Kategorie: TIPP

Herrliche Sonne – aber nicht unbedingt für die Haut

Die Sonne wird seit Monaten immer stärker. Wir merken das nicht nur an den längeren Tagen, sondern auch an der erwachenden Natur. Und an uns selbst: Es ist eine Labsal, die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.

Abbildung 1. Lichtspektrum. Foto: www.optifog.de

Wirklich, immer eine Labsal? Für die Seele sicher. Aber für die Haut kann’s auch gefährlich werden. Das gilt besonders für die Kinder. Für sie ist ein guter Sonnenschutz wichtig. Als Kinder und Jugendliche erfahren die Menschen etwa 80% der UV-Strahlung ihres Lebens. Also gerade in diesem Alter ist ein konsequenter Schutz wichtig, um das Risiko für ein Melanom – den „schwarzen Hautkrebs“ – nicht zu erhöhen. Abbildung 1 zeigt, dass die UV-Strahlung von uns – im Gegensatz zur Infrarotstrahlung, die sich als Wärme äußert – subjektiv nicht wahrgenommen werden kann. Wir müssen also unseren Verstand walten lassen, bevor ein Sonnenbrand uns die Information im Nachhinein vermittelt.

Und lassen Sie sich nicht täuschen: Auch wenn die Temperaturen noch nicht so hoch sind, die Sonne ist schon stark. Die Sonne am 21. April ist ebenso stark wie die am 21. August. Hierzu war im praxisblättle letzte Woche der Beitrag „Sonne, liebe Sonne“ zu lesen.

Hier nun einige praktische Tipps, die einfach umzusetzen sind.

Intensive Sonne meiden

  • Die Mittagszeit im Haus verbringen
  • UV-Index (hier für’s Ländle) gibt Hinweis auf die Stärke der Sonne

Dichte Kleidung

  • Kopfbedeckung mit Ohren- und Nackenschutz
  • Kleidung mit Bedeckung der Schultern
  • Schuhe, die den Fußrücken schützen

Sonnenbrille

  • Kindersonnenbrille, wenn möglich seitlich geschlossen
  • ideal mit Kennzeichnung DIN E 836 und UV-400

Sonnencreme

  • Lichtschutzfaktor 30 mit UVA- und UVB-Schutz
  • Wasserfest
  • Dick auftragen
  • alle 2 Stunden neu eincremen + immer nach dem Baden im Wasser

Schatten

  • Schatten ist immer der beste Sonnenschutz
  • Schatten wandert mit der Sonne – also nicht einschlafen
  • ein breitkremiper Hut bietet dem Hals Schatten

Abbildung 2. Verschiedene UV-Wellenlängen und die Wirkung der Atmosphäre auf sie. Foto: Bundesamt für Strahlenschutz.

Letztlich ist es nicht so schwierig ein Kind gut vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Einzig wichtig ist dabei, konsequent zu bleiben und immer daran denken: Der einfachste Schutz ist der Schatten. Beim Sparziergang einfach den Kinderwagen immer so fahren, dass das Kind keine direkte Sonne abbekommt. Denn je kleiner die Kinder sind, umso eher kann die UV-Strahlung Schäden an der Haut anrichten.

Und noch eines. Den absoluten Schutz vor UV-Strahlung gibt es natürlich nicht. UV-Strahlung geht durch die Kleidung hindurch (sehr abgeschwächt), auch durch einen Sonnenschirm (immerhin bis zu 50%) und sie erreicht uns auch im Schatten durch Streustrahlung.

TIPP Hundebissverletzungen

Untersuchungen besagen, dass jedes zweite Kind bis zu seinem 18. Geburtstag von einem Hund gebissen wird. Also kein seltenes Problem. Meistens sind es Kleinkinder, die sich gegenüber einem Hund nicht eindeutig verhalten und dadurch beim Tier eine unangemessene Reaktion auslösen.

Abbildung 1. Haustiere in deutschen Haushalten im Jahre 2016. Foto: www.ivh-online.de

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie hat kürzlich nochmals darauf hingewiesen, dass Kinder zu über 90% von Hunden aus dem nahen sozialen Umfeld (also im eigenen Haushalt oder vom Hund des Nachbarn) gebissen werden. Das ist auch die Erfahrung aus dem Praxisalltag. Bei inzwischen über 8,6 Millionen Hunden in Deutschland ein eher zunehmendes Problem.

Was ist nach einem Hundebiss zu unternehmen?

  • Bisse von Hunden sollten immer dem Arzt vorgestellt werden. Oberflächlich harmlos aussehende Verletzungen können in der Tiefe ausgedehnte Quetschungen verursacht haben, die sich durch den bakteriell belasteten Speichel des Hundes infizieren können.
  • Der Arzt muss auch sehr selten Wundinfektionen wie Tetanus, Gasbrand oder eine Blutvergiftung in die Überlegungen einbeziehen. Oftmals ist die Gabe eine geeigneten Antibiotikums sinnvoll

Besonders wichtig sind alle Maßnahmen, die Hundebisse verhindern können. Das fängt an bei der artgerechten Haltung von Hunden.

Hunde haben auch Empfindungen, die von der Umgebung verstanden werden müssen. Gerade Kleinkinder können jedoch oft nicht einschätzen, wie das Tier empfindet. Folge dieses Missverständnisses sind manchmal Bisse. Deswegen sollten mit Hunden erfahrene Menschen immer anwesend sein, wenn Kleinkinder mit Hunden spielen. Der Hinweis „mein Hund macht nichts“ zählt nicht. Vorsicht ist dennoch geboten.

TIPP Fanconi-Lösung – eine einfache Hilfe bei Erbrechen

Von Brechdurchfällen sind Kinder oft betroffen. Da kommt es dann vor, dass ein Kind von jetzt auf sofort spucken muss, manchmal mehrfach. Wir Eltern sind erstmal erschrocken und fragen uns, was da zu machen sei. In den meisten Fällen hilft es, das Kind zu beruhigen, in den Arm zu nehmen und ihm langsam ein Getränk zuzuführen. Aber was?

Abbildung 1. Guido Fanconi, Schweizer Pädiater und wichtiger Wegbereiter für eine moderne Kinder- und Jugendheilkunde. Foto: Ze’ev Aleksandrowicz

Ideal sind die Elektrolytlösungen wie Oralpädon© (in verschiedenen Geschmacksvarianten). Das Problem ist nur, viele Kinder verweigern die an sich nicht schlecht schmeckenden Getränke schlicht. Dann kann man alternativ auf eine Apfelschorle (1 Teil Apfelsaft + 3 Teile Wasser, dazu etwas Salz direkt oder indirekt mit Salzstängele) zurückgreifen, die von fast allen Kindern gerne getrunken wird. Aber es gibt noch eine besser Möglichkeit, die den Namen vom berühmten Leiter vom Zürcher Kinderspital trägt:

Die „Fanconi-Lösung“

Diese Lösung ist für Kinder schmackhaft und in ihrer Zusammensetzung besser als die Apfelschorle (jedoch nicht ganz so gut wie die Elektrolytlösungen). Mit dieser Lösung gelingt es die Salzverluste nach dem Erbrechen wieder gut aufzufangen. Und so kann man sie herstellen:

  • 3 Esslöffel (Trauben-)zucker
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • beides zusammen in 300 ml Orangensaft auflösen und diese Mischung dann in
    1 Liter verdünnten Schwarztee geben

Alle diese Getränke werden zunächst löffelweise gegeben in langsam zunehmender Menge. Dabei sollte ein Kleinkind nach 30 min etwa 100 ml getrunken haben (nicht mehr!). Ist bis dahin kein Erbrechen mehr aufgetreten, kann das Kind so schnell trinken wie es mag. Im anderen Falle wieder zur löffelweisen Gabe der Flüssigkeit zurückkehren und von vorne beginnen. Immer sehr langsam, mit viel Geduld und ohne die Frage „Musst Du spucken?“. Denn dem Kind geht es meist schon schlecht genug und es ist besser, es geschickt durch Anschauen eines Bilderbuches oder anderes abzulenken.

TIPP Schnelle Hilfe: Allergie- Informationsdienst

Informationen zu bewerten, ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Nutzung des Internets. Das ist gerade für Laien oft schwierig.

Nun gibt es ein hochqualifiziertes Angebot für Allergiker: Den Allergieinformationsdienst. Herausgeber ist das Helmholtz-Zentrum in München – eine erste Adresse unter Fachleuten. Wissenschaftlich fundiert, können auf diesem Portal Informationen zu nahezu allen allergologisch wichtigen Themen abgerufen werden. Sie reichen von der Neurodermitis über die Hausstaubmilbenallergie bis zur Histaminunverträglichkeit.

Alle Beiträge sind präzise, übersichtlich und mit Hinweisen zur wissenschaftlichen Quelle bestens bearbeitet. Einer der letzten Beiträge fasst eine deutsche Publikation im JACI – der Zeitschrift der amerikanischen Allergologen – zusammen: „Wie Neurodermitis und Hautbarriere das Mikrobiom verändern„. Fast alles Themen, die für viele Kinder und ihre Eltern heute von enormer Bedeutung sind.

Schauen Sie einfach mal rein. Es lohnt sich. Auch wenn Sie keine Allergie haben und Ihr Kind völlig gesund ist.

TIPP Meinem Kind wird’s beim Autofahren schlecht

In meiner Kindheit war das noch der Normalzustand: Einsteigen ins Auto, Fahrt über die vor fünfzig Jahren recht kurvigen und holprigen Straßen. Und nach wenigen Kilometern musste angehalten werden. Wir Kinder erleichterten uns am Straßenrand. Auf der weiteren Fahrt wiederholte sich das alle 30 bis 40 km. Heute hat man dafür einen Namen: Reisekrankheit, medizinisch auch Kinetose genannt.

Die kommt heute jedoch selten vor. Kinder wachsen mit dem Auto auf. Vielen dient es fast als Einschlafmittel. Und so verwundert es kaum, dass sie damit gut zurecht kommen.

Was tun, wenn Kinder aber unter der Reisekrankheit leiden und es ihnen oft übel wird?

  • Während der Autofahrt zu lesen oder in ein Tablet zu schauen ist ungünstig. Besser ist es, die Aufmerksamkeit des Kindes auf Dinge in weiterer Entfernung zu lenken
  • Dazu bieten sich Spiele an, damit Kinder angeregt werden dies zu tun. Z.B.: „Wie viele Autos auf unserer Straße sind rot?“. Oder später das Spiel mit den Teekesselchen für die Älteren. Dabei gilt es Worte mit Doppelbedeutungen zu finden: „Maus“ – die Maus als Tier oder die Computermaus. Meist beschreibt ein Spieler was er sieht: z.B..“Auf meinem Teekesselchen wachsen Pflanzen“ = „Erde“. In diesem Fall die Erde vom Acker, aber Erde steht auch für die Erdkugel.
  • Kinder müssen aus Sicherheitsgründen auf der Rückbank sitzen. Diejenigen, denen es gerne beim Fahren übel wird, sollten in die Mitte platziert werden. Dann können sie ihren Blick problemlos in die Ferne richten.
  • Zum Seitenfenster hinauszuschauen ist ungünstig. Dann müssen die Augen ständig Nachstellbewegungen zur Blickstabilisierung ausführen. Das ist anstrengend und verursacht Übelkeit.
  • Und: frische Luft ist immer gut

Natürlich werden Medikamente angeboten. Diese sind sehr kritisch zu sehen. Einige, wie Diphenhydrinat (Vomacur©, Vomex©) wirken im Zentralnervensystem, sind aber zunächst mal Schlafmittel. Daneben gibt es auch Pflaster. Das hört sich netter an, aber auch hier finden sich Diphenhydrinat oder Scopolamin (letzteres verschreibungspflichtig) als Wirkstoffe. Also eher heftige Substanzen, die mit einem Risiko für erhebliche unerwünschte Wirkungen verbunden sind.

Insgesamt ist es besser auf die allgemeinen Maßnahmen achten, die oben erwähnt sind. Auch wenn’s mühsamer ist. Die Nebenwirkung: es wird viel gelacht im Auto – und manchmal auch gestritten.

TIPP Madenwürmer: ärgerlich, aber nicht schlimm

Manchen ekelt allein der Gedanke. Dennoch können Würmer unseren Darm befallen, sich einnisten und auch Beschwerden verursachen. Bei Kindern ist das gar nicht mal so selten. Die bei weitem häufigsten Würmer – die Madenwürmer – sind letztlich eher harmlose Mitbewohner, sofern sie nicht die Appendix befallen und damit zum Bild einer „Blinddarmentzündung“ und zur Operation derselben führen.

Madenwürmer sind die am häufigsten auftretenden Würmer und befallen jeden zweiten Menschen irgendwann einmal. Sie sind weißlich, zwischen 3 und 13 mm lang und kaum einen Millimeter dick und werden manches Mal in Gruppen auf den Ausscheidungen des Darmes gesehen (siehe Abbildung 2). In vielen Fällen bzw. zu Beginn des Darmbefalls sind sie diskreter und äußern sich zunächst nur durch lästigen Juckreiz am After, besonders nachts.

Abbildung 1. Eier der Madenwürmer. So stellen sie sich im sog Analfilm unter dem Mikroskop dar. Foto: Center for Disease Control (CDC)

Die Aufnahme der Wurmeier (siehe Abbildung 1) erfolgt meist durch von Madenwürmer befallene Nahrungsmittel über den Mund (oral). Eine Infektion durch Inhalation (inhalativ) aus Staub ist jedoch auch möglich. Die Eier kommen letztlich im Magen an, werden dort aufgeweicht und beginnen sich bereits nach wenigen Stunden im Zwölffingerdarm (Duodenum) geschlechtlich weiter zu entwickeln. Nach der Wanderung durch den Dünndarm siedeln sie sich in der Region der Bauhin’schen Klappe im Blinddarm (Ceocum) an und vermehren sich dort. Nach der Paarung stirbt das – kleinere – Männchen ab, das Weibchen bewegt sich in Richtung After und legt dort vorzugsweise nachts in den Falten Tausende von Eiern ab bevor es auch stirbt. Durch den Juckreiz kommen die Eier häufig unter die Fingernägel des betroffenen Menschen, von wo sie wieder durch Fingerkauen aufgenommen werden. Damit beginnt der Zyklus von vorne.

Abbildung 1. Madenwürmer. Foto: http://digestivedetective.com.au

Die Diagnose wird über den sog. Analfilm gestellt. Hierbei werden morgens mit Hilfe eines Klebestreifens die Wurmeier vom After abgezogen und unter dem Mikroskop untersucht. Wenn Würmer gesichtet wurden ist eine weiter Untersuchung nicht erforderlich. Bei einem negativen Ausfall des Analfilms sollte dieser Test insgesamt 3 mal wiederholt werden. Im Analfilm lassen sich die Wurmeier meist sehr einfach darstellen (siehe Abbildung 1).

Die Therapie ist in den meisten Fällen einfach, umfasst aber eine Reihe von begleitenden Verhaltensregeln um erfolgreich zu sein:

  • Pyrantel (Helmex©) in einmaliger Dosis, das teilweise nach 2 und 4 Wochen nochmals verabreicht wird
  • Nagelpflege. Die Fingernägel müssen kurz geschnitten und glatt gefeilt werden
  • Nach jedem Stuhlgang gründliches Händewaschen mit Fingerbürste (unter den Nägeln bürsten)
  • Wechseln der Unterwäsche zweimal täglich
  • Wechseln der Bett- und Nachtwäsche vor und nach Therapie
  • Bettwäsche nicht ausschütteln
  • Alle Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen
  • Staub um das Bett saugen (Vorsicht: Im Staub können Wurmeier sein, die inhaliert werden können)

Von vielen Mikrobiologen wird die zeitgleiche Behandlung aller Haushaltsmitglieder empfohlen, weil es häufig symptomfreie Menschen gibt, die dennoch von Madenwürmern befallen sind. Alternativ sollten in jedem Falle alle Menschen in einem Haushalt mit dem Analfilm auf Wurmeier untersucht werden.

TIPP Zahnpflege bei Kindern

Zähneputzen ist eine wichtige Maßnahme zum Erhalt unserer Zahngesundheit. Soweit, so gut. So putzt auch jeder Deutsche die Zähne zwei Mal täglich. Und dennoch zeigt eine Studie der Universität Witten/ Herdecke und der AXA-Versicherung, dass zu viele Menschen „unfreiwillig Mut zu Lücke“ haben. So bringt es deren Leiter Prof. Dr. Stefan Zimmer auf den Punkt. Sie putzen falsch und riskieren damit große Zahnprobleme.

Etwa 57% der Menschen würden die Zähne mit kreisenden Bewegungen und damit technisch falsch putzen, weil mit dieser Technik häufig Bakterien unter das Zahnfleisch geschoben würden. Dadurch entstehen Zahnfleischentzündungen. Die richtige Technik umfasse fegende und rüttelnde Bewegungen, die unter Schonung des Zahnfleisches die Zahnbeläge ideal entfernen. Auf diese Art hatten aber nur 32% der Befragten die Zähne gereinigt. Warum das so ist? Die Autoren um Prof. Dr. Zimmer vermuten, dass die meisten Menschen die Zähne so putzen, wie man es ihnen vor Jahrzehnten beigebracht hatte.

Was ist beim Zähneputzen zu beachten?

  • Zähneputzen sollte immer konzentriert erfolgen, also ohne begleitende Tätigkeit. Gerade Jugendliche z.B. würden aber zu 31% aber in der Wohnung herumlaufen und anderes tun.
  • Ausreichende Dauer der Zahnreinigung von mindestens 3 Minuten. Soviel Zeit nahmen sich jedoch nur 40% der Befragten
  • Täglicher Einsatz von Hilfsmitteln wie Zahnseide zum Reinigen der Zahnzwischenräume. Auch hier: 59% haben zwar Zahnseide, sie verwenden sie aber nur in 11% regelmäßig täglich.
  • Professionelle Zahnreinigung ist sinnvoll. Sie ist 44% der Befragten aber zu teuer.

Was können Eltern tun?

  • Kinder können die Zahnreinigung im Schnitt erst im Alter von 9 Jahren selbstverantwortlich übernehmen. Zuvor sollten Eltern ihr Kinder in das Zähneputzen einführen und immer die Zähne nachputzen (bes. im hinteren Teil des Gebisses)
  • Gerade für die hinteren Zähne kann eine elektrische Zahnbürste sinnvoll sein. Bedingt durch die Enge ist das manuelle „Fegen und Rütteln“ an dieser Stelle des kindlichen Gebisses schwierig. 
  • Gezieltes Putzen und Reinigen auch der Zahnzwischenräume
  • Der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt ab dem 3. Lebensjahr.

Die Untersuchung der Uni Herdecke zeigt nochmals eindrücklich, welch großes Potential durch gute Zahnpflege noch zu heben ist. Karies ist meist die Folge von unzureichender oder oder unregelmäßiger Zahnpflege. Dem nicht behandelten Karies folgen später das erhöhte Risiko für viele internistische Erkrankungen (Diabetes mellitus, Herzinfarkt und Rheuma).

Behutsames, aber klares Heranführen an eine gute Zahnpflege für das Kind hat also einen enormen Stellenwert auch für die Gesundheit im späteren Leben.

TIPP Lausen ohne Gift – aber mit viel Zeit

In regelmäßigen Abständen werden Eltern mit dem Problem der Läuse konfrontiert. Meist betrifft das Kinder im Kindergarten oder der Grundschule. Im Deutschen Ärzteblatt ist hierzu eine Übersichtsarbeit von Laura Meister und Falk Ochsendorf von der Universitätshautklinik in Frankfurt erschienen, die einige wichtige Details zu diesem Thema genauer fasst:

  • Wie bereits seit Jahren bekannt, kommt es bei der Behandlung auf die konsequente und korrekte Lokalbehandlung des Kopfes an.
  • Die Umgebungsbehandlung (Haarbürsten, Boden, Kuscheltiere) ist in den allermeisten Fällen bedeutungslos. Die aufgewendete Zeit hierfür sollte zugunsten der korrekten Behandlung des Kopfes verringert werden.
  • Es gibt 3 therapeutische Ansätze: die neurotoxischen Lokaltherapeutika (u.a. Infectopedicul©), die Lokaltherapie mit Dimeticonen (u.a. Nyda L©) sowie die Technik des „feuchten Auskämmens“, die im Folgenden beschrieben wird. Diese ist – ohne Chemie ! – sicher erfolgreich, verlangt aber einen Zeiteinsatz, der bei grösseren Familien schwer zu bewältigen ist.

Technik des „feuchten Auskämmens“ * 

  • Haarwäsche mit einem normalen Shampoo durchführen
  • Großzügiges Auftragen einer Haarspülung („Conditioner“) um die Haare zu glätten, zu „entwirren“ und auch die festhaftenden Eier entfernen zu können.
  • Durchkämmen des Haars mit einem Kamm mit gröberen Zinken, um es zu glätten.
  • Wenn der Kamm problemlos ohne zu „ziepen“ durch das Haar gleitet: Wechsel auf einen Läusekamm.
  • Die Zähne des Kamms müssen an der Basis des Haars eingesetzt werden, die Zinken berühren die Kopfhaut und dann Durchziehen der Haarsträhnen bis ans Ende.
  • Nach jedem Strich: Suche nach Läusen auf dem Kamm und Entfernen (abreiben oder abspülen), wenn diese vorhanden sind.
  • Systematisches Durchkämmen der Kopfhaut von Sektion zu Sektion.
  • Abspülen der Spülung mit Wasser. Zeitbedarf bis hierher: 10 Minuten (kurzes Haar) bis 30 Minuten (langes Haar).
  • Nochmals systematisches Durchkämmen der nassen Haare, um gegebenenfalls verbliebene Läuse zu entfernen.

Unter den drei Verfahren, die Läuse loszuwerden ist das feuchte Auskämmen das eleganteste. Aber es kostet Zeit und Aufmerksamkeit, um alle betroffenen Haarabschnitte von möglichen Läusen zu befreien.

* zitiert nach Meister, Laura; Ochsendorf, Falk; Dtsch Arztebl Int 2016; 113(45): 763-71; DOI: 10.3238/arztebl.2016.0763

TIPP Bernstein schadet der Gesundheit Ihrer Kinder

Bernstein. Ihm werden wahre Wunderwirkungen zugeschrieben: „….spendet Lebenskraft, beruhigt das Gemüt, lindert Ängste, Sorgen und Albträume“, um nur einige zu nennen. Man hat das Gefühl, man müsse kein Geld mehr verdienen, keine Wohnung zu mieten oder Essen einzukaufen. Einfach den Bernstein auf die Brust legen und alles wird gut. Heilsversprechen.

Alle sehen wir uns danach. Nach dem großen Glück. Nur, Bernsteinketten bringen es nicht. Vor diesen Ketten muss man warnen. Sie bringen das Risiko einer Strangulierung mit sich. Da mag es das Heilsversprechen geben, Bernstein habe eine Wirkung gegen „Zahnen“. Aber trotz vielfacher Hoffnungen: Belege hierfür gibt es nicht.

Aus den Canada liegt inzwischen eine aktuelle Veröffentlichung von Catherine Cox und Kollegen vor, in der eine beinahe tödliche Strangulation vorgestellt wird.

Strangulationsunfälle bei Säuglingen sind erstaunlich häufig, wie eine Studie von Carrie K Shapiro-Mendoza und Kollegen vom CDC in Atlanta in ihren Studien zeigen konnten. Das Team untersuchte für die Jahre 1984 bis 2004 diese Todesursache. Dabei wurden 233 Strangulationsunfälle gesichert, die aus 119 Notfallkliniken in den USA gemeldet wurden. Demnach lag die Zahl der Todesfälle im Jahre 1984 bei 2.8 Kindern auf 100.000 Lebendgeburten. Danach stieg sie kontinuierlich an um zuletzt bei 12.5 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten zu liegen. Eine höchst erschreckende Quote, die in Deutschland kaum anders sein dürfte.

Immer wieder wird über das „Zahnen“ diskutiert. Eltern in den westlichen Ländern schreiben dabei dem Bernstein eine helfende Wirkung zu, die aber nicht belegt ist. Positive Effekte konnten nicht belegt werden, wie auch ein Artikel in der New York Times zeigt.

Gemessen daran, dass ein Nutzen dieser Kette nicht belegt ist, wohl aber das Risiko, kann weiterhin nur dringend gewarnt werden, diese potentiell tödlichen Ketten Säuglingen anzulegen. Wunder geschehen einfach selten

TIPP Wie wende ich Zäpfchen an?

Das Thema stellt sich allen Eltern. Nach vielen Wochen voller Gesundheit, fängt ein sonst zufriedener Säugling jämmerlich an zu schreien. Kein Hunger, das ahnen sie, sondern Schmerz. Das helfende Medikament ist ein Zäpfchen, das sich medizinisch Suppositorium  nennt. Das stammt vom Lateinischen supponere (darunterlegen) und dieser Wortstamm hilft auch als  Grundlage für andere Sprachen (Englisch: suppository, Französisch: suppositoire, Spanisch: suppositorio, Italienisch: supposta) – nur, wenn Sie mal im Urlaub sind.

Warum überhaupt Zäpfchen?

Gerade Säuglinge sind bei Schmerz sehr untröstlich. Sie schreien lauthals und an die Zufuhr eines Saftes oder einer Tablette ist nicht zu denken. Solange das so ist, sind die Suppositorien eine wichtige Darreichungsform von Medikamenten.

Da sie andererseits aber die unsicherste Variante der Medikamentengabe darstellt, sollte so früh wie möglich auf andere Darreichungsformen wie Säfte (oder später Tabletten) umgestellt werden.

Warum haben die Zäpfchen diese Form?

Die Form ist industriell vorgegeben (siehe Bild oben). Leider verführt sie die meisten Eltern zur nicht optimalen Anwendung.

Warum also das Zäpfchen mit der stumpfen Seite zuerst einführen?

Wie so oft im Leben befasst sich kaum jemand mit den häufigen Dingen des Lebens, das scheint zu banal zu sein. Die heutigen Erkenntnisse gehen in aller Regel auf Abd-El-Maeboud zurück, der im höchst geschätzten Medizinjournal Lancet im Jahre 1991 eine Studie veröffentlichte. Darin empfiehlt er die Anwendung von Zäpfchen mit der Spitze nach hinten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Zäpfchen nicht zu weit in den Darm vordringen. Würden sie das tun, so würde der Wirkstoff über die Leber abgebaut bevor er hilfreich ansetzen könnte. Denn nur das letzte Stück des Darmes ist mit seinen Adern direkt an die Hohlvene angebunden. Und nur von diesem kurzen Stück des Darmes aus gelangen die medizinischen Substanzen direkt über die unter Hohlvene und das Herz in alle Organe. Unter Umgehung der Leber.

Praktische Tipps zur Anwendung

Trotz Schmerz, Fieber oder Krampfanfall besteht bei der Anwendung von Suppositorien nie ein Grund zu Hektik. Ruhe und Einfühlungsvermögen sind wichtig, um die Einführung des Zäpfchens nicht zum Horrorerlebnis für das Kind werden zu lassen.

Wie wir alle wissen, ist der After eine hoch sensible Region. Also handeln wir danach:

  • Zuerst umfassen wir das Zäpfchen mit unsern Fingern und setzen die stumpfe Seite mit leichtem Druck auf den After.
  • Nach wenigen Sekunden schmilzt die Oberfläche des Suppositoriums an.
  • Dann reizen wir mit leichten Bewegungen den After, der sich darunter langsam öffnet.
  • Es dauert wenige Sekunden und das Zäpfchen gleitet unter dem zarten Druck in den Mastdarm.
  • Wenn die Spitze kaum mehr an Analring zu sehen ist, haben wir es richtig gemacht. Bitte nicht mit dem Finger hinterher schieben!

Die Wirkung des Zäpfchens ist in Bezug auf Schmerz oder Fieber erst nach etwa 30 Minuten zu erwarten. Geduld ist also nochmals gefordert.