Kategorie: TIPP

Vergiftungen: Schneebeere

Sie kommt in unseren Gärten als Zierpflanze vor: die Schneebeere (Symphoricarpos albus). Für Kinder erscheint sie spannend, weil sich die Beeren mit Geschick knallend ausdrücken lassen („Knallerbse„). Zum essen reizen sie Kinder trotz allem selten.

Die Pflanze gehört zu den Geißblattgewächsen und enthält Saponine.

Symptome

Nach Aufnahme können die Beeren zu Schleimhautreizungen führen. Das bedeutet, dass es in zu Magenschmerzen oder Erbrechen kommen kann. Vergiftungen treten erst bei grösseren Mengen auf.

Daneben sind Hautreizungen durch den Kontakt mit dem Inhalt der Beere möglich.

Therapie

Wenige gegessene Beeren sind sicher unproblematisch. Ab etwa 10 Beeren wird je nach Alter des Kindes eine Giftentfernung empfohlen. Schwere Vergiftungen sind nicht bekannt.

Insektenschutzmittel

Die Zahl der Insekten in unserem Land mag kleiner werden. Insektenschutzmittel bleiben dennoch wichtig, da es viele Insekten gibt, gegen die man sich effektiv schützen sollte. Das gilt in jedem Fall in tropischen Ländern als Schutz vor der Malaria oder dem Denguefieber. Beides Erkrankungen, für die es keine Impfungen gibt.

Aber auch im Süden Deutschlands sollte man sich überlegen, ob man sich die Zecken vom Halse halten möchte. Immerhin übertragen sie schwerwiegende Erkrankungen wie die Borreliose oder die FSME.

Aber welches Insektenschutzmittel ist für Kinder und Jugendliche sinnvoll? Auf dem Markt gibt es  verschiedene Substanzen bzw. Mischungen, die hier kurz vorgestellt werden.

1. Diethyltoluamid (DEET) ist eine effektive Substanz im Schutz gegen Mücken aller Art, Flöhe und Zecken. Sie ist seit 70 Jahren auf dem Markt und gilt als „Goldstandard“. Man kann sie in verschiedenen Konzentrationen erhalten. Es ist untersucht worden, dass sie ab einem Level von 30% die beste Wirkung erzielt. Höhere Konzentrationen können die Wirkdauer verlängern. Konzentrationen von 10% erbringen einen Schutz für zwei Stunden, solche von 24% einen Schutz von etwa fünf Stunden. Dieser Schutz verkürzt sich durch Schwimmen, Duschen, Regen und Schwitzen – wenn also das Mittel in irgendeiner Form abgewaschen wird.

Nebenwirkungen

Da diese Substanz schon lange auf dem Markt ist sind die unerwünschten Effekte gut bekannt. Insgesamt besteht eine gute Verträglichkeit. Es können jedoch Hautreizungen und eine allergische Hautreaktion auftreten. In extremen Einzelfällen sind Schädigungen der Nerven (Neurotoxizität) beschrieben. Diese traten erst bei chronischem und übermässigem Gebrauch auf. DEET soll nach heutiger Einschätzung nicht bei Säuglingen unter 2 Monaten angewendet werden. Bei Kindern ab dem 3. Lebensjahr wird eine Anwendung von DEET in Konzentrationen von 10% bis 30% als sicher angesehen, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. DEET ist nicht krebserregend.

Welche Produkte stehen zur Verfügung?

In der folgenden Tabelle sind die bei uns bzw. in den USA verfügbaren Insektenschutzmittel, die DEET enthalten aufgeführt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit; Stand August 2018).

Handelsname des DEET-Produkts Konzentration Menge Preis in €
 Care plus© Anti-Insect DEET 40%   40% 100 ml 13,95
 Care plus© Anti-Insekt gel DEET 30%   30% 80 ml  9,95
 Care plus© Anti-Insect Lotion DEET 50   50% 60 ml 11,95
 NOBITE© Hautspray   50% 100 ml 12,49
Anti Brumm© Forte   30% 75 ml 10,25
 Jungle Formula bei AZARON© xtreme   50% 75 ml 10,90
 OFF Deep woods© Repellent V   25%  (USA)
 OFF Deep woods© Sportsmen IR II   30%  (USA)

Um DEET ranken manche Mythen. Bei sachgemäßem Gebrauch ist die Verträglichkeit als sehr gut anzusehen. Der Einsatz dieses potenten Mittels sollte aber immer medizinisch gerechtfertigt sein. So ist sein Einsatz bei Malaria- oder Dengue-Risiko in jedem Fall sinnvoll.

2. Icaridin (in manchen Ländern auch Picaridin genannt) ist ein weiteres Insektenschutzmittel, dessen Grundstoff aus einer Pflanze stammt. Es wirkt gegen Moskitos, Zecken und Sandfliegen. Konzentrationen von 20% und höher wirken vergleichbar wie DEET, ihre Wirkdauer ist aber kürzer als bei DEET. Zecken lassen sich nach Informationen einer Studie nur eine Stunde durch Icaridin abhalten, während DEET gegen die Spinnentiere deutlich länger wirkt.

Nebenwirkungen

Icaridin wird schon seit vielen Jahren genutzt. Bedeutsame Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Selbst eine versehentliche orale Aufnahme – wie sie bei Kindern denkbar ist – scheint harmlos zu sein.

Welche Produkte stehen zur Verfügung?

Handelsname des Icaridin-Produktes  Konzentration  Menge Preis in €
Autan© Family Care Pumpspray  10% 100 ml  9,99
 Autan© Protection Plus Pumpspray  20% 100 ml  8,99
 Autan© Protection Plus Zeckenschutz  20% 100 ml  9,99
 Autan© Protection Plus Spray  16% 100 ml  8,99
 Autan© Junior Gel  10% 100 ml  9,99
Autan© Tropical Pumpspray  20% 100 ml  9,99
 Anti Brumm© Classic  20%  75 ml 10,25
 Jungle Formula by AZARON© complete  20%  75 ml  9,90

Insgesamt zeigt Icaridin also eine gute Wirksamkeit, die bei höheren Konzentrationen mit der von DEET vergleichbar ist. Die Dauer der Wirksamkeit ist jedoch klar kürzer.

3. Citronella ist ein pflanzliches Produkt, das als Insektenschutzmittel eingesetzt wird. Seine Wirkstärke und seine Wirkdauer sind mit DEET und Icaridin in keiner Weise vergleichbar. Ob eine Wirkung gegen Zecken besteht ist eher zweifelhaft. Die Werbung beruft sich meist auf die Natürlichkeit des Produkts und kann nicht auf gesicherte Erkenntnisse seiner Wirksamkeit verweisen.

 

Vergiftungen: Mahonie

Die Mahonie (Mahonia aquifolium) ist eine Zierpflanze, die aus Nordamerika stammt und inzwischen häufig in unseren Gärten anzutreffen ist.

Die immergrüne Pflanze hat dornig gezahnte Blätter. Im Moment ist sie voller blauer Beeren, die etwas matt sind. Die Beeren haben einen dunkelroten Saft und schmecken sauer. Damit sind sie für Kinder kaum interessant.

Vergiftung

Die Mahonie enthält Berbin – wie übrigens auch die Berberitze.

Symptome

Wenn Kleinkinder große Mengen an Beeren zu sich nehmen kommt es zu Brechdurchfällen. Für grössere Kinder und Erwachsene sind keine Vergiftungssymptome zu erwarten

Therapie

nicht erforderlich.

 

O-Beine

Die Stellung der Beinachse von Kindern und Jugendlichen unterliegt vielen Einflüssen. Ohne Berücksichtigung der vielen, aber meist seltenen Erkrankungen der Knochenentwicklung, stehen besonders die genetischen Aspekte im Vordergrund sowie persönliche Besonderheiten, die die Beinachse beeinflussen.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. med. Peter Helmut Thaller aus München hat sich der Frage von O-Beinen gewidmet und die Ergebnisse im Deutschen Ärzteblatt kürzlich veröffentlicht. Darin stellen sie fest, dass bereits Fußballer ohne gröbere Verletzungen ein erhöhtes Risiko für eine Arthrose haben (1,3-fach), das auch durch die häufig anzutreffenden O-Beine zu erklären ist. Immerhin haben über die Hälfte (55%-63%) der Sportler diese genua vara, wie die Ärzte die O-Beine nennen. Und diese sind ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose.

Die Forscher konnten die Daten von 1344 Fußballspielern sowie einer Vergleichsgruppe bewerten. Es zeigte sich, dass bereits bei Jugendlichen der Abstand zwischen den Knien bei Fußballern um 1,5 cm grösser war als bei Nichtfußballern. Bei Fußballern wiesen in dieser Altersgruppe 73% eine O-Bein-Stellung auf, bei den nicht sportlich aktiven Menschen waren es nur 40%.

Dr. Thaller und seine Mitarbeiter gehen davon aus, dass die einseitige Überbelastung der Wachstumsfugen ober- und unterhalb des Kniegelenkes der Grund für die O-Bein-Stellung ist. Dadurch kommt es zu einem verstärkten Wachstum der Wachstumsfugen an den Außenseiten zuungunsten der Innenseite. Diese einseitigen Belastung kommen beim Fußball im Besonderen bei Seitwärtsbelastungen vor: abrupte Abbremsbewegungen oder Seitbelastungen beim Lauf um Hütchen. Solche Übungen sollten bei Heranwachsenden nicht zu intensiv erfolgen. Daneben sind Ausgleichsübungen wichtig.

Heranwachsende können die Fehlhaltung einige Zeit durch ihre starke Muskulatur ausgleichen. Je stärker aber die O-Beine sind und je älter der einzelne Sportler ist, wird diese Möglichkeit der Kompensation geringer. Dann treten Belastungen des Innenknies auf, die zunehmend zum Knorpelverlust und Meniskusschaden führen. Die Folge ist dann zunehmende Abnutzung der Kniegelenksinnenflächen mit Arthrose.

Fazit

O-Beine sollten soweit möglich durch ausgleichende körperliche Anstrengungen vermieden werden. Sind sie einmal aufgetreten, sollten regelmässige Kontrollen beim Orthopäden erfolgen, um einer Arthrose – ggf. auch durch eine Operation – entgegenzusteuern.

TIPP Quallen – Reiseapotheken-Vorschlag für Strandurlauber

Quallen können im Urlaub zum lästigen Ärgernis werden. Für den Biologen stellen Quallen nur ein Entwicklungsstadium von Nesseltieren dar, die sich aus Polypen entwickeln. Letztere sitzen oft auf Korallen und Felsen, wodurch die im Entwicklungszyklus nachfolgenden Quallen sich ebenfalls vorzugsweise an den Küsten aufhalten.

Zu welchem Zeitpunkt sie dort zur Plage werden ist nicht sicher vorherzusehen. Wärme ist in aller Regel günstig für Quallen, aber sie kommen auch in kühleren Gewässern vor. Da der Lebenszyklus bis heute nicht ganz verstanden wird, ist es immer ratsam, im Meer auf Quallen zu achten.

Abbildung 1. Nesselschlauch. Foto: cram.com

Quallen sind in aller Regel schirmartig aufgebaut und haben an ihren Rändern lange Fäden, die sich Tentakeln nennen. Diese sind mit Nesselzellen besetzt, die ein Nervengift enthalten um Beutetiere zu lähmen und dann fressen zu können. Für Menschen ist dieses Nervengift der Quallen schmerzhaft, aber – bis auf die sehr giftige Seewespe, die vor Australien vorkommt – nur selten gefährlich oder gar tödlich. Die Nesselzellen schleudern bei Kontakt einen Nesselschlauch (siehe Abbildung 1) heraus, der das Gift auf den Angreifer freigibt.

Vorbeugung

Ob vermehrt Quallen im Wasser sind kann oft morgens am Strand erahnt werden. Liegen dort viele angeschwemmte Quallen, so dürfte die Zahl der lebenden Quallen im Wasser ebenfalls hoch sein. Ein weiterer Hinweis sind die kleinen „Stiche“, die man merkt wenn man im Meer schwimmt. Schaut man dann auf die Haut sieht man jedoch nichts. Dies ist ein indirektes Zeichen für kleine Tentakeln, die im Meer herumschwimmen und kleinste Giftmengen hier und da auf unsere Haut bringen können.

Berührung mit einer Qualle

Sollte es zu einer schmerzhaften Berührung mit einer Qualle kommen, sind einige Dinge zu beachten. Zunächst muss man sich darüber im Klaren sein, dass viele Nesselschläuche trotz des massiven Schmerzes noch geschlossen sind. Durch behutsames Vorgehen, können wir also den weiteren Schmerz eindämmen. Hierfür empfiehlt es sich in der Strandtasche folgende Utensilien mitzuführen, die zuvor in der Reiseapotheke von zuhause mitgebracht wurden:

  • ein Päckchen Backpulver
  • ein Plastikmesser
  • und: diese beiden Dinge sind immer am Strand mit dabei !

Abbildung 2. Nach Vorbehandlung mit Backpulver entfernter Teil einer portugiesischen Galeere (Physalia physalis). Foto: ptw

Im Falle eines Kontaktes mit einer Qualle bleibt die betroffene Person am/im Meer. Ein Helfer holt Backpulver und das Plastikmesser aus der Badetasche. Am Strand (im Trockenen) wird das Backpulver über der Kontaktstelle auf der Haut eingerieben. Danach werden die Tentakelreste langsam mit dem Plastikmesser seitlich abgeschabt und mit Meerwasser – extrem wichtig! – keine Süßwasserdusche! – abgewaschen (siehe Abbildung 2). Diesen Vorgang kann man mehrfach wiederholen. Kontakt mit Süßwasser würde in diesem Stadium zum Platzen aller Nesselschläuche und zu weiterer Verschlimmerung der Folgen führen.

Wunde

In aller Regel bleibt eine Rötung zurück, die einer Verbrennung Grad 1 entspricht. Hier ist ein Verband nicht sinnvoll, aber

  • Sonnenschutz, am besten durch Kleidung
  • Schmerzbekämpfung, z.B. mit Ibuprofen

Sollten in speziellen Fällen Blasen oder offene Hautwunden wie bei einer Verbrennung Grad 2 entstehen, so ist eine Vorstellung beim Arzt sinnvoll, um die Wunde entsprechend ihrem Verletzungsgrad zu behandeln.

Nach der Akutbehandlung, wenn die Tentakelreste sicher entfernt sind,  darf auch wieder Süßwasser beispielsweise in der Dusche auf die betroffene Haut gebracht werden.

Vogelbeere – rote Verführung

Die Vogelbeere wird oft als giftig angesehen. Das stimmt in den meisten Fällen nicht. Nur in sehr großen Mengen kann sie Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Im Moment präsentiert sie sich an vielen Stellen in der Natur mit ihren apfelförmigen kleinen Beeren, die in engen Trauben zusammenhängen.

Die Beeren sind beliebte Nahrung für Insekten und Vögel, daher die Bezeichnung Vogelbeere. Naturmenschen nennen sie eher EberescheSorbus aucuparia). Da sie sehr weit verbreitet ist, auch in höheren Lagen wächst und in Bezug auf Böden sehr bescheiden ist gibt es noch zahlreiche weitere Namen.

Abbildung 1. Apfelförmige Vogelbeeren der Ebersche mit den typischen Blättern

Pflanze

Die Eberesche ist ein bis zu 15 Meter hoher Baum, dessen unpaarig gefiederte Blätter maximal 20 cm lang werden. Die scharlachroten Früchte enthalten in der Regel 3 rötliche Kerne.

Giftige Inhaltsstoffe

Die frischen Beeren sind schwach giftig. Nach dem Abkochen ist der Gehalt an Parasorbinsäure soweit vermindert, dass bedenklichen Beschwerden nicht möglich sind.

Kritische Dosis und Symptome

Erst bei Einnahme erheblicher Mengen an Beeren kann es zu Übelkeit, Erbrechen ausgelöst durch die Parasorbinsäure.

Auch wenn die Vogelbeere durch ihre leuchtenden Früchte Aufmerksamkeit bei Kindern auslösen kann, lassen diese wegen des uninteressanten Geschmacks bald von den Beeren ab. Die Vogelbeere speilt als Giftpflanze bei Kindern fast keine Rolle.

Der Wasser-Wahn

Nach einem Regentag ist ein Waldspaziergang am Morgen eine intensive sinnliche Erfahrung. Noch gibt es leichte Bodennebel, die den Duft der Erde, des Getreides oder des modrigen Holzes zu einem Fest für die Nase machen. Beste Luftqualität, in feine Duftnoten verpackt und – kaum zu glauben – kostenlos.

Warum sollte ich auch für Luft bezahlen? Sie gibt’s in rauen Mengen allüberall auf der Erde. Und manchmal haben von der sauberen Luft sehr arme Menschen mehr als reiche, die in den Metropolen in einem Loft wohnen. Wird sich das mal ändern? Werden uns Unternehmen in wenigen Jahren Luft verkaufen? Abwegiger Gedanke?

Abbildung 1. Verbrauch an Mineralwasser aus Flaschen von 1970 bis 2017. Foto: de.statista.com

Beim Wasser haben sie es geschafft. In den letzten Jahrzehnten wurde uns mit geschickter Werbung nahegelegt, für Wasser zu bezahlen. Im Jahre 1970 lag der Verbrauch an Mineralwasser noch bei 12,5 Liter/ Einwohner in Deutschland. Wie die nebenstehende Graphik (Abbildung 1) zeigt, stieg dieser bis 2015 auf 149 Liter, um danach wieder leicht abzufallen. Die Werbung hat sich also gelohnt. Hinzu kam, dass wir in den letzten Jahrzehnten das amerikanische Verhalten kopierten: In allen Lebenslagen ein Getränk mit sich führen. Um die Ecke könnte ja die Wüste beginnen.

Aber brauchen wir Wasser von der Mineralquelle? In Deutschland und einigen anderen Ländern wie der Schweiz und Österreich ist die Qualität aus dem Wasserhahn hervorragend. Das hat zuletzt die Stiftung Warentest im August 2016 an 28 verschiedenen Orten in Deutschland nochmals eindrücklich belegt.

Eine genaue Betrachtung zeigt, dass es für Getränke aus der Flasche kaum vernünftige Argument gibt.

Das fängt bei den Kosten an. Ein Liter Leitungswasser kosten uns maximal 0,2 Cent. Ein Liter Mineralwasser aus der Flasche kostet im günstigsten Fall das 65-fache: 13 Cent. Das erscheint erstmal nicht viel zu sein. Wenn man den Wasserkonsum – manche trinken ja auch Kaffee, Säfte oder Bier – sehr konservativ mit 1 Liter pro Tag ansetzt kommen doch fast 50 € pro Jahr zusammen.

Die Kisten von Mineralwasser müssen irgendwie nach Hause kommen. Der Transport kostet erstmal Zeit, Kraft (meist einseitig und nicht günstig für die Wirbelsäule) und Aufwand (Pfandflaschen zurückbringen, Pfandbon nicht verlieren). Frisches Wasser aus der Leitung – der pure Luxus. Und fast kostenlos.

Nicht zu vergessen die Umweltbelastung. Heute trinken feine Leute in Hongkong Perrier aus dem Rhônetal. Für Amerikaner ist es hingegen hipper Fiji-Water (ein Wasser aus einem artesischen Brunnen in Fidschi) zu trinken. Da mutet der Transport von Flaschen in Deutschland recht harmlos an. Dazu kommt weiterer Energie- und Wasserverbrauch durch Reinigung der Flaschen und der Abfüllanlagen. Der Energieverbrauch soll das 500-fache gegenüber dem Leitungswasser betragen. Nicht zu vergessen die Müllbelastung für die PET-Flaschen, die nur zu etwa 20% wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Und der Müll landet am Ende oft im Meer – widersinnig, in der grössten Wasserquelle dieser Erde.

Auch die mikrobiologische Qualität ist letztlich beim Leitungswasser meist am besten. Es wird permanent untersucht. Im Bedarfsfall darf in Spuren eine Behandlung mit Chlor erfolgen, wobei die Wasserwerke zunehmend auf Desinfektion mit UV-Strahlen umstellen. Je nach Region können weitere unerwünschte Belastung auftreten durch Chrom, Pestizide, Nitrate und Medikamente. Diese Belastungen treffen jedoch auch die Mineralwässer (siehe Stiftung Warentest Juli 2017). Und je nach Wartezeit im Regal des Supermarktes, nimmt die Belastung mit Mikroorganismen zu.

Das ist alles reichlich seltsam. Und vielleicht ein Anstoß, dass wir selber unser Verhalten etwas ändern:

Wir können Kindern vorleben, dass Leitungswasser gut ist. Das gilt für alle Kinder ab 1 Jahr. Denn in landwirtschaftlichen Gegenden findet bis heute noch Überdüngung statt und die führt zu einem hohen Nitratgehalt, der für Kinder im Säuglingsalter problematisch sein kann. Immerhin nimmt sich die Politik langsam dieses Problems an.

Wer’s sprudelig mag, der kann sich seinen eigenen Sprudel aus Leitungswasser machen. Erste Hinweis hierfür gibt das Ministerium für Ernährung.

Als Trinkwasser wird Wasser mit hohem Mineralgehalt oft geschmacklich besser eingeschätzt. Das kommt in einigen Regionen direkt aus der Leitung – im Schwarzwald jedoch wegen des Granitgesteins weniger. Das Wort „Mineralwasser“ suggeriert, dass Flaschenwasser viele Mineralien enthält. Das ist heute nicht mehr so. Saskia von LIDL enthält beispielsweise je nach Quelle nur 140 mg/Liter (Löningen), das Leitungswasser von Bad Dürrheim enthält immerhin 700 mg/Liter.

Ein wachsendes Problem für Leitungs- und Mineralwässer sind die Medikamentenrückstände. Diese gelangen auf verschiedenen Wegen vom Patienten ins Abwasser. Vermutlich noch belastender als eingenommene Medikamente sind Cremes (Sonnencreme oder „Schmerzsalben“ wie Voltaren® Emulgel), deren Verbrauch riesig ist. Daten über die Umweltfolgen liegen jedoch nur spärlich vor. So ist bekannt, dass Diclofenac (Wirkstoff in Voltaren®) nachweislich die Nieren von Fischen schädigt. Zu diesem Thema gibt es eine aktuelle Publikation im Deutschen Ärzteblatt. Als Verbraucher können wir im Umgang mit Medikamenten vorsichtiger sein.

Abbildung 2. Wie viel Wasser wird in Europa aus Flaschen getrunken. Riesige Unterschiede. Klappt die Werbung in einigen Ländern besser? Oder trinken Schweden aus den zahlreichen Seen? Foto: www.reddit.com

„Trinken Sie viel“ – sagt so mancher Arzt. Außer in besonderen Lebenssituationen (mit eingeschränktem Bewusstsein) kann das kein vernünftiger Ratschlag für gesunde Menschen sein. Es sagt ja auch keiner, „atmen Sie genug“. Das sind Prozesse, die unser Körper selber regelt. Wer Durst hat trinkt. Wer nicht: nicht. Die nebenstehende Graphik (Abb. 2) zeigt, dass nicht alle Länder von diesem Wasser-Trink-Wahn befallen sind. Gerade die Schweden greifen wenig auf Flaschen-Wasser zurück.

Vergessen wir also selbsternannte „Experten“ mit halb gegorenen Studien. Und vertrauen wir  auf den Durst, der die Menschheit bis heute gut geleitet hat. Sorgen wir lieber mit unserem Verhalten dafür, dass auch unsere Kinder weiterhin vom guten Wasser trinken können.

Giftpfanzen: Cotoneaster

Eine beliebte Pflanze für Vögel und Kinder ist der Cotoneaster horizontalis (Zwergmispel), bei der die roten Beeren zum Verzehr einladen. Der Cotoneaster enthält Glykoside, aber auch andere Gifte. Durch seine Farbe ist seine Attraktivität für Kinder sehr hoch und es sind tausende Fälle von Vergiftungen bekannt.

Vorkommen

Ursprünglich kommt die Pflanze aus Asien (Himalayaregion). Inzwischen ist sie in unseren Gärten in Europa als Bodendecker sehr beliebt und somit häufig.

Symptome

Magen-Darm-Reizungen bei grösseren Mengen. Wegen des eher geringen Gehaltes an Glykosiden sind ernsthafte Vergiftungen nicht zu erwarten

Therapie

Bei Aufnahme unter 10 Beeren ist reichliche Flüssigkeitszufuhr ausreichend. Bei grösseren Mengen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

TIPP: Smartphone-App für Vergiftungsunfälle

Vergiftungen kommen bei Kindern zum Glück seltener vor als noch vor 10 Jahren. Aber dennoch: Jeder Vergiftungsunfall ist zunächst ein Notfall, löst Angst, Unsicherheit und oft Hektik aus.

Und diese Vergiftungsunfälle treten fast häufig in freier Natur auf. Da sind App’s auf den Smartphones eine große Hilfe. Als Eltern können Sie sich hierüber schnell und neutral
informieren.

Vergiftungsunfälle bei Kindern“ vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Am besten, die App sofort herunterladen und einige Notfälle mal nachsehen. Dann sind Sie im echten Notfall sicher, auch mit der App schnell umgehen zu können. Aufgeführt sind Informationen zu Chemikalien, Medikamenten, Pflanzen und Pilzen.

Und übers Telefon: Vergiftungszentrale Freiburg anrufen: 0761 19240 (24h-Service)

Sonnenschutz: gute Produkte, dick aufgetragen

Mit der Sonnenwende im Juni hat die Sonne wieder ihren Rückzug angetreten. Sie wird also bis kurz vor Weihnachten jeden Tag ein bisschen weniger stark strahlen. Aber mit den Ferien sind die Kinder in den kommenden Wochen der Sonne deutlich häufiger ausgesetzt als bisher. Da lohnt es sich ein Blick auf den Sonnenschutz zu werfen.

Der beste Sonnenschutz ist der effektive Schatten. Dabei ist der Schatten von Häusern besser als der von Sonnenschirmen. Dieser Sonnenschutz ist kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

Sonnenschutzmittel helfen in den Situationen, wenn Sonne unsere Haut bestrahlt. Sie sind auch in unseren Breiten wichtig, wenn wie uns in der Natur aufhalten. Zu den wichtigen Fragen hierzu haben wir im praxisblättle im April 2018 die wesentlichen Fragen beantwortet. Zentral für die Sonnenschutzmittel ist, dass sie dick (und nach jedem Schwimmen erneut) aufgetragen werden. Welche Sonnenschutzmittel sinnvoll sind, hat nun die Stiftung WARENTEST im Juliheft veröffentlicht. Im Folgenden sind auszugsweise für Kinder und Jugendlichem wichtige Lotiones aufgeführt.

Produktname Bewertung Preis pro 100 ml LF*  Anmerkung
 LIDL Cien Sun Sonnenmilch 1,3 1,18 € 30  zu Zeit im Angebot -18%
 Penny und REWE t.today 1,3 1,17 € 30
 dm Sundance Sonnenspray  1,4 2,23 € 50
 Real Sôi Sonnenmilch 1,4 1,50 € 30
 Aldi Ombra Sun Sonnenspray Easy Protect 1,7 1,97 € 30

*LF Lichtschutzfaktor    Preis ist zur besseren Vergleichbarkeit für jeweils 100 ml angegeben