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Dengue-Fieber: Ist eine Impfung günstig?

Das Denguefieber ist eine fieberhafte Erkrankung, die in den letzten Jahrzehnten rasch weltweit an Bedeutung zugenommen hat. Inzwischen leben 40% der Weltbevölkerung in über 100 Ländern mit dem Risiko an dieser Infektion zu erkranken (siehe Abbildung 1).

Übertragung

Ausgelöst wird die Erkrankung von einem der vier Dengueviren, die beim Biss der Stechmücken Aedes aegypti oder Aedesalbopictus übertragen werden. Wer an einer Infektion mit einem der Viren (z.B. DENV-2) erkrankt war, behält für nur kurze Zeit einen relativen Schutz gegenüber den anderen 3 Typen. Menschen erkranken in Endemiegebieten also häufiger an der gleichen Infektion.

Symtome

Bei einer Erkrankung an Denguefieber treten die folgenden Symptome in unterschiedlicher Deutlichkeit auf. Es gibt auch Krankheitsverläufe, die nahezu unbemerkt verlaufen. Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Stich bis zum ersten Symptome – liegt in aller Regel bei 4-7 Tagen.

  • Fieber
  • Schmerzen im oder hinter dem Auge
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Ausschläge
  • Blutungsneigung: Unterblutungen der Haut oder am Auge, blutiger Urin, Nasenbluten

Es gibt ein schwerere Form der Erkrankung, die hämorrhagisches Denguefieber genannt wird. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass eine verstärkte Durchlässigkeit von Blutgefässen auftritt, so dass „Wasser“ in den Bauchraum (Aszites) oder in den Brustkorb (Pleuraerguß) übertritt. Blutungszeichen sind deutlich ausgeprägt. Das Fieber dauert 2 bis 7 Tage.

Die gefährlichste Form ist Dengue-Schocksyndrom. Dabei ist der Verlust von „Wasser“ (Plasma) so groß, dass Schocksymptome auftreten.

Häufigkeit und Schwere der Erkrankung

Abb. 1 Denguefeiber. Häufigkeit in Lateinamerika. Foto: UpToDate

Weltweit wird angenommen, dass jährlich 390 Millionen Menschen erkranken, wovon 96 Millionen die Erkrankung ohne Beschwerden („inapparent“) durchmachen. Dies gilt besonders für Kinder. Bei Auftreten von Fieber bei Kindern in Asien, liegt in 10% ein Denguefieber vor.

Denguefieber kommt besonders in Asien, Lateinamerika (siehe Abbildung 1) und Afrika vor. Hinzu kommen akute Ausbrüche in anderen Ländern.

Eine Zweiterkrankung mit Denguefieber ist in aller Regel stärker ausgeprägt. Somit ist das Risiko für Urlauber, die erstmals in eine Denguefieber-Gebiet reisen gering.

Therapie

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist eine direkte und ursächliche Therapie nicht möglich. Zur Linderung der Beschwerden bzw. der Komplikationen sind in schweren Fällen immer Behandlungen im Krankenhaus erforderlich.

Vorbeugung

Die beiden Überträgermücken sind tagaktiv. Damit kommt den Insektenschutzmitteln (Repellentien) die entscheidende Funktion zu. Details hierzu im praxisblättle vom August 2018 Die Schwierigkeit ist immer, diesen Schutz konsequent (Urlaubsstimmung!) durchzuhalten.

Impfung

Die Impfung gegen Denguefieber wäre ideal. Es gibt einen Impfstoff (CYD-TDV), der in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas zugelassen ist. Diese Impfung ist jedoch nur für Menschen sinnvoll, die bereits eine Erkrankung gegen Denguefieber durchgemacht haben. Für Menschen, die noch nie an Dengue-Fieber erkrankt waren, kann die Impfung hingegen zum Risiko werden. In Deutschland ist die Impfung gegen Dengue-Viren nicht zugelassen und auch nicht verfügbar.