Kategorie: Was tut gut?

Herrliche Sonne – aber nicht unbedingt für die Haut

Die Sonne wird seit Monaten immer stärker. Wir merken das nicht nur an den längeren Tagen, sondern auch an der erwachenden Natur. Und an uns selbst: Es ist eine Labsal, die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.

Abbildung 1. Lichtspektrum. Foto: www.optifog.de

Wirklich, immer eine Labsal? Für die Seele sicher. Aber für die Haut kann’s auch gefährlich werden. Das gilt besonders für die Kinder. Für sie ist ein guter Sonnenschutz wichtig. Als Kinder und Jugendliche erfahren die Menschen etwa 80% der UV-Strahlung ihres Lebens. Also gerade in diesem Alter ist ein konsequenter Schutz wichtig, um das Risiko für ein Melanom – den „schwarzen Hautkrebs“ – nicht zu erhöhen. Abbildung 1 zeigt, dass die UV-Strahlung von uns – im Gegensatz zur Infrarotstrahlung, die sich als Wärme äußert – subjektiv nicht wahrgenommen werden kann. Wir müssen also unseren Verstand walten lassen, bevor ein Sonnenbrand uns die Information im Nachhinein vermittelt.

Und lassen Sie sich nicht täuschen: Auch wenn die Temperaturen noch nicht so hoch sind, die Sonne ist schon stark. Die Sonne am 21. April ist ebenso stark wie die am 21. August. Hierzu war im praxisblättle letzte Woche der Beitrag „Sonne, liebe Sonne“ zu lesen.

Hier nun einige praktische Tipps, die einfach umzusetzen sind.

Intensive Sonne meiden

  • Die Mittagszeit im Haus verbringen
  • UV-Index (hier für’s Ländle) gibt Hinweis auf die Stärke der Sonne

Dichte Kleidung

  • Kopfbedeckung mit Ohren- und Nackenschutz
  • Kleidung mit Bedeckung der Schultern
  • Schuhe, die den Fußrücken schützen

Sonnenbrille

  • Kindersonnenbrille, wenn möglich seitlich geschlossen
  • ideal mit Kennzeichnung DIN E 836 und UV-400

Sonnencreme

  • Lichtschutzfaktor 30 mit UVA- und UVB-Schutz
  • Wasserfest
  • Dick auftragen
  • alle 2 Stunden neu eincremen + immer nach dem Baden im Wasser

Schatten

  • Schatten ist immer der beste Sonnenschutz
  • Schatten wandert mit der Sonne – also nicht einschlafen
  • ein breitkremiper Hut bietet dem Hals Schatten

Abbildung 2. Verschiedene UV-Wellenlängen und die Wirkung der Atmosphäre auf sie. Foto: Bundesamt für Strahlenschutz.

Letztlich ist es nicht so schwierig ein Kind gut vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Einzig wichtig ist dabei, konsequent zu bleiben und immer daran denken: Der einfachste Schutz ist der Schatten. Beim Sparziergang einfach den Kinderwagen immer so fahren, dass das Kind keine direkte Sonne abbekommt. Denn je kleiner die Kinder sind, umso eher kann die UV-Strahlung Schäden an der Haut anrichten.

Und noch eines. Den absoluten Schutz vor UV-Strahlung gibt es natürlich nicht. UV-Strahlung geht durch die Kleidung hindurch (sehr abgeschwächt), auch durch einen Sonnenschirm (immerhin bis zu 50%) und sie erreicht uns auch im Schatten durch Streustrahlung.

Sonne, liebe Sonne

Der April ist in jedem Jahr ein spannender Monat. Meteorologisch spüren wir den Wechsel vom Winter zum Sommerwetter. Die aufkommende Wärme bringt uns von der Nordsee immer wieder Regenwolken, aber sie ist auch so stark, dass sie die allgemein feuchte Luft schnell trocknen kann.

Nach dem langen Winter freuen sich alle Menschen auf die „ersten Sonnenstrahlen“, die die Haut wunderbar wärmen. Die Luft ist kühl und die Sonne ist sehr angenehm. Dabei wird von den meisten Menschen vergessen, dass die UV-Strahlung schon erheblich ist. Vermutlich kommt dieser Beitrag bereits zu spät und so mancher hat bereits seinen ersten Sonnenbrand. Wie denn das?

Die Stärke der UV-Strahlung wird mit dem UV-Index (UVI) gemessen. Dieser gibt mit einer Zahl an, wie stark die UV-Strahlung für einen bestimmten Ort ist. In der Nacht liegt der Wert bei 0, tags kann er je nach Region in der Welt auf gesundheitsschädliche Werte von über 11 bis 12 steigen. Leider gibt es für einzelne Regionen in Europa keine kontinuierlichen Messdaten. Der Blick auf die Daten von New York zeigt den Verlauf des UVI übers Jahr. New York liegt etwa auf

Abbildung 1. UV-Index für New York City. Die Kurven zeigen, dass das tägliche Maximum kurz nach Mittag auftritt. Je nach Jahreszeit liegt es tiefer (grüner Bereich) oder sehr hoch (tiefroter Bereich). Den grössten Anstieg zeigt der rote Balken zwischen dem 1. März und 1. April an. Foto: wikipedia

der Höhe von Barcelona bzw. Neapel. Die UV-Index-Werte können also nicht direkt auf Deutschland übertragen werden. Was die nebenstehende Abbildung 1 aber deutlich macht ist, dass der grösste Anstieg der UV-Strahlung auf der nördlichen Erdhalbkugel zwischen dem 1. März und 1. April stattfindet.

Abbildung 2. Prognose des UV-Index am 07. April 2018 in Zentraleuropa. Foto: weatheronline.co.uk

Auch wenn uns das kühle Lüftchen durchaus angenehm ist, sollten wir gerade im April wegen der UV-Strahlung aufpassen. Immerhin werden schon Werte von bis zu UVI 6 im Süden Deutschlands (siehe Abbildung 2 rechts) erreicht. Ab Mai ist die UV-Strahlung zwar stärker, unsere Haut hat sich aber schon etwas angepasst und wir vertragen „mehr Sonne“.

Gerade auch für empfindliche Menschen mit „Sonnenallergie“ (natürlich gibt es keine echte Allergie gegen Sonne) sollten ihre Haut langsam an die stärker werdende Sonne heranführen. Das spart der Haut (Krebsrisiko nach Sonnenbrand) und dem betroffenen Menschen (Ausschlag + nächtlicher Juckreiz + Schmerz) Stress.

Trockene Haut im Frühjahr

Draußen blühen die Schneeglöckchen. Die Tulpen schieben auch in höheren Lagen ihr Triebe durch das Unterholz um an das Sonnenlicht zu kommen.

Das ist die Zeit, wenn die Haut vieler Kinder sehr trocken ist. Viele Monate musste die Haut  auf die Sonne verzichten. Sie musste die trockene Luft in den Wohnungen ertragen und auch viel Kleidung, die an ihr rieb. Ganz besonders trifft dies für Kinder mit Neurodermitis zu, aber auch andere können im März und April Hautprobleme haben.

In diesen Wochen empfiehlt es sich, die Haut regelmäßig zu cremen. Dazu braucht es keine speziellen Crèmes, einfache und günstige Produkte reichen oft aus. Dabei sind Lotionen und Crèmes den zu fettigen Salben vorzuziehen. Es sollten eher einfache Produkte zum Einsatz kommen, ohne Duftstoffe und andere „Verkaufsargumente“. In Deutschland gibt es Produkte, die gut und günstig sind, und auf eine 100 Jahre alte Tradition zurückschauen. Sie sind in jedem Supermarkt zu finden.

Diese Hautpflege ist im Frühjahr jeden Abend und bei akutem Bedarf sinnvoll. Dabei trägt man das Pflegeprodukt dünn auf und reibt es sanft mit kreisenden Bewegungen ein. Bezirke mit besonderem Bedarf sind oft die Augenregion, die Arme und die Beine (eher in Stammnähe). Wenn es der Haut wieder besser geht, vergessen viele Kinder und Eltern diese Maßnahme. Insofern braucht es von Seiten des Arztes keine Festlegung auf die Dauer der Anwendung.

Eine letztlich einfache Maßnahme, die grösseren Problemen vorbeugt.

Titandioxid- Ich weiß es ist weiß. Und sonst?

Bislang gilt Titandioxid als unbedenklich. Seine Hauptfunktion liegt in seiner Farbe. Es ist ein weißes Pigment, das bereits in geringen Dosen farblich deckend ist. So ist verständlich, dass über 80% seiner Anwendung bei Lacken, Farben, Kunststoffen und Textilien liegt. Auch in Pflastersteinen sorgt es für die helleren Töne. Und das zu finanziell günstigen Bedingungen.

Die weiße Farbe ist aber auch in anderen Bereich gefragt. Eine Zahnpasta hat nach heutigem Verständnis in aller Regel weiß zu sein. Das vermittelt Sauberkeit, Klarheit und zuletzt Schönheit.Da kommt Titandioxid gerade recht. Es ist auch als Lebensmittelzusatzstoff E171 zugelassen, weil es bisher als inert und unbedenklich gilt. So erscheint es mit der Bezeichnung E171 beispielsweise in Kaugummi und Bonbons. Weitere Einsatzgebiete sind im kosmetischen Bereich.

Wie bereits im praxisblättle zum Kongress der GPP in Wien beschrieben, treten viele umweltschädliche Stoffe (Umweltnoxen) als kleine Partikel auf. Die meisten sind kleiner als 10 µm im Durchmesser (PM10), andere sind besonders klein. Die wichtigste Gruppe dieser allerkleinsten Teilchen sind die Nanopartikel. Diese haben eine Durchmesser von 1 bis 100 Nanometern. Damit haben sie eine Größe, die 100 mal kleiner ist als ein rotes Blutkörperchen. Das bringt sie in einen Größenbereich, in dem sie leicht in Gewebe eindringen und dort Reaktionen auslösen können. Was also rote Blutkörperchen können, z.B. durch kleinste Blutäderchen sich zu zwängen, das können Nanopartikel noch viel leichter.

Es mehren sich Hinweise, dass sie auf diesem Wege vielfältigen Schaden am Ort des Eindringens anrichten können. In den Blut- und Lymphbahnen dürften sich Ihnen kaum Hindernisse entgegenstellen. Das ist jedoch ein Forschungsgebiet, das sich erst langsam erschließt.

Untersuchungen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gerhard Rogler von der Universitätsklink in Zürich – Fachgebiet Gastroenterologie und Hepatologie – zeigte, dass Titandioxid-Nanopartikel Entzündungsreaktionen im Körper von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (CED) verstärken können.

Abbildung 1. NLRP3-Inflammasom unter gesunden Bedingungen: Viren oder Bakterien aktivieren den Komplex (links), der in der Folge mit einer Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (IL-1ß oder IL18) reagiert. Der Beginn einer Entzündung. Foto: Jurg Tschopp & Kate Schroder. Nature Reviews Immunology 10(3):210-5, 2010.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf einen Eiweißkomplex innerhalb der Zellen, den Mediziner das NLRP3-Inflammasom nennen. Er gehört zum unspezifischen Immunsystem (innate immunsystem)  und ist dafür zuständig, Gefahren zu erkennen und in einer frühen Antwort für deren Abwehr zu sorgen. Dies erfolgt über eine Entzündungsreaktion.

Dieser NLRP3 kann jedoch auch durch kleinste Partikel dazu gebracht werden, eine Entzündungskaskasde herbeizuführen. Das vermögen beispielsweise Harnsäurekristalle wenn sie über diesen Mechanismus den Gichtanfall auslösen. Die Forschergruppe untersuchte nun das Titandioxid im erkrankten Darm und konnte zeigen, dass Titandioxid in menschliche Darm-Epithelzellen und Makrophagen (eine immunologische wichtige Untergruppe der weißen Blutkörperchen) eindringen und sich dort anreichern kann. Sie vermuten, dass auch Nanopartikel ähnlich aktiv werden können wie die Harnsäurekristalle im Rahmen der Gicht.

Die Nanopartikel werden vom NLPR3-Inflammasom somit gleichermaßen  wie  Harnsäurekristalle als Gefahrensignal erkannt. Diese Bedeutung der Nanopartikel wurde durch orale Provokationen bei Mäusen bestätigt. Welche Relevanz diesen Befunden beim Menschen zukommt ist noch nicht abschließend gesichert. „Aufgrund unserer Ergebnisse sollten Patienten mit einer Störung der Darmbarriere, wie sie bei Darmentzündungen auftritt, auf Titandioxid-haltige Nahrungsmittel verzichten“, meint Prof. Rogler.

TIPP Wie wende ich Zäpfchen an?

Das Thema stellt sich allen Eltern. Nach vielen Wochen voller Gesundheit, fängt ein sonst zufriedener Säugling jämmerlich an zu schreien. Kein Hunger, das ahnen sie, sondern Schmerz. Das helfende Medikament ist ein Zäpfchen, das sich medizinisch Suppositorium  nennt. Das stammt vom Lateinischen supponere (darunterlegen) und dieser Wortstamm hilft auch als  Grundlage für andere Sprachen (Englisch: suppository, Französisch: suppositoire, Spanisch: suppositorio, Italienisch: supposta) – nur, wenn Sie mal im Urlaub sind.

Warum überhaupt Zäpfchen?

Gerade Säuglinge sind bei Schmerz sehr untröstlich. Sie schreien lauthals und an die Zufuhr eines Saftes oder einer Tablette ist nicht zu denken. Solange das so ist, sind die Suppositorien eine wichtige Darreichungsform von Medikamenten.

Da sie andererseits aber die unsicherste Variante der Medikamentengabe darstellt, sollte so früh wie möglich auf andere Darreichungsformen wie Säfte (oder später Tabletten) umgestellt werden.

Warum haben die Zäpfchen diese Form?

Die Form ist industriell vorgegeben (siehe Bild oben). Leider verführt sie die meisten Eltern zur nicht optimalen Anwendung.

Warum also das Zäpfchen mit der stumpfen Seite zuerst einführen?

Wie so oft im Leben befasst sich kaum jemand mit den häufigen Dingen des Lebens, das scheint zu banal zu sein. Die heutigen Erkenntnisse gehen in aller Regel auf Abd-El-Maeboud zurück, der im höchst geschätzten Medizinjournal Lancet im Jahre 1991 eine Studie veröffentlichte. Darin empfiehlt er die Anwendung von Zäpfchen mit der Spitze nach hinten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Zäpfchen nicht zu weit in den Darm vordringen. Würden sie das tun, so würde der Wirkstoff über die Leber abgebaut bevor er hilfreich ansetzen könnte. Denn nur das letzte Stück des Darmes ist mit seinen Adern direkt an die Hohlvene angebunden. Und nur von diesem kurzen Stück des Darmes aus gelangen die medizinischen Substanzen direkt über die unter Hohlvene und das Herz in alle Organe. Unter Umgehung der Leber.

Praktische Tipps zur Anwendung

Trotz Schmerz, Fieber oder Krampfanfall besteht bei der Anwendung von Suppositorien nie ein Grund zu Hektik. Ruhe und Einfühlungsvermögen sind wichtig, um die Einführung des Zäpfchens nicht zum Horrorerlebnis für das Kind werden zu lassen.

Wie wir alle wissen, ist der After eine hoch sensible Region. Also handeln wir danach:

  • Zuerst umfassen wir das Zäpfchen mit unsern Fingern und setzen die stumpfe Seite mit leichtem Druck auf den After.
  • Nach wenigen Sekunden schmilzt die Oberfläche des Suppositoriums an.
  • Dann reizen wir mit leichten Bewegungen den After, der sich darunter langsam öffnet.
  • Es dauert wenige Sekunden und das Zäpfchen gleitet unter dem zarten Druck in den Mastdarm.
  • Wenn die Spitze kaum mehr an Analring zu sehen ist, haben wir es richtig gemacht. Bitte nicht mit dem Finger hinterher schieben!

Die Wirkung des Zäpfchens ist in Bezug auf Schmerz oder Fieber erst nach etwa 30 Minuten zu erwarten. Geduld ist also nochmals gefordert.

 

TIPP Nasensauger, ein lohnendes Wagnis

Säuglinge sind in unseren Breiten häufig durch Sekret in der Nase geplagt. Das ist nicht weiter verwunderlich. Zum einen führt die enge und kleine Nase schnell dazu, dass sich Sekret verdickt und hängen bleibt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die trockene Luft besonders in den Wintermonaten, wenn durch die Wärme in den Innenräumen die Luftfeuchtigkeit zurückgeht. Und natürlich gibt es noch so manche Infekte, die letztlich das Hauptproblem darstellen.

Einen Säugling kann man nicht zum Schnäuzen ermuntern. Wie also soll man dem Baby helfen, den nervigen Schleim loszuwerden? Manchmal gelingt dies im vorderen Nasenabschnitt mit gezwirbelter Watte oder einem sanften Druck von der Seite, der den Schleim nach außen befördert. Als Arzt empfehlen wir die Kochsalz-Nasentropfen (mit physiologischer Kochsalzlösung von 0.09%). Doch diese funktionieren nur als Spülung. Das bedeutet: Wenn beide Nasenflügel voller Kochsalzlösung sind, muss das Kind zwangsläufig die Nase nach vorne oder hinten entleeren. Nicht sehr angenehm, aber effektiv.

Verlegte Nase

Die Nasenatmung eines Säuglings kann durch zwei Umstände verlegt werden. Zum einen mechanisch durch Sekret, Fremdkörper oder durch verdickte Choanen (sie bilden den hinteren Ausgang der Nase). Zum anderen kann sie durch Schwellung der Nasenschleimhäute verlegt sein. Diese tritt regelhaft bei jedem Infekt auf, aber auch durch ungünstige Umgebungsbedingungen (trockene Luft und chemische Reize wie Parfum oder Öle) und weitere Faktoren wie Allergien oder kleine Teilchen in der Luft.

Anwendung von Nasensaugern

Nasensauger erscheinen genial, wenn Sekret die Nasenatmung verlegt. Aber nicht bei Schwellung der Nasenschleimhäute. Das können die meisten Eltern durch eine Blick von unten in die Nase ohne weitere Eingriffe schnell beurteilen.

Nasensauger, der über den Staubsaugere betreiben wird. Foto: Medinaris©

Kürzlich wurde mir ein elektrisch betriebener Sauger von einer Mutter und ihrem Kind begeistert in der Praxis vorgeführt (siehe Bild rechts). Deswegen möchte ich andere Eltern auf diese Möglichkeit der Entfernung von Nasensekret hinweisen.Leider gibt es bislang keine neutralen Tests zu diesen Nasensaugern. Die Nennung und Reihenfolge der nachfolgend aufgeführten Sauger ist also rein zufällig (Preisangaben Stand Mai 2017):

  • Medinaris©                  23.60€    wird an den Staubsauger angeschlossen
  • OLAF©                           66.29€    handlich
  • Nosiboo©                      139.00€   handlich, regelbar, aber teuer
  • Omoron Duo Baby©   105.90€  bekannter Hersteller, teuer

Sollten Tests zu den Nasensaugern – am besten durch die neutrale Stiftung WARENTEST – erfolgen, werden wir Ihnen die Ergebnisse mitteilen. Auf den ersten Blick, scheinen sie aber eine gute und meist einfach umsetzbare Hilfe für Säuglinge und ihre Eltern zu sein.

Bildquelle: Abbildung Nasensauger von Medinaris

Gesundheit

Fassade in Wien

Gesundheit. Dieses Wort benutzen wir im Alltag sehr häufig und spüren sehr schnell, dass fast jeder etwas anderes darunter versteht.

Oft wird Gesundheit zu einem nach oben offenen Idealzustand gemacht: Ich bin gesund, fühle mich bestens, ich kann alles, bin leicht und glücklich. Das hat man früher als Paradies bezeichnet. Und das wünschen wir uns natürlich alle. Im Urlaub erleben wir ein bisschen davon: wir dürfen am Strand liegen und bekommen beste Cocktails serviert, oder wir wandern in überwältigender Natur, Kühe auf saftigen Wiesen neben uns und vor uns der Blick auf die imposante Eiger Nordwand. Wenn wir aber abends in die Berghütte zurückkommen, haben wir einen Sonnenbrand – weil der Alkohol bei der Jause uns unvorsichtig machte – und schmerzende Kniegelenke vom Abstieg. Die Gefühle von Gesundheit erleben wir wohl nur in kürzesten Momenten.

Am 22. Juli 1946 formulierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO): „Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. Das reicht doch wieder sehr nah ans Paradies. Vollständig. Schon mal erlebt?

Die Medizin als Wissenschaft sieht Gesundheit eher als einen Minimalstandard. Gesund ist, wer nicht krank ist. Aber wer ist denn krank?

Der Begriff Krankheit ist ähnlich schwammig. Ist ein Mensch, der ein körperliches Gebrechen hat, krank? Macht mich eine kleine Schnittverletzung am Finger zum Kranken? Ist ein Mensch im Rollstuhl krank? Laut der WHO-Definition ja. Aber er fühlt sich in seiner Haut wohl, kann fast alles machen und vermisst nichts. Sein Wohlbefinden ist nicht eingeschränkt. Gesundheit hat viel mit dem Wohlbefinden zu tun. Das ist wiederum sehr subjektiv und hat auch mit Toleranz zu tun. Hart arbeitende Menschen aus der Landwirtschaft verschwenden wohl kaum einen Gedanken an eine Schnittwunde. Allenfalls tragen sie ein Pflaster auf. Andere Menschen tragen den Verband wie eine Monstranz vor sich her. Während der eine sich mit der gleichen Verletzung rundum wohl fühlt, tut es der andere nicht mehr.

Platon sagte schon: „Die ständige Sorge um Gesundheit ist auch eine Krankheit.“

Gesundheit gilt als das höchste Gut in unserem Kulturkreis. Eines ist es ganz sicher: ein enormer Wirtschaftsfaktor. Fast 7 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Gesundheitssektor und erwirtschaften hierbei 12% des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik Deutschland.

Die Kosten des Gesundheitssystems müssen bei den enormen medizinischen Fortschritten immer wieder diskutiert werden. Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise die Tyrosinämie Typ I waren bis vor 20 Jahren ein Todesurteil. Heute sind sie behandelbar, ohne dass die Betroffenen erkennbar körperliche Probleme hätten. Die Kassen haben jedoch Kosten im Bereich von weit mehr als 100.000 € pro Jahr zu planen. Auf der anderen Seite möchten Patienten, dass Ihnen die die Kosten von Fieberzäpfchen in Höhe von 1,19 € erstattet werden. Wie lässt sich dieser Spagat auf Dauer lösen?

Deutsche gehen deutlich häufiger zum Arzt als Ihre Nachbarn in Österreich und der Schweiz. Sie lassen sich auch öfter operieren. Und sie sind offen für Behandlungen, deren Nutzen nicht gesichert ist und deren Kosten sie selbst übernehmen müssen. Dabei ist weniger oft mehr.

Rückenschmerzen sind ein solches Beispiel. Hier ist – da sind sich viele Experten und das Robert-Koch-Institut einig – frühe körperliche Bewegung das Beste. Ärzte haben aber lange Zeit Bettruhe verordnet. Heute schreiben sie Massagen und Medikamente aufs Rezept. Das, obwohl die aktuell gültigen Leitlinien das ganz anders sehen. Alle diese Maßnahmen tragen wiederum zum Bruttosozialprodukt bei und erschweren den Patienten die Möglichkeit, einen eigenen Lebensrhythmus zu finden, der die Schmerzen nimmt.

An diesem Beispiel erweist sich, dass zum einen der ideale Gesundheitsbegriff bemüht wird und die kleinen Abweichungen nach unten bereits als Krankheitsphänomen empfunden werden. Krankheit ist aber in der Zuständigkeit der Medizin, das Nachschlagewerk „Mutter als Hausarzt“ (ein Buch aus den 1920gern mit teils fragwürdigen Hinweisen) gibt es schon ewig nicht mehr. Und schon findet sich ein Mensch mit leichten Rückenbeschwerden beim Arzt. Welcher Ursache diese sind, spielt oft keine Rolle. Damit werden oft menschliche Lebensprobleme – die sich als Rückenschmerzen äußern können – von der Medizin vereinnahmt: Medikalisierung. Das kann – hier im Beispiel der Rückenschmerzen – meistens nicht gut gehen.

Gesundheit das höchste Gut? Das mögen Philosophen mit uns diskutieren. Wenn dieser Begriff im Alltag benutzt wird, sind aus meiner Erfahrung eher ökonomische Interessen dahinter. Das höchste Gut? „Da darf Dir kein Geld der Welt zu teuer sein“ etwas zu unternehmen. Ist Wohlbefinden vielleicht doch mehr als Gesundheit? Oder Glück? Aber was ist das denn nun? In jedem Fall sind Zweifel angebracht, wenn hohe Werte mit hohen finanziellen Wertstellungen verbunden ist. Geld hilft, aber glücklich macht es nicht. Das weiß schon der Volksmund.