Schlagwort: Bindehautentzündung

Was geht rum? 22. Dezember 2018

Abbildung 1. Arztbesuche wegen Infekten bis zur 49. KW 2018 aufgeteilt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Die Infektwelle geht weiter. Wie nebenstehende Abbildung zeigt, geht die Zahl der Infekte der Kleinkinder (rote Kurve) langsam und stetig nach oben. Die neuesten Werte stammen aus der 49. Kalenderwoche, also der ersten Woche im Dezember.

Unabhängig davon bleibt das Spektrum der Infektionskrankheiten groß. Weiterhin haben Kinder im Rahmen ihrer Atemwegsinfekte auch eine – meist nicht eitrige – Bindehautentzündung. Bei vielen beginnt der Infekt mit Fieber von ein bis zwei Tagen. Richtig schwere Verläufe, wie sie für die echte Grippe (Influenza) typisch sind, sind sehr selten.

Natürlich gibt es auch Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und gelegentlichem Erbrechen. Die Noroviren sollen nach neuesten Informationen hierfür in erster Linie verantwortlich sein.

Was geht in der Welt rum? Es gibt wieder Ausbrücke von Masern. Betroffen ist in Europa besonders Polen, wo seit Oktober 220 Erkrankungen registriert wurden. Alle, die ihre Familien in Polen über die Feiertage besuchen, sollten den Impfschutz bei ihren Kindern überprüfen. Als kompletter Impfschutz gelten zwei Impfungen. Auch Erwachsene sollten geschützt sein. Am besten beim Hausarzt nachfragen. Schlimmer ist die Situation im weit entfernten Madagaskar. Dort waren bis vor einer Woche 10.294 Fälle an Masern bekannt, davon über die Hälfte in er Hautstadt Antananarivo (5971 Erkrankungen). In diesem Land sind über 80% der Kinder und Jugendlichen chronisch unterernährt. Für sie dürfte die Erkrankung zur Katastrophe werden. Daten hierüber existieren noch nicht. Für alle Reisende gilt, dass sie vor Antritt der Reise den Impfschutz überprüfen und sich ggf. nachimpfen lassen sollten. Die Impfungen gegen Masern (meist als Maser-Mumps-Röteln-Impfung – MMR) ist gut verträglich. Die Masern hingegen sind eine extrem schwere Erkrankung.

Was geht rum? 02. Juni 2018

Der Hochsommer kam in diesem Jahr schon im Mai (wärmster Mai seit 1889). Mit ihm sind die Allergien – ganz vorne die gegen die Gräserpollen – auf einem Höhepunkt. Der hohe Pollenflug wird am Wochenende nach dem Regen wieder Fahrt aufnehmen. Wenn das Wetter weiterhin fast tropisch bleibt, werden uns die Pollenbelastungen noch eine Weile erhalten bleiben.

Das Landesgesundheitsamt meldet, dass verstärkt Masern in Baden-Württemberg auftreten. Bis Mitte Mai waren es 54 Erkrankungen, darunter 36 Kinder. In Köln beobachtet man ebenfalls Mai einen regionalen Ausbruch mit bislang 68 Erkrankungen. Leider ist vielen Menschen die Brutalität dieser Kinderkrankheit nicht klar. Immerhin kommt auf etwa 1000 Erkrankungen ein Todesfall. Die Zahl der Komplikationen an verschiedenen Organen ist noch weitaus höher. Wohl dem, der aus dieser Krankheit heil rauskommt. Impfen ist die zentrale Vorbeugung.

Natürlich gibt es viele weitere Infektionen. Allen voran eine Bindehautentzündung, die viele Kinder betrifft und nach wenigen Tagen abheilt. Eine antibiotische Therapie mit Augentropfen ist nur in Einzelfällen sinnvoll. In aller Regel handelt es sich um einen „Schnupfen der Augen“. Der ist durchaus ansteckend (wie ein Schnupfen ja auch) aber doch ungefährlich. Daneben treten auch verschiedene Hautausschläge wie der sog. Stropholus infantum auf. Hier ist eine Klärung beim Arzt sinnvoll, wenn der Ausschlag Juckreiz hervorruft, mit weiteren Beschwerden wie Fieber verknüpft ist oder einige Tage anhält.

Was geht in der Welt rum? Nördlich von Denver (Weld county und Larimer county)  in den USA wurde beobachtet, dass mehr Stinktiere und Fledermäuse als üblich von Tollwut befallen sind. Menschen sind bislang nicht erkrankt. Diese Information von den amerikanischen Gesundheitsbehörden kann aber ein zarter Hinweis sein, dass bei Kontakt mit fremden Tieren manchmal Vorsicht geboten ist.