Schlagwort: Geschicklichkeit

Spaß auf dem Trampolin

Die Temperaturen steigen und viele Kinder drängt es nach draußen. Um die neuen Kräfte durch Luftsprünge zu testen, sind Trampoline wunderbar.

Gerade rechtzeitig hat sich auch die Stiftung Warentest mit dem Thema befasst und die Sprungtücher auf ihre Sicherheit hin getestet. Überzeugt hat sie nach eigenen Angaben jedes zweite Modell (siehe Tabelle weiter unten).

Die allermeisten Kinder – gerade wenn sie körperlich geschickt sind – haben riesig Spaß daran, mit dem Trampolin in die Lüfte zu springen. Für die anderen, weniger geschickten, kann das Trampolin eine gute Möglichkeit sein, diese Freude – langsam – zu erfahren und ein besseres Körpergefühl sowie Koordination zu erlernen. Es dürfte jedoch klar sein, dass solch ausgelassene Bewegungen nicht immer gut gehen müssen.

Vor dem Kauf eines Trampolin sollten Eltern also einige grundsätzliche Fragen bedenken.

  • Wenn Kinder gemeinsam im Trampolin springen, kann der unterschiedliche Rhythmus dazu führen, dass sie sich ins Gehege kommen und zusammenstoßen.
  • Gerade bei Kindern mit unterschiedlicher Geschicklichkeit oder deutlich unterschiedlichem Körpergewicht erhöht sich dieses Risiko, weil das ungeschicktere oder leichtere Kind vom anderen „mitgerissen“ wird.
  • Beim Springen mehrerer Kinder ist eine Aufsicht durch Erwachsene sinnvoll, um ein Entgleiten des freudigen Spiels zu verhindern

In der Kinderarztpraxis sind Verletzungen durch das Trampolin seit über 10 Jahren regelmäßig und häufig zu beobachten. Oft kommt es durch die oben genannten Bedingungen dazu, dass ein Kind auf das seitliche Gestänge des Trampolins schlägt oder gar auf den Boden außerhalb. Frakturen sind nicht selten die Folge. Dabei sind Unterarmfrakturen am häufigsten, aber auch schwierige Oberarmfrakturen und Oberschenkelfrakturen kommen vor.

Ein Trampolin macht fast immer viel Freude. Damit das so bleibt, sollten Eltern also ihre Kinder immer dann beaufsichtigen, wenn sie gemeinsam im Trampolin sind. Und, sie sollten ein gutes Gerät anschaffen. Hierzu mag die folgende Tabelle einzelne Anregungen (Auszug aus dem TEST-heft vom April 2019) geben:

Name Note Preis Anmerkung
Springfree Medium Round R79 1,6 1300 € bestes Testergebnis
Hudora Fantastic 300V 1,8 380 € Randabdeckung innerhalb Netz
Decathlon Domyos Essential 300 1,9 190 € UV-Licht gefährdet Festigkeit Matte
Salta Comfort Edition 305 cm 2,0 265 € Randabdeckung innerhalb Netz
Exit Elegant Premium + DL-S-Netz 2,2 530 € Randabdeckung innerhalb Netz

„Mein Kind läuft schon !“

„Mein Kind läuft schon“. Manche Eltern kommen zur Vorsorge U6 und berichten, dass das gleichaltrige Kind von Freunden schon sicher und frei laufe. Sie selbst sind betrübt, weil ihr eigenes Kind „noch nicht so weit“ sei. Schon immer beruhige ich diese Eltern, weil mir kein Zusammenhang zwischen frühen motorischen Schritten und – beispielsweise – höherer Intelligenz bekannt war.

Nun hat sich eine Arbeitsgruppe um Oskar G. Jenni von der Abteilung Entwicklungspädiatrie des Kinderspitals Zürich dieser Frage angenommen. Sie untersuchten 119 Jungen und 103 Mädchen bis nach der Pubertät und fanden keinen Zusammenhang zwischen motorischer Geschicklichkeit oder Intelligenz und frühem freien Laufen. Sie bestätigten damit wissenschaftlich die bestens bekannte Erfahrung, dass Kinder zwischen 8 und 20 Monaten frei laufen lernen. Eine enorme Spanne für normale Entwicklung.

Entwicklungsprobleme sind in Ansätzen oft schon mit 12 Monaten für Kinderärzte erkennbar. In diesen fraglichen Situationen untersuchen wir die weitere Entwicklung nicht erst bei der U7 (im Alter von 24 Monaten) sondern bereits 3 oder 6 Monate später. Dadurch lassen sich entwicklungsverzögerte Kinder von Kindern mit regelrechter Entwicklung rechtzeitig erfassen. Wenn ein Kind früh läuft erfreut die oftmals die nähere Umgebung. Aber erst das Gesamtbild vieler anderer Faktoren kann Rückschlüsse darüber erlauben, ob Probleme zu erwarten sind.