Schlagwort: Insektenstiche

Insektenstiche und Allergie

In den kommenden Wochen wird das Problem der Mückenstiche zunehmen. Wir beobachten in den letzten Jahren zwar einen deutlichen Rückgang an Insekten, dennoch können zum Beispiel Stechmücken an lauen Abenden draußen sehr lästig sein.

Abbildung 1: Quaddel. Foto: ptw

Dabei ist es häufig nicht der Stich an sich der so lästig ist, sondern meist die allergische Spätreaktion, die ihm folgt. Diese Reaktion tritt frühestens 8 Stunden später auf und zeigt sich mit einer deutlichen Schwellung/ Quaddel (meist > 30 mm) und Juckreiz. Gerade bei kleineren Kindern, die mit dem Juckreiz schlecht zurechtkommen, treten bald Kratzspuren und manchmal auch Entzündungsreaktionen in der Folge auf.

Wie kann man sich vor Insektenstichen schützen?

Eine alte Frage. Einen perfekten Schutz gibt es nicht. Sofern technisch und finanziell möglich, sind Schnakengitter in der Wohnung sehr wirksam. Ansonsten ist die Anwendung von Repellents sinnvoll. Das beste hierbei ist DEET (z.B. Anti-Brumm®, zu 75 ml etwa 8 Euro). Dieser Stoff wirkt sicher über 4 Stunden, ist leicht klebrig auf der Haut und wird deutlich
besser vertragen als bislang angenommen. Vorsicht nur im Gesicht und an Händen, weil er zu Reizungen der Bindehäute führen kann und Kinder mit den Händen gerne mal ins Gesicht fassen. Mit der Anwendung kann man bei Kindern ab 3 Jahren beginnen. Nicht ganz so gut wirksam, aber gerade für kleine Kinder besser verträglich ist Icaridin (z.B. in Autan© Protection Plus Pumpspray – z.Zt. bei Discountern momentan im Angebot für 3,99 € pro 100 ml). Für genauere Informationen können Sie auf’s praxisblättle vom August 2018 zurückgreifen. .

….und wenn der Stich frisch aufgetreten ist?

Dann ist die Anwendung einer aufgeschnittenen Zwiebel für 5 min auf der Einstichstelle gut wirksam. Alternativ kann Speichel oder auch Kälte (Eiswürfel) die Zwiebel ersetzen – wer hat schon immer eine Zwiebel bei sich? Das berühmte Fenistil© Gel jedoch hat über einen kurzen kühlenden Effekt hinaus keine Wirkung.

…. und wenn die Schwellung bereits da ist?

Dann kann nur noch eine Cortisonsalbe helfen. Antihistaminika sind nicht wirksam. Der Einsatz von Cortison sollte jedoch auch bei diesen kleinen Flächen auf schwere Stiche begrenzt bleiben.

Können Insektenstiche gefährlich werden?

Manche Insekten wie Bienen und Wespen können – ähnlich wie Nahrungsmittel oder Medikamente – eine schwere Allergie hervorrufen. Diese zeigt sich vielfach durch akute Körperreaktionen nach Einstich, die über das übliche Maß hinausgehen. So kann die Einstichstelle deutlich anschwellen (was meist kein großes medizinisches Problem darstellt), es können aber auch Reaktionen an anderen Organen hervorgerufen werden. Um diese korrekt zu bewerten, sollte zeitnah ein Kinderallergologe aufgesucht werden. Dieser kann durch gezielte Nachfragen, Allergietests und gelegentlich auch Bluttests das Risiko für kommende Insektenstiche abschätzen.

Manche Kinder können bereits im frühen Kleinkindesalter eine solche schwere Allergie entwickeln. Dann besteht auch das Risiko für einen allergischen Schock. Das nennen wir in der Medizin Anaphylaxie. Diese betrifft in Europa immerhin einen von 300 Menschen, darunter 23% Kinder. Kürzlich wurden von der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie (GPA) Hinweise veröffentlicht, wie Eltern ihre Kinder hiervor schützen können.

Was geht rum? 04. August 2018

Die Hitzewelle geht weiter. Wer zuhause im Ländle bleibt, ist Temperaturen ausgesetzt, die in anderen Jahren nur aus Spanien und Griechenland gemeldet wurden.

Glücklicherweise sind in diesen Tagen auch die Zahl der Infektionen sehr gering.So fair ist die Natur, dass die Kinder nicht noch im Bett die Außentemperaturen toppen müssen – 35 Grad sind genug. Die wenigen Infekte betreffen Durchfall und Herpangina. Insektenstiche sind auch ein Problem. Besonders wenn gekratzt wird und eine Hautinfektion hinzukommt. Also immer nach Insektenstich wenige Minuten kühlen. Noch besser sind Repellentien (wie Autan© family und andere), die das Risiko gestochen zu werden verringern.

Die Pollen dürsten weiter. Das ist günstig für alle Allergiker, die nur geringe Probleme im Südwesten zu befürchten haben. Gräserpollen fliegen in geringer Zahl. In der Nähe von frisch gemähten Feldern und bei einer rasanten Fahrt mit dem Motorrad können sie stark konzentriert vorkommen, ansonsten stellen sie kein echtes Problem dar. Der Beifuß steht noch ….. bei Fuß. Pollen gibt er noch nicht in die Lüfte ab.

Aber wie sollen wir mit der Hitze umgehen? Immerhin ist zu erwarten, dass sich  die Hitzewelle weitere fünf bis sechs Tage fortsetzt. Dazu im Folgenden ein paar Hinweise, die vermutlich allen bekannt sind:

  • Umstellung des Tagesablaufs. Trotz der Ferien ist es sinnvoll früh morgens aufzustehen und die Aufgaben des Tages in den kühleren Stunden zu erledigen. Dann sollte eine Siesta sein – etwa von 12 Uhr bis 17 Uhr – bevor man den Abend bei angenehmen Temperaturen genießen kann.
  • Morgens sollte die Wohnung kräftig gelüftet werden. Je nach Lage ist es sinnvoll, die Fenster gegen 11 Uhr zu schließen oder zu kippen. Ab da kommt nur noch heiße Luft in die Wohnung.
  • Mit der Sonne nehmen die Mengen an giftigen Gasen wie Ozon wieder zu. Diese beginnen ab 11 Uhr mehr zu werden bis in die frühen Abendstunden. In der Wohnung selbst bleibt die Konzentration niedriger, solange keine zu starke Belüftung von außen kommt. Ozon reizt die Atemwege („trockener Hals“, Reizhusten) und kann die Auslösung von Asthma begünstigen. 
  • Natürlich brauchen wir mehr Flüssigkeitszufuhr. Ausreichend Wasser sollte immer im Zentrum der Wohnung stehen, so dass die Kinder beherzt zugreifen können. Man muss sie nur daran erinnern, wenn sie Kopfschmerzen klagen oder zulange wild gespielt haben.
  • Sonnenschutz bleibt wichtig, wenngleich die Sonne nur noch so stark scheint wie im Mai: Mütze, Sonnencreme – in aller Regel mit LF 30.

Was geht in der Welt rum? Wirklich bedeutsam für Touristen außerhalb Europas ist das Dengue-Fieber. Im Moment sind die hotspots Laos, Cuba und Réunion im Indischen Ozean. Mückenschutz tagsüber ist bislang die effektiveste Möglichkeit sich zu schützen. Das Denguefieber kann für Schwangere und ältere Menschen ab 60 Jahren gefährlich sein, für alle anderen Menschen ist es eine ärgerliche fieberhafte, manchmal sehr heftige Krankheit, die in vielem einer Influenza ähnelt.