Kategorie: Aktuell

Was geht rum? 17. November 2018

Auch nach den Herbstferien ist die Zahl der Infekte weiterhin eher niedrig. Die Adenoviren stehen mit Racheninfekten und Bindehautentzündungen – teilweise mit begleitenden Bauchschmerzen – weiter im Vordergrund.

Kinderkrankheiten sind momentan nicht auffällig gehäuft. In diesem Jahr ist die Zahl der gemeldeten Erkrankungen bei Mumps konstant gegenüber 2017 (genau 53 Erkrankungen), bei Masern liegt sie doppelt so hoch (100 in 2018, 52 in 2017), während sie bei Keuchhusten niedriger liegt als im letzten Jahr (1899 vs. 2619)

Und was geht in der Welt rum? In Europa tritt in einigen Ländern weiterhin das West-Nil-Fieber auf – wir hatten bereits mehrfach darauf hingewiesen. In Griechenland, wo einige Touristen noch viel Sonne genießen können sind bislang 313 Fälle aufgetreten.

Keine typischen Reiseländer für Familien sind Äthiopien und Brasilien. Genauso wenig sind dies aber auch typische Länder für Gelbfieber-Erkrankungen. Neue Meldung legen nahe, dass in der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNP) in Äthiopien 10 Todesfälle an Gelbfieber zu verzeichnen waren. Einzelne Fälle traten in wieder Brasilien in der Stadt Caraguatatuba (Bundesstaat São Paulo) auf. Eine gezielte Beratung vor einer Reise in diese beiden Länder ist anzuraten.

Autokindersitze

Die technische Entwicklung verläuft rasant, der Zyklus neuer Produkte ist immer schneller. So auch bei den Autokindersitzen, über die ein neuer TEST der Stiftung Warentest im Novemberheft 2018 erschien. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Ergebnisse Ihnen vorstellen.

Interessant ist, dass die Sitze aus dem letzten Test aus dem Jahre 2017 in vielen Belangen besser sind als die neu getesteten. Die neuen Modelle – so der Kommentar der Stiftung Warentest – punkten häufig nur beim Komfort.

Von Geburt an bis 13 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Cybex Aton 5 1.6 130 € test 6/2017
Cybex Aton 5 + Aton Base 2 1.7 220 € test 6/2017
Hauck Comfort Fix+ Comfort Fix Isofixbasis 2.1 220 € NEU
Maxi-Cosi CabrioFix 2.1 140 € NEU

Von Geburt an bis 18 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Klippan Kiss 2 Plus 2.5 500 test 11/2017

i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße

Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Aton M i-Size & Base M i-Size  1.6 350 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pebble Plus 1.6 220 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pepple Plus & Isofix-Basis 2wayfix 1.6 440 € test 11/2017
 Britax Römer Baby-Safe2 i-Size + i-Size Base 1.7 350 € NEU
 Joie i-Level 1.7 300 € NEU

Von 9 kg kg bis 18/36 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Kiddy Phoenixfix 3 1.7 180 € test 11/2016
Cybex Pallas M SL 1.9 240 € test 6/2017
Joie Traver Shield 1.9 170 € test 6/2018
Kiddy Guardianfix 3 1.9 250 € test 6/2017

Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

 

 Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Solution M-Fix SL  1.7 190 € test 6/2017
 Cybex Solution S-Fix 1.7 190 € NEU
Britax Römer Kidfix SL 1.8 130 € test 11/2015

Was geht rum? 10. November 2018

Kinder und Jugendliche werden den Arzt in den kommenden Wintermonaten häufiger brauchen. Im Bemühen, die Fragen einfacher zu lösen, wird das Internet gerne zu Rate gezogen. Aber Dr. Google wird oft überschätzt. Denn er ist wie ein Krake. Diese gilt als das intelligenteste Weichtier, aber von außen wissen wir wegen der vielen Arme nicht so recht, wo wir dran sind. Wenn Eltern vor dem eigenen Kind mit Fieber oder anderen Symptomen stehen, ist das „Bauchgefühl“ oft der beste Leitfaden. Und wenn dieses sagt, ich weiß nicht so recht, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. Fieber? Kann selbst bei über 40 Grad harmlos sein, aber: Fieberfreiheit schließt keine schlimme Krankheit aus. Wenn Sie als Eltern ein ungutes Gefühl haben, dann suchen Sie den Kinder- und Jugendarzt auf. Vielleicht bietet der als Möglichkeit auch Telemedizin an – umso besser. Das könnte gerade bei Infekten eine für beide Seiten sinnvolle Hilfe sein.

Die Infekte im Ländle haben sich kaum geändert. Weiterhin gibt es einzelne Entzündungen der Luftröhre (Tracheitis), aber deutlich weniger als sonst im November. Klimawandel? Vermutlich, denn bei den recht milden Temperaturen sind auch die anderen typischen Infekte dieser Jahreszeit eher selten.

Was geht in der Welt rum? In Vietnam bleibt vermutlich die hohe Zahl der Todesfälle an Tollwut konstant. Bislang sind 67 Menschen daran verstorben, in den letzten drei Jahren waren es 78 (2015), 91 (2016) und 74 Todesfälle im letzten Jahr. Rechtzeitig vor einer Reise nach Vietnam – am besten zwei bis drei Monate zuvor – sollte die Frage einer Impfung gegen Tollwut mit einem Arzt für Reisemedizin besprochen werden.

Migräne – eine neuer Trend für Kinder und Jugendliche?

Kopfschmerzen kommen bei Kindern mit zunehmendem Alter häufiger vor. Sie können verschiedene Ursachen haben. Deswegen steht an erster Stelle eine Vorstellung beim Kinderarzt, der mit Erfragung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung die Krankheitsbilder eingrenzen kann.

Es ist inzwischen  unstrittig, dass der Alltag heute durch Internet und Smartphone aktiver geworden ist. Für viele Kinder und Jugendliche ist es mit Stress verbunden, den Ansprüchen von Schule, Eltern, Freunden und weiterer Umgebung gerecht zu werden. Phasen von Langeweile gibt es kaum noch, sie müssen immer präsent sein. Angespannt. Spannungskopfschmerzen sind dadurch sehr häufig und ein Signal des Körpers, dass eine Überforderung – welcher Art auch immer – vorliegt. Diese Erfahrung machen weit mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland.

Migräne ist aber etwas anderes. Die Migräne gehört zu den chronischen Schmerzerkrankungen mit deutlichem genetischen Einfluss. Das zeigen Zwillingsstudien ebenso, wie das Gespräch mit den betroffenen Familien. Welche Symptome treten bei der kindlichen Migräne auf?

  • Starke, oft pulsierende Kopfschmerzen, die rasch zunehmen und das Kind und den Jugendlichen so beeinträchtigen, dass Spiel oder Arbeit meist unterbrochen werden.
  • Einseitige Schmerzen sind typisch, beidseitige Schmerzen sind jedoch auch nicht selten.
  • Begleiterscheinungen wie Erbrechen und Übelkeit sind bei Kindern häufig.
  • Bei Jugendlichen tritt die Lärm- und Lichtempfindlichkeit wie bei Erwachsenen häufiger auf.
  • Manche Kinder erleben – ebenso wie Erwachsene – eine Aura. Diese Vorboten treten in aller Regel vor den Schmerz auf und zeigen sich als Flimmersehen oder auch plötzlicher Sehverlust (meist einseitig), aber auch als Gefühlsstörungen in den Armen oder phantastischen Bildern. 
  • Nach Abschirmung schlafen viele Kinder und Jugendliche ein und erwachen danach meist schmerzfrei.
  • Die Dauer der Attacken liegt bei ein bis drei Stunden, kann aber auch deutlich länger anhalten.

Je nach Häufigkeit – die sehr unterschiedlich ist – ist die Migräne nicht nur wegen der schrecklichen Schmerzen ein Problem. Sie kann auch das soziale Leben einschränken, wenn die Häufigkeit der Migräne zu zunehmenden Schulfehltagen führt.

Abbildung 1. Zunahme der Migräne auf der Grundlage der Daten der KIGG-Studie. Foto: Robert Schlacks, BVKJ Berlin, 2017

In der KIGG-Studie – die beispielsweise auch zu Fragen von Süßgetränken aktuelle Informationen für Deutschland präsentierte – wurde auch die Frage chronischer Schmerzen untersucht. Dabei zeigte sich, dass der bekannte Trend zur Zunahme der Migräne weiter anhält. Wie Abbildung 1 verdeutlicht, zeigt sich im Zeitraum von nur 6 Jahren ein deutlicher Anstieg der Migräne über alle Altersgruppen, massiv vermehrt aber unter Jugendlichen. Der Autor der Graphik hat die sich ergebenden Fragen gleich formuliert: Schlafdauer? Medienkonsum? Sitzende Tätigkeiten?

Alle Kinder und Jugendlichen, die unter immer wiederkehrenden Kopfschmerzen leiden, sollten ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, um Klarheit über die Bedeutung der Schmerzen zu bekommen. Bis dahin gelten folgende Grundsätze:

  • Schmerzmittel sind in aller Regel keine Lösung und sollten nicht eingesetzt werden – also keine Selbstbehandlung 
  • Ein regelmäßiger Lebensrhythmus mit ausreichendem Schlaf ist günstig.
  • Die Nutzung von Medien (Internet, Spielekonsolen, Smartphone) sollte vom betroffenen Kind und Jugendlichen selbst beschränkt werden. Flimmernde Bilder und auch das Blaulicht strengen das Gehirn zusätzlich an. 

Was geht rum? 03. November 2018

Der Winter hat sich in der letzten Woche schon mal angekündigt. Die Infektionen werden diesen Wetterboten bald folgen. Aus dem letzten Jahr ist vielen noch die Grippewelle in Erinnerung. Wer sich schützen möchte, sollte sich bald um die Impfung gegen Influenza kümmern. Was schon im letzten Jahr sinnvoll gewesen wäre, ist jetzt für alle Patienten als Standard eingeführt: Der quadrivalente Impfstoff. Beruhend auf jeweils 2 Stämmen von Influenza-A und Influenza-B-Viren ist das Spektrum der möglichen Influenza-Viren deutlich besser abgedeckt.

Übrigens, in China wurde am 1. November genau 100 Jahre nach der dramatischen „Spanischen Grippe“ der erste World-Flu-Day – der Welt-Grippe-Tag – ausgerufen.

Statistisch ist eine Grippewelle ab Dezember denkbar. Bis dahin wechseln sich verschiedene andere Viren ab, um den Menschen zuzusetzen. Im Moment sind es weiterhin Erkrankungen durch Adenoviren im Südwesten. Daneben hat die Streptokokkenangina wieder an Häufigkeit zugenommen. Dabei liegt eine eitrige Angina durch Streptokokken A, jedoch ohne einen Ausschlag, vor. Die Angina mit dem Ausschlag ist meist ein Scharlach.

Was geht in der Welt rum? in Japan sind in diesem Jahr zwölfmal so viele Menschen an Röteln erkrankt wie im letzten Jahr, im Moment sind es 1289 Erkrankte. Betroffen ist die Stadt Tokyo und die Präfekturen Chiba, Kanagawa, Aichi, Ibaraki und Saitama. Im Besonderen sollten Schwangere ohne Nachweis eines Schutzes gegen Röteln die Reisepläne nach Japan mit ihrem Arzt besprechen.

Kindermatratzen

Die Hälfte des Tages verbringen Kinder in ihrem Bett. Es ist also durchaus lohnend, ihnen einen angenehmen Ort zum Schlafen zu verschaffen. Darüber hinaus hat die Matratze auch eine hohe medizinische Bedeutung. Je nach Beschaffenheit erhöht sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod – zu weiche Matratzen sind ungünstig, ebenso wie die Anwendung von Kopfkissen.

Zu weiche Matratzen haben beim neu veröffentlichten Test im Oktoberheft der Stiftung Warentest 2018 zu mangelhaften Ergebnissen geführt. Interessanterweise waren das die eher teureren Matratzen. Im Folgenden geben wir in wenigen Stichworten die Daten für die empfehlenswerten Matratzen mit der Note GUT wider:

Produkt Material Härtegrad Note Preis
Dänisches Bettenlager Jonas Schaumstoff hart 1,8 99 €
IKEA Skönast Schaumstoff mittel 2,0 70 €
Hessnatur Lena Kokos/ Latex mittel/ weich 2,2 179 €
Prolana Kati Plus Kokos/ Latex hart/ mittel 2,2 159 €
Paradies Sara Schaumstoff weich 2,3 129 €

Es ist also kein großes finanzielles Wagnis, für Kinder eine gute und sichere Matratze zu kaufen.

Was geht rum? 27. Oktober 2018

Die Herbstferien beginnen heute in Baden-Württemberg. Für die meisten Schüler und Schülerinnen eine ersehnte Verschnaufspause um abzuhängen.

Die aktuellen Infekte  betreffen vorwiegend die Atemwege mit Husten und Schnupfen. Vieles spricht für die Adenoviren als wichtigstem Auslöser. Diese Viren lösen auch vielfach Bindehautentzündungen aus, die sich gerade häufen. Magen-Darm-Infekte treten kaum auf.

Der Herbst ist der untrügliche Bote, der von den kommenden Infekten kündet. Für alle Menschen ein Hinweis zu überlegen, ob sie sich gegen die Influenza – die Grippeschützen wollen. Oder nachzusehen, ob alle Arzneien für akute Erkrankungen der Kinder im Haus vorhanden sind (Fieber- und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen; abschwellende Nasentropfen). Oder ob für Kinder mit Infektkrupp (Cortison, Adrenalin) oder Asthma bronchiale (Notfallspray wie Salbutamol) noch Notfallarzneien zuhause vorrätig sind. „Backupfür die Hausapotheke.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal zeigt das DengueFieber, wie es die Welt erobert. Jetzt werden aus Venezuela über 10.000 Erkrankungen allein in diesem Jahr berichtet. Der Mückenschutz ist die entscheidende Maßnahme, um sich zu schützen.

„Die Bakterien haben das letzte Wort“

Der Umgang mit Antibiotika ist eine schwierige Sache. Wenn die Medizin und die Patienten nicht zu Veränderungen bereit sind, wird’s schwierig. „Die Bakterien haben das letzte Wort“, so sagte schon Robert Koch.

Abbildung 1. Multiresistente Erreger im Jahre 2013 im Südwesten Deutschlands. Je dunkler die Farbe, um so höher die Rate (wie z.B. in Frankfurt). Foto: aus DIE ZEIT

Wie alles Leben auf diesem Planeten, so sind auch Bakterien anpassungsfähig. Wenn sie also sehr häufig von bestimmten Antibiotika getroffen werden, so gelingt es ihnen irgendwann, dagegen einen Abwehrmechanismus zu entwickeln. Im Endeffekt ist dieses Antibiotikum dann wirkungslos, das Bakterium also resistent gegen dieses spezifische Antibiotikum. Wenn mehrere Antibiotika ein bestimmtes Bakterium nicht mehr bekämpfen können, gilt der Erreger als multirestistent (siehe Abbildung 1). Dieser Begriff wird unterschiedlich gehandhabt. Für die problematischsten Bakterien – die gramnegativen Bakterien mit dünner Zellwand – wird der Begriff dann verwendet, wenn die Bakterien gegen mindestens 3 der 4 möglichen Antibiotikagruppen resistent ist.

In den letzten Jahren ist Zahl der Resistenzen bei grampositiven Bakterien (mit dicker Zellwand) nicht weiter angestiegen, was Mediziner sehr beruhigt. Hingegen gibt es weiter zunehmende Resistenzen bei den gramnegativen Bakterien.

Das Problem ist seit Jahren erkannt und es gibt zunehmende Erfolge. So hat die Diskussion der letzten Jahre nach Einschätzung des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Prof. Dr. Jörg Hacker „…dazu geführt, dass heute zehn bis 20 Prozent weniger Antibiotika verschrieben werden“. Er ergänzt jedoch: „Allerdings geht hier die Schere zwischen Kliniken und Arztpraxen immer weiter auseinander“. Also, dem Erfolg bei den Kliniken stehen zunehmende Problem in der Praxen gegenüber.

Es stellt sich also die Frage: Was sind die Hauptursachen für die Resistenzen?

  • Unzureichende Medikamenteneinnahme. Die effektive Dauer der Einnahme der Antibiotika ist zu kurz, um alle Bakterien abzutöten. Die nicht abgetöteten sind meist diejenigen, die sich besser gegen Antibiotika wehren können. Diese können sich in der Folge wiederum vermehren und sind bei künftigen Anwendungen von Antibiotika resistenter. Es ist also wichtig, dass der Arzt eine ausreichend hohe und zeitlich sinnvolle dosierte Therapie verschreibt. Und: Dass der Patient diese Therapie auch über diese Zeit einnimmt, auch wenn es ihm wieder gut geht. 
  • Zu häufiger Einsatz der Antibiotika. Es ist seit langem bekannt, dass sich Resistenzen weniger entwickeln, wenn Antibiotika seltener eingesetzt werden. Weltweit leuchtendes Beispiel sind die Niederlanden. Aber auch in mittelgroßen Kliniken in Baden-Württemberg lies sich nachweisen, dass weniger Resistenzen bei geringerem Antibiotikaeinsatz auftraten.  
  • Zu sorgloser Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Auch diese Antibiotika erreichen uns über das Fleisch.

Sind wir Menschen dem Problem tatenlos ausgeliefert? Nein. Patienten haben einen grösseren Einfluss auf den Arzt als sie glauben. Sind sie gesund, schimpfen viele über die Antibiotika. Wenn sie aber krank sind, kehrt sich das gerne um. Obwohl sie wissen, dass Antibiotika bei Virusinfektionen nicht helfen können, verlangen sie vom Arzt ein Antibiotikum. Der wiederum möchte gerne als der gnädige Halbgott dastehen und verschreibt es wider besseres Wissen.

Eine kurze Frage würde dem Arzt weiterhelfen um medizinisch freier zu entscheiden: „Meinen Sie, dass ich das Antibiotikum im Moment wirklich brauche?“.

Deutschland steht zusammen mit der Niederlanden, der Schweiz und den skandinavischen Ländern vergleichsweise gut da. Bereits in Zypern und Griechenland ist Verbrauch an Antibiotika doppelt so hoch. In vielen Länder Afrikas und Asiens werden Antibiotika noch häufiger verordnet – sofern ein Patient sie bezahlen kann. Dazu ist häufig auch keine ärztliche Expertise erforderlich.

Geduld, dem Körper bei normalem Krankheitsverlauf die sieben Tage bis zur Genesung zu lassen ist vonnöten. In unserer Kindheit wurde die Ungeduld bis zur Gesundung mit wechselnden Wickeln, Tees und Tröstungen besiegt. Heute gäbe es zusätzlich noch andere unterhaltende Medien.

Was geht rum? 20. Oktober 2018

Die Infekte der letzten Woche unterscheiden sich kaum von denen in den Wochen zuvor. Weiterhin treten eher leichte Infekte der Atemwege mit Halsweh, Schnupfen und wenig Husten auf.

Neu ist eine Häufung der Borkenflechte, medizinisch Impetigo contagiosum genannt. Dabei handelt es sich um eine Schmierinfektion der Haut, die meist durch Staphylokokken ausgelöst wird. In der Regel bevorzugt sie die Sommermonate. Aber so was ähnliches wie Sommer haben wir ja auch noch. Eine Kontrolle beim Kinder- und Jugendarzt ist sinnvoll, um die meist nässenden und blasigen Veränderungen der Haut zügig in den Griff zu bekommen.

Was geht in der Welt rum? Das DengueFieber ist in tropischen Ländern dieser Erde ein großes Problem. Momentan sind Venezuela in Südamerika und Réunion im pazifischen Ozean besonders betroffen. Insektenschutz ist bislang die einzig wirksame Möglichkeit sich zu schützen. Im praxisblättle vom August des Jahres finden Sie weitere Informationen.

Was geht rum? 13. Oktober 2018

Die Atemwegsinfekte nehmen weiter zu. Die meisten sind harmloser Art und kommen als Racheninfekte daher. Jetzt ist aber auch die Zeit für den Infektkrupp (Laryngotracheitis) , auch Krupphusten genannt. Kinder, die bereits einmal davon betroffen waren, haben ein höheres Risiko nochmals daran zu erkranken. Das  kann bis zur Pubertät vorkommen. Nicht selten kommen diese Erkrankungen mit Atemnot nach jahrelanger Pause wieder. Es ist also günstig, für einen möglichen Notfall gerüstet zu sein. Der kommt nämlich häufig nach wunderschönen Herbst- oder Frühjahrstagen mitten in der Nacht.

In einer zweiten Welle meldet sich die HandFussMundKrankheit zurück. Bedeutsam ist auch eine Häufung an Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber). Dieses Krankheit zeigt sich in typischerweise mit lang anhaltendem Fieber und einer Reihe von Beschwerden, die viele Organen betreffen können. Eine Vorstellung beim Kinder- und Jugendarzt ist sinnvoll, wenn Kinder schwerer erkranken oder das Fieber länger als 3 Tage andauert.

Der goldene Oktober ist eine freundliche Fortsetzung des herrlichen Sommers. Der tut nicht nur den Trauben gut. Dennoch werden die Nächte spürbar länger. Eine gute Gelegenheit, abends mit Kindern wieder am Küchentisch bei Gesellschaftsspielen zusammen zu sitzen oder sich Geschichten vorzulesen. Nebenbei ist dies ein kleiner Hinweis für Kinder, wie spannend Bücher sind. Das kann ein Anreiz für sie sein, selbst mal zu lesen. Ein guter Start für viel Freude  und Sprachkompetenz.

Was geht in der Welt rum? In Madagaskar ist wieder mal die Pest ausgebrochen. Noch sind es wenige Erkrankungen. In den kommenden Wochen wird jedoch viel Niederschlag erwartet und mit ihm steigt das Risiko, dass die Ratten und die Rattenflöhe (die Überträger) sich den menschlichen Siedlungen weiter nähern. In der Stadt Gweru in Simbabwe sind etwa 2000 Menschen seit August an Typhus erkrankt. Weder Madagaskar noch Simbabwe sind klassische Touristendestinationen. Für die wenigen Reisenden ist jedoch ratsam, sich kurzfristig über das spezifische Risiko zu informieren.