Schlagwort: Influenza

Was geht rum? 09. März 2018

In der letzten Woche haben die Pollen nochmals deutlich zugelegt. Im Südwesten blieb der Haselpollenflug bedeutsam, während die Erlenpollen einen fulminanten Start mit sehr hohen Pollenzahlen hinlegten. Manche Kinder und Jugendliche sind dadurch sofort vom Infekt in die Allergie gerutscht. Für die kommenden Tage gilt: Keine Sorge, das Wetter soll wechselhafter werden und die Pollenallergiker können sich vorerst mal entspannt zurücklegen.

Die Grippewelle belästigt noch immer viele Menschen. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Neuerkrankungen gegenüber der letzten Februarwoche um knapp 10% auf nunmehr 2474 Neuerkrankungen zurückgegangen. Damit sind bislang in diesem Jahr etwa halb so viele Menschen an Influenza erkrankt wie noch im letzten Jahr. Für die Noroviren liegen die Neuerkrankungen mit zuletzt 478 Meldungen pro Woche weiterhin hoch. Rotavirusausbrüche werden aus 12 Kindertagesstätten gemeldet.

Während manche Regionen noch von der Influenza beherrscht werden, ist es in anderen Regionen das RS-Virus, was den Kindern zusetzt. Betroffen sind hiervon meist Kinder unter 2 Jahren und ganz besonders Säuglinge, die durch eine Entzündung der kleinsten Bronchien – Bronchiolitis – in eine heftige Atemnot geraten. Gerade in den ersten Lebensmonaten sind für Kinder oft stationäre Behandlungen erforderlich.

Was geht in der Welt rum? Das Hauptthema des praxisblättle sind in dieser Woche die Masern. Laut einer Veröffentlichung der UNICEF sind aktuell nicht nur Madagaskar, sondern auch Brasilien und die Philippinen betroffen. Dort sind in diesem Jahr 12736 Menschen betroffen mit einer Tödlichkeit von 1,6% (203 Todesfälle). Noch schlimmer trifft es gerade die Ukraine, wo im letzten Jahr 35120 Menschen erkrankten. Sogar aus den USA, bislang immer Vorreiter beim Bemühen, die Masern auszumerzen, melden einen Ausbruch mit 70 Erkrankungen im Clark County im Staate Washington. Es zeigt, wie bedeutsam die Impfung gegen Masern bei Reisen in die Welt ist. Insbesondere auch deshalb, weil diese Erkrankung eine enorme Ansteckung hat. Bereits nach kürzestem Kontakt werden Masern ausgelöst.

Was geht rum? 02. März 2019

Das traumhafte Wetter im Südwesten war eine Labsal nicht nur für Kinder und Jugendliche. Inwieweit sich das im Immunsystem niederschlagen wird, zeigt vermutlich die kommende Woche.

Für Baden-Württemberg liegt die Zahl der Atemwegsinfekte seit 3 Wochen auf etwa einem Niveau, bei regionalen Unterschieden. Gegenüber den beiden Vorjahren treten die Erkrankungen in diesem Jahr bislang seltener auf (siehe rote Kurve in der Abbildung 1). Der in der Grafik dargestellte Praxisindex spiegelt die Zahl der Atemwegsinfekte wieder, wie sie in der ärztlichen Praxis wahrgenommen werden. Diese Zahl erreicht in der Grippewelle meist ihren Höhepunkt, wenn zu den „üblichen Infekten“ die vielen Erkrankungen durch Influenza hinzukommen.

Abbildung 1. Praxisindex für Baden-Württemberg. Dieser spiegelt die Häufigkeit der Atemwegsinfekte wieder. Als Normalwert wird 115 angesehen. Alle Werte darüber zeigen eine Häufung an Infektionen an. Foto: AG Influenza

Diese „üblichen“ Infektionen der Atemwege waren auch in der letzten Woche vorherrschend: vom einfachen Infekt des Rachens (Pharyngitis) bis hin zu den Lungenentzündungen (Bronchopneumonien). Die RSViren spielten eine geringere Rolle als in den ersten Wochen des Februars. Neu hinzu kam eine Häufung an Streptokokkenerkrankungen, teilweise mit Ausschlag: Scharlach. Regional, besonders im Rhein-Neckar-Kreis traten gehäuft Windpocken auf.

Die Magen-Darm-Infektionen mit Noroviren halten sich noch immer auf sehr hohem Niveau.

Die Pollen haben erstmals in diesem Jahr gezeigt, welche Macht sie haben. Gerade im Bodenseeraum wurde die Belastung mit Haselpollen als stark eingestuft. Sie verursachten Schupfen und Bindehautentzündungen (Rhinoconjunctivitis), in einigen Fällen auch allergische Ausschläge. Die Erlenpollen waren ebenso vorhanden, spielten aber eine untergeordnete Rolle. Mit der sich ändernden Wetterlage werden die Allergiker nun zumindest eine Verschnaufspause von einer Woche haben.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal steht das DengueFieber ganz im Vordergrund für  Reisende aus Deutschland. Besonders betroffen sind die asiatischen Staaten Indonesien (seit Januar 2019: 16.690 Neuerkrankungen), Malaysia (24.200 Neuerkrankungen in diesem Jahr) und Thailand (seit Januar 6500 Neurerkrankungen in Bangkok und den südlichen Regionen). Deutlich geringere Zahlen werden aus Réunion (723) und der Karibik (z.B. Dominikanische Republik: 191) gemeldet. Mückenschutz ist die wichtigste Maßnahme, besonders tagsüber.

Was geht rum? 23. Februar 2019

Bald kommt es zum Stresstest für die Infektionen. In den vielen Narrennestern von Baden-Württemberg wird sich zeigen, welche Kraft die Viren noch haben. Oder umgekehrt, wie gut die Kinder und Jugendlichen inzwischen ihr Immunsystem auf Trab gebracht haben.

Zunächst sind die Atemwegserkrankungen noch immer auf einem hohen Niveau, aber deutlich niedriger als im letzten Jahr. Eine Grippewelle wie im letzten Jahr scheint es für Baden-Württemberg nicht mehr zu geben, wie die Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza andeuten.

Abbildung 1. Nachweis von Influenzaviren durch PCR in Baden-Württemberg je Kalenderwoche in der Saison 2018/2019. Foto: AGI

Leider sind jedoch die Erkrankungen mit dem RSVirus noch immer sehr bedeutsam. Diese Infektionen sind für viele der betroffenen Säuglinge eine enorme Belastung. Oft dauert die Erkrankung bis zu 10 Tagen, ohne dass Arzneimittel zur Verfügung stünden, die Dauer zu verkürzen. Solche Arzneien gibt es für die sog. banalen Infekte bekanntermaßen auch nicht. Da sind jedoch so Mittel wie hinliegen und sich ausruhen oder ein Löffel Honig zur Hustenlinderung möglich.

Letzte Woche trat eine Häufung an obstruktiven Bronchitiden auf. Bei diesem Typ von Entzündung der Bronchialschleimhaut steht die Schwellung im Vordergrund. In der Folge kommt die Luft einfacher in das Bronchialsystem hinein als wieder hinaus. Hörbare Folge: eine pfeifende Atmung. Für das betroffene Kind spürbare Folge: Atemnot. Inhalationen sind meist sehr hilfreich. In jedem Fall sollte ein Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden.

Das schöne Wetter und die jahreszeitlich milden Temperaturen arbeiten den Pollen weiter in die Hände. Am Oberrhein sind die Pollenbelastungen durch Haselpollen bereits auf mäßigem Niveau. Für die kommende Woche wird mit weiterer Zunahme des Pollenflugs gerechnet. Allergiker sollten sich darauf einstellen und eventuell erforderliche Medikamente bereit halten.

Was geht in der Welt rum? In vielen Ländern der Erde zeigt das Dengue-Fieber weiterhin wozu es fähig ist. Da erscheinen die Erkrankungszahlen beim Coronavirus sehr gering. In Oman sind dort seit Ende Januar diesen Jahre 10 Infektionen sowie 4 Todesfälle festgestellt worden. Eine wichtige Schutzmaßnahme ist, sich von Dremedaren fernzuhalten.

Was geht rum? 16. Februar 2019

Die Infektwelle geht weiter. Und sie wird weiterhin beherrscht von den Erkrankungen der Atemwege. Neben den unspezifischen Infekten treten weiterhin bei den Säuglingen gehäuft RSVirus-Infektionen auf. Im Kindergartenalter zeigt sich Krupphusten gehäuft. Die Influenza hingegen scheint sich auf dem Rückzug zu befinden. In manchen Regionen von Baden-Württemberg spielt sie aber noch eine bedeutsame Rolle.

In zwei Wochen ist Fasnet/Fasching. Selten im Jahr sind soviele Personen in den Häusern eng beieinander. Diese Zeit nutzen viele Viren, um den Menschen nochmal richtig zuzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass den Influenza- und RS-Viren bis dahin die Kraft für eine neue Welle ausgegangen ist.

Bei allem Husten und Schnupfen dürfen die MagenDarmInfektionen nicht vergessen werden. Sie sind noch immer sehr häufig. Während die Rotaviren sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, liegt die Zahl der NorovirenInfektionen etwa 30% höher als letztes Jahr um diese Zeit.

Auch wenn das schöne Wetter der letzten Tage die ansteckenden Krankheiten nicht verjagen konnte, so tat es uns allen einfach gut. Leider auch den Pollen von Erle und Hasel, die die ersten Strahlen als Wachstumssignal verstanden haben und sich auf den Weg in die Lüfte machten. Sie werden an diesem Wochenende einigen allergischen Menschen zusetzen.

Was geht in der Welt rum? Manche Erkrankungen beschränken sich auf gewisse Länder. Es dürfte wohl mehr an der zunehmenden Reisefreudigkeit der Menschen als am Klimawandel liegen, dass diese virtuellen Begrenzungen für Erreger im Schwinden sind. Das Dengue-Fieber ist das deutlichste Beispiel (siehe das Was-geht-rum der letzten Woche). Aber auch Gelbfieber zeigt diese Tendenz. Zuletzt in Brasilien, wo seit Dezember letzten Jahres 36 Erkrankungen bestätigt wurden mit bislang acht Todesfällen. Die meisten Infektionen traten im Süden des Bundesstaates São Paolo auf. Gelbfieber hat im Gegensatz zur „Gelbsucht“ – die besser als Hepatitis bezeichnet werden sollte – eine enorme Gefährlichkeit. Bei Reisen in den Süden Brasiliens sollte vorher mit einem reisemedizinisch versierten Arzt die Frage einer Impfung gegen diese Erkrankung geklärt werden. Wer bereits schon mal gegen Gelbfieber geimpft wurde, ist auf der sicheren Seite: eine Impfung schützt.

Was geht rum? 09. Februar 2019

Die Infekte ziehen weiter durchs Land. Die Influenza („Grippe“) ist in diesem Winter auch dabei. Diesmal aber eher als Begleiter und nicht als Hauptdarsteller unter den Infekten. Diese Aufgabe haben im Moment die – nicht näher zu bestimmenden – Virusinfekte übernommen. Sie verursachen Halsschmerzen und natürlich Husten. Dieser ist zu oftmals so trocken, dass er zeitweise zum Krupphusten wird. Und: es sind viele Kinder und Jugendliche von diesen Infekten betroffen. Im Übrigen spielt auch das RS-Virus – besonders in der Gruppe der Kleinsten – leider noch eine große Rolle.

Abbildung 1. Wetter, gestern in Ihringen am Kaiserstuhl. Foto: meteomedia

Folgendes Zeichen der Hoffnung auf den kommenden Frühling ist zugleich ein Hinweis auf harte Zeiten für Allergiker: Am Oberrhein stiegen die Temperaturen gestern erstmals wieder auf zweistellige Werte an. In Ihringen am Kaiserstuhl waren es am frühen Nachmittag 10,7 Grad Celsius. Auch Erlen und Haseln das finden gut. Ein leichter Pollenflug wird kurzzeitig einsetzen.

Obwohl in vielen Regionen von Baden-Württemberg noch Schnee liegt: Jetzt ist die Zeit noch günstig, sich gegen FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis) – also „gegen die Zecke“ – impfen zu lassen. Für weitere Informationen verweisen wir auf das praxisblättle vom März letzten Jahres.

Was geht in der Welt rum? Die höchste Infektionsgefahr – nach den Durchfallserkrankungen – besteht für Touristen wohl durch das Dengue-Fieber. Das ist weltweit auf dem Vormarsch. Mit regional unterschiedlichen Häufigkeiten. Sind es seit Anfang dieses Jahres in Kambodscha 15.240 und in Malaysia 15.790 Neuerkrankungen, so sind die Zahlen für die Karibik deutlich niedriger: in Jamaika 339, Guadeloupe 23 (seit November 2018) und Dominikanische Republik 40 (nur erste Januarwoche 2019). Dem Touristen stellt sich dennoch das Problem, dass er sich auch tags vor Mücken schützen muss. Damit ist die Unbeschwertheit im Urlaub ein Stückchen kleiner.

Vor zwei Tagen meldete die New York Times einen Ausbruch von Masern im Staat Washington (Nordwesten der USA). In dieser Region leben viele Impfgegner.

Was geht rum? 02. Februar 2019

Manche Eltern würden rufen: „Pass auf, dass Du nicht krank wirst….“. Aber Vögeln ist das schnuppe. Sie spüren vermutlich ohnehin nichts, weil die Natur vorgesorgt hat. Es bleibt ohnehin genug Arbeit, um sich über den Winter zu bringen.

Abbildung 1. Louis Pasteur. Foto: www.thefamousbirthdays.com

Auch Menschen bekommen nur in seltenen Fällen den letzten Schubs, um infolge der Kälte krank zu werden. Infektionen kommen – das haben uns bereits Robert Koch und Louis Pasteur vor über 140 Jahren bewiesen – über Viren und Bakterien in unseren Körper. Diese werden meist durch enge Kontakte direkt oder indirekt über Nutzung von beispielsweise Türklinken weitergereicht. Wochenlang ist fast nichts passiert, aber jetzt geht die Grippewelle weiter. Bleibt zu hoffen, dass die Impfung in diesem Jahr gut komponiert war und somit hilfreich sein wird. Ansonsten sind unsere Mittel, die schlimme Influenza abzuwehren sehr begrenzt.

 

Abbildung 2. Zahl der gemeldeten Erkrankungen an Influenza (mehrere Nachweismethoden). Foto: AG Influenza

Welche Bedeutung die Influenza momentan in Baden-Württemberg hat, wird aus der An zahl der positiven Nachweise ersichtlich. Diese Daten wurden  in der letzten Januarwoche erhoben. Es zeigt sich bereits ein kleiner Rückgang der gemeldeten Grippe-Erkrankungen. Dieser Trend scheint sich weiter fortzusetzen. Ja, die Influenza ist im Lande. Aber nein, sie spielt keine so große Rolle, wie beispielsweise vor einem Jahr.

Abbildung 3. Zahl der RS-Virusnachweise in Baden-Württemberg je Kalenderwoche. Foto: AG Influenza

Was spürbar häufiger wurde, ist die Zahl der Infektionen mit RS-Virus (RSV). Diese Infektion, deren Zunahme wir an dieser Stelle schon vor 3 Wochen erwähnten, betrifft besonders Säuglinge und Kleinkinder. Die neuen Zahlen für Baden-Württemberg sind eindeutig, obwohl sie in absoluten Zahlen deutlich geringer sind als bei der Influenza. Nach RSV wird auch nur bei Kindern im ersten oder zweiten Lebensjahr geschaut. Das RS-Virus führt oft zur Verengung der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis) und zeigt sich gegen Therapien sehr hartnäckig. Da es sich um ein Virus handelt, sind Antibiotika nicht sinnvoll. Manchmal sind jedoch stationäre Behandlungen erforderlich, um die Sauerstoffversorgung sicherzustellen.

Trotz allem sind die Mehrzahl der auftretenden Krankheiten keine Influenza. Zum Glück. So gibt es schon seit Wochen Magen-Darm-Infektionen, beginnend mit kurzzeitigem Erbrechen mit nachfolgendem Durchfall. Schwere Verläufe treten hier kaum auf.

Was geht in der Welt rum? In Malaysia sind seit Mitte 2017 inzwischen 17 Menschen an der Tollwut (siehe auch den Beitrag im praxisblättle von Angang der Woche) verstorben. Bei mindestens 10 Menschen wurde als Ursache ein Hundebiss bestätigt. Die Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass bei 66 Hunden und einer Katze eine Infektion festgestellt werden konnte. Es wird vermutet, dass die Infektion durch streunende Hunde aus Indonesien eingeschleppt wurde. Dort gibt es landesweit seit Jahren viele Tollwuterkrankungen, auch auf der Touristeninsel Bali.

Was geht rum? 19. Januar 2019

Abbildung 1. Pollenflugdaten der Haselpollen für Münsterlingen am Bodensee im Jahr 2018. Foto: Allergiezentrum Schweiz

Man mag es kaum glauben. Aber wie in jedem Jahr haben wir schon jetzt bei bestimmten Wetterlagen einen bedeutsamen Pollenflug. Der betrifft die Erlen- und Haselpollen. Im Moment fällt er eher noch gering aus. Das kann sich aber in den kommenden Wochen schnell ändern, wie die Pollenflugdaten für Münsterlingen (Schweiz) aus dem Jahre 2018 zeigen. Es macht also durchaus Sinn, wenn sich Allergiker für die kommenden Wochen darauf vorbereiten und bisher notwendige Notfallmedikamente vorrätig haben.

Sicherlich bedeutsamer bleiben für absehbare Zeit aber die Atemwegsinfektionen. Bisher sind die Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg hier noch glimpflich davongekommen. Die leichten Atemwegsinfektionen mit Halsschmerzen und Schnupfen haben sich in der abgelaufenen Woche fortgesetzt. Über die letzten Tage kamen Infektionen mit akut hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und trockenem Husten dazu – vermutlich die Influenza („echte Grippe“). Genaue Daten über die Häufigkeit liegen naturgemäß noch nicht vor.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal zeigt sich das Dengue-Fieber in vielen tropischen Ländern als sehr aktiv. Waren es in Jamaika im gesamten letzten Jahr 708 Erkrankungen, zählen Malaysia bereits in den ersten 2 Wochen des Jahres 6.246 und Sri Lanka 45.701 erkrankte Personen. Andere Länder Asiens melden vergleichbare Häufigkeiten. Für Touristen ist ein effektiver Mückenschutz tagsüber und in den frühen Abendstunden wichtig. Also zu den Zeiten, in denen die übertragende Tigermücke aktiv ist. Dies ist am effektivsten mit DEET möglich. Eine Übersicht der verschiedenen Mittel findet sich im praxisblättle hier.

Die Masern in Madagaskar sind weiter auf dem Vormarsch. Inzwischen liegt eine offizielle Meldung der WHO (Beitrag in englischer Sprache) vor, die sich auf die Informationen bis zum 7. Januar 2018 beziehen. Die Leser des praxisblättle sind ja schon seit längerem informiert. Nach den Zahlen der WHO kommt es zu einem Todesfall unter 501 Erkrankten. Diese Rate ist auch so hoch, weil die Mehrzahl der Kinder in Madagaskar von chronischer Unterernährung betroffen sind. Das ist ziemlich unbekannt weil es keine medienwirksamen Schreckensbilder bringt, ist aber so etwas wie eine Dauerkatastrophe. Und die hat viele Folgen. Eine davon ist, dass diese Kinder keine genügende Abwehr aufbringen um die Masern zu besiegen. In Deutschland liegt die Sterblichkeitsrate bei Masern um das dreifache niedriger. Das ist schlimm genug. Aber: Impfen hilft gut. Besonders, wenn über 90% der Bevölkerung sicher geimpft ist.

Was geht rum? 15. Dezember 2018

Nebel, Hochnebel, Kälte. Die Zeit der Atemwegsinfekte ist gekommen. Kinder und Jugendliche sind vom einfachen Husten durch trockene Raumluft ebenso betroffen wie von Racheninfekten, Bronchitis und in einzelnen Fällen auch Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Immer häufiger tritt auch Fieber auf. Wie damit umzugehen ist beschreibt ein Beitrag im praxisblättle.

Während in allen Landkreisen maximal 2 Erkrankungen an Influenza zu verzeichnen sind, weist die aktuelle Statistik des Landesgesundheitsamtes jeweils 12 Neuerkrankungen für den Landkreis Ravensburg und ebenso viele für den Bodenseekreis aus. Für die Landeshauptstadt Stuttgart sind übrigens keine Neuerkrankungen gemeldet worden.

In der kühlen Jahreszeit werden die Wohnungen gut geheizt. Es wird sehr gemütlich im Haus, aber die Luft leider auch trocken. Das führt im Nebeneffekt auch zu trockener Haut gerade bei Kindern und Jugendlichen, die von Neurodermitis betroffen sind. Es ist ratsam, die Pflege der Haut sehr konsequent und regelmäßig durchzuführen, um Entzündungen mit schwerem Juckreiz und Schmerzen vorzubeugen.

Was geht in der Welt rum? Familien, die über Weihnachten eine Reise nach Südafrika eingeplant haben, sollten sich weitere Informationen zum Thema Tollwut einholen. Dort sind in diesem Jahr 15 Todesfälle gemeldet worden, die alle auf einen Hundebiss hin auftraten. Betroffen waren die Provinz KwaZulu-Natal (Todesfälle), Provinz Eastern Cape (6) und die Provinz Mpumalanga (1). Ein sicherer Schutz ist durch eine aktive Impfung zu erreichen.

Sind Grippeimpfungen für Kinder sinnvoll?

In der hochangesehenen Zeitschrift THE LANCET ist vor wenigen Tagen ein Artikel erschienen, der sich mit der Grippeimpfung von Kindern befasst.

Die Forschergruppe um Shuo Feng von der Universitätsklinik in Hongkong (China) untersuchte in den letzten 5 Jahren 15 695 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren im Rahmen von Krankenhausaufenthalten. In dieser Gruppe von Patienten mit Atemwegserkrankungen konnten bei 2500 (15.9%) Kindern und Jugendlichen eine Infektion mit dem Virus Influenza A oder B nachgewiesen werden. Alle Erkrankungsverläufe wurden in Beziehung gesetzt mit einer erfolgten oder nicht erfolgten Impfung. Die Impfung gegen Influenza erfolgte dabei fast immer im Monat Dezember (was für Hongkong der empfohlene Zeitpunkt für diese Impfung ist).

Dabei zeigte sich, dass die Grippeimpfung (Impfung gegen Influenza) hoch effektiv war. Sie konnte eine Grippe (Influenza A oder B) für die Monate September bis Dezember bei 79% der Geimpften verhindern. Danach ging sie für die Monate Januar bis April auf 67% und für die Monate Mai bis August auf 45% zurück. Die Forscher errechneten, dass die Wirksamkeit der Grippeimpfung pro Monat um etwa 2-5 % absank.

Was zeigt die Studie?

Erstaunlich ist zunächst, wie viele Kinder und Jugendliche untersucht werden konnten. Ganz besonders wichtig ist aber, dass bei Kindern die Grippeimpfung wirksam ist – und: sie wirkt gut. Dass sogar 6 Monate nach der Impfung noch ein Schutz von fast 50% besteht erstaunt und erfreut.

Was geht rum? 06. Oktober 2018

Die Atemwegsinfekte kommen – langsam aber sicher. Weiterhin sind es eher harmlose Infekte wie Schnupfen und Husten durch Racheninfektionen. Daneben sind einige Kinder auch an eitriger Angina durch Streptokokken A erkrankt, die auch den Scharlach auslösen können. Kinderkrankheiten sind jedoch nicht gehäuft.

Der Sommer ist langsam auf dem Rückzug und wir träumen an Tagen wie gestern, dass er vielleicht nochmal wiederkommt. So wie er das im September nochmal machte. Da ist der Gedanke an die echte Grippe, die Influenza, noch ganz weit weg. Doch es macht Sinn sich damit zu beschäftigen. Wettervorhersagen sind inzwischen recht präzise. Vorhersagen für das Auftreten der Influenza sind es nicht. Da argumentieren auch die besten Experten mit Informationen aus der Vergangenheit. Und ja, die Impfung gegen die Influenza könnte besser sein. Aber immerhin gibt sie einen ordentlichen Schutz, der genutzt werden kann. In diesem Jahr wird endlich die Vierfachimpfung (tetravalenter Influenzaimpfstoff) unter Einschluss der Typ-B-Varianten zum Standard. Sie macht begründete Hoffnung auf einen besseren Schutz als im letzten Jahr.

Was geht in der Welt rum? Es ist wiederum das West-Nil-Fieber, das in Europa nun auch Länder im Osten erreicht hat. Aus Serbien werden seit Juli 320 Infektionen mit 29 Todesfällen gemeldet, aus Ungarn 190 Erkrankungen mit einem Todesfall. Der Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme, um eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden.