Schlagwort: Immunsystem

Wenn das Fieber immer wieder kommt: Fiebersyndrome

Im Herbst beginnt wieder die Zeit der Infekte. Kinder, die gerade einen Platz im Kindergarten ergattert haben, werden nun mit vielen neuen Infekten belohnt. Fieber in der Nacht, Husten den ganzen Tag, Jammern – Kinder und Eltern haben’s nicht leicht. Das kann sich in den kommenden Monaten mehrmals wiederholen. Um die zehn Infekte pro Jahr können durchaus normal sein. Hinzu kommt, dass Kinder von Mai bis September Kinder meist infektfrei sind und sich die Infekte auf nur sieben Monate verteilen. Also kann man von mindestens einem Infekt im Monat ausgehen. Oft stimmt was viele Leute sagen: „…. der ist die halbe Zeit krank“ !

Manchmal sind viele Fieberschübe nicht normal. Das nannte man bisher periodisches Fieber. Heute – mit etwas mehr medizinischer Kenntnis – spricht man eher von einem autoinflammatorischen Syndrom (AIS). Was zeichnet diese Krankheitsgruppe aus:

  • wiederkehrende Fieberschübe
  • Lymphknotenschwellungen
  • Gelenk- oder Kopfschmerzen
  • Ausschläge

Die Unterscheidung zu den üblichen Infektionen (Differentialdiagnose) kann durchaus schwierig sein. Sie ist jedoch wichtig. Denn in Kenntnis der richtigen Diagnose stehen inzwischen immer mehr und bessere Therapien zur Verfügung.

Was läuft bei den AIS im Körper ab? Obwohl diese zu den rheumatischen Erkrankungen zählen, finden sich keine Autoantikörper im Blut der Betroffenen. Den unterschiedlichen autoinflammatorischen Erkrankungen liegt vielmehr eine Abweichung des angeborenen Immunsystems zugrunde. Dr. Toni Hospach aus dem Olgaspital in Stuttgart ist Kinderrheumatologe und damit ein Experte auf dem Gebiet: „Autoinflammatorische Erkrankungen beruhen auf ererbten Gendefekten und treten daher häufig bereits im Säuglingsalter auf. Die einzelnen Autoinflammationssyndrome unterscheiden sich deutlich im Hinblick auf ihre genetische Ursache und die Symptomatik“.

Durch die Störung beim Ablauf von Entzündungen kommt es zu überschießenden Reaktionen an verschiedenen Organen, die Folgeschäden verursachen können. Diese gilt es zu beherrschen. Das hat man früher mit Cortison oder Colchicin – wie beim familiären Mittelmeerfieber – erreicht. Heute kennt man gezielte Therapien, die die Signalwege einer Entzündung bremsen können.