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Pfeiffer’sches Drüsenfieber – krank vom küssen

Das Pfeiffer’sche Drüsenfieber ist eine virale Erkrankung mit extrem unterschiedlichen Verlaufsformen. Bei vielen Menschen – besonderes bei kleinen Kindern – verläuft die Erkrankung unbemerkt oder wie ein leichter Infekt. In seltenen Fällen kann sie aber als extrem schwere Erkrankung auftreten mit Fieber über einige Wochen und dabei lebensgefährlich sein.

Die Ansteckung erfolgt häufig über Speichel. Deswegen wird das Pfeiffer’sche Drüsenfieber auch die Kusskrankheit (Englisch: kissing-disease) genannt. Im medizinischen Bereich ist der Begriff infektiöse Mononukleose üblich. Ansteckungen als Schmier- und Tröpfcheninfektion wird ebenso vermutet. Da die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung (Inkubationszeit) sehr variabel ist, ist die auslösende Quelle meist nicht zu bestimmen. Einige Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass auch Genesene den Erreger – das Epstein-Barr-Virus – noch ausscheiden und damit andere anstecken können. Das gibt es auch bei anderen Erkrankungen wie den Ringelröteln, weil sich ansteckende Menschen vollauf gesund fühlen und für andere nicht als krank zu erkennen sind.

Das Krankheitsbild selbst ist sehr variabel. Typisch ist Fieber über mehr als 5 Tage, eine oft deutliche Schwellung der Lymphknoten im Halsbereich sowie eine Angina (Rötung der Mandeln mit Belägen). Daneben tauchen auch Ausschläge und viele weitere andere Symptome auf. Wenn bei falscher Einschätzung der Erkrankung Antibiotika zur Behandlung der Angina eingesetzt werden, sind die Ausschläge fast sicher. In diesen Fällen betreffen sie meist den Körperstamm und sind sehr unangenehm. Müdigkeit, Kopfschmerzen und leichter Husten sind weitere Symptome. Die Milz ist häufig massiv vergrößert und ein sehr hilfreiches Zeichen, die Krankheit frühzeitig zu vermuten.

Die Diagnose kann durch Laboruntersuchungen gesichert werden.

Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Ausreichende Schonung – oft über einige Wochen – ist wichtig.

Die Gesundung kann altersabhängig länger dauern. Gerade bei Jugendlichen dauert es oft Wochen, bis sie sich wieder gut fühlen und voll leistungsfähig sind.

Erkältung – Ist die Kälte gefährlich?

Jetzt ist die Zeit der Erkältungen – alle erleben das immer wieder, auch wir Erwachsene: die Nase juckt zunächst und beginnt bald zu laufen, gefolgt von Kopf- oder Gliederschmerzen, Müdigkeit. Dazu noch leichtes bis mittleres Fieber und oft Husten und Halsschmerzen.

Anlass zu Sorge? Meistens nein. Kinder erkranken an solchen Infekten je nach Alter bis zu 10 mal im Jahr, wir Erwachsene deutlich weniger. Unser Immunsystem hat in den früheren Jahren die ursächlichen Viren bereits kennen gelernt und kann sich meist zu Wehr setzen, wenn die Eindringlinge sich zeigen. Bei Kindern ist das anders: Ihr Immunsystem muss erst trainiert werden. Das geht beim dem einen Kind sehr leicht, andere haben viele Infekte und hohes Fieber und müssen für ihre Immunantwort viele Nächte im Fieberwahn durch kämpfen. Und mit ihnen die Eltern, die mit leiden müssen.

Wie können Eltern helfen?

Abstellen kann man diese Infekte natürlich nicht, obwohl wir das alle wünschen. Viren sind für diese Erkrankungen verantwortlich und gegen sie gibt es keine gängige und harmlos wirksame Arznei. Also muss man die Arbeit dem Körper überlassen, der dafür meist sieben Tage – manchmal auch eine Woche 🙂 – braucht. In dieser Zeit können manche Arzneien und andere Maßnahmen die Beschwerden lindern:

  • „Fiebermittel“ (siehe Schmerzmittel): Paracetamol (ben-u-ron©, Captin©) oder Ibuprofen (Nurofen©, Dolormin©, Ibuflam©) vermögen oft das Fieber zu senken und auch zu besserem Wohlbefinden zu verhelfen.
  • Schmerzmittel: Alle diese Medikamente (Paracetamol, Ibuprofen) sind sowohl Schmerzmittel, und Fiebermittel. Und nebenbei verringern sie auch Entzündungsreaktionen. So ist der Halsschmerz nach 20 bis 30 min deutlich besser erträglich. Kopfschmerzen ebenso.
  • Abschwellende Nasentropfen: In der Nacht können sie ein Segen sein. Gerade für Kinder mit ihren kleinen Nasengängen ist eine verstopfte Nase besonders belästigend und wird bedrohlich empfunden.
  • Nasensauger. Effektive Anwendung bei eher zähem Sekret in der Nase. Siehe dazu auch den TIPP Nasensekret im praxisblättle 
  • Und wenn Sie Ihre Mutter fragen? Sie kennt sicher viele Hausmittel, die günstig sind: Zwiebelwickel bei Ohrschmerz, Schmalzwickel bei Bronchitis um zwei Beispiele zu nennen.
  • Und immer: je kühler die Raumluft, umso feuchter ist sie auch. Und das lindert den Reiz an den Schleimhäuten. Meist sind Temperaturen um 20 Grad in den Wohnräumen und 16 Grad im Schlafbereich günstig. Auch für Säuglinge. Man muss die Kinder dann halt etwas wärmer anziehen.

Kann ich diese Erkältungen vermeiden?

Kaum. „Erkältungen“ werden eigentlich nicht durch Kälte ausgelöst. Sonst müssten wir Erwachsene auch recht oft krank sein. Es sind Viren. Und die kommen in der Regel aus dem Rachenraum von Mitmenschen, die selbst nicht unbedingt krank sein müssen. Die Weitergabe der Viren findet immer bei engem Kontakt als Tröpfcheninfektion statt und ist umso leichter möglich, je kälter die Luft um uns herum ist. Denn ab 4° Celsius, stellt unsere Nase ihre Filter- und Abwehrfunktion fast ein. Dann können die Viren also ungehindert eindringen. Eine kühle Luft bei einem Spaziergang in herrlicher Natur ist kaum ein Problem. Die UV-Strahlung hilft, aber auch der kleinste Windhauch. Viren von anderen Menschen im Freien werden schwerlich übertragen. Wenn Sie aber in einem engen Raum wie in einer kalten Bahnhofshalle mit vielen Menschen zusammenstehen, dann ist das Risiko für eine „Erkältung“ sehr hoch. Da hilft keine warme Mütze – auch wenn sie sich noch so angenehm anfühlt. Vor einer warmen Mütze haben Viren keine Angst!