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Malaria

In den Tropen ist weiterhin die Malaria die tödlichste und somit wichtigste Erkrankung, mit der sich Reisende auseinandersetzen müssen. Sie kommt nur in den Tropen vor. Bei dieser Krankheit vermutete man früher, dass sie durch schlechte Luft (mal aria – italienisch: „schlechte Luft“) übertragen würde, wodurch eine Stadt, die sicher frei von Malaria war Buenos Aires (spanisch: „gute Lüfte“) genannt wurde.

Der Malaria ist nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung ausgesetzt. Entsprechend hoch ist die Bedrohung insbesondere für Kinder in den Tropen. 90% der Erkrankungs- und Todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf. Insgesamt erkranken seit Jahren über 200 Millionen Menschen an einer Malaria. Die Todesfälle betreffen überwiegend Kinder unter 5 Jahren (70%). Im Jahr 2017 sind an der Malaria 435.000 Menschen in 91 Ländern verstorben.

Die Ursache für Malaria sind sog. Plasmodien. Diese Erreger werden durch die tropische Anophelesmücke übertragen. Sie ist nachtaktiv, tagsüber besteht also auch in den Tropen nahezu kein Risiko sich anzustecken. Etwa 10 bis 15 Tage nach dem Stich treten Symptome auf: meist als hohes Fieber (wie bei einer schweren Influenza), Kopfschmerz und Erbrechen. In
Einzelfällen kann aber auch ein schwerer Durchfall das erste Symptom sein. Danach breitet sich die Erkrankung rasch aus.

Die Malaria-Erreger befallen die roten Blutkörperchen, die dabei rasch zerfallen und mit den Abfallprodukten die Entzündung weiter beschleunigen. Im Weiteren kommt es oft zu Störung des Kreislaufes. Das trifft besonders das Gehirn, wo die kleinen Äderchen (Mikrozirkulation) verstopfen, was zu neurologischen Problemen, Koma und schließlich zum Tod führen kann.

In Deutschland wurden bis zum Jahr 2015 etwa 500 – 600 Malaria-Infektionen diagnostiziert. Seit 2015 – teilweise bedingt durch die hohe Anzahl von Geflüchteten – liegt die Zahl konstant bei über 1000 Erkrankungen pro Jahr. Durch die Inkubationszeit von 2 Wochen treten viele Erkrankungen von Reisenden erst bei deren Rückkehr nach Deutschland auf.

Vorbeugung (Expositionsprophylaxe)

Über viele Jahre wurden erfolglos Impfstoffe getestet. Seit April 2019 wird in Malawi ein neuer Impfstoff erstmals beim Menschen getestet, der 30% der Erkrankungen verhindern soll. Unabhängig davon wird aber auch Geimpften geraten, sie wie schon bisher zu schützen. Dabei gilt folgendes Vorgehen:

  • Moskitonetze, am besten mit Insektenschutzmittel imprägniert (z.B. Permethrin):
  • Mückenschutz auf der Haut mit mückenabweisenden Mittel wie DEET in Konzentrationen von 30-50% (z.B. in Nobite® Hautspray, Care Plus®, Anti Brumm forte®) – für Einzelheiten lesen Sie gerne den Beitrag im praxisblättle über Insektenschutzmittel.
  • Fliegengitter im Hotelzimmer (oder noch besser Klimaanlage im geschlossenen Raum).
  • Schutz durch Tragen entsprechender Kleidung (langärmelig,imprägnierte Stoffe), z.B. mit Nobite® Kleidung einsprühen

Chemoprophylaxe

Je nach Reiseland oder Art der Reise ist für viele Länder neben der Expositionsprophylaxe (Moskitonetz, Mückenschutz) zusätzlich auch eine Prophylaxe durch Medikamente erforderlich, falls es trotz Mückenschutz zu einem Stichereignis kommen sollte. Eine Liste der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) gibt hier eine erste Orientierung. Ein Gespräch mit einem Reise- oder Tropenmediziner ist jedoch vor einer Reise in die Tropen dringend zu empfehlen.

Alle Maßnahmen sollten vor jeder Reise in eine tropisches Land eingehend mit einem erfahrenen Arzt (z.B. Reisemediziner) individuell abgesprochen werden. Je nach bereistem Land, aktueller Gefährdungslage und der persönlichen Gesundheitssituation sind die Empfehlungen unterschiedlich. In den letzten Jahrzehnten traten schwere Verläufe von Malaria in Deutschland praktisch nur bei Reisenden auf, die diese Regeln missachtet haben. Dabei sollte immer beachtet werden, dass trotz erheblicher Anstrengungen (Melinda und Bill Gates-Stiftung) auch heute noch über 200 Millionen Menschen weltweit pro Jahr erkranken und hast eine halbe Million Menschen daran versterben

Detaillierte Informationen finden sich in der Broschüre der DTG (Stand Mai 2018).

Dengue-Fieber: Ist eine Impfung günstig?

Das Denguefieber ist eine fieberhafte Erkrankung, die in den letzten Jahrzehnten rasch weltweit an Bedeutung zugenommen hat. Inzwischen leben 40% der Weltbevölkerung in über 100 Ländern mit dem Risiko an dieser Infektion zu erkranken (siehe Abbildung 1).

Übertragung

Ausgelöst wird die Erkrankung von einem der vier Dengueviren, die beim Biss der Stechmücken Aedes aegypti oder Aedesalbopictus übertragen werden. Wer an einer Infektion mit einem der Viren (z.B. DENV-2) erkrankt war, behält für nur kurze Zeit einen relativen Schutz gegenüber den anderen 3 Typen. Menschen erkranken in Endemiegebieten also häufiger an der gleichen Infektion.

Symtome

Bei einer Erkrankung an Denguefieber treten die folgenden Symptome in unterschiedlicher Deutlichkeit auf. Es gibt auch Krankheitsverläufe, die nahezu unbemerkt verlaufen. Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Stich bis zum ersten Symptome – liegt in aller Regel bei 4-7 Tagen.

  • Fieber
  • Schmerzen im oder hinter dem Auge
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Ausschläge
  • Blutungsneigung: Unterblutungen der Haut oder am Auge, blutiger Urin, Nasenbluten

Es gibt ein schwerere Form der Erkrankung, die hämorrhagisches Denguefieber genannt wird. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass eine verstärkte Durchlässigkeit von Blutgefässen auftritt, so dass „Wasser“ in den Bauchraum (Aszites) oder in den Brustkorb (Pleuraerguß) übertritt. Blutungszeichen sind deutlich ausgeprägt. Das Fieber dauert 2 bis 7 Tage.

Die gefährlichste Form ist Dengue-Schocksyndrom. Dabei ist der Verlust von „Wasser“ (Plasma) so groß, dass Schocksymptome auftreten.

Häufigkeit und Schwere der Erkrankung

Abb. 1 Denguefeiber. Häufigkeit in Lateinamerika. Foto: UpToDate

Weltweit wird angenommen, dass jährlich 390 Millionen Menschen erkranken, wovon 96 Millionen die Erkrankung ohne Beschwerden („inapparent“) durchmachen. Dies gilt besonders für Kinder. Bei Auftreten von Fieber bei Kindern in Asien, liegt in 10% ein Denguefieber vor.

Denguefieber kommt besonders in Asien, Lateinamerika (siehe Abbildung 1) und Afrika vor. Hinzu kommen akute Ausbrüche in anderen Ländern.

Eine Zweiterkrankung mit Denguefieber ist in aller Regel stärker ausgeprägt. Somit ist das Risiko für Urlauber, die erstmals in eine Denguefieber-Gebiet reisen gering.

Therapie

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist eine direkte und ursächliche Therapie nicht möglich. Zur Linderung der Beschwerden bzw. der Komplikationen sind in schweren Fällen immer Behandlungen im Krankenhaus erforderlich.

Vorbeugung

Die beiden Überträgermücken sind tagaktiv. Damit kommt den Insektenschutzmitteln (Repellentien) die entscheidende Funktion zu. Details hierzu im praxisblättle vom August 2018 Die Schwierigkeit ist immer, diesen Schutz konsequent (Urlaubsstimmung!) durchzuhalten.

Impfung

Die Impfung gegen Denguefieber wäre ideal. Es gibt einen Impfstoff (CYD-TDV), der in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas zugelassen ist. Diese Impfung ist jedoch nur für Menschen sinnvoll, die bereits eine Erkrankung gegen Denguefieber durchgemacht haben. Für Menschen, die noch nie an Dengue-Fieber erkrankt waren, kann die Impfung hingegen zum Risiko werden. In Deutschland ist die Impfung gegen Dengue-Viren nicht zugelassen und auch nicht verfügbar.