Schlagwort: Influenza

Was geht rum? 06. Oktober 2018

Die Atemwegsinfekte kommen – langsam aber sicher. Weiterhin sind es eher harmlose Infekte wie Schnupfen und Husten durch Racheninfektionen. Daneben sind einige Kinder auch an eitriger Angina durch Streptokokken A erkrankt, die auch den Scharlach auslösen können. Kinderkrankheiten sind jedoch nicht gehäuft.

Der Sommer ist langsam auf dem Rückzug und wir träumen an Tagen wie gestern, dass er vielleicht nochmal wiederkommt. So wie er das im September nochmal machte. Da ist der Gedanke an die echte Grippe, die Influenza, noch ganz weit weg. Doch es macht Sinn sich damit zu beschäftigen. Wettervorhersagen sind inzwischen recht präzise. Vorhersagen für das Auftreten der Influenza sind es nicht. Da argumentieren auch die besten Experten mit Informationen aus der Vergangenheit. Und ja, die Impfung gegen die Influenza könnte besser sein. Aber immerhin gibt sie einen ordentlichen Schutz, der genutzt werden kann. In diesem Jahr wird endlich die Vierfachimpfung (tetravalenter Influenzaimpfstoff) unter Einschluss der Typ-B-Varianten zum Standard. Sie macht begründete Hoffnung auf einen besseren Schutz als im letzten Jahr.

Was geht in der Welt rum? Es ist wiederum das West-Nil-Fieber, das in Europa nun auch Länder im Osten erreicht hat. Aus Serbien werden seit Juli 320 Infektionen mit 29 Todesfällen gemeldet, aus Ungarn 190 Erkrankungen mit einem Todesfall. Der Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme, um eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden.

Was geht rum? 07. April 2018

Der Frühling kommt doch noch. Der Bärlauch oben im Bild – noch im März fotografiert – ist ein untrüglicher Bote. Und eine feine Bereicherung der Küche zu dem. Für die Belastung mit Infektionen bedeutet das herzlich wenig. Auch im schönen Frühling können Infekte noch sehr verbreitet sein. Echte Infektwellen kommen bis in den Juni hinein vor.

Zunächst erholen wir uns alle von der massiven Grippewelle. Nachdem die RS-Viren lange Zeit kaum auftraten, kommen sie als die kleinen Nachfolger der Influenza. Sie verursachen Probleme der Atemwege meist mit obstruktiver Bronchitis bei Säuglingen und Kleinkindern. Parallel hierzu tritt häufig ein Sauerstoffmangel hinzu, so dass sich stationäre Behandlungen manchmal nicht vermeiden lassen. Weiterhin gibt es Krupphusten – typisch für die Jahreszeit.

Der April macht was er will. Alter Spruch, oft aber wahr. Nach einem kurzen Intermezzo mit Regen kommt die sonnig-warme Witterung den Pollen entgegen. Experten rechnen an diesem Wochenende mit dem ersten Birkenpollenflug am Bodensee. Allergiebetroffene sollten nun spätestens in ihren Medizinschrank schauen, ob sie für den Notfall gerüstet sind.

Und was geht in der Welt rum? Das Center for Disease Control an Prevention (CDC) aus den USA berichtet, dass mit dem Abklingen der ersten Welle der Influenza (Grippe) ein zweites Influenza-Virus B aufgetreten sei, das insbesondere Kinder betrifft.

Was geht rum? 31. März 2018

Die Influenza ist nun weitgehend verschwunden. Andere unspezifische Virusinfekte (Halsschmerz, leichtes Fieber, Ohrenschmerz) haben ihren Platz eingenommen. Daneben traten einige Erkrankungen mit Adenovirus sowie Scharlach in der letzen Woche auf.

Abbildung 1. Häufigkeit der Infektionen mit Rotavirus in Baden-Württemberg. Die blass-blaue Fläche zeigt die Häufigkeiten in den letzen 10 Jahren. Dagegen setzen die Erkrankungen in 2018 neue Negativrekorde. So selten wie jetzt waren die Rotaviruserkrankungen seit 10 Jahren nicht mehr. Photo: LGA Baden-Württemberg

Eine gute Nachricht soll endlich auch mal erwähnt werden. Dazu zählt beispielsweise die Magen-Darm-Grippe, ausgelöst durch Rotaviren.  Wie die Abbildung 1 zeigt, lag die Häufigkeit der Erkrankungen in diesem Jahr so niedrig, wie in den letzten 10 Jahren noch nie um diese Jahreszeit. Grund zur Freude! Trotzdem: Das wird sich vermutlich bald wieder ändern. Aber immerhin hat die Natur ein Einsehen, dass eine schlimme Infektion wie die Influenza erstmal reicht.

Was ist mit dem Pollenflug? Der steht an einem Scheidepunkt. Die Pollen der Hasel fliegen kaum noch, die der Erle in mäßigem Ausmaß. Die Birkenblüten sind zwar da, aber sie haben sich noch nicht geöffnet. In tieferen Lagen kann der erste Birkenpollenflug zu Beginn des April einsetzen, wenn: die Sonne sich kräftiger durchsetzen dar. Ob das möglich ist, wissen die Meteorologen noch noch nicht.

Was geht in der Welt rum? Seit 3 Jahren traten viel Fälle von Listeriose in Europa auf. Die europäischen Überwachungsbehörde European Food Safety Authority (EFSA) hat nun festgestellt, dass tiefgefrorener Mais aus Pollen und Ungarn dafür verantwortlich ist. Die Listeriose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektion, die besonders für Kinder und Schwangere gefährlich sein kann.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Osterfest.

Was geht rum? 24. März 2018

Die Grippewelle ist gerade dabei die Region Linzgau zu verlassen. Ist ja auch höchste Zeit. Die Erkrankungszahlen dieser Saison waren doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Andere Infektionen schieben sich jetzt in den Vordergrund. Im Vergleich zur Influenza sind sie weniger heftig, aber auch sie belästigen: Halsschmerzen, Schnupfen und Ohrenschmerzen. Wir sind nach der schlimmen Grippewelle wieder in der Normalität angekommen.

Kinderkrankheiten spielen im Moment keine Rolle.

Abbildung 1. Neuerkrankungen an Tuberkulose in Deutschland. Foto: Susanne J. Keller

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Was geht rum? 17. März 2018

Abbildung 1. Praxisindex der 10. Kalenderwoche 2018 für Atemwegsinfektionen. Foto: RKI, Arbeitsgemeinschaft Influenza

Die Zahl der Atemwegsinfekte liegt noch immer ungewöhlich hoch. Was der Praxisindex der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut für Baden-Württemberg zeigt , gilt jedoch auch für die Bodenseeregion: Die Grippe ist weiter auf dem Rückzug.

Langsam übernimmt ein Virusinfekt mit trockenem Husten den Platz der Grippe. Neben dem Husten treten bei diesem Infekt auch leichte Bauchschmerzen auf.

Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Das wissen bereits die Zecken und machen sich auf den Weg. Die Menschen kommen ohnehin, wenn es wärmer wird. Wer sich gegen die FSME schützen möchte, sollte das umgehend tun. In jedem Fall abends bei den Kindern und sich selbst den Körper nach Zecken untersuchen, die vergessen haben in die Natur zurückzukehren. Für weitere Informationen bitten wir noch um 2 Tage Geduld. Dann kommt hier eine Zecken-Special.

Abbildung 2. Erlenpollenflug in Münsterlingen am Bodensee. Die graue Fläche zeigt die langjährigen Mittelwete, die dünnen schwaren Balken die aktuellen Werte. Foto: www.pollenundallergie.ch

Wer mag außer uns und den Zecken die aufkommende Wärme? Die Pollen. Die neuesten Daten der Pollen-Messstelle in Münsterlingen am Bodensee zeigen einen deutlichen Anstieg für die Erlenpollen. Das kommende Wochenende führt nochmals zur Beruhigung, aber bereits nächste Woche sind wieder höhere Temperaturen angekündigt. Die Birke – das wichtigste Allergen in Frühjahr – zeigt am Bodensee noch keinerlei Aktivität.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber ist in Asien sehr verbreitet. Im Moment kommen die Fidschi-Inseln und Paraguay hinzu. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Da die Verbreitung im Wesentlichen tagsüber abläuft, ist entsprechender Mückenschutz die entscheidende Maßnahme.

Was geht rum? 10. März 2018

Abbildung 1. Praxisindex, der die Häufigkeit der Atemwegserkrankungen in Baden-Württemberg wiedergibt. Dieser bezieht sich auf die 9. Kalenderwoche. Die Krankheitsaktivität ist leicht rückläufig, aber im Vergleich zu den beiden letzten Jahren noch immer sehr hoch. Foto: RKI – Arbeitsgemeinschaft Influenza

Die Grippewelle ebbt langsam ab. Wie langsam, das zeigt auch die nebenstehende Abbildung. Sie gibt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen wieder. Diese ist zwar leicht rückläufig, aber in Bezug auf die Vorjahre in Baden-Württemberg weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Abbildung 2. Epidemiologische Daten zum RSV. Die grauen Balken zeigen die Zahl der entnommenen Rachenabstriche in Baden-Württemberg. Die blaue Kurve gibt die Zahl der positiven Tests wieder. Foto: RKI

Andere Infektionen treten aber weiterhin auf. Wie schon in der letzten Woche ist das ein Virusinfekt mit Symptomen der oberen Atemwege (Schnupfen, Halsschmerz) verbunden mit Bauchschmerzen. Einige Infekte zeigen Hinweise auf das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) , das gerade besonders im Säuglingsalter zu schweren obstruktiven Bronchitiden führen kann. Die Zahl dieser Infektionen ist glücklicherweise gering. Das deckt sich auch mit den Informationen des Robert-Koch-Instituts.

Kinderkrankheiten traten in der abgelaufenen Woche nicht auf.

Seit wenigen Jahren hat die Krätze (Scabies) auch in unserer Region etwas an Häufigkeit zugenommen. In der letzten Woche trat wieder ein Fall auf. Da diese Erkrankung in aller Regel beim Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird, muss von weiteren Erkrankungen im engeren Umfeld ausgegangen werden.

Was geht rum in der Welt? In Australien breitet sich die Syphilis weiter aus. Gerade wurde gemeldet, dass diese schwerwiegende Erkrankung in den letzten Jahren 13 Neugeborene getroffen hat. Die Erkrankung wurde also von den erkrankten Schwangeren übertragen und führte vor zwei Wochen zum 6. Todesfall bei Neugeborenen (Stand 02.03.2018). Bisher waren nur Kinder aus Queensland betroffen. Nun haben die Behörden Hinweise, dass sich die Infektion weiter nach Western Australia, South Australia und Northern Territory ausbreitet. Ein erstrangiger Schutz ist die bewusste Anwendung von Kondomen für alle Australien-Reisenden.

Was geht rum? 03. März 2018

Abbildung 1. Praxisindex für Baden-Württemberg. Dieser zeigt an, wie oft sich Patienten wegen akuter Atemwegsinfekte an einen Arzt wenden. Im Normalfall liegt der Wert bei 115. Übersteigt er 180 ist von einer starken Aktivität von akuten Atemwegsinfektionen auszugehen. Klar erkennbar ist die rote Kurve, die die Aktivität der jetzigen Saison 2017/2018 gegenüber der Saison 2016/2017 (blau) und 2015/2016 (lila) anzeigt.

Die Grippewelle ist seit 2 Wochen auf dem Höhepunkt angekommen. Die Influenza hat in der laufenden Saison so viele Menschen in Deutschland erfasst wie schon lange nicht mehr. Etwa Weihnachten 2017 hat die Grippesaison gestartet und bis heute (27.02.2018) sind 119.533 Fälle übermittelt worden. Das zeigt die nebenstehende Graphik der Arbeitsgemeinschaft Influenza und des Robert Koch Instituts nochmals sehr eindrücklich. Es kann also nur noch besser werden. Und hoffentlich tritt das auch bald ein. Ob die erste Märzwärme das beschleunigt?

Weitere Infekte treten auch mit etwas Schnupfen, geringer Bindehautentzündung und Durchfall auf. Hier sind vermutlich Viren die Verursacher. Die Verläufe sind deutlich harmloser als bei der Influenza. Streptokokken treten sehr vereinzelt auf, darunter auch eine einzelne Erkrankung an Scharlach.

Kinderkrankheiten spielen fast keine Rolle. Windpocken in einer einzigen Familie in der Region.

Abbildung 2. Erlenpollen. Nicht kugelig wie andere Pollen unserer Breiten, erinnert sie eher an eine Kosakenmütze. Foto: Deutsche Ärztezeitung

Der Schnee ist gerade am verschwinden. Und trotzdem gibt es einen Flug von Pollen. Der ist sehr gering, dürfte aber die kommenden warmen Tage nutzen, um mehr zu werden. Die Messstation Münsterlingen am Bodensee hat die Erlenpollen als momentan wichtigste kugelförmige Flieger ausgemacht.

Was geht rum in der Welt? In fünf Staaten (besonders in Iowa) südlich der großen Seen der USA traten 65 Fälle von Salmonellose auf. Genetisch sind die Erreger gleich, die gemeinsame Quelle für den Auslöser ist bislang nicht gefunden worden.

Was geht rum? 17. Februar 2018

Infekte haben im Moment ein leichtes Spiel. Draußen tanzt das Wetter einen Wiener Walzer von Sonne zu Schneestürmen. Die Menschen müssen und wollen sich enger zusammenkuscheln – und haben das an der Fastnacht gemacht. Das gibt den Viren die Chancen, die sie brauchen um die Barriere der Nasenschleimhaut zu überwinden. Das nennt sich zwar Erkältung, ist aber ein Virusinfekt.

Dies ist die Zeit der Grippe. Das sind die Infekte, die Husten machen, Schnupfen und Fieber. Aber viel mehr, als man glauben wollte. Die „Grippe“ – besser Influenza genannt – macht richtig krank: quälender Reizhusten, Kopfschmerzen, die nicht so recht schwinden wollen, oft hohes Fieber, das sich schlecht senken lässt und eine unsägliche Schlappheit. Die Influenza wirft alle um. Selbst jene, die sonst bei Schnupfen noch voll fit sind. Und sie dauert in dieser Schwere oft fünf Tage. Medikamente helfen nur wenig. Schmerzmittel können lindern, wenn die Kopf- und Gliederschmerzen unerträglich werden (meist Paracetamol oder Ibuprofen). Gut ist auch die Nase freizuhalten  – so gut es geht. Aber: abschwellende Nasentropfen führen gerne zum Nasenbluten. Und was hilft beim Husten: viel Trinken (egal ob kalt oder warm), grössere Kinder und Jugendliche können Bonbons lutschen, um den Hustenreiz zu stillen. Honig (am besten direkt vom Löffel), ist gut wirksam gegen den abendlichen Hustenreiz. Medikamente versprechen deutlich mehr als sie letztlich halten können.

Wie in der letzten Woche ist die Influenza führend unter den akuten Erkrankungen. Lange haben die Ringelröteln sich regional im Südwesten kräftig ausgebreitet, nun kommen sie nur noch vereinzelt vor.

An Kinderkrankheiten trat eine einzelne Erkrankung mit Windpocken auf.

Und was geht in der Welt rum? In Südafrika kam es in den vergangenen Wochen zu einem Ausbruch von Listeriose. Betroffen sind alle Provinzen, besonders Gauteng (59%) gefolgt von Western Cape (13%) und KwaZulu-Natal (7%). Unter den 820 festgestellten Erkrankten sind 82 Todesfälle aufgetreten. Die Infektionsquelle ist noch nicht ausgemacht. Die Erreger sind Bakterien, kommen bei Tieren vor und werden über Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milch) übertragen. Besonders stark betroffen sind Säuglinge. Reisende mit Kindern sollten vor Abreise sich zum aktuellen Stand informieren. Als Therapie stehen Antibiotika zur Verfügung.

Viele Leser des praxisblättle wünschen sich, „Was geht rum“ öfter und regelmäßig hier zu vorzufinden. Dem will ich gerne nachkommen. Dabei wird mich künftig Sven Supper unterstützen, der mein Nachfolger als Kinder- und Jugendarzt in Pfullendorf ist. Schon mal herzlichen Dank an dieser Stelle!

Was geht rum? 01. Februar 2018

In diesem Jahr haben wir einen sehr warmen Januar erlebt, den wärmten seit Aufzeichnung des Wetters wie uns Meteorologen bestätigen. Dadurch haben viele Pflanzen bereits Morgenluft gerochen und angefangen zu sprießen. Wer im Süden Deutschlands Büsche im Garten hat, wird bereits sein Wochen von zarten Düften umschmeichelt.

Abbildung 1: Haselpollenflug in Münsterlingen am Bodensee. Schwarze Balken: aktuelle Daten vom Januar 2018, grau: Mittelwerte der letzten Jahre. Foto: aha, Allergiezentrum Schweiz

Das Klima hat auch Folgen für die Gesundheit der Menschen. Das kann am Pollenflug abgelesen werden, der längst im Gange ist. In der nebenstehenden Grafik (Abbildung 1) des aha (aha! Allergiezentrum Schweiz) aus Bern wird klar, was dies in Bezug auf den Haselpollenflug bedeutet. Die Farben geben die Schwere des Pollenflugs wieder: gelb (unterste dünne Linie) bedeutet schwachen Pollenflug, orange bedeutet mässigen Pollenflug, rot bedeutet starken und lila sehr starken Pollenflug. Es zeigt sich also, dass bereits am 05. Januar 2018 ein erster Pollenflug für Haselpollen in Münsterlingen am Bodensee zu verzeichnen war. Der Anstieg ging am 09. Januar weiter in die orange Zone um am 31. Januar erstmal die lila Zone zu erreichen. Kurz gesagt: wir sind schon mitten in der Pollensaison. Zumindest in der Bodenseeregion. Und das einen Monat früher als im Durchschnitt der letzten Jahre. Für Pollenallergiker ist es also wichtig, jederzeit für akute Probleme gerüstet zu sein (Notfallmedikamente !). Ob alle anderen sich auf einen baldigen Frühling freuen können? Warten wir’s ab.

Abbildung 2. Respiratorische Erkrankungen in der 3. Januarwoche 2018. Im südlichen Baden-Württemberg zeigt sich eine erhöhte Aktivität (blau = wenig Aktivität; grüne = moderat erhöhte Aktivität; gelb – rot = deutlich bis stark erhöhte Aktivität). Foto: Arbeitsgemeinschaft Influenza

Denn, die Infekte schlummern zwar noch etwas. Aber, die Erkrankungen an Influenza („Grippe“) haben schon leicht zugenommen. Die nebenstehende Abbildung 2 zeigt, wie in der dritten Woche des Jahres aus dem tiefen Blau Inseln mit grünlich-gelber Färbung herausstechen. Die momentanen hot-spots der Influenza. Man muss kein Prophet sein um zu erahnen, dass sich das Bild im Südwesten mit der kommenden Fasnet bald deutlich weniger blau darstellen wird. Die Grippesaison dürfte für die Saison 2017/2018 eröffnet sein. Leider stellt die regelhaft von der kassenärztlichen Vereinigung empfohlene Impfung (3-fach) nahezu keinen Schutz dar.  Der vorherrschenden Influenza-B-Viren (68% aller nachgewiesenen Viren laut RKI) betreffen den Stamm Phuket, der leider nur im Vierfach-Impfstoff enthalten ist. Menschen, die sich effektiv schützen wollen, sollten eine erneute Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff überlegen.

Und was geht in der Welt rum? Der Ausbruch von Gelbfieber in Brasilien nimmt weiter an Fahrt auf. Laut Gesundheitsministerium sind inzwischen 53 Menschen in den Bundesstaaten Minas Geraiss, Sao Paulo und Río de Janeiro an der Erkrankung verstorben (Stand: 29.01.2018). Reisende nach Brasilien sollten nach Absprache mit dem Arzt eine Gelbfieberimpfung überlegen.