Kategorie: Krankheitsbilder

Frühzeitiges Training nach Gehirnerschütterung meist sinnvoll

Sport ist gut für die Gesundheit. Aber er ist auch mit Verletzungsrisiken verbunden. In jeder Sportschau ist zu sehen, wie der Schädel beim Kopfball oder Fouls deftige Erschütterungen hinnehmen muss. Im günstigsten Fall sind das einfache Schädelprellungen. Aber gerade auch Fußballer – natürlich noch mehr Boxer – erleiden dabei auch eine Gehirnerschütterung.

In Deutschland sind jedes Jahr – unabhängig vom Auslöser – 70.000 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von Schädel-Hirn-Traumata (SHT) betroffen.

Da die Grenzen zwischen den einzelnen Schweregraden der Verletzung fließend sein können, neigen viele Ärzte im Einzelfall zur Vorsicht. Die früher verordnete strikte Bettruhe von 2 Tagen ist längst verlassen. Aber noch heute gibt es eine große Unsicherheit, wie schnell sportlich aktive Kinder und Jugendliche wieder an körperliche Belastung herangeführt werden sollen.

Eine Studie der State University of New York in Buffalo untersuchte jugendliche Sportler nach einer Gehirnerschütterung. Die eine Hälfte der Betroffenen erhielt – als Placebo – 20-minütiges Stretching täglich, die andere Gruppe ein ebenfalls 20-minütiges aerobes Training. Dabei fanden die Forscher um John J. Leddy heraus, dass die Erholungsphase in der ersten Gruppe (Stretching) nach 17 Tagen abgeschlossen war, während dies bei der aktiven Gruppe schon nach 13 Tagen der Fall war. Darüber hinaus waren in der Stretching-Gruppe nach einem Monat 7 Jugendliche noch nicht beschwerdefrei, während es in der aktiven Gruppe nur 2 waren (was statistisch aber nicht bedeutsam war).

Insgesamt unterstützt die Studie folgendes Vorgehen nach einer Gehirnerschütterung:

  • Schonung nach dem Trauma für 24 bis 48 Stunden.
  • danach langsame Steigerung des körperliches Trainings.
  • bis zur vollständigen Erholung kein Sport mit direktem Körper-Kontakt (wie Fußball, Handball).

Die Maßnahmen sollten immer kinder- und jugendärztlich überwacht werden. Nur so können abweichende Verläufe rechtzeitig erkannt werden.

Malaria

In den Tropen ist weiterhin die Malaria die tödlichste und somit wichtigste Erkrankung, mit der sich Reisende auseinandersetzen müssen. Sie kommt nur in den Tropen vor. Bei dieser Krankheit vermutete man früher, dass sie durch schlechte Luft (mal aria – italienisch: „schlechte Luft“) übertragen würde, wodurch eine Stadt, die sicher frei von Malaria war Buenos Aires (spanisch: „gute Lüfte“) genannt wurde.

Der Malaria ist nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung ausgesetzt. Entsprechend hoch ist die Bedrohung insbesondere für Kinder in den Tropen. 90% der Erkrankungs- und Todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf. Insgesamt erkranken seit Jahren über 200 Millionen Menschen an einer Malaria. Die Todesfälle betreffen überwiegend Kinder unter 5 Jahren (70%). Im Jahr 2017 sind an der Malaria 435.000 Menschen in 91 Ländern verstorben.

Die Ursache für Malaria sind sog. Plasmodien. Diese Erreger werden durch die tropische Anophelesmücke übertragen. Sie ist nachtaktiv, tagsüber besteht also auch in den Tropen nahezu kein Risiko sich anzustecken. Etwa 10 bis 15 Tage nach dem Stich treten Symptome auf: meist als hohes Fieber (wie bei einer schweren Influenza), Kopfschmerz und Erbrechen. In
Einzelfällen kann aber auch ein schwerer Durchfall das erste Symptom sein. Danach breitet sich die Erkrankung rasch aus.

Die Malaria-Erreger befallen die roten Blutkörperchen, die dabei rasch zerfallen und mit den Abfallprodukten die Entzündung weiter beschleunigen. Im Weiteren kommt es oft zu Störung des Kreislaufes. Das trifft besonders das Gehirn, wo die kleinen Äderchen (Mikrozirkulation) verstopfen, was zu neurologischen Problemen, Koma und schließlich zum Tod führen kann.

In Deutschland wurden bis zum Jahr 2015 etwa 500 – 600 Malaria-Infektionen diagnostiziert. Seit 2015 – teilweise bedingt durch die hohe Anzahl von Geflüchteten – liegt die Zahl konstant bei über 1000 Erkrankungen pro Jahr. Durch die Inkubationszeit von 2 Wochen treten viele Erkrankungen von Reisenden erst bei deren Rückkehr nach Deutschland auf.

Vorbeugung (Expositionsprophylaxe)

Über viele Jahre wurden erfolglos Impfstoffe getestet. Seit April 2019 wird in Malawi ein neuer Impfstoff erstmals beim Menschen getestet, der 30% der Erkrankungen verhindern soll. Unabhängig davon wird aber auch Geimpften geraten, sie wie schon bisher zu schützen. Dabei gilt folgendes Vorgehen:

  • Moskitonetze, am besten mit Insektenschutzmittel imprägniert (z.B. Permethrin):
  • Mückenschutz auf der Haut mit mückenabweisenden Mittel wie DEET in Konzentrationen von 30-50% (z.B. in Nobite® Hautspray, Care Plus®, Anti Brumm forte®) – für Einzelheiten lesen Sie gerne den Beitrag im praxisblättle über Insektenschutzmittel.
  • Fliegengitter im Hotelzimmer (oder noch besser Klimaanlage im geschlossenen Raum).
  • Schutz durch Tragen entsprechender Kleidung (langärmelig,imprägnierte Stoffe), z.B. mit Nobite® Kleidung einsprühen

Chemoprophylaxe

Je nach Reiseland oder Art der Reise ist für viele Länder neben der Expositionsprophylaxe (Moskitonetz, Mückenschutz) zusätzlich auch eine Prophylaxe durch Medikamente erforderlich, falls es trotz Mückenschutz zu einem Stichereignis kommen sollte. Eine Liste der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) gibt hier eine erste Orientierung. Ein Gespräch mit einem Reise- oder Tropenmediziner ist jedoch vor einer Reise in die Tropen dringend zu empfehlen.

Alle Maßnahmen sollten vor jeder Reise in eine tropisches Land eingehend mit einem erfahrenen Arzt (z.B. Reisemediziner) individuell abgesprochen werden. Je nach bereistem Land, aktueller Gefährdungslage und der persönlichen Gesundheitssituation sind die Empfehlungen unterschiedlich. In den letzten Jahrzehnten traten schwere Verläufe von Malaria in Deutschland praktisch nur bei Reisenden auf, die diese Regeln missachtet haben. Dabei sollte immer beachtet werden, dass trotz erheblicher Anstrengungen (Melinda und Bill Gates-Stiftung) auch heute noch über 200 Millionen Menschen weltweit pro Jahr erkranken und hast eine halbe Million Menschen daran versterben

Detaillierte Informationen finden sich in der Broschüre der DTG (Stand Mai 2018).

Käse im Kleinkindesalter schützt vor Neurodermitis

Die Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung. Häufig beginnt sie bereits im Säuglingsalter und ist wegen ihres typischen Juckreizes eine schwere Belastung für das betroffene Kind und seine Eltern. Wegen der vielschichtigen Ursachen ist eine hilfreiche Therapie eine große und wichtige Herausforderung.

Bisherige Forschungen haben gezeigt, dass die Umgebung vor und nach Geburt einen bedeutenden Einfluss auf die Neurodermitis – oder atopische Dermatitis (AD) wie wir Mediziner sagen – hat. Dazu zählt auch der Ort, an dem Kinder aufwachsen. Als günstig hat sich das Leben auf dem Bauernhof erwiesen mit engem Kontakt zu Tieren und Konsum von Milchprodukten.

Eine wichtige Studie in der Erforschung der allergischen Erkrankungen von Kindern ist die PASTURE study, die seit 2002 Kinder aus ländlichen Regionen in Europa (Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Schweiz) fortlaufend untersucht, um das Risiko für eine atopische Dermatitis (AD) besser zu verstehen. Im Rahmen dieser Studie wurden 931 Kinder von Geburt bis zum Alter von 6 Jahren beobachtet in Bezug auf den Konsum von Käse.

Dabei zeigte sich, dass der Verzehr von Käse im Alter von 18 Monaten einen schützenden Effekt in Bezug auf das Auftreten einer Neurodermitis hatte. Das Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung war für Kinder, die Käse gegessen hatten um 36% geringer als bei denen die keinen Käse aßen. Gerade Kinder, die verschiedene Käse aßen (das galt insbesondere für die französischen Kinder) hatten einen besonders guten Effekt. In aller Regel wurde Käse 1 bis 6 Mal pro Woche verzehrt.

Der Käsekonsum verringerte auch das Risiko für die Entwicklung einer Nahrungsmittelallergie um fast 50%. Es zeigte sich auch eine günstige Tendenz in Bezug auf die Entwicklung von Asthma und Heuschnupfen. Der Effekt war aber statistisch nicht eindeutig.

Die PASTURE – Studie belegt also, dass der Verzehr von Käse im Alter von etwa 18 Monaten günstig ist, um die Entwicklung von Neurodermitis oder einer Nahrungsmittelallergie zu verhindern.

Lungenentzündung: Ist die Gabe von Ibuprofen oder Paracetamol ungünstig?

Dass jedes Handeln meist mehr als nur eine Folgewirkung hat ist keine neue Erkenntnis. Und dennoch wird beispielsweise im Alltag so vorgegangen, als würde ein „Fieberzäpfle“ das Fieber senken – und das wär’s dann.

Das stimmt natürlich nicht. Es ist gut belegt, dass – um beim Beispiel der Fiebersenker zu bleiben – sowohl Ibuprofen wie Paracetamol den komplexen Entzündungsprozess des Körpers mindestens ebenso beeinflussen wie das Fieber.

Eine Studie aus Polen hat sich kürzlich diesem Problem gewidmet. Kinderpneumologen haben über drei Jahre in Warschau alle Kinder mit Zeichen einer ambulant erworbenen Lungenentzündung (pCAP – pediatric community acquired pneumonia) untersucht. Das sind all die Lungenentzündungen, die zuhause erstmals auftreten und nicht Folge einer stationären Behandlung sind. Nach dieser Zeit verglichen sie jene Kinder, die einen günstigen Krankheitsverlauf hatten (das waren 141 Kinder im Alter von 2 Monaten bis 17 Jahren) mit denen, die eine Komplikation (Pleuraerguss / Pleuraempyem – Flüssigkeit / eitrige Flüssigkeit um die Lunge; Lungenabszess und andere) erlitten hatten. Das waren 62 Kinder. Diese Daten wurden von den Wissenschaftler um Katarzyna Krenke auf mögliche Unterschiede untersucht.

In Bezug auf Alter, Größenentwicklung und soziale Lebensumstände waren beide Gruppen tatsächlich gleich. Interessant war jedoch, dass Kinder mit Komplikationen häufiger Ibuprofen erhalten hatten als solche, die einen normalen Krankheitsverlauf aufwiesen. Die Gabe von Ibuprofen erhöhte statistisch gesehen das Risiko für Komplikationen um den Faktor 3,3. Für Paracetamol ergab sich der gleiche Zusammenhang. Hier war lediglich der Faktor mit 2,6 etwas niedriger.

Die Gabe von Medikamenten zur Fiebersenkung sollte immer mit Bedacht erfolgen. Die Senkung des Fiebers schränkt immer auch die körpereigene Abwehr bis zu einem gewissen Grad ein. Wird Ibuprofen oder Paracetamol zur Behandlung vorn Schmerzen eingesetzt, sollte deswegen bei zunehmendem Bedarf an diesen Medikamenten die Richtigkeit der Diagnose überprüft werden. Nur so wird verhindert, dass die Gesamtdosis an Ibuprofen/ Paracetamol nicht ohne klare Überlegungen gesteigert wird. Ibuprofen und Paracetamol können eben auch eine bedrohliche Diagnose verschleiern. Da schadet es dann, wenn das Fieber zuvor immer schön gesenkt wurde.

Fieber können Kinder oftmals durchaus aushalten. Für Eltern, die ihren Kindern Verdruss ersparen, möchten ist das manchmal schwierig umzusetzen. Sie sollten versuchen, beim Fieber – in Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt – den Kindern auch ohne fiebersenkende Medikamente zur Seite zu stehen. Wie die Studie zeigt, wird zum Nutzen der Kinder sein.

Mein Baby ist Po-Rutscher – ist das normal?

Nach der Geburt wird die Entwicklung des Kindes von den meisten Eltern sehr intensiv und mit Freude verfolgt: Das erste Lächeln, das erste gezielte Greifen – all das sind ganz besondere Momente.

Es bleibt nicht aus, dass der Stolz über den erreichten Entwicklungsstand mit den Freunden und Freundinnen ausgetauscht wird: „Krabbelt Deine Tochter auch schon?“. Ups, nein. Natürlich machen das nicht alle Babies am gleichen Tag nach der Geburt. Und schon bekommen einige Eltern eine Sorgenfalte. „Ist mit meinem Kind vielleicht etwas nicht in Ordnung?“

Kinderärzte sehen in ihrem Berufsleben tausende von Babies und können den Stand der Entwicklung spontan für bestimmt 99% aller Kinder schnell beurteilen. Bei großer Sorge und wenn die eigene Familie auf die Frage einer normalen Entwicklung nicht weiterhelfen kann, reicht ein einfacher Anruf beim Kinder- und Jugendarztum Klarheit zu bekommen. Meist ist es ohnehin so, dass dieser durch die häufigen Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr ohnehin bestens über die Entwicklung orientiert ist.

So fällt Kinderärzten der „shuffler“ (to shuffle, englisch: schlürfen) – siehe das Bild – sofort auf. Denn er ist nicht gar so selten (1 auf 7 Kinder), aber für die Eltern oft ein Grund zur Besorgnis. Denn shuffler krabbeln nicht, sondern bewegen sich rutschend auf ihrem Hinterteil durch die Wohnung. Oft sind es eher behäbige Kinder, die auch die – anstrengendere – Bauchlage nicht mochten. Sie gehen also den Weg ihrer Entwicklung so, dass sie sich zunächst aus der Rückenlage in eine Art Schneidersitz begeben. So erreichen sie mit Schwung alles was ihnen wichtig ist. Dieses Video zeigt einen typischen shuffler. Später ziehen sie sich an Gegenständen hoch und kommen auf diesem Weg zum Laufen. Nicht selten entdecken sie im weiteren Verlauf irgendwann auch das Krabbeln. Aber das interessiert dann oft niemanden mehr.

In jedem Fall ist der „shuffler“ eine normale Variante der sehr variablen Entwicklung. Es ist keinerlei Eingriff von außen erforderlich. Der „shuffler“ entwickelt sich ganz normal. Im Anfang nur etwas anders.

Grill und heißer Kaffee: Verbrennungen im Kindesalter

Daran denken ist alles. Mit etwas Wissen und einigen Überlegungen kann man Kinder vor Verbrühungen und Verbrennungen ziemlich gut schützen. Die erste Überlegung: die schlimmen und schmerzhaften Verbrennungen betreffen vornehmlich Kinder im Entdeckungsalter. Entdecker müssen Risiken eingehen. Und wir Eltern sollten das nie vergessen.

Feuer ist auch im digitalen Zeitalter für Kinder faszinierend. Das sollten alle Grill-Chefs wissen, wenn sie in den kommenden Tagen aktiv werden. Und: Vom Feuer gehen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius aus.

Weniger heiß ist das siedende Öl in einer Friteuse. Mit seinen etwa 200 Grad legt es sich aber auf die Haut und kann deutlich länger einwirken. Denn hier ist mit dem Wegziehen des betroffenen Körperteils nur ein Teil des Problems erledigt. Das heiße Fett auf der Haut wirkt nach.

Ähnlich geht es mit kochendem Wasser. Das hat zwar „nur“ etwa 100 Grad Celsius an Temperatur, aber es kommt an vielen Stellen im Haushalt vor und kann in alle Ritzen fließen.

Sofortmaßnahmen?

Diese sind ähnlich wie bei anderen Notfällen auch. Wenn es sich um eine große oder sehr schwere Verbrühung/ Verbrennung (z.B. Gesicht, Hände, Genitale) bei Kindern handelt, sollte immer ein Krankenwagen meist mit Notarzt (besonders bei Säuglingen) gerufen werden. Ruhe bewahren:

  1. Löschen (einer Brandstelle bzw. Ausschalten des Unfallverursachers)
  2. Kühlen 
  3. Notruf – 112 (Rettungsdienst, Notarzt)

Maßnahmen zu Kühlung

Hier ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Verbrennung oder Verbrühung handelt

Verbrühung

  • sofortige Kühlung der verbrühten Hautbezirke mit handwarmem (nicht eiskaltem!) Wasser für 10 – 15 Minuten.
  • Während der Kühlung Entfernung der Kleidung (ggf. Schuhe), sofern sich die Stoffe gut entfernen lassen. Ansonsten mit handwarmem Wasser weiter kühlen.
  • offene Wunden dann mit einem sauberen, feuchten Tuch bedecken bis der Notarzt eintrifft.
  • Säuglinge: bei großflächigen Verbrühungen (> 15%) nicht kühlen! Und den Notarzt rufen!

Verbrennung

  • Verbrennungsquelle ausschalten (z.B. Grill).
  • brennenden Patienten mit Decken auf dem Boden wälzen, bis die Flammen erstickt sind.

Was kann eine Familie vorbeugend machen?

Allgemeine Maßnahmen

  • Feuerlöscher für die eigene Wohnung anschaffen.
  • frühe Aufklärung der Kinder über Risiken.
  • Diskrete Kontrolle, ob Kinder die Gefahr im Alltag erkennen: Herd, Schwedenofen, Bügeleisen.

Spezielle Maßnahmen

  • keine Tischdecken – ein Kind könnte daran ziehen, und sich dabei mit Heißgetränken gefährden.
  • heißer Tee oder Kaffee nur in geschlossenen (!) Thermoskannen (dadurch bleibt er nebenbei auch heiß).
  • keine herunterhängenden Kabel bei Wasserkochern (in der Küche Steckdosen auf Arbeitshöhe benutzen bzw. anbringen lassen).
  • Bügeleisen nie unbeaufsichtigt auf Bügelbrett stehen lassen: massive Verbrennungsgefahr Ä(glatte Fläche ist einladend) und Verletzungsgefahr (großes Gewicht von oben). Herunterhängendes Kabel! 
  • Der Herd ist mit einem Gitter gesichert
  • Gekocht wird – wenn möglich – nur an den hinteren Flammen/ Herdplatten. Dabei sind die Pfannengriffe zur Seite gerichtet.
  • Heißes Fett wird durch Abdecken auf einer nicht heißen Herdplatte langsam abgekühlt – nie unter Wasser: massive Verbrühungsgefahr für Eltern und Kinder.
  • Kind darf sich nur in Begleitung Erwachsener am Gartengrill aufhalten.
  • Streichhölzer und Feuerzeug sollten für Kinder nicht erreichbar sein.
  • Was in der Mikrowelle aufgewärmt ist hat oft eine unregelmäßige Verteilung der Temperatur. Alles – vom Milchfläschle bis zum aufgewärmten Brei – muss so lange umgerührt werden, bis keine überhitzten Bezirke mehr im Essen sind.

Kinder sollten so früh wie möglich über Gefahren im Haushalt aufgeklärt werden. Das beginnt beim Feuer. Streichhölzer oder Feuerzeug sollten unerreichbar sein. Wie wir aber von den Affen wissen, so kommen auch Kinder auf pfiffige Ideen, die Schwellen zu überwinden. Wichtiger bleibt also immer das Vorbild der Eltern, besonders bei so beeindruckenden Feuerspektakeln wie an Sylvester oder am Grill. Erwachsene müssen sich dessen bewusst sein, dass ihr eigener Alkoholpegel bei Festen gerne zu besonders großzügigem Verhalten führt, was von Kindern falsch gedeutet werden kann.

Thermische Solaranlagen führen in Sommermonaten gerne dazu, dass innerhalb weniger Stunden das Warmwasser des Hauses plötzlich deutlich heißer ist als sonst. Dabei sind Temperaturen über 90° Celsius möglich. Aus diesem Grund sollten Mischbatterien nach Gebrauch immer in die Kalt-Position zurückgedreht werden.

HPV Impf-Faktenblatt des RKI – Informationen nicht nur zum Gebärmutterhalskrebs

Impfmüdigkeit ist ein Thema, das seit Monaten die Gemüter bewegt. Dabei werden manchmal Gräben – Impfpflicht oder lieber doch nicht – aufgeworfen, die so nicht unbedingt hilfreich sind. Meine Erfahrung war immer, dass echte Impfgegner sehr selten sind. Viel häufiger bin ich Eltern begegnet, die einfach viele Fragen hatten und durch Informationen im Internet häufig mehr verwirrt wurden, als dass sie Hilfe gefunden hätten.

Es fällt auf, dass im Internet nahezu alle Graphiken zum Thema Impfen von Impf-Skeptikern erstellt wurden. Diese sind meist durch Verzerrung der Skalen so aufbereitet, dass sie dem Ziel der Verwirrung dienlich sind. So ist es bis heute fast nicht möglich, gut fundierte Zahlen interessierten Menschen zu zeigen. Bisher bleib also immer die Frage, warum gute Wissenschaftler ihre Informationen nicht so aufarbeiten, dass sie auch ein Laie schnell und bildlich angenehm verstehen kann? Wäre das nicht eine Aufgabe, die gut besetzte staatliche Behörden übernehmen könnten?

Da ist es eine erfreuliche Überraschung, dass sich das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin der Aufgabe gestellt hat, ein knappes, aber informatives Faktenblatt zu einer Impfung zu erstellen. Das erste! Das Faktenblatt-HPV informiert schnörkellos und wissenschaftlich gut begründet über die Infektionen mit HPV, ihre Folgen (wie Gebärmutterhalskrebs und Analkarzinome) und die Impfung gegen die Erkrankung.

Ein guter Anfang!

Infekt- und Fieberkrämpfe

Fieberkrämpfe sind für Eltern und die betroffenen Kinder ein großer Schrecken. Und dennoch sind sie in den allermeisten Fällen nicht so schlimm wie sie im ersten Moment erscheinen.

Heute sprechen Mediziner meist vom Infektkrampf, weil dieser im Zusammenhang mit einem Infekt auftritt. Fieber muss nicht zwingend dabei sein, kann aber. Der Begriff Fieberkrampf alleine, schließt also die anderen Infektkrämpfe aus, die ohne Fieber auftreten.

Von Infektkrämpfen betroffen sind Kinder im Alter 6 Monaten bis 5 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das kein seltenes Ereignis: 2 – 5% der Kinder erleiden einmal einen Infektkrampf, also nahezu jedes 20. Kind. Der Auslöser für den Krampf ist unbekannt. Gut bekannt ist hingegen, das dieser Krampfanfall häufig das erste Zeichen einer Infektionskrankheit ist. Nachdem Kinder zunächst etwas quengelig sein mögen und etwas lustloser, kommt – noch bevor Eltern das richtig bemerken können – mit dem ersten Anstieg des Fiebers gleich der Krampfanfall:

  • in der Regel symmetrische Zuckungen von Armen und Beinen
  • Verdrehen der Augen
  • die Kinder sind nicht ansprechbar
  • die Dauer des Krampfes liegt (ohne Maßnahmen) häufig bei 2 bis 3 Minuten

Abbildung 1. Nach der Impfung sinusförmiger Verlauf des Risikos für Infektkrämpfe.

Gehäuft treten Infektkrämpfe beim Dreitagefieber (Exanthema subitum auf). Auch nach Impfungen kann das Risiko kurzzeitig erhöht sein, um danach – wie in der nebenstehenden Abbildung gezeigt – ebenso kurzzeitig erniedrigt zu sein.

In seltenen Fällen können auch komplizierte Infektkrämpfe auftreten, die einer weitergehenden Untersuchung bedürfen. Folgende Faktoren können ein erhöhtes Risiko darstellen und führen zur Diagnose „komplizierter Infektkrampf“:

  • Dauer des Krampfes > 20 Minuten
  • wiederholte Krampfanfälle beim gleichen Infekt
  • einseitiges Krampfmuster („fokaler Krampf“)

Im Gegensatz zur Epilepsie, treten die Infektkrämpfe nur im Zusammenhang mit einer Infektion auf. Die Epilepsie hingegen zeigt in aller Regel Anfälle, die unabhängig davon stattfinden. Das spätere Epilepsierisiko für Kinder mit Infektkrämpfen liegt bei 2 – 4%. Auch wenn beide Krankheitsbilder Krämpfe machen, spricht man beim Infektkrampf nicht von einer Epilepsie.

Therapie

Im Zusammenhang mit einem Fieberkrampf äußern Eltern immer wieder die Sorge, dass sie doch lieber „ein Fieberzäpfchen vorher gegeben hätten“. Auch manche Ärzte empfehlen dies den Eltern. Dieses Vorgehen erzeugt bei den Eltern oft große Schuldgefühle, weil sie den ersten Fieberanstieg immer verpassen (müssen). Dieser Moment kann nicht von außen präzise erfasst werden. Studien belegen im Übrigen, dass Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen den Krampf nicht verhindern würden.

Viel wichtiger sind die Sofortmaßnahmen, die beim Auftreten eines Krampfes ergriffen werden sollten:

  1. Sturzrisiko: beim Anfall das Kind umgehend auf den abgepolsterten Boden legen
  2. Kind in Seitenlage bringen, um bei möglichem Erbrechen eine Erstickungsgefahr zu vermeiden (Aspirationsrisiko)
  3. wenn möglich: Dauer des Anfalls messen (auf die Uhr schauen). Subjektiv sind 2 Minuten Krampfdauer beim eigenen Kind sehr lang
  4. wenn möglich: kurzes Video in Bezug auf das Krampfmuster (z.B. durch eine weitere anwesende Person)
  5. danach Kinder- und Jugendarzt (tagsüber) oder Notdienst (nachts) informieren

Während des Krampfes ist es sinnvoll, dass die Eltern bei ihrem Kind sind und es beobachten. So gut wie immer kommt der Anfall nach wenigen Minuten spontan zu einem Ende. Danach sollte der Kinder- und Jugendarzt/in (tagsüber) aufgesucht werden. Er/sie kennt das Kind am besten und kann und kann am besten einschätzen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. In aller Regel ist das nicht der Fall.

Tritt ein Krampfanfall bei einem Säugling (besonders wenn er jünger als 6 Monate ist) während Fieber auf, muss diese Untersuchung umgehend erfolgen. In diesem Alter kann ein Krampfanfall auch das erste Zeichen einer Hirnhautentzündung sein.

Mama, mir ist schlecht – Reisekrankheit

In meiner Kindheit war das noch der Normalzustand: Einsteigen ins Auto, Fahrt über die vor 50
Jahren recht kurvigen und holprigen Straßen. Und nach wenigen Kilometern musste angehalten werden. Wir Kinder erleichterten uns am Straßenrand. Auf der weiteren Fahrt wiederholte sich das alle 30 bis 40 Kilometer.

Heute hat man dafür einen Namen, Reisekrankheit, medizinisch auch Kinetose genannt.
Die kommt heute jedoch selten vor. Kinder wachsen mit dem Auto auf. Vielen dient es fast schon als Schlafmittel. Und so verwundert es kaum, dass sie damit gut zurecht kommen.

Gibt es hilfreiche Medikamente?

Die Schwierigkeit bei der Reisekrankheit ist, dass hier viele verschiedene Reize im Gehirn ungünstig verschaltet werden. Dementsprechend wären auch unterschiedliche Arzneien notwendig, um gezielt und sicher zu helfen. Momentan kommen zwei davon häufiger zur Anwendung:

Scopolamin. Das ist als Anticholinergikum ein Gift, das aus Nachtschattengewächsen gewonnen wird. In niedriger Dosierung führt es zu leichter Hemmung des Brechzentrums und zur Beruhigung. Es kommt als transdermales Pflaster (TTS-S) zur Anwendung. Das Pflaster muss 6-8 Stunden vor drohender Reisekrankheit eingesetzt werden und wirkt dann nahezu 3 Tage lang. Wegen des hohen Risikos für Halluzinationen sind die Pflaster für Kinder überhaupt nicht (laut Herstellerangaben unter 10 Jahren nicht zugelassen) und für Jugendliche sinnvollerweise erst ab 16 Jahren geeignet.

Als zweite Arznei zeigt Dimenhydrinat (Vomex A©, Vomacur©) eine gewisse Wirkung, die aber auch bei unter 50% liegt. Wie bereits im praxisblättle beschrieben, ist der Einsatz dieser Substanz für Kinder und Jugendliche eher ungünstig.

Was tun, wenn Kinder doch unter der Reisekrankheit leiden und es ihnen oft übel wird?

Während der Autofahrt zu lesen oder in ein Tablet zu schauen ist ungünstig. Besser ist es, die Aufmerksamkeit des Kindes auf Dinge in weiterer Entfernung zu lenken. Dazu bieten sich Spiele an, damit Kinder angeregt werden dies zu tun. Zum Beispiel: „Wie viele Autos auf unserer Straße sind rot?“. Oder später das klassische Spiel mit den Tee-Kesselchen für die Älteren. Dabei gilt es Worte mit Doppelbedeutungen zu finden: „Maus“ – die Maus als Tier oder die Computermaus. Meist beschreibt ein Spieler was er sieht, etwa „Auf meinem Tee-Kesselchen wachsen Pflanzen“ = „Erde“. In diesem Fall die Erde vom Acker, aber Erde steht auch für
die Erdkugel.

Kinder müssen aus Sicherheitsgründen auf der Rückbank sitzen. Diejenigen, denen es gerne beim Fahren übel wird, sollten in die Mitte platziert werden. Dann können sie ihren Blick problemlos in die Ferne richten. Zum Seitenfenster hinauszuschauen ist ungünstig. Und: frische Luft ist immer gut.

Fazit. Weil die Reisekrankheit durch komplexe unterschiedliche Prozesse entsteht, gibt es bis heute keine einfache Therapie. Eine solche ist in absehbarer Zeit auch nicht zu erwarten. Die verfügbaren Medikamente sind eher schwach wirksam und weisen für Kinder (und Jugendliche) ein sehr ungünstiges Spektrum an unerwünschten Wirkungen (wie Halluzinationen) auf. Deswegen stehen weiterhin die Verhaltensmaßnahmen ganz im Vordergrund.

Kinderkrankheit: Scharlach

Scharlach ist eine der klassischen Kinderkrankheiten. Inzwischen wird sie aber von vielen nicht mehr als solche bezeichnet, da nach einem Scharlach durchaus weitere Erkrankungen an Scharlach auftreten können. Im Gegensatz zu beispielsweise Masern, die nur einmal im Leben auftreten, weil sich danach eine lebenslange Immunität gegen das Masernvirus ausbildet.

Was löst den Scharlach aus?

Die Erreger des Scharlach sind Bakterien: ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. Seit ihrer Entdeckung durch Theodor Billroth und Paul Ehrlich ließen sich für diese Untergruppe über 80 verschiedene Serotypen (Variationen innerhalb einer Art von Bakterien/ Viren) nachweisen. Diese Streptokokken besiedeln in der Regel die Haut und den Rachen von gesunden Menschen. Unter gewissen Umständen können sie dort zu einer Erkrankung führen. Die Streptokokken im Rachen lösen dann eine eitrige Angina aus. Sitzen sie auf der Haut, können sie zu einer Wundinfektion führen.

Wie kommt es zum Scharlachausschlag?

Einige der Streptokokken tragen in sich einen sog. Bakteriophagen (ein Virus im Bakterium), das wiederum sog. Toxine – also eine Art Gift –  bildet. Diese Toxine sind es, die den Ausschlag beim Scharlach auslösen. Nach einer Erkrankung an Scharlach besteht eine vermutlich lebenslange Abwehr gegen das betreffende Toxin. Da es nach aktuellem Wissensstand aber mindestens 3 verschiedene Toxine gibt, kann jeder Mensch mindestens dreimal an Scharlach erkranken. Somit ist – streng genommen – Scharlach eigentlich keine Kinderkrankheit.

Gibt es auch Scharlach ohne Ausschlag?

Nein. Die genannten über 80 verschiedenen Streptokokken der Gruppe A können alle zu einer eitrigen Angina führen. Das nennt sich dann: Streptokokken-Angina. Erst wenn infolge der Wirkung der Toxine bei dieser Angina ein Ausschlag hinzu kommt spricht man vom Scharlach. Somit: Kein Scharlach ohne Ausschlag. Der kann manchmal aber durchaus sehr schwach ausfallen und besser fühlbar als sichtbar sein. Aber er muss klinisch vorhanden sein.

Wie läuft der Scharlach ab?

Scharlach wird als Tröpfchen- oder Kontaktinfektion übertragen. Er betrifft in aller Regel Kinder von 3 bis 14 Jahre (in den ersten beiden Lebensjahren gibt es die Erkrankung praktisch nicht). Nach der Pubertät ist er eher selten. Die Zeit bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) ist mit 1 bis 3 Tagen sehr kurz. Im klassischen Fall kommt es dann sehr rasch zu Erbrechen, Schüttelfrost, Fieber und Bauchschmerzen. Es ist verwirrend, dass die Halsschmerzen oft als letztes Symptom auftreten, obwohl der Blick in den Hals heftig geschwollene und rote Mandeln (Tonsillen) zeigt. Auch die Lymphknoten im Kieferwinkel schwellen an und schmerzen. Die Zunge ist meist weiß belegt mit kleinen Stippchen („Erdbeerzunge„). Dieses Symptom gibt es aber auch bei anderen Erkrankungen. Im weiteren Verlauf verschwindet der Zungenbelag und die Zunge wird lackartig rot: sog. Himbeerzunge.

Abbildung 1. Scharlach-Ausschlag. Foto: (ehem.) Behringwerke

Der für den Scharlach typische Ausschlag tritt meist 1 (bis 4) Tage nach dem Fieber auf und beginnt zumeist in den Leisten und Achseln. .

Der Scharlach hat sich über die letzten Jahre gewandelt. Heute gibt es Erkrankungen, bei denen sich das Kind noch recht wohlfühlt und kein Fieber hat. Der klassische Verlauf mit dem hohen Fieber und Krankheitsgefühl ist inzwischen fast schon die Ausnahme.

Etwa 2 Wochen nach der Erkrankung kommt es zu einem schuppenden Ausschlag, besonders häufig an den Fingerkuppen, manchmal auch die gesamten Füße und Hände betreffend. Die Schwere dieses Ausschlag geht oft parallel mit der Schwere der Scharlach-Erkrankung und bestätigt die Diagnose nochmals.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose kann immer klinisch gestellt werden. Der Krankheitsverlauf und der Ausschlag sind sehr typisch.

Ist ein Rachenabstrich wichtig?

Nein. Ein Rachen-Schnelltest auf Streptokokken ist für das Kind unangenehm und nicht erforderlich. Auf Grund verschiedener Untersuchungen ist heute klar, dass bis zu 25% der Menschen in Europa Streptokokken im Rachen hat – und dabei gesund sind: „Keimträger“. Ein Rachenabstrich ist für alle diese Personen positiv. Trotzdem sind sie gesund. Der positive Rachenabstrich kann nur in Zweifelsfällen eine Ergänzung sein. Die Diagnose des Scharlach ist mit typischen klinischen Verlauf und dem klassischen Ausschlag sicher.

Therapie

Die Therapie ist gerade im Wandel. In Mitteleuropa ist der Scharlach mit Antibiotika fast immer einfach und effektiv zu behandeln. Die betroffenen Kinder fühlen sich nach einem, allerspätestens nach 2 Tagen der Behandlung wieder richtig gut. Die Ansteckung ist 24 Stunden nach Beginn der Behandlung vorüber. Die Notwendigkeit der antibiotischen Therapie wird zunehmend diskutiert. Klar ist jedenfalls, dass ohne eine antibiotische Behandlung eine Ansteckung für etwa eine Woche (bis zum Abklingen der Symptome) besteht.

Entsprechend der neuen Leitlinie ist eine antibiotische Therapie bei entsprechender Indikation  für 7 (statt bisher 10) Tage erforderlich. Dabei wird in Deutschland Penicillin V empfohlen. In anderen Ländern (z.B. Spanien) ist dieses „einfache“ Antibiotikum häufig nicht mehr ausreichend.

Komplikationen

Scharlach hatte früher häufiger eine chronische Nierenerkrankung (Glomerulonephritis; APSGN) und das gefürchtete rheumatische Fieber zur Folge. Diese Komplikationen treten seit Jahrzehnten aus unbekannten Gründen extrem selten auf. Dies ist unabhängig von der Gabe eines Antibiotikums. Man geht davon aus, dass die besseren sozioökonomischen Verhältnisse und immunologische Faktoren zu dieser günstigen Entwicklung beitragen.

Wann kann das Kind wieder in den Kindergarten/ die Schule?

Nach einer antibiotischen Behandlung von 24 Stunden Dauer ist der Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung wieder möglich. Ohne antibiotische Behandlung ist dies nach Abklingen der Symptome möglich. Eine Bescheinigung hierüber ist nicht erforderlich.