Schlagwort: Borreliose

Was geht rum? 13. April 2019

Eine unspektakuläre Woche geht zu Ende. Die Pollen hatten trotz kühler Temperaturen immer wieder Chancen ihre Power auszuspielen. Die Birkenpollen haben bereits die höheren Lagen erreicht, während am Oberrhein leicht geringere Werte als in der Vorwoche gemessen wurden. Inzwischen sind auch die ersten Gräserpollen – in geringem Umfang – in den Lüften  unterwegs.

Abbildung 1. Meldezahlen für Rotavirusinfektionen beim RKI für die Jahre 2010 bis 2015. Foto: Docplayer

Nach den vielen Atemwegserkrankungen des Winters haben jetzt die Magen-Darm-Infektionen an Bedeutung gewonnen. Die Rotavirus-Infektionen haben landesweit in der ersten Aprilwoche um 101 Neuerkrankungen auf zuletzt 656 Infektionen im laufenden Jahr (Vorjahr: 383) zugenommen. Das erstaunt nicht, da im jährlichen Rhythmus um diese Jahreszeit die Zahl der Rotavirus-Infektionen ihren Höhepunkt erreicht (siehe Abbildung 1). Die Rotaviren sind weltweit die häufigsten Erreger einer Darminfektion bei Säuglingen und Kleinkindern.

Trotz allem gibt es noch Luftwegsinfekte, ganz vereinzelt kommt sogar Influenza bei Kindern und Jugendlichen vor. Daneben Streptokokkeninfektionen und weiterhin einzelne Erkrankungen an Drei-Tage-Fieber. Insgesamt also ein bunter Reigen von Krankheiten, bei jedoch niedrigen Erkrankungszahlen.

Nach einigen kalten Tagen werden die Temperaturen ab Montag wieder anziehen. Das wird die Zecken flügge machen. In den kommenden Wochen ist es ratsam, Kinder abends auf diese Tiere zu untersuchen. Zecken verkriechen sich oft in kuschelige Ecken. Also unbedingt in den Nabel schauen, hinter die Ohren, in Gelenkbeugen (Ellenbeuge, Kniekehle, Achsel) und auch im Genitalbereich. Für Erwachsene gilt natürlich das gleiche.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber hat weitere Urlaubsziele erreicht. Auf den Malediven wurden seit Jahresbeginn 1300 Infektionen registriert, auch in Singapur sind in diesem Jahr 2332 Menschen neu erkrankt. Und das, obwohl der Stadtstaat so viel Wert auf Sauberkeit legt. Die übertragenden Mücken hält es nicht davon ab, Menschen tagsüber zu stechen. Also auch hier: Mückenschutz ist immer auch tagsüber ratsam!

Was geht rum? 06. April 2019

In der letzten Woche ging die Häufigkeit von Infekten tendenziell weiter zurück. Zwar gibt es noch vereinzelt Erkrankungen an Influenza, aber die einfachen Virusinfekte überwiegen.

Regional tritt vermehrt das Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum) auf. Diese durch Viren verursachte Infektion ist sehr ansteckend, weswegen sie gerne bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter auftritt. Damit verbunden ist auch ein etwas höheres Risiko für Infekt-/ Fieberkrämpfe.

Die Masern zeigen in der ersten drei Monaten dieses Jahres eine deutliche Häufung. Bis jetzt wurden 48 Erkrankungen im Ländle gemeldet (Vorjahr zur gleichen Zeit: 19). Allein in der letzten März-Woche traten in der Region Freiburg drei Neuerkrankungen auf.

Der erste massive Flug der Birkenpollen wurde durch die Kaltfront der letzten Tage erstmal ausgebremst. Mit den milderen Temperaturen der kommenden Woche wird sich das bald wieder ändern. Es bleibt also ratsam, die Antihistaminika (Cetirizin und andere) noch regelmäßig einzunehmen und abends die Pollen vom Körper abzuduschen. Die gute Seite des heftigen Pollenflugs: An Ostern dürfte das schlimmste vorbei sein und Birken-Allergiker können vielleicht in Ruhe Ostereier suchen.

Abbildung 1. Beginnendes Erythema migrans als erstes Zeichen einer Borreliose. Foto: ptw

Mit den erwarteten milderen Temperaturen der kommenden Woche werden auch die Zecken wieder flügge. Dann ist es ratsam abends die eigenen Kinder auf diese Tiere zu untersuchen. Zecken verkriechen sich oft in kuschelige Ecken. Also unbedingt den Nabel inspizieren, hinter die Ohren schauen, in Gelenkbeugen (Ellenbeuge, Kniekehle, Achsel) und auch im Genitalbereich nachsehen. Für Erwachsene gilt natürlich das gleiche. Sollte eine Zecke entfernt werden, muss die Einstichstelle über etwa 2 Wochen täglich beobachtet werden. Es könnte sich ein Ausschlag (Erythema migrans – siehe Abbildung 1) als Zeichen einer Borreliose ausbilden.

Was geht in der Welt rum? Es ist wieder einmal das Dengue-Fieber, das tropische Regionen heimsucht. Im Moment sind auch zwei typische Feriendestinationen betroffen: Die Region Mombasa in Kenia meldet 660 Verdachtsfälle. Auf Réunion sind es sogar 3.048 Erkrankungen und 5 Todesfälle. Mückenschutz tagsüber ist die bislang beste Möglichkeit, sich dieser Krankheit zu erwehren. Übrigens: Auch in Baden-Württemberg werden (mitgebrachte) Erkrankungen an Dengue-Fieber gemeldet. Bis 31. März 2019 waren es in diesem Jahr 36 Fälle (Vorjahr: 18). Ein diskreter Hinweis, dass diese Erkrankung weltweit immer mehr zunimmt und auch vor Touristen nicht halt macht. Warum auch!

Was geht rum? 23. März 2019

Der Frühling ist da, es wird wieder bunter im Südwesten. Die Infekte – vor einem Monat noch so beherrschend – nähern sich schnell dem ganzjährigen Normalniveau. Die letzten Kinder und Jugendliche mit Grippe sind dabei sich zu erholen. Kaum einer spricht mehr von der Grippewelle, die in diesem Winter recht glimpflich ablief. Momentan sind es wieder die unspezifischen Virusinfekte, die im Vordergrund stehen: Schnupfen (oder manchmal vielleicht doch eine Pollenallergie?), Husten, etwas Fieber.

Kinderkrankheiten spielen nur regional eine Rolle. Dann aber heftig als Masern: Nordbaden (Ortenaukreis, Baden-Baden, Karlsruhe), Freiburg und Konstanz. Insgesamt sind 41 Menschen daran erkrankt.

Jetzt ist schon die Zeit der Zecken. Sie lieben die Wärme und beginnen im März, die Erreger der Borreliose und der FSME zu verbreiten. Einzelheiten zu diesen Krankheitsbildern haben wir vor einem Jahr im praxisblättle beschrieben.

Abbildung 1. Meldedaten für die FSME nach Quartal zwischen 2012 und 2017 (insgesamt 1932 Meldungen). Foto: RKI

Für alle, die gegen die FSME geschützt sein wollen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich mit der Impfung noch rechtzeitig in Stellung zu bringen. Denn – so zeigt die Abbildung 1 oben – bereits bis Ende März werden jedes Jahr Neuerkrankungen erfasst. In diesem Jahr sind bislang (Stand 22.03.2019) drei FSME-Infektionen in Baden-Württemberg gesichert, die letzte trat im Landkreis Biberach auf.

Unabhängig davon können auch Erkrankungen an Borreliose Kinder und Jugendliche bedrohen. Deswegen sollten Eltern ihre Kinder jeden Abend auf Zecken untersuchen. Und sich selber am besten auch (gegenseitig).

Die Pollen sind weiterhin gut unterwegs. Am Oberrhein stiegen die Belastungen mit Birkenpollen seit zwei Wochen rasant an. Insofern lohnt sich für alle Allergiker der Blick in die Hausapotheke. Sind für Atembeschwerden ausreichend Medikamente vorhanden? Stimmt die Haltbarkeit? Notfälle wie ein Asthmaanfall kommen nicht unbedingt häufig vor, oft aber für die Betroffenen unerwartet. Dann aber sollten Medikamente wie das Dosieraerosol (z.B. Salbutalmol) sofort greifbar sein, um Stress und Lebensrisiko zu vermeiden. Vermutlich wird sich der Pollenflug zu Beginn der kommenden Woche legen, wenn die Temperaturen wieder zurückgehen.

Was geht in der Welt rum? Im Moment setzt das Dengue-Fieber seinen Zug durch die Welt fort. Es kommt in allen tropischen Regionen und besonders in Asien vor. Aber die Zahlen, die aus Brasilien gemeldet beunruhigen speziell: 76.474 gemeldete Erkrankungen allein in diesem Jahr (mit 44 gesicherten Todesfällen). Betroffen sind besonders die Bundesstaaten Minas Gerais und Sao Paulo. Grund genug, auch in Brasilien als Reisende gezielter auf den Mückenschutz tagsüber zu achten.

Was geht rum? 21. April 2018

Endlich ist der Frühsommer da. Mit ihm finden auch die Zecken wieder Freude am wandern und somit an uns Menschen – besonders an Kindern. Ab sofort sollten Kinder jeden Abend auf Zecken hin untersucht werden: in der Achsel, hinter den Ohren, im Nabel und in der Genitalregion sollte speziell nachgeschaut werden. Trotzdem keine Angst vor Feld und Wiesen. Sie bereiten allen Kindern viel Spaß. Das Risiko der Zecken ist in aller Regel gut beherrschbar.

Kinder erkranken weiterhin an Infekten, ohne dass ein spezieller Trend auszumachen wäre. Bedenkt man die Heftigkeit der Influenza noch vor vier Wochen, so sind die Infektionskrankheiten betreffend paradiesische Tage gekommen. Wenn nicht ……..

….. mit den Birkenpollen die erste Allergiewelle über so viele Schleimhäute ziehen würde. In aller Regel ist davon auszugehen, dass die betroffenen Kinder und Jugendliche bis Mai Beschwerden haben werden. In den Bergen bleibt die Belastung etwas schwächer.

Und was geht in der Welt rum? In Indonesien gibt es viele Alkoholvergiftungen. Dabei wird illegaler Alkohol konsumiert, der sehr billig angeboten wird und dann auch bedeutende Mengen des giftigen Methanols enthalten kann. Daran sind in den letzten Wochen bereits über 80 Menschen verstorben. Sicher kein Risiko für Kinder, aber Erwachsene müssen aufpassen, wie weit sie sich auf ein fremdes Land einlassen. Nicht nur in Indonesien.