Kategorie: Was geht rum?

Was geht rum? 12. Oktober 2019

Noch werden Kinder und Jugendliche von wenigen Infekten geplagt. Die häufigsten sind Racheninfekte mit trockenem Husten, manchmal begleitet von leichtem Fieber.

Aber es zeigen sich auch die ersten Herbstboten: Erkrankungen an Krupphusten. Diese Infektion betrifft eine Entzündung etwas unterhalb der Stimmbänder. Dadurch kommt es zu einer mehr oder weniger deutlichen Behinderung der Einatmung sowie einer Heiserkeit. Weitere Details zum Krupphusten, der vorwiegend im Herbst und Frühling auftritt, können Sie hier finden.

Was geht in der Welt rum? In Europa werden immer mehr Infektionen am WestNilFieber bekannt. Vor zwei Wochen kam es zur ersten Erkrankung überhaupt in Deutschland. Länder im Mittelmeerraum sind seit Jahren betroffen. Griechenland hat inzwischen bereits 10 Jahre mit dem Virus zu kämpfen. In diesem Jahr sind bislang 215 Menschen erkrankt, von denen 27 verstarben. Mückenschutz ist die einzige vorbeugende Maßnahme.

Was geht rum? 05. Oktober 2019

Erstmal eine gute Nachricht. Die Pollenallergien sind weg. Auch vor Wespenstichen braucht man sich kaum zu sorgen. Die Zecken frieren und bewegen sich nicht mehr. Ganz einfach: es ist kalt und nass, die Natur legt eine Ruhepause ein. Und den Vögel wird’s auch zu einsam, die ziehen in Scharen in den Süden.

Für uns alle – besonders aber für die Kinder – ist das durchaus eine schöne Zeit. Bunte Blätter können sie sammeln, Bilder gestalten. Oder einen Drachen basteln und fliegen lassen. Aber eins muss schon sein: Anders als die meisten Erwachsenen und Hunde, muss man hinterm Ofen hervorkommen und sich rauswagen. Dann ist so viel zu erleben.

Die zweite gute Nachricht ist: Auch die Krankheiten sind noch im Ruhemodus. Es gibt weiterhin die Erkrankungen der letzten Wochen, allen voran: die Gastroenteritis – Magen-Darm-Grippe. Und wie immer gibt es auch einzelne Atemwegsinfektionen. Aber eben keine Welle. Leider können Eltern ihre Kinder vor beidem nicht effektiv schützen.

Was geht in der Welt rum? In der Stadt Dire Dawa, im Osten von Äthiopien kam es in den vergangenen zwei Monaten zu einem Ausbruch von Chikungunya, von dem bislang mehr als 46.000 Menschen betroffen sind. Diese Virusinfektion wird durch Mücken übertragen. Nur ein konsequenter Mückenschutz kann die sehr schmerzhafte Infektion verhindern.

Was geht rum? 28. September 2019

Obwohl wir uns bereits im Herbst befinden, werden in Baden-Württemberg weiterhin Erkrankungen von Frühsommer-Meningoencephalitis – besser bekannt als FSME – gemeldet. Betroffen sind vorwiegend Regionen im Nordschwarzwald. Aber auch aus dem Bodenseekreis und Sigmaringen werden aktuell FSME-Neuerkrankungen gemeldet. Eltern sollten also weiterhin abends ihre Kinder auf Zecken hin untersuchen.

Auch die Magen-Darm-Erkrankungen sind noch sehr aktiv. Neben den Rotaviren sind besonders die Noroviren bedeutsam, die in der Region Heilbronn momentan gehäuft auftreten. Weitere Trends bestehen glücklicherweise im Moment nicht.

Was geht in der Welt rum? In Singapur ist seit Wochen der Smog,bedingt durch Waldbrände in der Region, ein enormes Problem. Das betrifft im Besonderen Kleinkinder. Vor Reisen in den asiatischen Stadtstaat sollten sich Eltern aktuelle Informationen über die Belastungen einholen. Soweit möglich, sollten Kleinkinder solchen Belastungen nicht ausgesetzt werden.

Was geht rum? 21. September 2019

Heute ist Herbstanfang. Aber die letzten Tage waren noch sehr sommerlich mit angenehm hohen Temperaturen.

Da überrascht es auch nicht, dass nur wenige Infektionen auftreten. Die Erreger finden wenig Chancen, sich auszubreiten. Was noch bleibt sind MagenDarmInfektionen, die über das ganze Jahr zu beobachten waren. Ein Faktor ist wohl, dass die bei Kindern häufigen Rotaviren als Auslöser hierfür diesem Jahr doppelt so oft diagnostiziert wurden wie im letzten Jahr.

Untypisch für den September sind entzündliche Erkrankungen der Haut wie die Impetigo contagiosa, ausgelöst durch das Bakterium Staphylokokkus aureus. Diese finden bei den nich warmen Temperaturen gute Bedingungen, um die nässenden und juckenden Ausschläge zu entwickeln.

Was geht in der Welt rum? Lange Zeit schien es, dass die Masern in den USA bald ausgerottet sein würden. Doch in den letzten Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Der jetzige ist der größte seit dem Jahre 1992: In 31 Bundesstaaten sind 1.241 Menschen akut an Masern erkrankt. Besonders betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York.

Was geht rum? 14. September 2019

Der Schulanfang ist geschafft, die meisten Hefte und Stifte sind bereits im Einsatz. Es kann also losgehen. Zumindest dann, wenn ein Lehrer die Klasse betritt. Das ist bei allen schönen Neuerungen in der Bildungslandschaft ja das Problem: Es sind zu wenig Pädagogen da, die die spannenden Aufgaben mit unseren Kindern umsetzen können. Also, seid lieb zu Euren Lehrern! Es sind die einzigen,, die wir haben.

In den Schulen und Kindergärten werden nun auch die Krankheiten ausgetauscht, die unsere Kinder und Jugendlichen in den nächsten Wochen begleiten. Noch geht kaum was Neues rum: Es sind die Magen-Darm-Infektionen, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit und verschiedene kleine Infekte, die krank machen.

Wie bereits erwähnt, sollte jetzt über die Impfungen nachgedacht werden. Jetzt sind die meisten Kinder gesund und sie können problemlos Impfungen nachholen, die noch ausstehen. Ganz besonders wichtig: Keuchhusten, Meningokokken, Pneumokokken.

Was geht in der Welt rum? Aus Äthiopien wird ein Ausbruch von Chikungunya gemeldet. In der Region um Dire Dawa im Osten des Landes, nahe zur Grenze mit Djibouti sollen etwa 20.000 Menschen von dieser Viruserkrankung betroffen sein. Sie geht häufig mit Fieber einher wie eine Grippeerkrankung und zeichnet sich durch typische extrem starke Gelenkschmerzen aus. Übertragen wird sie von Mücken, weswegen ein konsequenter Mückenschutz sinnvoll ist.

Was geht rum? 07. September 2019

Der Herbst hat begonnen- zumindest meteorologisch. Mit den veränderten Wetterverhältnissen ändern sich auch die gesundheitlichen Belastungen für Kinder und Jugendliche. Pollenallergien treten nur noch vereinzelt auf, Zecken beißen spürbar weniger und zum Sonnenbrand reicht es nicht mehr.

Nun beginnt die Zeit der Infekte. Zunächst langsam, aber mit dem Schulanfang spürbar schneller. Die Magen-Darm-Infektionen werden zunächst noch anhalten, angefeuert auch durch Erreger, die aus dem Urlaub irgendwoher mitgebracht wurden. Auch die Erkrankungen mit Campylobacter wie zuletzt im Ortenaukreis haben durchaus noch grössere Chancen. Hier hilft, wie bereits im letzten praxisblättle vermerkt, pingelige Hygiene bei der Zubereitung von Hühnerfleisch.

Die Häufigkeit Atemwegsinfektionen kommen nehmen wieder langsam zu. Daneben treten auch viele Lungenentzündungen auf, die vermutlich auf Mykoplasmen zurückzuführen sind.

Nissen im Haar bei Kopfläusen. Foto: www.bugspray.com

Manches Kind, so ist meine Erfahrung, bringt Kopfläuse als Urlaubserinnerung mit. Es lohnt sich also, den Kopf des Kindes auf Nissen abzusuchen. Geübte können auch versuchen, die Läuse selbst zu finden. Je früher die Kopfläuse behandelt werden, umso einfacher geht’s. Und man vermeidet lange Diskussionen im Freundeskreis und in der Schule oder dem Kindergarten.

Kopflaus. Foto: pixabay, olivierdevoux

Die Kopfläuse bewohnen gezielt den menschlichen, behaart Kopf. Sie haben nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern können von anderen Betroffenen übertragen werden. Diese wissen häufig nichts davon. Denn vom Beginn bis zur sicheren Diagnose dauert es typischerweise viele Wochen. Wen juckt’s? Alle. Aber erst sehr langsam und dann stetig mehr. Für die Therapie lesen Sie bitte den Beitrag des praxisblättle vom letzten Jahr hier.

GIFTIG Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Foto: www.pilz-baden.ch

Pilzvergiftungen sind jetzt natürlich möglich. Genaue Daten, wie häufig sie vorkommen und wen sie betreffen gibt es für Deutschland nicht. Unter den etwa 6000 Pilzarten in Mitteleuropa gelten knapp 200 als giftig. Pilzkenner gehen davon aus, dass 90% aller Vergiftungen auf den grünen Knollenblätterpilz zurückgehen. Bevor man als Laie Pilze zum Verzehr im Wald sammelt, sollte man immer einen Pilzexperten kennen, der sie nachher bestimmt. Und nebenbei sollte man den grünen Knollenblätterpilz kennen, um ihn von vornherein zu vermeiden, insbesondere wenn Kinder beim Sammeln dabei sind.

Was geht in der Welt rum? In einigen europäischen Ländern breitet sich das WestNilFieber weiter aus. Neben Rumänien und Italien ist ganz besonders Griechenland betroffen: 126 gesicherte Erkrankungen und 13 Todesfälle. Konsequenter Mückenschutz ist die beste Maßnahme, um eine Ansteckung zu vermeiden

Was geht rum? 31. August 2019

Insektenhotel. Diese wunderbare Entdeckung der letzten Jahre ist ein zarter Versuch dem Insektensterben etwas entgegen zu setzen. Nein, es geht nicht nur um Bienen. Auch die weniger beliebten Tierchen wie Wespen, Schnaken oder Mücken sind gemeint. Das hübscheste Insektenhotel hat aber wohl die Natur: die Sonnenblume. Sie wendet sich bekanntermaßen im Wachstum immer der Sonne zu. Dadurch wird sie rasch erwärmt, was wiederum die Insekten anzieht. Und die helfen beim Bestäuben. Die Natur lehrt uns viel.

Manchmal lehrt sie uns auch das Fürchten. Das macht sie mit kleineren und grösseren Infektionen. Erstere sind die weiterhin verbreiteten Erkrankungen mit Enteroviren wie die Herpangina oder die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die in aller Regel einen harmlosen Verlauf nehmen. Auch wenn sie für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unangenehm sind. Daneben stehen im Moment die Magen-Darm-Infektionen im Vordergrund.

Demgegenüber ist das Q-Fieber, das weiterhin im Zollern-Alb-Kreis auftritt, ist um einiges problematischer. Zum einen verläuft diese Krankheit über eine bis zwei Wochen. Zum anderen, glücklicherweise selten, können Komplikationen wie eine schwere Lungenentzündung auftreten. Auch CampylobacterInfektionen können betroffene Kinder und Jugendliche schwer treffen. Diese Erreger fallen meist durch blutigen Stuhlgang, Fieber und Darmkrämpfe auf. Im Moment werden sehr viele Fälle aus der Region von Donaueschingen gemeldet. Gerade in Fleisch von Mast-Hähnchen sind sie – zu –  oft zu finden. Deswegen ist pingelige Hygiene bei der Zubereitung die zentrale Maßnahme um vorzubeugen.

Sehr schwerwiegende Infektionen sind im Moment tatsächlich selten. Das ändert sich aber zu den Herbstmonaten hin. Hohe Risiken stellen dann die Pneumokokken und Meningokokken für alle Kinder und Jugendlichen dar. Besonders gefährdet sind Säuglinge. Deswegen sollten Eltern die Chance nutzen, Ihre Sprösslinge rechtzeitig gegen diese Geiseln der Natur zu impfen und damit zu schützen.

Was geht in der Welt rum? Im Norden Algeriens sind in den letzten Wochen vermehrt Erkrankungen mit Gelbsucht aufgefallen. Es wird angenommen, dass als Ursache Hepatitis A und Hepatitis E in Frage kommen, deren Übertragungsweg vorwiegend über die Nahrungskette geht. Für Touristen ist es ratsam, nur Wasser aus zuvor geschlossenen Flaschen zu trinken und dies auch zum Zähneputzen zu verwenden.

Was geht rum? 24. August 2019

Auch in der letzten Woche traten nur wenig Infektionen bei Kindern und Jugendlichen im Südwesten auf. Die haben im Moment kaum Chancen sich zu verbreiten. Und das hängt nicht nur damit zusammen, dass gefühlt jeder zweite in Urlaub ausgeflogen ist. Warten wir mal ab, was die Rückkehrer mitbringen werden.

Häufig sind das – sprechen wir es mutig aus – Läuse, genauer: Kopfläuse. Denn sie leben nur auf dem behaarten Kopf des Menschen. Bis die bemerkt werden ist es oft Oktober. Mit den entsprechenden emotionalen Aufrufen aus Kindergarten und Schule. Es kann also durchaus sinnvoll sein nicht nur den Körper nach Zecken, sondern auch den behaarten Kopf der Kinder öfter mal nach Läusen abzusuchen. Bevor Oma diese netten Tiere beim Kuscheln abbekommt und gar nicht glücklich ist.

Weiterhin sind es Magen-Darm-Infektionen, die besonders die Kleinkinder belästigen. Daneben treten Infektionen wie Herpangina und vereinzelt noch Hand-Fuß-Mundkrankheit auf. Als Ursache sind Enteroviren für alle genannten denkbar. Zumindest für die beiden letzt genannten sind dies die gesicherte Ursache.

Q-Fieber (blaue Punkte) und Schafdichte (grüne Flächen) von 2001-2008 in Baden-Württemberg Foto: Landesgesundheitsamt

In der Region Albstadt-Ebingen sind seit Anfang des Monats vermehrt Lungenentzündungen und Fieber aufgetreten. Inzwischen, so meldet das Gesundheitsamt Baden-Württemberg, sind 27 Erkrankungen durch das Q-Fieber gesichert. Der Erreger wird nahezu immer per Aerosol – also über Tröpfchen in der Luft bzw. dem Staub – vom Tier auf den Menschen übertragen. Auf der schwäbischen Alb werden in regelmäßigen Abständen  Erkrankungen beobachtet, die überwiegend auf Schafe zurückgehen. Das Risiko ist bei häufigem Tierkontakt (Landwirte, Jäger) erhöht, es können durchaus aber auch Kinder betroffen sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kommt jedoch nicht vor.

Die meisten Pollen haben sich inzwischen verzogen. Von gewisser Bedeutung sind die Pollen der Ambrosia (Traubenkraut), deren Blüte jetzt eingesetzt hat. Die sind sehr aggressiv, aber die Zahl der Allergiker gegen diese Pollenart ist – noch! – gering.

Was geht in der Welt rum? Auch in Schweden trat in den vergangenen Wochen eine Krankheit auf, die durch Tiere übertragen wird. Die – im Vergleich zum Q-Fieber – deutlich gefährlichere Tularämie geht von Nagetieren aus und wurde bei 212 Personen in verschiedenen Provinzen nachgewiesen. Durch direkten Kontakt mit dem noch lebenden oder bereits toten Tier sowie durch Insekten und Zecken kann eine Übertragung auf Menschen eintreten. Es gibt lokale Formen, die als fieberhafte Wundentzündung auftreten sowie invasive Formen, die dem Typhus ähneln. Eine Behandlung mit Antibiotika ist möglich. Reisende sollten enge Tierkontakte meiden.

Was geht rum? 17. August 2019

Noch wollen wir nicht vom Herbst reden. Wir freuen uns über einen Spätsommer, der unser Wetter in andere Bahnen lenkt. Vorbei die Zeit der heftigen Pollenflüge, der Luftbelastungen und der Hitze. Wird jetzt alles besser? Wohl kaum. Nur anders.

Im August sind nur wenige Infektionen unterwegs. Aber das kann sich in einigen Wochen schnell ändern. Viele ansteckende Erkrankungen lieben die Übergangszeit vom Herbst zum Winter, wenn wir in warmen Stuben wieder enger beieinander sitzen. Also schnell mal im Impfheft nachschauen, ob das eigene Kind gegen die verhinderbaren Krankheiten geschützt ist: Keuchhusten? Pneumokokken? Meningokokken? Und natürlich Masern, Mumps und Röteln.

Okay, noch ist Sommer. Weiterhin sind es Magen-Darm-Infektionen und vereinzelt Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die – einer kleinen Zahl – von Kindern zu schaffen machen. Insgesamt bleibt der August eine wunderbare Zeit für Kinder und Jugendliche: wenig Infektionen und praktisch keine Allergien. So gut kommt man gesundheitlich selten davon.

Was geht in der Welt rum? Schon vor 10 Wochen haben wir hier berichtet, dass die Röteln in Japan enorm oft vorkommen. Seit damals haben sich die Zahlen verdoppelt. In diesem Jahr wurden bislang 2040 Infektionen festgestellt. Neben Tokio sind viele Präfekturen wie Chiba, Kanagawa und Osaka auf der Insel Honshu und die Präfektur Fukuoka auf der Insel Kyushu besonders betroffen. Was es mit den Röteln auf sich hat und warum die Erkrankung besonders für Schwangere gefährlich sind erfahren Sie im praxisblättle am Montag in einem ausführlichen Beitrag über diese Kinderkrankheit.

Was geht rum? 10. August 2019

Viele Familien aus Baden-Württemberg sind jetzt im Urlaub. Wir daheim Gebliebenen erleben zwar auch Regentage, bleiben aber relaxt. In den Einkaufsmärkten sieht man neben Müttern auch viele Väter, wie sie mit den Kindern fürs Mittagessen einkaufen. In der Natur unternehmen die Familien Fahrradtouren. Und danach wird gegrillt: Stockbrot. Theodor Heuss, unser schwäbischer Bundespräsident kommt einem in den Sinn: „Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein“.

Allergiker können sich glücklich schätzen. Die meisten Pollen sind nur noch in geringer Konzentration in der Luft. Das gilt ganz besonders für die Gräserpollen. Diese können uns aber bis in den Oktober hinein begleiten und kurzfristig in der Nähe von Feldern Probleme bereiten. Stark in der Luft vertreten sind hingegen Pilzsporen. Die wiederum sind für Kinder und Jugendliche von sehr geringer Bedeutung.

Die Zecken-vermittelte FSME ist seit Wochen kein mediales Thema mehr. Tatsächlich liegen die Erkrankungszahlen in Baden-Württemberg unter denen des letzten Jahres. Bislang kommen in diesem Jahr 131 Neuerkrankungen zusammen, davon 12 alleine in der vergangenen Woche. Grund genug, den Impfschutz nochmals zu überprüfen.

Auch die Kinderkrankheiten machen keine Pause. In Freudenstadt wurden in der letzten Woche 6 Neuerkrankungen an Keuchhusten gemeldet. Deutlich höhere Erkrankungszahlen gibt es für die Windpocken aus der Regionen Freiburg und Karlsruhe. Übers Jahr gesehen sind im Ländle 3.683 Kinder und auch ältere Personen hieran erkrankt.

Die Magen-Darm-Infektionen hingegen gehen leicht zurück. Atemwegsinfektionen spielen im Moment kaum eine Rolle.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber ist in nahezu allen tropischen Ländern ein zunehmendes Problem. In den letzten 12 Monaten sind in Tansania (Tanga, Pwani und Daressalam) 6.680 Infektionen festgestellt worden. Noch höher liegen die Zahlen in Singapur. Hier sind im laufenden Jahr 9.321 Menschen neu an Dengue-Fieber erkrankt, nachdem es im Jahr zuvor „nur“ 3.285 waren. Das verwundert durchaus, legt der Stadtstaat doch besonderen Wert auf seine Sauberkeit. Die tagaktiven  Mücken scheint das jedoch wenig zu interessieren. Allen Reisenden ist mangels anderer Möglichkeiten dringend zu raten, einen guten Mückenschutz sicherzustellen.

In Baden-Württemberg wurden übrigens in diesem Jahr 120 Erkrankungen mit Dengue-Fieber gemeldet. Alle Erkrankungen sind importiert. Aber es verwundert nicht, dass sich die Zahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum im letzten Jahr (53) mehr als verdoppelt haben.