Schlagwort: Coxsackie-Virus

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Wer diese Diagnose zum ersten Mal hört schmunzelt. Oder fragt sich, ob er gerade an der Nase herumgeführt wird. Aber tatsächlich heißt die Krankheit so. Kurz nach ihrer Entdeckung in Neuseeland und Kanada im Jahre 1957 durch CR Robinson und Kollegen wurde diese Erkrankung schlicht nach ihren Hauptsymptomen benannt.

Die Hand-Fuß-Mundkrankheit (HFM) tritt gerne in Schüben im Spätsommer und Herbst auf. Auslöser sind verschiedene Enteroviren der Gruppe A, unter denen die Coxsackie A-16-Viren die wichtigsten sind. Diese Enteroviren sind recht unempfindlich gegen Umwelteinflüsse und kommen im Magen-Darm-Trakt vor.

Der Mensch ist das einzige Reservoir für die Erreger der HFM. Deswegen geschieht eine  Übertragung immer von Mensch zu Mensch. Die Erreger sind sehr ansteckend. Das ist auch der Grund, dass die Erkrankung in Schüben und in aller Regel auch bei jüngeren Kindern – meist unter 10 Jahren – auftritt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) kommt es bei „direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekreten, Speichel, Sekreten aus Bläschen) oder Stuhl und durch Kontakt mit viruskontaminierten Oberflächen“ zur Ansteckung.

Nach einer Inkubationszeit von 3 – 10 Tagen (gelegentlich auch bis zu 30 Tagen) treten zunächst leichtes Fieber und nach 1 bis 2 weiteren Tagen die  typischen Symptome auf:

  • Bläschen an Händen
  • Bläschen an Füssen
  • Bläschen im Mund
  • und manchmal auch anderen Körperregionen

In aller Regel verläuft die Erkrankung mild. Manche Kinder klagen über Schmerzen an den Stellen des Ausschlags, insbesondere aber beim Rennen. Schwerwiegende Komplikationen sind möglich, aber extrem selten. Bei atypischen Verläufen kann es nach etwa 1 Monat zum Verlust von einzelnen Finger- oder Fußnägel kommen, die aber problemlos nachwachsen. Auch für Schwangere ist eine Infektion mit diesen Viren allermeist ohne Bedeutung.

Es besteht keine generelle Meldepflicht in Deutschland. Man schätzt beim RKI, dass in Deutschland pro Jahr 80.000 – 140.000 Erkrankungen mit HFM auftreten.

Eine Therapie ist nicht möglich, eine Impfung existiert nicht. Manchmal können Schmerzmittel erforderlich sein. Bei Schluckschmerzen hilft ein Milch-Speiseeis sehr gut.