geworden. Zumindest in unserem Land. Die wissenschaftlichen Beobachtungen der letzten Jahre geben Anlass zu größter Sorge. Viele Daten belegen, dass wir Raubbau mit unserem Planeten betreiben. Die einzelnen Werte beleuchten das von verschiedenen Seiten. Wir müssen sie als Mosaiksteine betrachten. Dann kann am Gesamtbild kein Zweifel bestehen.

  • CO2-Anstieg. 
  • Temperaturanstieg der Luft
  • Temperaturanstieg in den Meeren
  • Abschmelzen der Gletscher
  • Abschmelzen des Pol-Eises 

Der Raubbau hat sich bereits verselbstständig. Selbst wenn alle Menschen heute einsichtig wären und ihr Verhalten schlagartig ändern würden: Bis wir dahin kommen, wo wie vor wenigen Jahrzehnten noch standen, würde es noch viele Jahrzehnte dauern. Da wir das bis jetzt nicht tun und beispielsweise in Brasilien die Feuer den Urwald im Amazonasbecken großflächig zerstören, wird sich das Tempo der beginnenden Zerstörung der Urwälder nicht verändern.

Der Wald ist wichtig. Für die Seele des Menschen und für die Gesundheit der Natur. Bäume vermögen das Klimagift CO2 unter Mitwirkung der Sonne in Sauerstoff zu verwandeln. Das haben wir im Biologieunterricht gelernt. Alte und gesunde Buchen produzieren beispielsweise 11.000 Liter Sauerstoff am Tag. Damit ist der Tagesbedarf von 26 Menschen gedeckt.

Als Eltern kümmern wir uns um unsere Kinder. Zuerst geben wir ihnen unsere Liebe. Aber wir verwöhnen sie auch mit einem Vanilleeis, einem Fahrrad oder einem Smartphone. Da sollte uns auch dran gelegen sein, dass sie an allem auch noch in Jahrzehnten viel Freude haben.

Wir müssen sie auch auf anderer Ebene unterstützen. Eine Greta Thunberg ist zum großen Symbol geworden. Jeder Politiker und Medienprofi, der etwas auf sich hält empfängt sie. Darum aber geht es nicht. Viele dieser prominenten Menschen hätten genügend Kontakte (network), politische Macht oder auch Geld um etwas zu bewegen. Leider ist jedoch mediale Wirksamkeit heute so wichtig und der ursprüngliche Gedanke der „Friday-for-Furture“-Bewegung wird zunehmend verwässert. In letzter Zeit scheint die Show wichtiger als das Klima. Wir Älteren sollten uns schämen, dass wir bisher so wenig getan haben. Und uns hurtig ans Werk machen. Jeder, so gut er kann. Als gutes Beispiel im Alltag für unsere Kinder.

Jede einzelne Tat ist wichtiger als die großen Reden sprachlich begabter Menschen.

Manchmal voller Zucker: Milch-Getreide-Breie

Wieder hat sich die Stiftung Warentest einem Thema gewidmet, das für den Alltag von Eltern enorm wichtig ist: dem Milch-Getreide-Brei. Wie bereits im praxisblättle mehrfach erwähnt, sind gerade diese Breie besonders stark gesüßt. Das ist nicht günstig für die Ernährung des Säuglings.

Warentest fand nur drei Milch-Getreide-Breie, in denen wenig Fruchtzusätze und Zucker vorkamen. Diese sind im Folgenden aufgeführt:

Name Note Preis/ 100g Getreideart
Hipp Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks 1.9 0,79 € Weizen, Mais als Pulver
dm Babylove Bio Milchbrei Gries 2.1 0,48 € Hartweizen als Pulver
Alnatura Abendbrei Gries pur 2.4 0,52 € Weizen im Glas

Dies ist nur eine sehr knappe Übersicht. Es lohnt, wenn Eltern den gesamten Test (TEST-Heft aus dem September 2019) studieren, der über viele weitere wichtige Details informiert.

Was geht rum? 19. Oktober 2019

Der Herbst zeigt uns mit seinen bunten Farben den Übergang in den Winter. Eine gute Zeit, um die Notfallmedikamente zuhause nochmals zu sichten. Schnupfen ist nicht unbedingt ein Notfall. Aber wenn die Nase eines Säuglings so verlegt ist, dass er nicht mehr gestillt werden kann vielleicht schon. Die Medikamente sind also nur für unvorhersehbare dramatische Momente gedacht. Im Folgenden sind die häufigsten aufgeführt:

  • Paracetamol oder Ibuprofen. Für starke Schmerzen wie zum Beispiel Ohrschmerzen. Nebenbei erzielen diese Medikamente auch Wirkung gegen Fieber.
  • abschwellende Nasentropfen (Olynth®, Otriven© u.a.)
  • Cortison (Rectodelt©, Klismacort®) für Kinder, bei denen eine Neigung zu Krupphusten besteht
  • Salbutamol – als Dosieraerosol, Pulver oder Feuchtinhalat – bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale.

Das ist nebenbei auch eine gute Gelegenheit, um abgelaufene Arzneimittel im heimischen Medikamentenschrank auszutauschen.

Die Windpocken sind weiterhin eine bedeutende Erkrankung für Kinder und Jugendliche. Allein in der letzten Woche sind in Baden-Württemberg 100 Fälle gemeldet worden. Und wie das bei so extrem ansteckenden Krankheiten so ist, sind die Fälle gehäuft: in den Regionen Heidelberg, Freiburg und Lörrach. Gar nicht betroffen – das ist die wunderbare Kehrseite dieser Medaille – sind Konstanz, Freudenstadt und Böblingen. Was die Windpocken auszeichnet, können Sie hier nochmal nachlesen.

Häufiger kommen natürlich die Atemwegserkrankungen vor. Zumeist sind es Racheninfekte (Pharyngitis), deutlich seltener Krupphusten oder obstruktive Bronchitis. Bei den Racheninfekten reichen oft Bonbons gegen den Reizhusten, wenn Kinder alt genug sind. Bei den Kleinkindern lindert ein Löffel Honig. Allen hilft, wenn es in der Wohnung nicht allzu warm ist: 20 bis 22 Grad lassen noch eine befriedigende Menge Feuchtigkeit in der Luft. Nebenbei spart nicht nur der Schwabe Heizkosten – und schont sogar die Umwelt.

Manche Kinder sind regional mit Halsschmerzen, geröteten Augen und leichtem Durchfall erkrankt. Das würde zu einer Erkrankung mit Adenoviren passen. Da diese häufig recht ansteckend sind, sollte in den ersten Tagen der Kontakt zu sehr kleinen Kindern oder gefährdeten Kindern (z. B. mit Herzfehler) gemieden werden.

Was geht in der Welt rum? In den USA ist das DengueFieber inzwischen auch angekommen. In Florida sind in diesem Jahr 9 Personen daran erkrankt. Besonders betroffen ist die Region um Miami. Mückenschutz ist die wichtigste Maßnahme.

ADHS: Risiko im Straßenverkehr

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) hat für viele Familien im Alltag eine enorme Bedeutung. Eltern von ADHS-Kindern und -Jugendlichen wird im Alltag Einfühlungsvermögen, Geduld und auch Zeit abverlangt, wenn sie ihrem Kind gerecht werden wollen. Und fast immer bleibt bei ihnen das Gefühl zurück, zu versagen und den vielfältigen Anforderung nicht gerecht werden zu können.

Aber enorm viele Eltern machen es richtig gut. Obwohl sie mit sich selbst nicht zufrieden sind. Perfekte Eltern gibt es zum Glück nicht, auch nicht bei Kindern, die vom ADHS betroffen sind. Diese meist gute Betreuung zuhause ist enorm wichtig. Zunächst, weil sich die betroffenen Kinder dann auch angenommen und geliebt spüren. Und weil sie mit diesem Gefühl und den erlebten Erfolgen viele weitere Herausforderungen angehen und damit Fortschritte erzielen können.

Das ist wichtig. Mangelnde Konzentration und eingeschränkte Impulskontrolle können durchaus Folgen haben, wie eine neue Studie zeigt. Dabei wurde das Verhalten nach Erwerb des Führerscheins von ADHS-Jugendlichen mit dem einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forschungsgruppe aus Philadelphia (USA) um Allison E Curry konnte dabei die Daten von 14.936 Jugendlichen (Geburtsjahrgänge 1987 – 1997) mit den Daten der Verkehrsüberwachung des Bundesstaates New Jersey abgleichen. Dabei zeigte sich, dass die Unfallraten bei ADHS-Jugendlichen und -Heranwachsenden gegenüber nicht Betroffenen um 62% höher lagen. Besonders auffallend war, dass das Risiko für alkoholbedingte Unfälle mehr als verdoppelt (OR 2.1) war.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Schwierigkeiten bei ADHS weit über den schulischen Erfolg oder Misserfolg hinaus reichen. Noch gibt es keine offiziellen Empfehlungen. Aber es macht mit diesem Hintergrundwissen Sinn, das Verhalten im Straßenverkehr früh zu üben. Das fängst schon vor der beliebten Fahrradprüfung in der Grundschule an.

Lichen sclerosus

Der Name Lichen sclerosus ist etwas schwerfällig. So nennt sich eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die ganz überwiegend die Genitalregion betrifft. Übersetzt aus dem griechischen heißt der Begriff harte Flechte, was die Hauterkrankung ganz gut beschreibt.

Nicht-genitaler Lichen sclerosus bei einem älteren Menschen. Foto: www.diseaseshows.com

Der Lichen sclerosus kommt im Kindesalter deutlich häufiger vor als gedacht. Er zeigt sich im Genitalbereich durch eine weitgehend scharf begrenzte Entzündung der Haut, die leicht perlmuttartig glänzt, sich trocken anfühlt und diskret gerötet ist. Bei Mädchen kommt sie häufiger vor und betrifft meist die Dammregion (Perinaeum), von wo sich der Ausschlag sowohl zum After hin aber noch mehr zu den Schamlippen bis hin zur Klitoris ausbreiten kann. Die betroffene Haut schrumpft etwas, was im weiteren Verlauf zu Narben führen kann. Das kommt bei Kindern sehr selten vor. Das bedeutendste Symptom ist hier der Juckreiz, wodurch Kinder immer wieder in die Genitalregion fassen oder auf dem Hintern herumrutschen. Für einen erfahrenen Kinder- und Jugendarzt ist die Diagnose nicht schwierig, wenn er auf dieses Symptom hingewiesen wird.

Auch Jungen sind davon betroffen. Bei ist meist die Vorhaut des Penis (Präputium) und die Eichel betroffen. Dadurch, dass sich die entzündete Haut des Lichen sclerosus zusammenzieht, entsteht bei Jungen häufig eine Phimose, also eine Vorhautverengung.

Die Ursache des Lichen sclerosus ist unbekannt. Das verstärkte familiäre Vorkommen weist auf eine genetische Mitverursachung hin. Die immunologischen Veränderungen wiederum zeigen, dass der Erkrankung vermutlich ein Autoimmun-Mechanismus zugrunde liegt. Inwieweit falsche Hautpflege ein weiterer Faktor ist, ist unbekannt. Da die Genitalregion mit großer Scham belegt ist, ist es oftmals üblich, viel Seife dort anzuwenden. Davon kann in jedem Fall nur abgeraten werden. Auch die massenhafte Anwendung von Salben aller Art sind sicherlich nicht als günstig anzusehen.

Die Therapie erfolgt mit im Kindesalter zumeist mit einer Cortison-haltigen Creme. Dabei ist Erfahrung notwendig, um unter den Hunderten von Cortison-Präparaten das passende auszuwählen. Auch die Art der Anwendung und insbesondere die Dauer muss individuell angepasst werden.

Der Verlauf des Lichen sclerosus kann durchaus über viele Monate gehen und mühsam sein. Im Kindesalter – gerade zur Pubertät hin – heilt die Hauterkrankung glücklicherweise meistens aus.

Was geht rum? 12. Oktober 2019

Noch werden Kinder und Jugendliche von wenigen Infekten geplagt. Die häufigsten sind Racheninfekte mit trockenem Husten, manchmal begleitet von leichtem Fieber.

Aber es zeigen sich auch die ersten Herbstboten: Erkrankungen an Krupphusten. Diese Infektion betrifft eine Entzündung etwas unterhalb der Stimmbänder. Dadurch kommt es zu einer mehr oder weniger deutlichen Behinderung der Einatmung sowie einer Heiserkeit. Weitere Details zum Krupphusten, der vorwiegend im Herbst und Frühling auftritt, können Sie hier finden.

Was geht in der Welt rum? In Europa werden immer mehr Infektionen am WestNilFieber bekannt. Vor zwei Wochen kam es zur ersten Erkrankung überhaupt in Deutschland. Länder im Mittelmeerraum sind seit Jahren betroffen. Griechenland hat inzwischen bereits 10 Jahre mit dem Virus zu kämpfen. In diesem Jahr sind bislang 215 Menschen erkrankt, von denen 27 verstarben. Mückenschutz ist die einzige vorbeugende Maßnahme.

Tödliches Risiko für Erkrankungen mit Meningokokken

Besonders im ersten Lebensjahr finden viele Impfungen statt. Das geht darauf zurück, dass wir KinderärztInnen dem kindlichen Organismus Informationen geben wollen, die er noch nicht hat bzw. haben kann.

Das gesund geborene Kind hat beispielsweise noch nie Kontakt zu Meningokokken gehabt. Diese Bakterien können zu schwersten Erkrankungen führen. Mit einer Impfung lässt sich ein großer Teil verhindern. Die Information, die eine Impfung vermittelt regt den kindlichen Körper an, Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden, um bei Kontakt mit dieser Erkrankung gewappnet zu sein.

Aber wie hoch ist das Risiko einer Meningokokkeninfektion?

Kürzlich sind die neuesten Daten für das Jahr 2018 im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch veröffentlicht worden. Daraus geht hervor, dass 295 Menschen – vorwiegend Kinder und Jugendliche – im letzten Jahr mit Meningokokken erkrankt sind. Von diesen starben 34 Kinder, also knapp 12% (im Vorjahr 23 Kinder). Bei 237 Kinder und Jugendlichen konnte der Erreger ermittelt werden. In 139 Fällen (59%) waren es Meningokokken der Serogruppe B.

Über die letzten Jahrzehnte sind die Erkrankungen durch Meningokokken insgesamt spürbar zurückgegangen. Für die Kinder bis 11 Jahre beispielsweise trat im Jahr 2018 noch eine einzige Infektion mit Meningokokken C auf – im Jahr 2006 waren es noch 48 Erkrankungen gewesen. Das geht vermutlich im Wesentlichen auf die Impfung gegen Meningokokken C zurück, die bereits seit 13 Jahren von der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, Berlin) empfohlen wird.

Bei den Meningokokken der Gruppe B waren es im letzten Jahr noch 36 Erkrankungen gegenüber 109 Erkrankungen im Jahr 2006. Dieser Typ B der Meningokokken kommt in unseren Breiten schon immer häufiger vor als die anderen und betrifft in vielen Fällen bereits junge Säuglinge.

Wer sich durch weitere Datenberge über die Impfungen durcharbeiten möchte, kann hier den Link zum Infektionsepidemiologischen Jahrbuch 2018 öffnen.