peter
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Kinder- und Jugendarzt

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Was geht rum? 16. November 2019

Die Atemwegsinfekte werden in den kommenden Monaten Kinder und Jugendliche besonders häufig ans Bett fesseln. Bereits seit Oktober sind sie deutlich klar häufiger aufgetreten, liegen aber im Vergleich zu den letzten beiden Jahren auf gleichem Niveau.

Welche und wie viele Personen haben den Arzt wegen Atemwegsinfektionen aufgesucht? Das gibt diese Graphik unterteilt nach Altersgruppen für die letzten Wochen wider. Foto: AG Influenza

Das zeigt auch diese graphische Darstellung. Ganz häufig suchen Eltern mit bis zu 4-jährigen Kindern (hellgrüne Kurve) die Praxis auf. Diese jungen Kinder haben noch nicht viele Abwehrstoffe gegen die verschiedenen Infektionen, sind also im Infektalter. Sie nehmen alles mit was sich bietet und werden bis zu 12 Mal im Jahr krank, ohne dass diese Zahl auf eine Immunstörung hinweisen müsste.

Durchfallserkrankungen gibt es ganzjährig. Die Rotaviren sind für Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg kaum mehr bedeutsam. Dafür gibt es zahlreiche Ausbrüche mit Noroviren in Kindergärten, besonders in der Region Offenburg. In einer Einrichtung sind 17 Personen betroffen, was die enorme Ansteckung belegt.

Im Kreis Ravensburg gehen gerade die Windpocken herum. Aus der letzten Woche sind 19 Fälle gemeldet worden.

Was geht in der Welt rum? Nicht nur Infektionskrankheiten stellen eine Belastung für Fernreisende dar. Immer öfter werden in den immer grösser werdenden Metropolen der Erde Luftbelastungen zum Risiko. Momentan ist Neu Delhi in Indien ganz besonders betroffen. Neben dem bekannten Stadtverkehr sorgt das Abbrennen von Ernteresten in Regionen um die Stadt für erheblich Feinstaubbelastungen. Diese stellen für Kleinkinder und alte Menschen ein erhebliches Risiko dar. Solche Personen sollten die Stadt im Moment komplett vermeiden.

Entsorgung von Medikamenten

Die Frage taucht in der Praxis täglich auf: Wohin mit den abgelaufenen Arzneimitteln oder den übrig gebliebenen Medikamenten nach einer Erkrankung? Eines ist klar: nicht in die Kanalisation. Denn dort müssten diese chemischen Substanzen mühsam dem Wasser wieder entzogen werden, was nur mit hohem Aufwand funktioniert. Wenn das nicht gelingt, stellen sie ein Risiko für die Qualität des Trinkwassers dar.

Es gibt eine Reihe von Substanzen, die – übers Trinkwasser verbreitet – hormonaktiv sind oder werden können. Der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat hierzu eine Zusammenfassung unter dem Titel „Hormonaktive Substanzen im Wasser“ erstellt. Erschreckend.

Welche Möglichkeiten es gibt, gute Wasserqualität sicherzustellen und was das kostet, dazu nimmt ein Papier Stellung, das der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. in Auftrag gegeben hat.

Wie man regional am besten entsorgt, dazu gibt diese Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Hinweise.

 

 

Cortison bei akutem Krupphusten?

Der Krupphusten, das war in den letzten Wochen bereits bei „Was geht rum“ zu lesen, ist eine Erkrankung, die sich oft in den Frühjahrs- und Herbstmonaten März bzw. November zeigt. Das heimtückische an dieser Krankheit ist, dass sie sich nicht langsam anmeldet, sondern häufig von einer auf die andere Minute mit bellendem Husten, Atemnot und Halsschmerz ein Kind überfällt. Schwere Notfälle sind selten, kommen aber vor. In jedem Fall ist das Auftreten des Krupphustens für das Kind und seine Eltern besorgniserregend.

Die akute Atemnot zwingt Eltern in vielen Fällen zum schnellen Handeln. Was können Sie tun?

  • Ruhe bewahren. Das ist die erste und schwierigste Aufgabe. Denn nicht nur die Eltern haben Angst, auch das Kind. Und es ist zunächst wichtig dem Kind zu zeigen, dass die eigenen Eltern das Problem im Griff haben. Dann geht alles schon besser, denn die Eltern helfen immer am besten. Das weiß ein Kind. Also auch wenns extrem schwerfällt: Ruhe bewahren.
  • Feuchte und gute Luft anbieten. Das geht am schnellsten, wenn Eltern das Kind in dicke Decken einwickeln und mit ihm auf dem Arm nach draußen gehen und dort das Kind unterhalten: mit dem Kind über den Sternenhimmel oder andere nette Dinge reden. Alternativ kann man auch im Bad einen kräftigen Dampf erzeugen (Duschbrause aufdrehen), sich auf eine kuschelige Decke setzen und Kinderbücher ansehen.
  • Gute Atmosphäre schaffen. Ablenkung ist wichtig. Das Kind atmet schlecht, das ist klar, also sollte das nicht lange beredet werden. Getränke anbieten, an schöne Tageserlebnisse erinnern. Oftmals bessert sich darunter die Atemnot schon nach 10 – 20 Minuten. Also, eine gewisse Geduld ist auch wichtig.
  • Sollten diese Maßnahmen keine Besserung bringen, ist Cortison die einfachste Maßnahme, die schnell und effektiv eingesetzt werden kann. Dabei kann es sein, dass die Wirkung verzögert eintritt. Fünf Minuten sind es sicher, es können aber auch 20 Minuten sein. Deswegen sollten Eltern Cortison-Ängste zurückstellen – aber das wird Eltern in der Situation schnell bewusst.

Erst kürzlich hat eine Forschergruppe um CM Parker und MN Cooper aus Australien in einer Studie belegt, dass das Cortison Prednisolon (z.B. in Rectodelt©) dem Dexamathason (z.B. in Fortecortin©) gleichwertig sind. Das gibt erstmals eine wissenschaftlich sichere Grundlage für die Anwendung von Prednisolon.

In der Praxis bzw. Kliniken stehen noch weitere Therapien (spezielle Inhalationen, Medikamente per Infusion) zur Verfügung, die in aller Regel für zuhause nicht praktikabel sind.

Wenn Eltern wegen des Krupphustens in Sorge sind, so sollten sie erst die o.g. Maßnahmen durchführen und dann einen Kinder- und Jugendarzt kontaktieren. Gerade auch beim Krupphusten kann die Telemedizin sehr hilfreich sein, wenn die betreffende Ärztin/ Arzt hört, wie das Kind atmet. Dann kann sie/er die Situation besser einschätzen und die Eltern umgehend beraten, was zu tun ist.

Wenn ein Kind bereits einen Krupphusten hinter sich hat, sind folgende vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll:

  • Vorhalten eines Notfallmedikaments nach Absprache mit der Kinderärztin / Kinderarzt
  • Notfall-Telefonnummern (Kinderärztin / Kinderarzt; Notfalldienst; Telemedizin) ins Haustelefon einprogrammieren bzw. als Notiz ans schwarze Brett
  • Babysitter instruieren, was bei einem möglich nächsten Kruppanfall zu machen ist.

Was geht rum? 09. November 2019

Die Atemwegsinfekte bleiben für die Kinder und Jugendlichen im Ländle die wichtigsten Infektionen im Moment. Das Spektrum reicht von den einfachen Racheninfekten (Pharyngitis) – die glücklicherweise immer im Vordergrund stehen – bis hin zu Lungenentzündungen.

Dazwischen kommen Erkrankungen mit Krupphusten bei den Klein- und Schulkindern, die häufig beängstigend sind. Davon sind mehr Kinder betroffen als noch letzte Woche. In zwei Tagen, am Montag Morgen, finden Sie hier im praxisblättle weitere Informationen hierzu.

Weiterhin ist das Norovirus unterwegs. Von einem Ausbruch mit mehreren Erkrankungen sind 3 Kindertagesstätten in Baden-Württemberg betroffen.

Was geht in der Welt rum? In Nigeria gibt es in einigen Bundesstaaten Ausbrüche von Gelbfieber. Landesweit wurden über 2800 Verdachtsfälle gemeldet. Dabei erstaunt, dass nur 87 Todesfälle registriert wurden, da in aller Regel die Sterblichkeit bei 10-20% (Robert-Koch-Institut, Berlin) liegt. Für viele tropische Länder besteht eine Impfpflicht für Personen ab 9 Monate Lebensalter. Diese Impfpflicht ist medizinisch bestens begründet, wie man an diesen Zahlen nochmals ersehen kann.

…immer mehr Übergewicht

Zumindest in den reichen Ländern der Welt wird soviel über Ernährung gesprochen wie noch nie. Und dennoch: Es gab weltweit noch nie so viele Extreme beim Körpergewicht von Kindern und Jugendlichen wie gerade heute.

Der Zeitgeist bei uns beschäftigt sich mit Diäten aller Art, manche haben fast einen religiösen Charakter. Vegetarisch zu essen ist lange verankert, vegan ist für viele hippe Menschen schon fast Pflicht. Ganz im Trend ist SuperFood, wobei dessen Zusammensetzung dadurch auffällt, dass die meisten Nahrungsmittel echte Exoten sind: Gojibeeren, Hanf, Chiasamen, Matcha … eben all das, was erst mühsam mit dem Flugzeug herbeigeschafft wurde. Ist da nicht auch eine Klimadebatte?

Auch wenn die Debatte über gesunde Ernährung uns medial gut unterhält, sind es weltweit drei Probleme, die unsere Kinder betreffen – der „triple burden of malnutrition„, wie es die UNICEF zusammenfasst:

  • Unterernährung
  • versteckter Hunger
  • Übergewicht

Oder anderes zusammengefasst. Kinder und Jugendliche bekommen weltweit gesehen oft entweder zu wenig Nahrung (die sie bräuchten) oder zuviel an Nahrung (die sie nicht brauchen).

Problem Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Ländern. Foto: Economist

In allen Ländern, auch in den ärmeren (!), ist Übergewicht ein zunehmend wichtiges Problem. Seit den 1970’ger Jahren hat sich die Zahl der Übergewichtigen in der Altersgruppe 10 bis 19 Jahren zumindest verzehnfacht. In den ärmeren Ländern sind die Kinder aus den wohlhabenderen Familien davon betroffen, in den reicheren Ländern tendenziell eher die Kinder aus ärmeren Familien.

Für die USA ist es so, dass nahezu 20% der Jugendlichen aus ärmeren Familien übergewichtig sind, während es in den bessergestellten Familien nur 10% sind.

Ernährungszustand der Kinder unter 5 Jahren weltweit: STUNTING (zurückgebliebene Entwicklung), WASTING (Auszehrung) OVERWEIGHT (Übergewicht) Foto: UNICEF, SOWC-2019.pdf

Aber es sind nicht nur die Jugendlichen betroffen. Auch bei den unter 5 Jahre alten Kindern nimmt Übergewicht erschreckend zu. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der übergewichtigen Kinder unter 5 Jahre um 44% zugenommen. Die Trends zeigen an, dass sich über die nächsten 10 Jahre keine Besserung einstellen dürfte.

Vermutlich ist es sinnvoll, die Ernährung unsere Kinder und Jugendlichen von Seiten der Eltern  entspannter anzugehen. Dabei sollten – außer bei bestimmten Krankheitsbildern – die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt stehen. Verweigert ein Kind, den Teller leer zu essen – okay! Versuche, es zu überreden sind nicht hilfreich. Das wissen wir aus den eigenen Kindheitserinnerungen. Ebenso wenig erfolgreich ist es Kinder auf vermeintlich „gesunde“ Nahrung hinzuweisen. Wie immer: das gute Vorbild zählt. Wenn ein Baby beim Essen wenig gestört wird, wird es vermutlich auch später beim Essen gelassen sein. Und klar, den Hamburger werden alle irgendwann essen wollen. Sollen sie doch. Aber wir Eltern sollten uns nicht bei den Kindern einschmeicheln und sie zu den Fast-Food-Kett hinführen.

Wie gesagt. Das Vorbild zählt. Und ist bei der verwirrenden Vielfalt und der medialen Berieselung (inklusive Werbung!) in der Bedeutung langfristig nicht zu unterschätzen.

Nuss-Allergien bei Kinder immer häufiger

Wenn das Thema Allergie es bis in die Schlagzeilen des Economist schafft, dann ist offensichtlich was los. The Economist ist eine sehr seriöse britische Wochenzeitung mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Politik. Es kommt also selten vor, dass sie sich um ein medizinisches Thema kümmert.

Entwicklung von Allergien gegen Nüsse im Kindesalter. LINKS Notaufnahmen in US-Kliniken wegen allergischer Reaktion RECHTS Darstellung der Häufigkeit von Erdnussallergien in Prozent des Geburtsjahrgangs. Foto: The Economist

Wie die Grafik (links) zeigt nehmen schwere allergische Reaktionen („Anaphylaxie„) gegen Nahrungsmittel wie Milch oder Ei in den USA seit etwa 15 Jahren nur langsam zu. Demgegenüber steigt die Zahl der Notfälle mit Atemnot und Hautschwellungen seit 10 Jahren für viele Nüsse dramatisch an.

Für Deutschland stellt sich die Situation – noch? – anders dar. Hier ist die Erdnuss nur teilweise im Ernährungsplan angekommen und die Allergien gegen dieses Allergen sind vergleichsweise gering, wenn man die Häufigkeiten mit denen der USA oder Israel vergleicht. Aber auch bei uns zeigt sich ein Trend zu häufigeren Allergien gegen Nuss-Allergene.

Fast zeitgleich kam von der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie (GPA) ein Elternratgeber zu den Baumnussallergien heraus. Darin sind die momentan wichtigsten Informationen für Kinder und Jugendliche in Deutschland übersichtlich zusammengefasst.

Bald gibt es vielleicht neue Möglichkeiten der Behandlung. In den USA zeigte die Studie eines neuen Typs einer oralen Hyposensibilisierung, dass Betroffene bereits nach einer 6-monatigen Therapie mit AR101 (Palforzia©) – so heißt die Therapie – mehrheitlich 600 mg Erdnussallergen vertragen. Das sind immerhin zwei Nüsse pro Tag – eine ganze Menge für jemanden, der zuvor schon bei Geruch von Erdnuss erste Symptome durchmachte. In den USA erwartet man die Zulassung für Anfang kommenden Jahres.

Was geht rum? 02. November 2019

Seit der letzten Woche beginnt regional eine erste Infektwelle. Kinder und Jugendliche erkranken hierbei mit Atemwegssymptomen (Husten, Schnupfen), die lange anhalten und auch von Fieber begleitet werden können. In vielen Fällen kommt es auch zu einer Lungenentzündung. Als Erreger konnten mehrfach sog. Mykoplasmen identifiziert werden. Solche Infektionen können in der Regel vom Immunsystem besiegt werden. Eine antibiotische Therapie ist sinnvoll und möglich, wenn der Verlauf kompliziert ist. Verläufe von zwei Wochen Dauer sind nicht ungewöhnlich.

Gemeldete Erkrankungen an Influenza (Grippe) in Baden-Württemberg geordnet nach Woche. Foto: AG Influenza

Auch das Influenzavirus („Grippe“) hat wieder den Weg zurück nach Baden-Württemberg gefunden. Die Zahlen sind noch relativ gering und liegen etwa im Bereich der letzten Jahre. Historisch gesehen, treten bedeutsame Grippewellen erst ab Dezember auf. Da mit einer Wirkung der Impfung frühestens nach 1 Woche zu rechnen ist, ist eine Impfung gerade jetzt sehr sinnvoll.

Was geht in der Welt rum? In Griechenland  und Italien sind in den letzten Monaten Infektionen an West-Nil-Fieber aufgetreten. In Griechenland waren es seit Juli 222 Fälle mit 30 Todesfällen, in Italien 42 Erkrankungen, an denen 4 Menschen verstarben. Wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist der Mückenschutz.

TIPP staatliche Leistungen für Familien

Es war schon immer unübersichtlich, welche Leistungen jungen Familien eigentlich zustehen. Frau und Mann leben seit wenigen Wochen mit ihrem Neugeborenen zu dritt oder vielleicht auch schon zu viert zusammen. Da kann es sein, dass die Kosten für das Kind schneller steigen als das eigene Einkommen.

Hier kann staatliche Unterstützung helfen. Die möglichen Hilfen im Wirrwarr der Zuständigkeiten zu finden, ist oftmals aber nicht einfach.

Nun hat das Bundesministerium für Familie unter Franziska Giffey ein Checkheft für den Zugang zu verschiedenen Leistungen geschaffen. Im Internet kann man sich über die staatlichen Leistungen hier einfach informieren und je nach Interesse weiterklicken. Es geht um Themen wie:

  • Paarfamilien
  • Allein- oder Getrennterziehende
  • Kindergeld
  • Kiz- der Kinderzuschlag zum Kindergeld
  • Leistungen für Bildung und Teilhabe
  • Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
  • Unterhaltsvorschuss und steuerlicher Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Kinderbetreuung

Einfach mal reingucken. Es lohnt sich!

Bedrohtes Trinkwasser

Wasser ist vermutlich das wertvollste Gut auf unserem Planeten. Das ist uns fast nie so recht bewusst – außer wir haben gerade keins dabei.

Und die Wasserqualität ist eine wichtige Grundlage für die Ernährung. Das gilt insbesondere für Säuglinge. Selbst unser so gutes Trinkwasser in Deutschland, ist für Säuglinge meist nicht geeignet. Das liegt sehr oft daran, dass die Belastung durch Nitrat zu hoch ist. Und die beruht auf der Düngung der Felder mit Fäkalien.

Dieses leidige Thema wird seit Jahren von der Europäischen Union gegenüber Deutschland angemahnt. Immerhin haben wir viele Biogasanlagen, die im Prinzip Gülle von Schweinen oder Rindern gut verarbeiten und in Energie verwandeln könnten. Aber: Der Biogas-Ertrag (mit 50-60% Methananteil) von Rindergülle liegt pro Tonne bei 25 m3, während er bei der gleichen Menge an Maissilage bei 202 m3 liegt. Deswegen wird Gülle nur in geringem Umfang zur Biogaserzeugung genutzt. Es wäre also eine klare Hausaufgabe für die Politik, hier entsprechende Anreize zu setzen. Aber eben auch ein Gebiet, wo man als Politiker vermutlich nur Minuspunkte sammelt. Vielleicht sollte man sich wieder eines Konrad Adenauers besinnen: Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernstgenommen.

Nitratgehalt im Wasser Foto: https://de.statista.com/infografik/19153/messstellen-mit-zu-hoher-nitratbelastung-im-grundwasser-in-deutschland/

In Deutschland haben wir eine sehr gute Wasserqualität. Aber auch die ist bedroht. Es hört sich schön an, wenn die Politik viel Geld für das Klima und die Umwelt in die Hand nimmt. Die Frage ist nur, was ist die Idee vom Ganzen? Was soll am Schluss erreicht werden? Abgesehen davon, es ist ohnehin immer unser Geld. Da wär’s schon ganz nett, man wüsste außer einer Summe auch ein Ziel und einen Zeitplan. Zumindest von außen betrachtet, sollte das nicht allzu schwierig sein, die Güllebelastung zugunsten der Ernährung zu senken. Und uns wieder Frühlingstage mit zarten Gerüchen zu bescheren.

Was geht rum? 26. Oktober 2019

Immer wieder Magen-Darm-Infektionen. Sie treten übers ganze Jahr auf, mit verschieden starken Ausbrüchen an verschiedenen Orten durch unterschiedliche Erreger. Nachdem die Rotaviren – jahreszeitlich typische – eher selten auffallen, kam es bei den Noroviren zu Ausbrüchen in zwei Kindergärten von Baden-Württemberg. Diesem Erreger im Alltag auszuweichen ist fast unmöglich. Wenn ein Ausbruch aber bekannt ist, kann sofortige pingelige Hygiene seine weitere, immer rasche Ausbreitung verhindern.

Was die Atemwegserkrankungen betrifft, gibt es nur gutes zu vermelden. Über den Oktober traten nur wenige Erkrankungen auf. Bald ist jedoch November, und dann ändert sich das häufig. Gerade mit Krupphusten – der bereits in wenigen Fällen auftrat – muss dann vermehrt gerechnet werden.

Was geht in der Welt rum? Es ist wieder einmal das DengueFieber, das in vielen Ländern die Menschen plagt. Neben Urlaubsdestinationen wie der Dominikanischen Republik (11.300 Erkrankungen in diesem Jahr), den Marshallinseln (131 Erkrankungen) und den USA (9 Erkrankungen) sind besonders Bangladesch (über 93.000 Erkrankungen), Pakistan (30.000) und Nepal (9000) betroffen.