Schlagwort: Glykoside

Giftpflanzen: Lorbeerkirsche

Wegen seines kräftigen Grüns übers ganze Jahr ist die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) in unseren Breiten eine sehr beliebte Gartenpflanze. Der bis zu 8 Meter hohe Strauch trägt im Herbst Früchte, die Vögel wie Kinder gleichmassen anziehen können. Für Deutschland sind weit mehr als 1000 Fälle einer Vergiftung dokumentiert.

Die Pflanze enthält besonders in den Blättern und den Samen Glykoside. Im Fruchtfleisch ist der Gehalt dieses Giftes hingegen geringer.

Symptome

Im Vordergrund stehen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Übelkeit und Erbrechen. Daneben auch Gesichtsrötung, Kratzen im Hals und Kopfschmerzen.

Therapie

Bei weniger als 3 – 4 Früchten besteht kein Risiko. Darüber hinaus gehende Mengen können Beschwerden auslösen und es sollte der Arzt bzw. die Vergiftungszentrale eingeschaltet werden. Dort kann dann das individuelle Risiko und die Notwendigkeit einer Therapie beurteilt werden.

Vergiftung: Oleander

Oleander. Im Sommer steht er auf vielen Terrassen und ist die erste Vorfreude auf den Urlaub in Italien oder Griechenland. Zudem ist er schön anzusehen. Aber unproblematisch ist er dennoch nicht.

Vergiftung

Alle Teile der immergrünen Pflanze sind giftig. Die spitz zulaufenden und ledrigen Blätter enthalten besonders viele herzwirksame Glykoside, die frischen doppelt so viel wie die trockenen.

Symptome

Nach Aufnahme von Anteilen der Pflanze (Blatt, Blüte) kommt es zunächst zu Magen-Darm-Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. In schwerwiegenden Fällen kommt es zum Kollaps mit Herzrhythmusstörung bis hin zu Herz- und Atemlähmungen. Die giftige Dosis ist nicht bekannt.

Therapie

Nach Verzehr von Pflanzenanteilen sollte zunächst Flüssigkeit zugeführt werden. In jedem Fall wird zu einer Vorstellung beim Arzt und zur Giftentfernung geraten.

Kinder interessieren sich kaum für den Oleander. Das Risiko für eine Vergiftung ist also gering. Nicht ganz zu unterschätzen sind aber die festen spitzen Blätter, die bei Kleinkindern zu Verletzungen  im Gesicht führen können, wenn sie herumtollen und versehentlich mit dem Gesicht in den Oleander geraten.

Giftpflanze: Holunder

Der Holunder (Sambucus ebulus), dessen Blüten für Tees oder Sirup sehr geschätzt sind, kann über seine Beeren auch zu Vergiftungssymptomen führen. Die Pflanze ist in Waldlichtungen unserer Region häufig zu finden.

Symptome

Nach Aufnahme besonders unreifer Früchte kann es zu Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Würgreiz kommen. Dies tritt meist erst bei einer „Handvoll“ Früchten auf und hängt von der Empfindlichkeit des Betroffenen gegenüber den Glykosiden ab, die in den Früchten enthalten sind

Therapie

nur symptomatisch erforderlich. Eine echte Gefährlichkeit besteht nicht.

Giftpfanzen: Cotoneaster

Eine beliebte Pflanze für Vögel und Kinder ist der Cotoneaster horizontalis (Zwergmispel), bei der die roten Beeren zum Verzehr einladen. Der Cotoneaster enthält Glykoside, aber auch andere Gifte. Durch seine Farbe ist seine Attraktivität für Kinder sehr hoch und es sind tausende Fälle von Vergiftungen bekannt.

Vorkommen

Ursprünglich kommt die Pflanze aus Asien (Himalayaregion). Inzwischen ist sie in unseren Gärten in Europa als Bodendecker sehr beliebt und somit häufig.

Symptome

Magen-Darm-Reizungen bei grösseren Mengen. Wegen des eher geringen Gehaltes an Glykosiden sind ernsthafte Vergiftungen nicht zu erwarten

Therapie

Bei Aufnahme unter 10 Beeren ist reichliche Flüssigkeitszufuhr ausreichend. Bei grösseren Mengen sollte ein Arzt aufgesucht werden.