Schlagwort: Herpangina

Was geht rum? 18. August 2018

Kinder und Jugendliche genießen einen herrlichen Sommer. Das Freibad ruft täglich, das Eis schmeckt prima und durch Infekte werden sie kaum geplagt. Die Situation ist die gleiche wie letzte Woche. Die Herpangina – wer will mag sie auch Sommergrippe nennen – mit etwas Halsweh und meist ohne Fieber sowie Magen-Darm-Infektionen sind die wichtigsten Infekte in diesen Tagen. Die Zahl der Neuerkrankungen an Keuchhusten ist bereits wieder rückläufig.

Die Pollen haben fast aufgegeben. Damit können die Allergiker aufatmen und einen herrlichen Sommer genießen. Einzelne Gräserpollen fliegen noch herum. Ganz besonders in der Nähe frisch gemähter Wiesen oder in den Bergen. Die Zahl der Saison-typischen Wegerichpollen ist nicht sehr hoch. Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist der Pollen-Stress also vorbei.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin einzelne Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Italien, Griechenland und neu auch in Süd-Frankreich.

Was geht rum? 11. August 2018

Der Hochsommer macht Pause. Bei schönem und kühlerem Wetter können Kinder die Ferien im Südwesten unbeschwert genießen. Die Atemwege sind bei niedrigeren Ozonwerten kaum belastet, die UV-Strahlung der Sonne nimmt spürbar ab. Im Schwimmbad und beim ausgedehnten Spiel draußen ist eine Sonnencreme (LF 30) aber weiterhin sinnvoll.

Infektionen sind zum Glück noch immer selten. Wie in der Woche zuvor treten einzelne Infektionen an der Hand-Fuß-Munderkrankung auf. Führend bleibt aber die Herpangina.

Die Bedeutung der Allergien gegen Pollen geht weiter zurück. Im Moment stehen die Wegerich-Pollen im Vordergrund, der Flug der Beifuß-Pollen hat zaghaft begonnen. Am wichtigsten bleiben wohl die Gräser, wo angesichts des Wetters ein zweiter und dritter Schnitt in der Landwirtschaft möglich sind. Damit werden ein bis zwei weitere Wellen von Gräserpollen auf die Allergiker zuschweben. Aber diese Wellen werden deutlich kleiner sein als noch im Mai und Juni.

Im Südwesten kam es laut Meldungen des Landesgesundheitsamtes zu einer Häufung von Keuchhusten. In der Woche bis zum 2. August 2018 (30. KW) wurden in den Kreisen Tübingen, Sigmaringen und Reutlingen insgesamt 15 Erkrankungen neu gemeldet. Für ganz Baden-Württemberg waren es 62 Erkrankungen. Das ist eine um 50% höhere Belastung pro Woche  als bisher in diesem Jahr. Eine besondere Gefährdung besteht für Kinder im ersten Lebensjahr. Gegen diese schwerwiegende Erkrankungen gibt es einen guten Impfstoff. Gerade in Familien mit kleinen Kindern sollte der Schutz – auch der Erwachsenen ! – nochmals überprüft werden.

West-Nil-Fieber. Die Karte zeigt die betroffenen Regionen in Europa: dunkelrot sind die Regionen dargestellt, in denen in 2018 Fälle auftraten. Foto: European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Was geht in der Welt rum? Das West-Nil-Fieber breitet sich seit Wochen in Europa weiter aus. In Italien (50 Fälle bisher) und Griechenland (43 Fälle bisher) sind die meisten Fälle bekannt geworden. Diese Erkrankung wird durch Stechmücken übertragen und kommt deswegen gerne im Spätsommer in feuchten Gebieten vor. Von den infizierten Menschen erkranken nur etwa 20% mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen – besonders bei Menschen über 60 Jahren – ist das Risiko für Hirnentzündungen (Encephalitis) im Rahmen des West-Nil-Fiebers möglich, das eine hohe Tödlichkeit aufweist. Der wichtigste Schutz vor dieser Erkrankung sind Insektenabwehrmittel wie DEET (z.B. Nobite© mit DEET-Anteil von 50%, anti-Brumm© mit DEET-Anteil 30%  oder Autan© family mit DEET-Anteil von 15%) oder Icaridin (Autan©).

Was geht rum? 14. Juli 2018

In schnellen Schritten geht’s auf die Sommerferien zu. Die meisten Klassenarbeiten sind geschrieben. Jetzt schauen die Lehrer in den Schulen die Noten an und die Kinder Filme. Oder sie machen Ausflüge.

Dabei begegnen sie im Südwesten noch immer vielen Gräserpollen, die weiterhin in den Pollenwolken führend sind. In den Bergen ist die Belastung momentan sogar höher als im flachen Land. Bei Ausflügen in den Schwarzwald sollten Kinder und Jugendliche mit allergischem Asthma also mit einem Notfallspray ausgerüstet sein.

Die Enteroviren haben mit ihrem breiten Krankheitsspektrum manche Familien im Griff: Magen-Darm-Infektion (Durchfall), Herpangina (Halsweh), Ausschläge (Hand-Fuß-Mund-Krankheit) – um nur die wichtigsten zu nennen.

Nochmal Urlaub. Die Urlaubsapotheke (Schmerzmittel, Verbandmaterial u.a.) sollte langsam in Angriff genommen werden für alle, die bald auf Reisen gehen. Reichen allfällige Dauermedikamente (z.B. bei Epilepsie oder Asthma) über die Urlaubszeit? Ist ausreichend Sonnenschutzcreme (siehe dazu das praxisblättle von Anfang Juli) im Gepäck?

Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) empfiehlt inzwischen die Impfung gegen HPV (Humanes Papilloma Virus), besser bekannt unter dem Namen der Gebärmutterhalsimpfung auch für junge männliche Heranwachsende. Damit steht die medizinische Empfehlung. Es wird erfahrungsgemäß weitere 1-3 Jahre dauern, bis die finanziellen Fragen bei den Krankenkassen geklärt sein werden. Bei 150 € pro Injektion ist dieses Thema nicht ganz ohne Sprengkraft. Mildernd für die Geldschatulle wirkt sich nur aus, dass deutschlandweit ohnehin nur 45% der Mädchen bislang geimpft sind. Bleibt zu hoffen, dass Jungen und Mädchen gemeinsam die Quote für diesen wichtigen Impfschutz hochtreiben.

Und was geht in der Welt rum? In Laos und Myanmar hat die Zahl der Erkrankungen an Dengue-Fieber deutlich zugelegt. Bei Reisen in diese Länder sollte der Schutz vor den tagaktiven Mücken, die diese Erkrankung übertragen, beachtet werden. Als effektivstes Mittel empfiehlt sich DEET (Diethyltoluamid z.B. in Anti-Brumm©, Nobite©, Care Plus Anti-Insect DEET©, Autan Family Care©). Eine Impfung gibt es zwar und sie ist auf den Philippinen zugelassen. Dabei kann es jedoch zu schweren Krankheitsverläufen kommen, wenn das betreffende Kind nicht bereits vor der Impfung eine natürliche Infektion durchgemacht hat.