Kategorie: Was geht rum?

Was geht rum? 09. Februar 2019

Die Infekte ziehen weiter durchs Land. Die Influenza („Grippe“) ist in diesem Winter auch dabei. Diesmal aber eher als Begleiter und nicht als Hauptdarsteller unter den Infekten. Diese Aufgabe haben im Moment die – nicht näher zu bestimmenden – Virusinfekte übernommen. Sie verursachen Halsschmerzen und natürlich Husten. Dieser ist zu oftmals so trocken, dass er zeitweise zum Krupphusten wird. Und: es sind viele Kinder und Jugendliche von diesen Infekten betroffen. Im Übrigen spielt auch das RS-Virus – besonders in der Gruppe der Kleinsten – leider noch eine große Rolle.

Abbildung 1. Wetter, gestern in Ihringen am Kaiserstuhl. Foto: meteomedia

Folgendes Zeichen der Hoffnung auf den kommenden Frühling ist zugleich ein Hinweis auf harte Zeiten für Allergiker: Am Oberrhein stiegen die Temperaturen gestern erstmals wieder auf zweistellige Werte an. In Ihringen am Kaiserstuhl waren es am frühen Nachmittag 10,7 Grad Celsius. Auch Erlen und Haseln das finden gut. Ein leichter Pollenflug wird kurzzeitig einsetzen.

Obwohl in vielen Regionen von Baden-Württemberg noch Schnee liegt: Jetzt ist die Zeit noch günstig, sich gegen FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis) – also „gegen die Zecke“ – impfen zu lassen. Für weitere Informationen verweisen wir auf das praxisblättle vom März letzten Jahres.

Was geht in der Welt rum? Die höchste Infektionsgefahr – nach den Durchfallserkrankungen – besteht für Touristen wohl durch das Dengue-Fieber. Das ist weltweit auf dem Vormarsch. Mit regional unterschiedlichen Häufigkeiten. Sind es seit Anfang dieses Jahres in Kambodscha 15.240 und in Malaysia 15.790 Neuerkrankungen, so sind die Zahlen für die Karibik deutlich niedriger: in Jamaika 339, Guadeloupe 23 (seit November 2018) und Dominikanische Republik 40 (nur erste Januarwoche 2019). Dem Touristen stellt sich dennoch das Problem, dass er sich auch tags vor Mücken schützen muss. Damit ist die Unbeschwertheit im Urlaub ein Stückchen kleiner.

Vor zwei Tagen meldete die New York Times einen Ausbruch von Masern im Staat Washington (Nordwesten der USA). In dieser Region leben viele Impfgegner.

Was geht rum? 02. Februar 2019

Manche Eltern würden rufen: „Pass auf, dass Du nicht krank wirst….“. Aber Vögeln ist das schnuppe. Sie spüren vermutlich ohnehin nichts, weil die Natur vorgesorgt hat. Es bleibt ohnehin genug Arbeit, um sich über den Winter zu bringen.

Abbildung 1. Louis Pasteur. Foto: www.thefamousbirthdays.com

Auch Menschen bekommen nur in seltenen Fällen den letzten Schubs, um infolge der Kälte krank zu werden. Infektionen kommen – das haben uns bereits Robert Koch und Louis Pasteur vor über 140 Jahren bewiesen – über Viren und Bakterien in unseren Körper. Diese werden meist durch enge Kontakte direkt oder indirekt über Nutzung von beispielsweise Türklinken weitergereicht. Wochenlang ist fast nichts passiert, aber jetzt geht die Grippewelle weiter. Bleibt zu hoffen, dass die Impfung in diesem Jahr gut komponiert war und somit hilfreich sein wird. Ansonsten sind unsere Mittel, die schlimme Influenza abzuwehren sehr begrenzt.

 

Abbildung 2. Zahl der gemeldeten Erkrankungen an Influenza (mehrere Nachweismethoden). Foto: AG Influenza

Welche Bedeutung die Influenza momentan in Baden-Württemberg hat, wird aus der An zahl der positiven Nachweise ersichtlich. Diese Daten wurden  in der letzten Januarwoche erhoben. Es zeigt sich bereits ein kleiner Rückgang der gemeldeten Grippe-Erkrankungen. Dieser Trend scheint sich weiter fortzusetzen. Ja, die Influenza ist im Lande. Aber nein, sie spielt keine so große Rolle, wie beispielsweise vor einem Jahr.

Abbildung 3. Zahl der RS-Virusnachweise in Baden-Württemberg je Kalenderwoche. Foto: AG Influenza

Was spürbar häufiger wurde, ist die Zahl der Infektionen mit RS-Virus (RSV). Diese Infektion, deren Zunahme wir an dieser Stelle schon vor 3 Wochen erwähnten, betrifft besonders Säuglinge und Kleinkinder. Die neuen Zahlen für Baden-Württemberg sind eindeutig, obwohl sie in absoluten Zahlen deutlich geringer sind als bei der Influenza. Nach RSV wird auch nur bei Kindern im ersten oder zweiten Lebensjahr geschaut. Das RS-Virus führt oft zur Verengung der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis) und zeigt sich gegen Therapien sehr hartnäckig. Da es sich um ein Virus handelt, sind Antibiotika nicht sinnvoll. Manchmal sind jedoch stationäre Behandlungen erforderlich, um die Sauerstoffversorgung sicherzustellen.

Trotz allem sind die Mehrzahl der auftretenden Krankheiten keine Influenza. Zum Glück. So gibt es schon seit Wochen Magen-Darm-Infektionen, beginnend mit kurzzeitigem Erbrechen mit nachfolgendem Durchfall. Schwere Verläufe treten hier kaum auf.

Was geht in der Welt rum? In Malaysia sind seit Mitte 2017 inzwischen 17 Menschen an der Tollwut (siehe auch den Beitrag im praxisblättle von Angang der Woche) verstorben. Bei mindestens 10 Menschen wurde als Ursache ein Hundebiss bestätigt. Die Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass bei 66 Hunden und einer Katze eine Infektion festgestellt werden konnte. Es wird vermutet, dass die Infektion durch streunende Hunde aus Indonesien eingeschleppt wurde. Dort gibt es landesweit seit Jahren viele Tollwuterkrankungen, auch auf der Touristeninsel Bali.

Was geht rum? 26. Januar 2018

Nein, für die Pollen ist es im südlichen Baden-Württemberg weiterhin klar zu kalt. In der Region um Heidelberg und Weinheim – also den Plätzen im Südwesten, an denen sich die ersten Blüten des Jahres zeigen –  ist aber bereits ein leichter Pollenflug festgestellt worden.

Ansonsten sind im trüb-kalten Wetter die Atemwegsinfekte wieder einmal die Sieger über manches Immunsystem. An erster Stelle liegen die Infektionen der oberen Atemwege mit Entzündung der Kehlkopfregion (Laryngitis). Die zeigt sich mit Halsschmerzen, einer gewissen Heiserkeit und einem meist trockenem Husten. Bei manchen Kindern geht diese Infektion – rein räumlich gesehen – etwas tiefer und äußert sich als Krupphusten. Wenn diese Beschwerden für das Kind unangenehm sind bzw. mit auch nur von einer fraglichen Atemnot begleitet sind, sollte ein Kinder- und Jugendarzt zur Einschätzung hinzugezogen werden. Weitere Hinweise finden Sie hier.

Ach ja. Magen-Darm-Infektionen gibt es auch. Sie treten jedoch spürbar seltener auf als die Atemwegsinfekte. Spezielle Häufungen von Erregern sind nicht auszumachen. Wer weitere praktische Hilfe sucht kann sich hier im praxisblättle informieren.

Abbildung 1. Anzahl der Rachenabstriche auf Influenza. Blaue Säule = Abstriche aus Baden-Württemberg. Rote Linie: Anteil der positiven Tests in Prozent Foto: AG Influenza

Wie bereits im praxisblättle erwähnt, nimmt die Influenza – also die echte Grippe – weiter an Fahrt auf. Das zeigt auch die Häufigkeit der untersuchten Rachenabstriche auf Influenza. In diesen – siehe die Abbildung rechts – stellt sich ein rasanter Anstieg der positiven Tests dar. Das bedeutet: Die Ärzte vermuten mehr Influenza (und machen mehr Abstriche) und sie haben auch Recht (im Abstrich lassen sich Influenza-Viren nachweisen). Hoffen wir mal, dass die bisher noch kleine Grippewelle bald in sich zusammenfällt.

Was geht in der Welt rum? Malaria ist ein Dauerproblem besonders im tropischen Afrika. Es gibt jedoch auch andere Orte, die von dieser Geisel betroffen sein können. So die Dominikanische Republik, von vielen Urlaubern als Sonnenparadies sehr geschätzt. Immerhin traten im letzten Jahr 438 Neuinfektionen an Malaria auf, viele davon im Bezirk Santo Domingo Oeste. Urlaubern ist zu empfehlen, sich über das aktuelle Risiko und eventuelle Schutzmaßnahmen von einem Arzt für Reisemedizin informieren zu lassen.

Was geht rum? 19. Januar 2019

Abbildung 1. Pollenflugdaten der Haselpollen für Münsterlingen am Bodensee im Jahr 2018. Foto: Allergiezentrum Schweiz

Man mag es kaum glauben. Aber wie in jedem Jahr haben wir schon jetzt bei bestimmten Wetterlagen einen bedeutsamen Pollenflug. Der betrifft die Erlen- und Haselpollen. Im Moment fällt er eher noch gering aus. Das kann sich aber in den kommenden Wochen schnell ändern, wie die Pollenflugdaten für Münsterlingen (Schweiz) aus dem Jahre 2018 zeigen. Es macht also durchaus Sinn, wenn sich Allergiker für die kommenden Wochen darauf vorbereiten und bisher notwendige Notfallmedikamente vorrätig haben.

Sicherlich bedeutsamer bleiben für absehbare Zeit aber die Atemwegsinfektionen. Bisher sind die Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg hier noch glimpflich davongekommen. Die leichten Atemwegsinfektionen mit Halsschmerzen und Schnupfen haben sich in der abgelaufenen Woche fortgesetzt. Über die letzten Tage kamen Infektionen mit akut hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und trockenem Husten dazu – vermutlich die Influenza („echte Grippe“). Genaue Daten über die Häufigkeit liegen naturgemäß noch nicht vor.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal zeigt sich das Dengue-Fieber in vielen tropischen Ländern als sehr aktiv. Waren es in Jamaika im gesamten letzten Jahr 708 Erkrankungen, zählen Malaysia bereits in den ersten 2 Wochen des Jahres 6.246 und Sri Lanka 45.701 erkrankte Personen. Andere Länder Asiens melden vergleichbare Häufigkeiten. Für Touristen ist ein effektiver Mückenschutz tagsüber und in den frühen Abendstunden wichtig. Also zu den Zeiten, in denen die übertragende Tigermücke aktiv ist. Dies ist am effektivsten mit DEET möglich. Eine Übersicht der verschiedenen Mittel findet sich im praxisblättle hier.

Die Masern in Madagaskar sind weiter auf dem Vormarsch. Inzwischen liegt eine offizielle Meldung der WHO (Beitrag in englischer Sprache) vor, die sich auf die Informationen bis zum 7. Januar 2018 beziehen. Die Leser des praxisblättle sind ja schon seit längerem informiert. Nach den Zahlen der WHO kommt es zu einem Todesfall unter 501 Erkrankten. Diese Rate ist auch so hoch, weil die Mehrzahl der Kinder in Madagaskar von chronischer Unterernährung betroffen sind. Das ist ziemlich unbekannt weil es keine medienwirksamen Schreckensbilder bringt, ist aber so etwas wie eine Dauerkatastrophe. Und die hat viele Folgen. Eine davon ist, dass diese Kinder keine genügende Abwehr aufbringen um die Masern zu besiegen. In Deutschland liegt die Sterblichkeitsrate bei Masern um das dreifache niedriger. Das ist schlimm genug. Aber: Impfen hilft gut. Besonders, wenn über 90% der Bevölkerung sicher geimpft ist.

Was geht rum? 12. Januar 2019

Wie wäre es, man könnte sich Gesundheit aus dem Supermarkt besorgen, wie auf dem Bild oben zu sehen. In den USA wird sowas gelegentlich suggeriert. Aber zumindest Verbraucher in Europa hätten da meist berechtigte Zweifel.

Sie sehen, dass auch in diesem Januar immer mehr Menschen sich eine Infektion „holen“ und über viele Tage mit Schnupfen und Husten geplagt sind. Abschwellende Nasensprays verschaffen in der Nacht Linderung, tagsüber – bei den größeren Kindern – helfen Bonbons und Honig gegen den Reizhusten. Frische Luft ist wunderbar und manchmal ist es besser etwas Kälte zu ertragen und dadurch eine feuchtere Luft zum Atmen zu haben. Im kuschelig warmen Bett können Eltern ihre Kinder ja einfach fragen, was die Kinder als angenehm empfinden. Oft ist eine Temperatur um die 16 Grad Celsius ein guter Kompromiss.

Gegenüber der Vorwoche hat sich nichts wesentliches geändert. Infektionen der Atemwege sind vorherrschend. Neben den oben beschriebenen einfachen Racheninfekten gibt es auch Bronchitis. Aber weiterhin keine Grippe.

Kinderkrankheiten spielen momentan keine große Rolle für die Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg. Auch Keuchhusten kommt eher weniger vor. Die gemeldeten Erkrankungen lagen im abgelaufenen Jahr um fast 20% niedriger als im Jahr davor. Das würde auch dazu passen, dass die RSVInfektionen im Gegenzug wohl zunehmen.

Was geht in der Welt rum? Seit einigen Jahren ist es recht ruhig geworden um das Chikungunya-Fieber. Zuletzt war im Jahre 2014 ein Ausbruch in der Karibik (Martinique, Guadeloupe) beobachtet worden, nachdem diese Erkrankung Jahre zuvor auf wenige Orte in der Welt beschränkt war. Aktuell gibt es weltweit Erkrankungen. Einzelne in Mexiko und Honduras, besonders viele aber in Brasilien mit 82382 Infizierten im Jahre 2018. Aus Thailand werden seit November mehr als 2000 Erkrankungen gemeldet, Afrika ist bis auf den Sudan im Moment nicht betroffen. Beim Chikungunya-Fieber handelt es sich um eine Viruserkrankung, die meist mit Fieber verläuft und zu stärksten Gelenkschmerzen führt. Für Deutschland liegen bisher nur die Meldungen von 2017 vor: 33 Erkrankungen. Alle eingeschleppt, denn die Überträger finden sich nur in sub-tropischen Regionen. Eine Impfung gibt es nicht, Mückenschutz steht im Vordergrund.

Was geht rum? 05. Januar 2019

Langsam weichen die langen Nächte. Die Kälte eher nicht. Wir bleiben also noch einige Wochen eng zusammen in unseren Wohnungen. Oder – wie die Schüler – in gut beheizten Schulen. Alles Orte, um gegenseitig Viren auszutauschen, die unserem Immunsystem neue Impulse geben. Oder, die uns krankmachen.

So in der vergangenen Woche. Es hat den Anschein, dass Atemwegsinfektionen bedingt durch RS-Viren (respiratory syncytial virus, RSV) langsam zunehmen. Infekte mit diesem Erreger können für Säuglinge und Kleinkinder sehr heftig verlaufen. Das Fieber ist eher nicht sehr hoch (38.5° bis 39.5° Celsius). Typischerweise tritt aber eine Bronchitis der kleinen Atemwege – deswegen Bronchiolitis genannt – auf, wodurch die Atmung erschwert wird. Nicht so selten kommt es hierbei zur Trinkschwäche. Spätestens dann sollte das Kind einem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden um zu entscheiden, ob eine Behandlung in der Klinik erforderlich ist. Meist ist in dieser Situation auch die Versorgung mit Sauerstoff erschwert.

Bei den anderen – eher harmlosen – Atemwegsinfektionen (Schnupfen, Rachenentzündung) treten manchmal auch Entzündungen der Bindehäute auf. Mittelohrentzündungen sind saisonal wieder häufiger.

Was geht in der Welt rum? Ausbrüche von Keuchhusten werden aus Australien gemeldet. Dort sind mehrere Regionen betroffen: New South Wales, wo im Oktober 2018 etwa 800 Personen erkrankten. Ein Säugling – gerade einmal 32 Tage alt – verstarb an Keuchhusten. Keuchhusten ist gerade für Säuglinge extrem gefährlich. Geschützt sind sie bis zur erfolgreichen Umsetzung einer Impfung nur dann, wenn alle Personen in der engeren Umgebung selbst sicher geschützt sind. Sei es, dass sie Keuchhusten in den 2 – 3 Jahrzehnten zuvor selbst durchgemacht haben oder, dass sie zumindest alle 10 Jahre dagegen geimpft werden.

Was geht rum? 29. Dezember 2018

Der Trend zunehmender Atemwegserkrankungen setzt sich fort. Das wird deutlich, wenn man sich die neuesten Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza ansieht. Diese liegen nun erstmals gezielt auch für Baden-Württemberg vor.

Abbildung 1. Dargestellt ist für verschiedene Altersgruppen, wie häufig sie sich beim Arzt vorgestellt haben. Die Kurve der 0 bis 4 Jahre alten Kinder (leuchtend grün) ist oben im Diagramm zu sehen, darunter die Kurve der 5 bis 14 Jahre alten Kinder (dunkelgrün). Die durchgehende Kurve (braun) zeigt die Daten aller Patienten der letzten Grippesaison. Foto: RKI

 

Aus der Darstellung (Abbildung 1) wird deutlich, dass die Atemwegsinfekte weiterhin zunehmen. Gegenüber dem Vorjahr liegen sie jedoch im erwarteten Bereich. Einzelne Grippefälle (Influenza) wurden in Baden-Württemberg gesichert, eine Grippewelle liegt jedoch nicht vor.

Im Wesentlichen treten momentan Atemwegsinfektionen durch Rhinoviren ausgelöst auf. Diese sind für den Einzelnen sehr lästig (Schnupfen, Husten, nächtliche Schlafstörungen, Müdigkeit), aber kaum gefährlich.

Infektionen der Atemwege sowie Verschlechterungen bei Erkrankungen wie Mukoviszidose und Asthma bronchiale werden durch viele Faktoren begünstigt. Unter diesen kommt dem Feinstaub eine zunehmende Rolle zu. Seit dem Dieselskandal ist dies fast schon Allgemeinwissen. Ab kommendem Jahr soll die Belastung der Luft durch Fahrverbote bekämpft werden. Fast einfacher erscheint es da, an Sylvester das Feuerwerk einzuschränken. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, entspricht die durch Feuerwerk ausgelöste Menge an Sylvester 15.5% der Jahresbelastung an Feinstaub, die der Straßenverkehr in Deutschland verursacht.

In Bezug auf Kinderkrankheiten gibt es in Baden-Württemberg keine Trends.

Was geht in der Welt rum? Masern – und kein Ende. Die Zahl der Masernerkrankungen in Israel für 2018 liegt bereits bei 2700 Personen. Wie jetzt bekannt wurde, saß eine ansteckender  Passagier im Flug LY 356 der israelischen Fluggesellschaft EL AL, der am 16. Dezember 2018 um 19:30 Frankfurt verließ. Ehrenwert, dass eine Fluggesellschaft das bekannt gibt. Das darf auch als indirekter Hinweis zur Sicherstellung eines guten Impfschutzes angesehen werden. Aus Madagaskar gibt es keinen solchen Hinweis, aber die gemeldeten Erkrankungsfälle steigen weiter massiv an. Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass in den letzten 3 Monaten bis zum 21. Dezember insgesamt 15049 Menschen an Masern erkrankt seinen. Fast zwei Drittel kommen aus Antananarivo, der Hauptstadt, während die anderen Großstädte (Toamasina und Mahajunga) deutlich weniger betroffen sind.

Was geht rum? 22. Dezember 2018

Abbildung 1. Arztbesuche wegen Infekten bis zur 49. KW 2018 aufgeteilt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Die Infektwelle geht weiter. Wie nebenstehende Abbildung zeigt, geht die Zahl der Infekte der Kleinkinder (rote Kurve) langsam und stetig nach oben. Die neuesten Werte stammen aus der 49. Kalenderwoche, also der ersten Woche im Dezember.

Unabhängig davon bleibt das Spektrum der Infektionskrankheiten groß. Weiterhin haben Kinder im Rahmen ihrer Atemwegsinfekte auch eine – meist nicht eitrige – Bindehautentzündung. Bei vielen beginnt der Infekt mit Fieber von ein bis zwei Tagen. Richtig schwere Verläufe, wie sie für die echte Grippe (Influenza) typisch sind, sind sehr selten.

Natürlich gibt es auch Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und gelegentlichem Erbrechen. Die Noroviren sollen nach neuesten Informationen hierfür in erster Linie verantwortlich sein.

Was geht in der Welt rum? Es gibt wieder Ausbrücke von Masern. Betroffen ist in Europa besonders Polen, wo seit Oktober 220 Erkrankungen registriert wurden. Alle, die ihre Familien in Polen über die Feiertage besuchen, sollten den Impfschutz bei ihren Kindern überprüfen. Als kompletter Impfschutz gelten zwei Impfungen. Auch Erwachsene sollten geschützt sein. Am besten beim Hausarzt nachfragen. Schlimmer ist die Situation im weit entfernten Madagaskar. Dort waren bis vor einer Woche 10.294 Fälle an Masern bekannt, davon über die Hälfte in er Hautstadt Antananarivo (5971 Erkrankungen). In diesem Land sind über 80% der Kinder und Jugendlichen chronisch unterernährt. Für sie dürfte die Erkrankung zur Katastrophe werden. Daten hierüber existieren noch nicht. Für alle Reisende gilt, dass sie vor Antritt der Reise den Impfschutz überprüfen und sich ggf. nachimpfen lassen sollten. Die Impfungen gegen Masern (meist als Maser-Mumps-Röteln-Impfung – MMR) ist gut verträglich. Die Masern hingegen sind eine extrem schwere Erkrankung.

Was geht rum? 15. Dezember 2018

Nebel, Hochnebel, Kälte. Die Zeit der Atemwegsinfekte ist gekommen. Kinder und Jugendliche sind vom einfachen Husten durch trockene Raumluft ebenso betroffen wie von Racheninfekten, Bronchitis und in einzelnen Fällen auch Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Immer häufiger tritt auch Fieber auf. Wie damit umzugehen ist beschreibt ein Beitrag im praxisblättle.

Während in allen Landkreisen maximal 2 Erkrankungen an Influenza zu verzeichnen sind, weist die aktuelle Statistik des Landesgesundheitsamtes jeweils 12 Neuerkrankungen für den Landkreis Ravensburg und ebenso viele für den Bodenseekreis aus. Für die Landeshauptstadt Stuttgart sind übrigens keine Neuerkrankungen gemeldet worden.

In der kühlen Jahreszeit werden die Wohnungen gut geheizt. Es wird sehr gemütlich im Haus, aber die Luft leider auch trocken. Das führt im Nebeneffekt auch zu trockener Haut gerade bei Kindern und Jugendlichen, die von Neurodermitis betroffen sind. Es ist ratsam, die Pflege der Haut sehr konsequent und regelmäßig durchzuführen, um Entzündungen mit schwerem Juckreiz und Schmerzen vorzubeugen.

Was geht in der Welt rum? Familien, die über Weihnachten eine Reise nach Südafrika eingeplant haben, sollten sich weitere Informationen zum Thema Tollwut einholen. Dort sind in diesem Jahr 15 Todesfälle gemeldet worden, die alle auf einen Hundebiss hin auftraten. Betroffen waren die Provinz KwaZulu-Natal (Todesfälle), Provinz Eastern Cape (6) und die Provinz Mpumalanga (1). Ein sicherer Schutz ist durch eine aktive Impfung zu erreichen.

Was geht rum? 08. Dezember 2018

Abbildung 1. Konsultationsinzidenz in Deutschland pro 100.000 Einwohner von der KW 40 in 2017 (Anfang Oktober 2017) bis heute. Foto: RKI

In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Atemwegserkrankungen seit Wochen weiter an, wie die Arbeitsgemeinschaft Influenza meldet. So stieg der Praxisindex der Atemwegserkrankungen in den letzten vier Wochen von 92 auf zuletzt 125 (47. KW). Dabei gelten Werte bis 115 als Hintergrundaktivität – also normal. Dieser Trend ist außer in Bayern und Sachsen-Anhalt aber auch in den anderen Bundesländern zu beobachten (siehe Abbildung 1). Es zeigt sich, dass insbesondere die Kinder unter 4 Jahren (rote Linie) erkranken – die Erwachsenen kaum (blaue Linie).

Abbildung 2. Rate an grippeähnlichen Infektionen (ILI) für die Saison 2016/2017 (Kinder: gestrichelt orange), 2017/2018 (Kinder: orange) und jetzt (Kinder: rote Linie). Foto: GrippeWeb

In den untersuchten Proben (Nasen-Rachenabstriche) stehen die Rhinoviren ganz im Vordergrund. Bislang wurden nur einzelne RS-Viren oder Influenza-Viren gefunden. In der 47. Kalenderwoche konnten in Deutschland in 81 untersuchten Proben Grippeviren nachgewiesen werden. Dennoch liegt gerade für Kinder die Zahl der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI – siehe Abbildung 2) spürbar über dem Niveau der letzten Jahre. Kurz gesagt: die Infektwelle hat für Kinder begonnen, aber noch nicht für Erwachsene.

Daneben gibt es Hinweise, das Keuchhusten (Pertussis) wieder häufiger auftritt. Schon bevor klar ist, ob sich das weiter bestätigt, sollten alle Eltern den Impfschutz ihres Kindes und von sich selbst überprüfen. Auch Erwachsene können an Keuchhusten erkranken – was eine erhebliche Belastung für die Betroffenen ist. Und: ein höchstes Risiko für Kinder, inbesondere Säuglinge. Die Impfung gegen Keuchhusten ist bei abgeschlossenem Impfzyklus hoch wirksam.

Was geht  in der Welt rum? In Japan ist ein Ausbruch an Röteln in Tokio sowie den Präfekturen Chiba, Kanagawa, Aichi, Ibaraki und Saitama auf der Insel Honshu zu beobachten. Seit Beginn des Jahres sind über 2000 Erkrankungsfälle registriert worden. Wichtig ist, den eigenen Impfschutz vor einer Reise nach Japan zu überprüfen.

Inzwischen hat sich die Masern-Endemie in Madagaskar weiter verschärft. Nach der neuesten Meldung von midi-madagasikara von gestern (07.12.2018) sind inzwischen 8215 Erkrankungsfälle bekannt. Davon erhalten 575 Kinder eine Behandlung im Krankenhaus.