Schlagwort: Hand-Fuss-Mund-Krankheit

Was geht rum? 29. Juni 2019

Das tropische Wetter bleibt. Für manche Menschen, besonders für Kranke und alte Menschen,  gibt es Gründe unter der Hitze zu leiden. Andere genießen die Sonne, die herrlichen Düfte in der Natur und das kühlende Nass im Planschbecken. Immerhin gibt es bei uns tropisches Wetter, ohne dass wir vom Dengue-Fieber – mehr dazu weiter unten – oder gar der Malaria bedroht würden. Also Tropen light!

Erfrischende Dusche im Park. Foto: ptw

Jetzt können wir Deutsche neues lernen. Dass Pasta in vielen Variationen fein zubereitet werden kann, haben uns die Italiener gezeigt. Und sie geben uns weiterhin Nachhilfe darin, dass wir gutes Eis aus der Eisdiele nebenan zur Verfügung haben. Jetzt kommt die nächste Lernstufe: die Siesta. Wie in Andalusien, sollten wir uns in der Mittagspause an einen schattigen und ruhigen Ort zurücklegen und genussvoll – mit einem Eis? – abwarten, bis es kühler wird. Was den Kindern darüber hinaus gut tut, können Sie hier im Beitrag des praxisblättle nochmal in Ruhe lesen, wenn Sie Ihre Siesta machen.

Stimmt, Infektionen gibt es auch noch. Aber nicht so viele. Häufig sind Erkrankungen mit Enteroviren. Herpangina und die Hand-Fuß-Mundkrankheit stehen im Moment an erster Stelle. Vermutlich ist auch die Magen-Darm-Grippe vieler Kinder vom gleichen Erreger ausgelöst, aber das lässt sich nicht so leicht feststellen. Sicher ist nur, dass die Rotaviren wieder auf dem Rückzug sind.

Regional sind die Windpocken wieder häufiger. Das gilt besonders für die Region Karlsruhe.

Pollen gibt’s natürlich auch noch. Aber so viel Hitze und Trockenheit gefällt denen auch nicht. Noch immer fliegen die Gräserpollen am stärksten, während Spitzwegerich oder Beifuß deutlich weniger unterwegs sind. Der Pollenflug ist im Moment in den höheren Lagen bedeutsamer als in den Ebenen.

Was geht in der Welt rum? Der Dauerbrenner bleibt weltweit das Dengue-Fieber. Besonders hohe Zahlen werden nun aus Brasilien gemeldet. Immerhin 596.380 Infektionen sind alleine in diesem Jahr neu aufgetreten. Im letzten Jahr waren es ein Drittel der Fälle. Es bleibt dabei: in allen tropischen Ländern müssen sich Reisende vor den Überträgern des Dengue-Fiebers – den tagaktiven Aedes-Mücken – schützen. Selbst im gepflegten Singapur ist das Dengue-Fieber ein Problem.

Was geht rum? 18. Mai 2019

Verkehrssicherheit ist wieder ein Thema seit vermehrt E-Scooter und E-Bikes auf die Straßen und die Bürgersteige in Deutschland drängen. Die Frage, wer nun auf dem Bürgersteig fahren darf ohne die Fußgänger – und hier ganz besonders die Kinder – zu gefährden wird nun in aller Breite diskutiert. Gut so.

Abbildung 1. Verkehrstote auf den Straßen der USA. Seit 2010 ist das Risiko für Fußgänger sprunghaft gestiegen. Foto: Economist

Erschreckend ist eine Statistik, die der Economist in dieser Woche veröffentlichte. Diese befasst sich mit den getöteten Fußgängern im Straßenverkehr. Bezogen auf die gefahrenen Meilen amerikanischer Autos ist demnach das Risiko für Fußgänger im Verkehr getötet zu werden seit dem Jahr 2009 klar angestiegen. Dem Economist liegen Zahlen des Start-up-Unternehmens Zendrive vor, das die Nutzung des Smartphones im Auto im vergangenen Jahr nachvollziehen konnte. Demzufolge soll das Handy bei 60% aller Fahrten verbotenerweise zum Einsatz kommen. Das würde auch die Graphik erklären. Denn das erste iphone kam in den USA im Jahr 2007 heraus. Danach folgte ein Siegeszug der Smartphones. Heute gibt es in den USA fast so viele Smartphones (260 Millionen) wie Einwohner. Es sind vermutlich nicht nur die elektrisch betriebenen Roller und Räder die unsere Kinder bedrohen. Wir selber als Autofahrer sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko, besonders, wenn wir so nebenbei das Handy nutzen sollten.

Eine ständige Belästigung – und ganz selten auch eine echte Gefahr – stellen Infektionen für Kinder dar. Im Moment sind das besonders die Enterokokken, wie letzte Woche auch: Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Herpangina sind die wichtigsten Vertreter. Einer Ansteckung haben Kinder unter 10 Jahren wenig entgegenzusetzen, da sie diesen Erkrankungen noch nicht so oft begegnet sind. Eine Impfung gibt es nicht, eine direkt wirksame Therapie auch nicht. Es lohnt auch nicht, Kinder „davor zu schützen“, indem man sie nicht in die Kindertagesstätte oder zu Freunden gehen lässt. Ihr Körper soll durchaus lernen, mit diesen Enteroviren umzugehen. Das geht leider nur, wenn man die Krankheit – hoffentlich in schwacher Form – durchmacht.

Eine weitere Erkrankung mit Ausschlag macht noch die Runde: die Ringelröteln. Dies ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die jedoch von den meisten Kindern ohne spürbare Probleme durchgemacht wird – bis auf den Ausschlag.

Abbildung 2. Krankheitshäufigkeit (Inzidenz) des Hantavirus in Bezug auf die gemeldeten Fälle der Landkreise mit Stand 6. Mai 2019. Foto: LGA Baden-Württemberg

Von den Hantaviren werden fürs Ländle enorm hohe Zahlen gemeldet: Allein 30 Neuerkrankungen in der letzten Woche gegenüber 11 Erkrankungen in den ersten 19 Wochen des letzten Jahres. Betroffen sind inbesondere die Landkreise auf der Schwäbischen Alb. Hier im praxisblättle finden Sie weitere Informationen, wie man das Risiko für eine Ansteckung mit dem Hantavirus deutlich verringern kann. Für Kinder durchaus wichtig!

Die Saison der Magen-Darm-Infektionen mit dem Rotavirus geht in diesem Jahr recht lange. Nachdem in der letzten Woche 121 neue Erkrankungen gemeldet wurden, liegen die Erkrankungszahlen im Vergleich zum letzten Jahr fast beim doppelten.

Abbildung 3. Gräserpollenflug der Region Münsterlingen. Foto: pollenundallergie.ch

Ach so die Pollen! Für sie läuft’s zum Glück aller Allergiker nicht so gut. Nun wird es zwar etwas wärmer. Die Meteorologen sagen aber auch öfter Regen voraus, so dass die Belastung mit Gräserpollen weiterhin eher gering bleiben dürfte.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber setzt seinen Siegeszug weiter fort. Davon betroffen sind auch verschiedene Touristendestinationen. Allen voran Brasilien (mit  282.414 Neu-Infektionen alleine in diesem Jahr), die Dominikanische Republik (1.400 Erkrankungen in 2019), Französisch Polynesien (39 Erkrankungen), die Malediven (1.900 Erkrankungen), die Philippinen (59.140 Erkrankungen), Tansania (1.122 Erkrankungen) und Réunion mit 9.200 Infektionen in diesem Jahr. Einzige effektive Schutzmaßnahme ist der Mückenschutz. Für Einzelheiten schauen Sie gerne nochmals hier im praxisblättle nach.

Was geht rum? 11. Mai 2019

In der Natur ist der Aufbruch zu spüren. Es grünt, es duftet, es blüht. Damit verbunden bewegen sich – weitgehend für unser Auge unsichtbar – Pollen durch die Lüfte. Noch ist die Zeit für die große Attacke nicht ganz gekommen. Es war zu kühl und hat zuviel geregnet. Das zeigt die Grafik zum Pollenflug der Gräser am Oberrhein (Abbildung 1) sehr klar.

Gräserpollenflug der letzten Woche am Oberrhein (Basel). Foto: pullenundallergie.ch

Die aktuellen Wettervorhersagen deuten aber an, dass sich das Wetter ab Sonntag zum Besseren wendet. Aber nicht für die Allergiker. Sie müssen dann mit einem Anstieg des Pollenflugs rechnen.

Infektionen gibt es auch jetzt noch, aber deutlich weniger und andere als noch vor einem Monat. Zur Zeit sind dies – verursacht durch sog. Enteroviren – die Herpangina und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (näheres hierzu in einem früheren Beitrag des praxisblättle’s). Daneben treten vermehrt Erkrankungen auf, die an den Keuchhusten erinnern: Parapertussis. Ursache sind ebenfalls Bakterien. Das Krankheitsbild verläuft in aller Regel jedoch schwächer als beim Keuchhusten.

Wie bereits geschrieben, sind Zecken schon seit Wochen aktiv. Das spiegelt sich auch in den Meldungen der FSME wieder. So sind alleine in der letzten Woche 5 Neuerkrankungen in Baden-Württemberg gemeldet worden. So viele, wie in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018. Damit stieg die Zahl der Neuerkrankungen auf 12. Für alle nochmals eine Erinnerung, dass die FSME-Impfung günstig sein könnte. Diese ist ganz besonders für Erwachsene bedeutsam. Für Einzelheiten rufen Sie gerne nochmals den Beitrag im praxisblättle vom letzten Jahr auf. Was da drin steht ist zwar ein Jahr alt, aber auch in diesem Jahr unverändert aktuell.

Was geht in der Welt rum? Unser – an Einwohnern – kleiner Nachbar Schweiz hat das gleiche Problem wie unser Ländle: die Masern. Waren im letzten Jahr noch 49 Menschen davon betroffen,, sind es in diesem Jahr bereits 155 (in 2019 zwei Todesfälle!). Hört sich zunächst harmlos an. Aber bei einer Bevölkerung von 8.5 Millionen ist das immerhin ein Masernfall auf 55.000 Menschen. In 4 Monaten! In Baden-Württemberg sind es mit 1 Fall auf 182.000 Einwohner deutlich weniger Erkrankungen. Deutlich erschreckender ist da Madagaskar, wo im letzten halben Jahr eine Masernerkrankung auf 175 Menschen zu beklagen war. Wie gut, wenn sich ein Land ein gutes Gesundheitssystem leistet – und leisten kann.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Wer diese Diagnose zum ersten Mal hört schmunzelt. Oder fragt sich, ob er gerade an der Nase herumgeführt wird. Aber tatsächlich heißt die Krankheit so. Kurz nach ihrer Entdeckung in Neuseeland und Kanada im Jahre 1957 durch CR Robinson und Kollegen wurde diese Erkrankung schlicht nach ihren Hauptsymptomen benannt.

Die Hand-Fuß-Mundkrankheit (HFM) tritt gerne in Schüben im Spätsommer und Herbst auf. Auslöser sind verschiedene Enteroviren der Gruppe A, unter denen die Coxsackie A-16-Viren die wichtigsten sind. Diese Enteroviren sind recht unempfindlich gegen Umwelteinflüsse und kommen im Magen-Darm-Trakt vor.

Der Mensch ist das einzige Reservoir für die Erreger der HFM. Deswegen geschieht eine  Übertragung immer von Mensch zu Mensch. Die Erreger sind sehr ansteckend. Das ist auch der Grund, dass die Erkrankung in Schüben und in aller Regel auch bei jüngeren Kindern – meist unter 10 Jahren – auftritt. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) kommt es bei „direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekreten, Speichel, Sekreten aus Bläschen) oder Stuhl und durch Kontakt mit viruskontaminierten Oberflächen“ zur Ansteckung.

Nach einer Inkubationszeit von 3 – 10 Tagen (gelegentlich auch bis zu 30 Tagen) treten zunächst leichtes Fieber und nach 1 bis 2 weiteren Tagen die  typischen Symptome auf:

  • Bläschen an Händen
  • Bläschen an Füssen
  • Bläschen im Mund
  • und manchmal auch anderen Körperregionen

In aller Regel verläuft die Erkrankung mild. Manche Kinder klagen über Schmerzen an den Stellen des Ausschlags, insbesondere aber beim Rennen. Schwerwiegende Komplikationen sind möglich, aber extrem selten. Bei atypischen Verläufen kann es nach etwa 1 Monat zum Verlust von einzelnen Finger- oder Fußnägel kommen, die aber problemlos nachwachsen. Auch für Schwangere ist eine Infektion mit diesen Viren allermeist ohne Bedeutung.

Es besteht keine generelle Meldepflicht in Deutschland. Man schätzt beim RKI, dass in Deutschland pro Jahr 80.000 – 140.000 Erkrankungen mit HFM auftreten.

Eine Therapie ist nicht möglich, eine Impfung existiert nicht. Manchmal können Schmerzmittel erforderlich sein. Bei Schluckschmerzen hilft ein Milch-Speiseeis sehr gut.

Was geht rum? 16. Juni 2018

Regen und Kälte haben den Hochsommer Mitte der Woche ausgebremst. Zum Wochenende werden die frisch gebildeten Pollen der Gräser wieder in die Lüfte entlassen und setzen den Allergikern im Südwesten erneut zu. Alles nichts Neues für die Betroffenen, sie haben sich auf die Situation eingestellt. Neu sind die Wegerichpollen, die sich in zunehmendem Maße mit ausbreiten.

Und gibt es Infekte? Nach einer sehr ruhigen ersten Juniwoche sind inzwischen wieder einige Magen-Darm-Infektionen aufgetreten. Daneben gibt es – wie oft um die Jahreszeit – vermehrte Erkrankungen an Herpangina. Auch die Hand-Fuß-Mund-Krankheit hat sich zurückgemeldet. Sie dürfte aber nach der letztjährigen Welle auf eine kräftige Immunität bei den meisten Kindern im Südwesten treffen. Insofern ist nicht mit einem bedeutsamen Anstieg dieser Erkrankung zu rechnen.

Was geht in der Welt rum? In Südafrika ist eine Zunahme an Tollwut in diesem Jahr zu beobachten. Betroffen sind die Provinzen KwaZulu-Natal und Eastern Cape, wo insgesamt acht Personen inzwischen verstorben sind. Alle Infektionen traten nach Hundebissen auf. Die Problematik von Tollwut stellt sich in vielen Ländern. Deswegen sollten alle Reisenden mindestens 3 Wochen vor Abreise in den Urlaub mit einem erfahrenen Reise- oder Tropenmediziner/in abklären, ob vielleicht eine Impfung gegen Tollwut sinnvoll ist.