Kategorie: TIPP

Verstopfung beim Säugling

„Mein Baby schreit und kann nicht mehr“. Wenn Säuglinge in der Praxis des Kinder- und Jugendarztes vorgestellt werden deutet dieser Satz schon auf eine Verstopfung hin. Das Kind ist von Krämpfen geplagt und mit ihm seine Eltern.

Von chronischer Verstopfung (medizinisch: Obstipation) sprechen Ärzte, wenn es sich um Beschwerden handelt, die länger als 2 Wochen anhalten. Häufig handelt es sich dabei um eine funktionelle Obstipation. Bei dieser besteht keine organische Auffälligkeit. Vielmehr versucht das Kind aus Angst vor einem schmerzhaften Stuhlgang diesen zu vermeiden. In der Folge staut sich der Stuhlgang im Enddarm. Dadurch wird jedoch das Problem mit dem Schmerz immer grösser. Auslöser für diesen Teufelskreis sind im Säuglingsalter manchmal kleine Einrisse am After oder aber Nahrungsumstellungen, in deren Folge sich die Stuhlkonsistenz ändern kann.

Eine Verstopfung des Säuglings sollte immer eine Untersuchung bei der Kinderärztin/ dem Kinderarzt nach sich ziehen. Nur diese/r kann klären, ob eine organische Ursache in Frage kommt. Hinweise hierfür können beispielsweise Gedeihstörungen oder auch Blutauflagerungen sein. Diese liegen jedoch ausgesprochen selten vor.

In den weitaus meisten Fällen besteht – medizinisch gesehen – kein gravierendes Problem. Es geht dann darum, den Säugling von den starken Schmerzen schnell und möglichst schonend zu befreien: Abführmaßnahmen (medizinisch: Desimpaktion). Um den gestressten Säugling nicht weiter zu belasten, verzichtet man meistens auf die Gabe von Zäpfchen, wie man sie früher in diesen Situationen gerne eingesetzt hat. Heute behandelt die Säuglinge oft oral (also über Arzneien, die als Saft/Lösung gegeben werden können). Hierzu bietet sich Makrogol 400 an, das für Säuglinge ab 6 Monaten als Laxbene© junior im Handel erhältlich ist. Die Dosierung sollte je nach Situation mit der Kinderärztin/ dem Kinderarzt abgesprochen werden.

Weitere Maßnahmen erfolgen meist parallel: Pflege des Anus (zumeist: weniger cremen), Anpassung der Nahrung und Getränke. Alle diese Umstellungen müssen meist für viele Wochen oder Monate beibehalten werden, bis sich die zuvor bestehenden Probleme zurückgebildet haben. So ist es wichtig, dass der deutlich erweiterte Enddarm wieder seine normal Größe hat, bevor man die Medikamente absetzt. Andernfalls wird die Obstipation häufig zur Achterbahnfahrt, die für Kinder sehr unangenehm und für deren Gesundheit nicht förderlich ist. Gedult ist gefragt – gerade dann, wenn alle Schwierigkeiten gelöst erscheinen.

Kurzes Zungenbändchen: Ursache für Stillprobleme und mehr

Als ich vor fast 30 Jahren in einer Belegabteilung meine erste Vorsorgeuntersuchung U2 durchführte, wurde ich von der Säuglingsschwester auf das Problem des verkürzten Zungenbändchens hingewiesen. In den Jahren zuvor in der Klinik, hatten wir das nie beachtet. Ich lernte, die Kappung des zarten und kaum durchbluteten Bändchens ist sehr einfach und scheint auch fürs Baby schmerzlos zu sein: geübt ausgeführt, schreit kein Säugling.

Beim Schreien ist das kurze Zungenbändchen einfach zu sehen. Das Zungenbändchen selbst ist nicht schmerzhaft. Foto: unbekannt

Aber sollte man das straffe Zungenbändchen wirklich durchtrennen? Die meisten Kinderärzte, die ich kenne, haben das damals genauso abgelehnt wie heute. Vermutlich, weil ein Kinderarzt ungern zur Schere greift und man das Problem für drittrangig hält.

Jetzt ist eine Arbeit aus der Universitäts-Kinderklinik in Freiburg zu diesem Alltagsthema erschienen. Darin beschreiben die Autoren um Sara-Maria Schlatter eine vergleichende Untersuchung, die vor wenigen Jahren in der Klinik stattfand. Sie beobachteten 776 Mutter-Kind-Paare und stellten 345 Kinder mit Stillproblemen den anderen ohne solche gegenüber. Insgesamt wiesen 116 Kinder ein kurzes Zungenbändchen auf, bei 30 von ihnen wurde das Bändchen durchtrennt.

Es zeigte sich, dass 55% der Kinder mit straffem Zungenbändchen Stillprobleme zeigten gegenüber 42% bei den Kindern ohne Zungenbändchen. Für alle Babys mit Stillproblemen war auffällig, dass die Stillzeiten kürzer waren und häufiger das Fläschchen gegeben wurde. Das bedeutet auch, dass deren Mütter deutlich mehr Aufwand hatten. Deswegen verwundert es nicht, dass bei einer Nachbeobachtung zweieinhalb Wochen später 20% der Kinder mit Stillproblemen komplett aufs Fläschchen umgestellt waren. Bei den Kindern ohne Stillprobleme waren es nur 2%.

In der genauen Analyse zeigte sich, dass das Risiko für schwere Stillprobleme bei Kindern mit kurzem Zungenbändchen 2,6 Mal höher war. Die Autoren sehen dies als Beleg dafür, dass das kurze Zungenbändchen ein bedeutsames Stillproblem auslösen kann und schlagen vor, gezielt bei der Vorsorgeuntersuchung U2 alle Säuglinge daraufhin zu untersuchen und das Bändchen ggf. zu durchtrennen.

Damit besteht nun wissenschaftlich fundiert eine klare Begründung für die Durchtrennung des verkürzten Zungenbändchens. Meines Erachtens gibt es jedoch weitere Gründe, die dafür sprechen. Zum einen ist bekannt, dass in der weiteren Entwicklung das Zungenbändchen besser durchblutet und dicker wird. Dadurch kommt es in der Folge häufig zu einen Zahnlücke in der Mitte des Unterkiefers, die nicht dem Schönheitsideal entspricht. Unwichtig? Wohl kaum, wenn man die enormen Behandlungszahlen der Kieferorthopäden betrachtet.

Ein kurzes Zungenbändchen schränkt auch die Beweglichkeit der Zunge mehr oder weniger ein. Das hat nach den vorliegenden Informationen keinen Einfluss auf die Sprache. Wohl aber auf das Zungenspiel beim Küssen. Unwichtig? Das möge jeder selbst für sich beantworten.

TIPP Reiseimpfungen – welche Kosten fallen an?

Fernreisen sind heute richtig günstig. Zumindest für uns in Europa, solange wir bei den Reisezielen nicht allzu exotische Orte aussuchen. So wurden Flüge mit der exklusiven Lufthansa von Paris nach Südafrika kürzlich für 396 € angeboten. Hin und zurück. Reine Flugzeit immerhin 12 Stunden pro Reise. Da ist die Debatte übers Klima für die meisten schnell mal vergessen.

Dazu dann noch die geringen Lebenshaltungskosten in vielen Reiseländern. Die liegen in Südafrika etwa bei der Hälfte der Kosten, die man in Deutschland aufzubringen hätte.

Wenn da nicht die medizinischen Kosten wären. Impfungen und medikamentöse Prophylaxe.  Im beschrieben Falle von Südafrika ist für den Besuch des Kruger-Nationalparks eine Malaria-Prophylaxe geboten, Kosten im günstigsten Fall für sieben Tage Aufenthalt: 136,78 €  (bei Anwendung des Originalpräparates Malarone© – inzwischen gibt es etwa halb so teure Alternativen für Kurzreisen). In anderen Ländern kann es noch teurer werden. Eine Tollwutimpfung, die seit einiger Zeit beispielsweise in Bali wichtig ist, schlägt etwa mit 200 € (bei 3 Injektionen)  zu Buche. Wer dann eine Tour mit Rucksack durch das Hinterland dieser herrlichen Insel mit ihren Reisfeldern vorhat, sollte auch an eine Impfung gegen japanische Encephalitis denken. Wieder Kosten von etwa 200 € . Die Gelbfieber-Impfung (für viele Regionen Afrikas bedeutsam) ist da mit 60-70 € vergleichsweise billig.

Was oft nicht so bekannt ist: Viele Krankenversicherungen übernehmen einen Teil oder in Einzelfällen fast alle Kosten für solche Maßnahmen. Selbst die AOK Baden-Württemberg wird da von vielen Menschen verkannt. Immerhin beteiligt sie sich an den Kosten für reisemedizinisch wichtige Maßnahmen mit bis zu 200 €. Unschlagbar bleibt jedoch die Barmer-Krankenkasse: sie erstattet sämtliche reisemedizinischen Maßnahmen, von der Malaria-Prophylaxe bis hin zur Tollwutimpfung. Für alle Details hilft die Tabelle (Stand: 09. April 2019) des Centrums für Reisemedizin (CRM) weiter, die ständig aktualisiert wird.

Am Schluss ist reisen dann so billig, dass die Frage nach den Konsequenzen fürs Klima drängender wird. Das Umweltministerium in Berlin mag zwar so manche gute Idee haben, bei der Umsetzung sieht es anders aus. Im letzten Jahr 2755 Inlandsflüge der Mitarbeiter des Ministeriums? Ja stimmt, kaum zu glauben. Da kommt einem Gabor Steingart in den Sinn: „Erst kommt das Fliegen, dann die Moral“.

TIPP Wie finde ich leckeres Eis ?

An diesen heißen Tagen kann neben dem Freibädern und Seen oft nur noch ein Eis weiterhelfen. Das sehen wohl alle Deutschen so. Denn immerhin soll jeder von Ihnen 124 Kugeln Eis im Jahr schlecken.

Wie òrange by Handelsblatt berichtet, ist beim Eis jedoch nicht nur der Preis unterschiedlich. Enorm sind auch die Qualitätsunterschiede. So gibt es zwar 9000 Eisdielen in Deutschland, aber nur ein gutes Drittel davon stellt Eis selbst her. Trotz der vielen Eisdielen: Das meiste Geld (81%) für Eis wird in Supermärkten, an Tankstellen oder Kiosken ausgegeben.

Interessant ist, dass der Preis fürs Eis sich in Eisdielen nach dem Gewicht berechnet, während die Industrie die Eismenge in Litern – also nach dem Volumen – bemisst. Dort wird einfach viel Luft ins Eis gepresst. Das macht die Süßspeise angenehm cremig für den Verbraucher und angenehm ertragreich für die Industrie.

Im Beitrag von òrange gibt einer der was davon versteht noch einen Tipp: Franco Collura vom Eiscafé Belluno in Düsseldorf verrät, dass die gute Qualität von Eis beim Pistazieneis am besten zu erkennen ist. Ist es hellgrün, so käme es vermutlich aus der Dose. Das frisch hergestellte Eis sollte durch ein „leichtes grün bis helles braun“ gekennzeichnet sein.

Reiseapotheke: Vorbereitung auf den Urlaub

Bald beginnt in Baden-Württemberg der Urlaub. Was soll dann ins Gepäck um gegen medizinische Notfälle gewappnet zu sein?

Dauermedikamente

Das wichtigste ist natürlich, Dauermedikamente (z.B. Medikamente gegen die Epilepsie oder bei Asthma) nicht zu vergessen. Der Vorrat sollte mindestens eine Woche länger reichen als der geplante Urlaub. Damit können auch unerwartete Probleme bei einem verzögerten Rückflug (z.B. infolge Pleite der Airline) vermieden werden. Es ist wichtig, Medikamente auf dem Flug im Handgepäck mitzuführen, da das Fluggepäck durchaus um Wochen verspätet oder auch überhaupt nicht ankommen kann! Für einige Arzneien verlangen die Grenzbehörden die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung. Dies gilt im Wesentlichen für Betäubungsmittel. Darunter fallen auch Arzneien wie Methylphenidat (z.B. Ritalin©).

Notfallmedikamente

Arzneimittel gegen Erbrechen wie Vomacur© oder Vomex©. Diese sind eine letzte Reserve und helfen weniger, als viele Menschen meinen. Wenn sie angewendet werden, dann als Zäpfchen mitgeführt werden, da bei Erbrechen ein Saft oder Tabletten nicht erfolgreich eingenommen werden können. Das gilt sowohl für Kinder und Jugendliche. Aber auch für Erwachsene. Die Anwendung von Vomacur© sollte im Kindesalter nur ein einziges Mal pro Tag erfolgen. Warum, das so ist lesen Sie hier. Erbricht das Kind dann weiter, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen.

Magen-Darm-Erkrankung

Erbricht ein Kind, so verliert es viele Elektrolyte (also Körpersalze wie Natrium und Kalium). Die Therapie besteht also darin, diese dem Körper wieder zuzuführen, wenn das schlimmste Erbrechen beendet ist. Das geht gut mit Oralpaedon© – einem Pulver, das mit Wasser zu einer idealen Trinklösung gemischt wird. Oder auch mit Apfelschorle, die die Kinder meist besser zu sich nehmen.

Durchfall? Dagegen gibt es tatsächlich auch Medikamente. Der Durchfall ist aber zunächst eine sinnvolle – wenngleich unangenehme – Begleiterscheinung von Magen-Darm-Infektionen. Sollte der dann extrem schlimm sein, ist es besser einen Arzt aufzusuchen. Zumal die verfügbaren Arzneien gegen Durchfall gerade für Kinder erhebliche Nebenwirkungen haben können. Also: kein Durchfallmedikament in die Reiseapotheke.

Schmerz- und Fiebermittel

Schmerzen können Kinder und Jugendliche im Urlaub schnell mal ereilen. So etwa Ohrschmerzen, bedingt durch eine Schwimmbad-Otitis (Entzündung des äußeren Gehörgangs), die sehr schmerzhaft ist. Hierfür ist es sinnvoll Medikamente wie Paracetamol (z.B. ben-u-ron©) oder Ibuprofen (z.B. Ibuflam©, Nurofen© ,Dolormin©) dabei zu haben. Je nach Alter des Kindes müssen Eltern aber vorsichtig sein, diese Arzneien nicht zu oft einzusetzen. Je jünger das Kind ist, umso eher sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das ist nicht anders als zuhause, obwohl die Suche nach einem Arzt im Ausland schwieriger sein kann. In exotischen Ländern sind neben den Hotels auch die deutschen Botschaften als Ratgeber oft wichtig.

Verletzungen

Sie gehören zu den häufigen medizinischen „Notfällen“. Neben einem klassischen Pflaster ist ein Desinfektionsmittel wie Octenisept© wichtig. Verbandsmaterial kann in Apotheken und auch Drogeriemärkten günstig gekauft werden. Kleine Wunden lassen sich nach Desinfektion mit unterschiedlich großen Heftpflastern gut versorgen. So kann Hansaplast sensitiv© schon für unter 2€ einkaufen.

Mullbinden und eine Pinzette sind meist auch sinnvoll.

Mittel vor und nach Insektenstichen

Sie können gerade nachts ganz lästig sein: Insektenstiche. Zur Vorbeugung gibt es einige Präparate auf dem Markt. Für Kinder ist Europa meist  Icaridin (z.B. in Autan© Protection Plus Pumpspray) gut geeignet. Weitere Möglichkeiten finden Sie im praxisblättle hier beschrieben.

Wenn der Stich juckt hilft in der Regel nur eine cortisonhaltige Salbe. Dazu gibt es einige Salben auf dem Markt. Sie enthalten immer Hydrocort (0.25 – 0.5%).

Reisen in tropische Länder

Je nach Reiseland sind hier zusätzliche Medikamente sinnvoll. Dies sollte mit einem Arzt für Reisemedizin vorher abgeklärt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

TIPP Reise-Krankenversicherung für den Urlaub

Bald sind Ferien und die gesamte Familie freut sich. Um diese Freude im Krankheitsfall nicht zu trüben, ist eine Reisekrankenversicherung in aller Regel ratsam.

Warum braucht eine Familie eine Reise-Krankenversicherung?

Innerhalb der Europäischen Union und in Ländern mit einem Sozialversicherungsabkommen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen meist die im Ausland angefallenen Kosten für stationäre und ambulante Behandlung. Das wichtige Wort ist meist. Manchmal wird nur der Teil bezahlt, der auch in Deutschland angefallen wäre. Bei manchen Krankenkassen werden zusätzlich Verwaltungsgebühren in Rechnung gestellt.

Behandlungskosten im Krankenhaus können schnell über 10.000 Euro betragen und werden von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt.

Richtig schwerwiegend sind Rücktransporte aus dem Ausland. Gerade bei Verkehrsunfällen können schwere Knochenverletzungen auftreten, die hierzulande leichter und oft besser operiert werden können. Auch andere plötzlich auftretende Erkrankungen wie schwerste Infektionen, Hirntumoren oder Krampfanfälle können so neben dem menschlich persönlichen Schicksalsschlag schnell zu finanziellen Katastrophen führen.

Noch schwieriger wird’s außerhalb der europäischen Länder. Dann werden von den Ärzten in den betreffenden Ländern immer Privatrechnungen gestellt, die teilweise happig sein können. Verständigungs- und Sprachschwierigkeiten tun ein weiteres. Gute Medizin ist bei weitem nicht in allen Ländern so günstig zu haben wie bei uns.

Kosten der Reise-Krankenversicherung?

Die Kosten sind teilweise sehr günstig. So gibt es Anbieter, die für eine Familienversicherung nur 20 Euro berechnen bei einer Urlaubsdauer bis 56 Tagen. Nähere Hinweise zu einzelnen Versicherern finden sich im Test-Heft der Stiftung Warentest (Juni 2019).

Wer sollte sich versichern lassen?

Diese Versicherung ist für alle gesetzlich Versicherten wichtig. Je nach Vertrag, brauchen aber auch privatversicherte Kinder und Jugendliche einen ergänzenden Schutz durch die Reise-Krankenversicherung. Hier gilt es, die Versicherungsbedingungen in Bezug auf Reisen zu studieren. Oft sind kürzere Reisen mitversichert, Rücktransporte aber eher nicht.

Autokindersitze

Sicherheit im Straßenverkehr hat einen enormen Stellenwert. Ein wichtiger Meilenstein sind Autokindersitze. In regelmäßigen Abständen befasst sich die Stiftung Warentest mit diesem Thema, so dass es für Eltern recht einfach ist sich zu orientieren.

Für die ausführlichen Ergebnisse verweisen wir auf den präzisen Testbericht im neuesten TEST-Heft (Juni 2019). Damit Sie sich etwas orientieren können, hier schon einmal einige der besten Ergebnisse vom Baby bis zu Kindern von 105 cm Körperlänge (i-Size) in Tabellenform. Dabei sind die neuen Ergebnisse mit * gekennzeichnet.

Name Preis Note Anmerkungen
Maxi-Cosi Jade+3wayFix * 420 € 1,5 Körperlänge 40 – 70 cm
Cybex Aton M i-Size&Base M i-Size 350 € 1,6 Körperlänge 45 – 87 cm; siehe Test 2017
Pef Perego Primo Viaggio i-Plus * 370 € 1,6 Körperlänge 40 – 83 cm
Brittax Römer Baby-Safe2 i-Size 350 € 1,7 Körperlänge 40 – 83 cm; siehe Test 2018

Für Kinder vom Babyalter bis zu 36 kg Körpergewicht liegen ebenfalls einige neue Testergebnisse vor:

Name Preis Note Anmerkungen
Kippan Kiss 2 Plus 500 € 2,5 bis 18 kg; siehe Test 11/2017
Nachfolger Hy5.1 TT * 350 € 2,7 bis 18 kg
Heyner Multifix Twist * 350 € 3,2 bis 18 kg
Apramo All Stage * 430 € 3,8 bis 36 kg

Gerade vor dem Antritt in den Urlaub ist es sinnvoll, die Frage der Sicherheit im Auto nochmals zu prüfen. Dabei ist es in Anbetracht der hohen Kosten der Sicherheitssysteme günstig, sich die Ergebnisse des Tests im Detail anzusehen.

Impfungen in der Schwangerschaft

Die Diskussion über Impfungen ist in Deutschland angekommen. Gut so. Da macht es auch Sinn, einige Überlegungen zu Impfungen in der Schwangerschaft zu diskutieren, die für die besonders gefährdeten jungen Säuglinge bedeutsam sind.

Lange Jahrzehnte waren Impfungen in der Schwangerschaft schlicht tabu. Das war auch sinnvoll, denn es lagen nur spärliche Informationen zu diesem Thema vor. Das hat sich inzwischen geändert. Obwohl weiterhin Impfungen in der Schwangerschaft nur auf’s Nötigste beschränkt werden, gibt es Daten, die Abweichungen davon anregen. Kürzlich hat sich hierzu die Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. geäußert.

Tetanus

Eine Impfung gegen Tetanus „in der Schwangerschaft gilt als unbedenklich, sowohl für die Mutter als auch für das neugeborene Kind“, schreibt die Kommission.

Influenza („Grippe“)

Hier schreibt die Kommission, dass „für Schwangere mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen eines Grundleidens …..die Influenzaimpfung zum Eigenschutz unabhängig von der Schwangerschaftsphase in jedem Trimenon empfohlen“ wird. In vielen Ländern wie der USA und der Schweiz wird die Impfung generell in der Schwangerschaft empfohlen.

Pertussis (Keuchhusten)

Um die steigende Zahl der Keuchhustenfälle im frühen Säuglingsalter zu verhindern, haben die USA und Großbritannien im Jahr 2012 erstmals eine Keuchhustenimpfung für Schwangere eingeführt. Im Wissen, dass die vom Immunsystem der Mutter gebildeten Antikörper (Abwehrstoffe) auf das Baby im Mutterleib übergehen, hoffte man erfolgreich zu sein. Das gelang auch. Dabei wurde eine Schutzrate von 93% für Säuglinge in den ersten beiden Lebensmonaten ermittelt. Neue Untersuchungen aus Kalifornien zeigen darüber hinaus, dass jene Säuglinge, die trotzdem erkranken, einen abgeschwächten Krankheitsverlauf haben.

Die Impfung wird inzwischen in der USA, Großbritannien und der Schweiz angewendet. Bislang steht jedoch noch kein reiner Keuchhustenimpfstoff zur Verfügung. Deswegen wird ein kombinierter Impfstoff (Tdap) verwandt. Für Deutschland liegen noch keine allgemein gültigen Empfehlungen für eine Keuchhusten-Impfung von Schwangeren vor. Jedoch wird seit Jahren empfohlen, dass sich die Umgebung (Familie) vor Geburt eines Säuglings einen sicheren Schutz gegen Keuchhusten aufbauen soll, um dadurch das neugeborene Kind indirekt zu schützen.

Antoine de Saint Exupery. Foto: Patrizio Paolinelli

Somit sind einige felsenfeste Überzeugungen beim Impfen in Bewegung geraten. Dabei kommt einem Antoine de Saint-Exupery in den Sinn: Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.

Malaria

In den Tropen ist weiterhin die Malaria die tödlichste und somit wichtigste Erkrankung, mit der sich Reisende auseinandersetzen müssen. Sie kommt nur in den Tropen vor. Bei dieser Krankheit vermutete man früher, dass sie durch schlechte Luft (mal aria – italienisch: „schlechte Luft“) übertragen würde, wodurch eine Stadt, die sicher frei von Malaria war Buenos Aires (spanisch: „gute Lüfte“) genannt wurde.

Der Malaria ist nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung ausgesetzt. Entsprechend hoch ist die Bedrohung insbesondere für Kinder in den Tropen. 90% der Erkrankungs- und Todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf. Insgesamt erkranken seit Jahren über 200 Millionen Menschen an einer Malaria. Die Todesfälle betreffen überwiegend Kinder unter 5 Jahren (70%). Im Jahr 2017 sind an der Malaria 435.000 Menschen in 91 Ländern verstorben.

Die Ursache für Malaria sind sog. Plasmodien. Diese Erreger werden durch die tropische Anophelesmücke übertragen. Sie ist nachtaktiv, tagsüber besteht also auch in den Tropen nahezu kein Risiko sich anzustecken. Etwa 10 bis 15 Tage nach dem Stich treten Symptome auf: meist als hohes Fieber (wie bei einer schweren Influenza), Kopfschmerz und Erbrechen. In
Einzelfällen kann aber auch ein schwerer Durchfall das erste Symptom sein. Danach breitet sich die Erkrankung rasch aus.

Die Malaria-Erreger befallen die roten Blutkörperchen, die dabei rasch zerfallen und mit den Abfallprodukten die Entzündung weiter beschleunigen. Im Weiteren kommt es oft zu Störung des Kreislaufes. Das trifft besonders das Gehirn, wo die kleinen Äderchen (Mikrozirkulation) verstopfen, was zu neurologischen Problemen, Koma und schließlich zum Tod führen kann.

In Deutschland wurden bis zum Jahr 2015 etwa 500 – 600 Malaria-Infektionen diagnostiziert. Seit 2015 – teilweise bedingt durch die hohe Anzahl von Geflüchteten – liegt die Zahl konstant bei über 1000 Erkrankungen pro Jahr. Durch die Inkubationszeit von 2 Wochen treten viele Erkrankungen von Reisenden erst bei deren Rückkehr nach Deutschland auf.

Vorbeugung (Expositionsprophylaxe)

Über viele Jahre wurden erfolglos Impfstoffe getestet. Seit April 2019 wird in Malawi ein neuer Impfstoff erstmals beim Menschen getestet, der 30% der Erkrankungen verhindern soll. Unabhängig davon wird aber auch Geimpften geraten, sie wie schon bisher zu schützen. Dabei gilt folgendes Vorgehen:

  • Moskitonetze, am besten mit Insektenschutzmittel imprägniert (z.B. Permethrin):
  • Mückenschutz auf der Haut mit mückenabweisenden Mittel wie DEET in Konzentrationen von 30-50% (z.B. in Nobite® Hautspray, Care Plus®, Anti Brumm forte®) – für Einzelheiten lesen Sie gerne den Beitrag im praxisblättle über Insektenschutzmittel.
  • Fliegengitter im Hotelzimmer (oder noch besser Klimaanlage im geschlossenen Raum).
  • Schutz durch Tragen entsprechender Kleidung (langärmelig,imprägnierte Stoffe), z.B. mit Nobite® Kleidung einsprühen

Chemoprophylaxe

Je nach Reiseland oder Art der Reise ist für viele Länder neben der Expositionsprophylaxe (Moskitonetz, Mückenschutz) zusätzlich auch eine Prophylaxe durch Medikamente erforderlich, falls es trotz Mückenschutz zu einem Stichereignis kommen sollte. Eine Liste der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) gibt hier eine erste Orientierung. Ein Gespräch mit einem Reise- oder Tropenmediziner ist jedoch vor einer Reise in die Tropen dringend zu empfehlen.

Alle Maßnahmen sollten vor jeder Reise in eine tropisches Land eingehend mit einem erfahrenen Arzt (z.B. Reisemediziner) individuell abgesprochen werden. Je nach bereistem Land, aktueller Gefährdungslage und der persönlichen Gesundheitssituation sind die Empfehlungen unterschiedlich. In den letzten Jahrzehnten traten schwere Verläufe von Malaria in Deutschland praktisch nur bei Reisenden auf, die diese Regeln missachtet haben. Dabei sollte immer beachtet werden, dass trotz erheblicher Anstrengungen (Melinda und Bill Gates-Stiftung) auch heute noch über 200 Millionen Menschen weltweit pro Jahr erkranken und hast eine halbe Million Menschen daran versterben

Detaillierte Informationen finden sich in der Broschüre der DTG (Stand Mai 2018).

Mein Baby ist Po-Rutscher – ist das normal?

Nach der Geburt wird die Entwicklung des Kindes von den meisten Eltern sehr intensiv und mit Freude verfolgt: Das erste Lächeln, das erste gezielte Greifen – all das sind ganz besondere Momente.

Es bleibt nicht aus, dass der Stolz über den erreichten Entwicklungsstand mit den Freunden und Freundinnen ausgetauscht wird: „Krabbelt Deine Tochter auch schon?“. Ups, nein. Natürlich machen das nicht alle Babies am gleichen Tag nach der Geburt. Und schon bekommen einige Eltern eine Sorgenfalte. „Ist mit meinem Kind vielleicht etwas nicht in Ordnung?“

Kinderärzte sehen in ihrem Berufsleben tausende von Babies und können den Stand der Entwicklung spontan für bestimmt 99% aller Kinder schnell beurteilen. Bei großer Sorge und wenn die eigene Familie auf die Frage einer normalen Entwicklung nicht weiterhelfen kann, reicht ein einfacher Anruf beim Kinder- und Jugendarztum Klarheit zu bekommen. Meist ist es ohnehin so, dass dieser durch die häufigen Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr ohnehin bestens über die Entwicklung orientiert ist.

So fällt Kinderärzten der „shuffler“ (to shuffle, englisch: schlürfen) – siehe das Bild – sofort auf. Denn er ist nicht gar so selten (1 auf 7 Kinder), aber für die Eltern oft ein Grund zur Besorgnis. Denn shuffler krabbeln nicht, sondern bewegen sich rutschend auf ihrem Hinterteil durch die Wohnung. Oft sind es eher behäbige Kinder, die auch die – anstrengendere – Bauchlage nicht mochten. Sie gehen also den Weg ihrer Entwicklung so, dass sie sich zunächst aus der Rückenlage in eine Art Schneidersitz begeben. So erreichen sie mit Schwung alles was ihnen wichtig ist. Dieses Video zeigt einen typischen shuffler. Später ziehen sie sich an Gegenständen hoch und kommen auf diesem Weg zum Laufen. Nicht selten entdecken sie im weiteren Verlauf irgendwann auch das Krabbeln. Aber das interessiert dann oft niemanden mehr.

In jedem Fall ist der „shuffler“ eine normale Variante der sehr variablen Entwicklung. Es ist keinerlei Eingriff von außen erforderlich. Der „shuffler“ entwickelt sich ganz normal. Im Anfang nur etwas anders.