Schlagwort: Insektenstiche

Was geht rum? 20. Juli 2019

Wir haben zwar ein Insektensterben in unserem Land. Dennoch gibt es viele Plagegeister, die uns und unseren Kindern zusetzen. Oftmals werden wir gestochen und haben kein „Mittelchen“ dabei, keine Creme, nichts. Doch eines ist immer bei uns: Speichel. Kurz die Einstichstelle mit Speichel einreiben ist immer günstig und kühlt etwas. Sind wir zuhause, ist meist eine Zwiebel zu Stelle: frische Zwiebel aufschneiden und direkt für einige Minuten auf der Einstichstelle einreiben. Danach aufpassen, dass kein Kind sich den Saft der Zwiebel in die Augen reibt. Viele käufliche Gels oder Cremes haben einen kühlenden Effekt, mehr aber nicht, solange ihnen kein Cortison zugesetzt (…“H“) wurde. Diese Kühlung kann auch ein schlichter Eiswürfel erzeugen.

Besser ist, die Kinder und Jugendlichen (und sich selbst) vorbeugend vor Insektenstichen zu schützen. Dazu gibt es Sprays mit Icaridin oder DEET. Diese sind über Stunden wirkungsvoll. Übrigens auch gegen Zecken, die in diesem Jahr – so die persönliche Erfahrung – sehr bissfreudig sind. Einzelheiten zu den Insektenschutzmitteln finden Sie hier im praxisblättle.

Die Pollen sind auf dem Rückzug. Große Belastungen für Gräserpollen gibt es nur noch in den Höhenlagen des Schwarzwalds oder den Alpen. Im Flachland ist die Belastung allenfalls mäßig. Auch die Pollen der Sommerkräuter fliegen im Moment kaum.

Impetigo contagiosa – Borkenflechte. Foto: pinterest

Der Sommer ist bekanntermaßen keine Infektzeit. Vereinzelt treten Durchfallserkrankungen auf. Typisch für die Jahreszeit ist auch die Impetigo contagiosa, deren deutscher Name wie die „Borkenflechte“ ebenso unbekannt sind wie der Fachbegriff. Dieser beschreibt eine nässende, schuppende und Blasen bildende Hauterkrankung, die durch Bakterien in kleinen Wunden ausgelöst wird. Meist sind Staphylokokken die Ursache, aber auch Streptokokken (die den Scharlach auslösen) können beteiligt sein. Diese Hautinfektion kann sich unter günstigen Bedingungen – Wärme und Feuchtigkeit – rasant ausbreiten. Im Moment stehen die Chancen für den Impetigo also gut, dass er sich ausbreitet, da er eine gewisse Ansteckung hat und das Wetter für ihn arbeit. Die frühzeitige Vorstellung beim Kinder- und Jugendarzt ist sinnvoll.

Was geht in der Welt rum? In den Tropen bleibt das Dengue-Fieber der Dauerbrenner. Besondere Schwerpunkte sind zur Zeit Tansania (in diesem Jahr 6.350 Infektionen), Réunion (16.000 Neuerkrankungen in diesem Jahr bei 850.000 Einwohnern), Laos (11.560 Neuerkrankungen), Kambodscha (13.000 Erkrankte in diesem Jahr), Brasilien (etwa 600.000 Erkrankungen in diesem Jahr) und die Cook-Inseln (66 Erkrankungen auf der Insel Rarotonga). Für alle Reisenden ist ein guter Mückenschutz tagsüber die wichtigste Schutzmaßnahme. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Preisunterschiede in Europa, gemessen am Durchschnitt. Foto: https://de.statista.com/infografik/18501/preisniveau-privater-konsumausgaben-in-europa/

Und noch ein kleiner Hinweis, ob sich auch Ihr Portemonnaie im Urlaub erholen darf oder nicht. Das Preisniveau in Europa klafft heftig. Im Südwesten ist sattsam bekannt, wie teuer die Schweiz ist. Dass Island noch teurer ist, mag man kaum glauben. Aber dorthin zieht es nur wenige. Die vielen Urlauber in der Türkei können sich hingegen freuen. Viel Geld gespart und das in einem Land mit so herrlichem Essen, wunderbaren Landschaften und vielen freundlichen Menschen wie dem neuen Oberbürgermeister von Istanbul.

Insektenstiche und Allergie

In den kommenden Wochen wird das Problem der Mückenstiche zunehmen. Wir beobachten in den letzten Jahren zwar einen deutlichen Rückgang an Insekten, dennoch können zum Beispiel Stechmücken an lauen Abenden draußen sehr lästig sein.

Abbildung 1: Quaddel. Foto: ptw

Dabei ist es häufig nicht der Stich an sich der so lästig ist, sondern meist die allergische Spätreaktion, die ihm folgt. Diese Reaktion tritt frühestens 8 Stunden später auf und zeigt sich mit einer deutlichen Schwellung/ Quaddel (meist > 30 mm) und Juckreiz. Gerade bei kleineren Kindern, die mit dem Juckreiz schlecht zurechtkommen, treten bald Kratzspuren und manchmal auch Entzündungsreaktionen in der Folge auf.

Wie kann man sich vor Insektenstichen schützen?

Eine alte Frage. Einen perfekten Schutz gibt es nicht. Sofern technisch und finanziell möglich, sind Schnakengitter in der Wohnung sehr wirksam. Ansonsten ist die Anwendung von Repellents sinnvoll. Das beste hierbei ist DEET (z.B. Anti-Brumm®, zu 75 ml etwa 8 Euro). Dieser Stoff wirkt sicher über 4 Stunden, ist leicht klebrig auf der Haut und wird deutlich besser vertragen als bislang angenommen. Vorsicht nur im Gesicht und an Händen, weil er zu Reizungen der Bindehäute führen kann und Kinder mit den Händen gerne mal ins Gesicht fassen. Mit der Anwendung kann man bei Kindern ab 3 Jahren beginnen. Nicht ganz so gut wirksam, aber gerade für kleine Kinder besser verträglich ist Icaridin (z.B. in Autan© Protection Plus Pumpspray – z.Zt. bei Discountern momentan im Angebot für 3,99 € pro 100 ml). Für genauere Informationen können Sie auf’s praxisblättle vom August 2018 zurückgreifen. .

….und wenn der Stich frisch aufgetreten ist?

Dann ist die Anwendung einer aufgeschnittenen Zwiebel für 5 min auf der Einstichstelle gut wirksam. Alternativ kann Speichel oder auch Kälte (Eiswürfel) die Zwiebel ersetzen – wer hat schon immer eine Zwiebel bei sich? Das berühmte Fenistil© Gel jedoch hat über einen kurzen kühlenden Effekt hinaus keine Wirkung.

…. und wenn die Schwellung bereits da ist?

Dann kann nur noch eine Cortisonsalbe helfen. Antihistaminika sind nicht wirksam. Der Einsatz von Cortison sollte jedoch auch bei diesen kleinen Flächen auf schwere Stiche begrenzt bleiben.

Können Insektenstiche gefährlich werden?

Manche Insekten wie Bienen und Wespen können – ähnlich wie Nahrungsmittel oder Medikamente – eine schwere Allergie hervorrufen. Diese zeigt sich vielfach durch akute Körperreaktionen nach Einstich, die über das übliche Maß hinausgehen. So kann die Einstichstelle deutlich anschwellen (was meist kein großes medizinisches Problem darstellt), es können aber auch Reaktionen an anderen Organen hervorgerufen werden. Um diese korrekt zu bewerten, sollte zeitnah ein Kinderallergologe aufgesucht werden. Dieser kann durch gezielte Nachfragen, Allergietests und gelegentlich auch Bluttests das Risiko für kommende Insektenstiche abschätzen.

Manche Kinder können bereits im frühen Kleinkindesalter eine solche schwere Allergie entwickeln. Dann besteht auch das Risiko für einen allergischen Schock. Das nennen wir in der Medizin Anaphylaxie. Diese betrifft in Europa immerhin einen von 300 Menschen, darunter 23% Kinder. Kürzlich wurden von der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie (GPA) Hinweise veröffentlicht, wie Eltern ihre Kinder hiervor schützen können.

Was geht rum? 04. August 2018

Die Hitzewelle geht weiter. Wer zuhause im Ländle bleibt, ist Temperaturen ausgesetzt, die in anderen Jahren nur aus Spanien und Griechenland gemeldet wurden.

Glücklicherweise sind in diesen Tagen auch die Zahl der Infektionen sehr gering.So fair ist die Natur, dass die Kinder nicht noch im Bett die Außentemperaturen toppen müssen – 35 Grad sind genug. Die wenigen Infekte betreffen Durchfall und Herpangina. Insektenstiche sind auch ein Problem. Besonders wenn gekratzt wird und eine Hautinfektion hinzukommt. Also immer nach Insektenstich wenige Minuten kühlen. Noch besser sind Repellentien (wie Autan© family und andere), die das Risiko gestochen zu werden verringern.

Die Pollen dürsten weiter. Das ist günstig für alle Allergiker, die nur geringe Probleme im Südwesten zu befürchten haben. Gräserpollen fliegen in geringer Zahl. In der Nähe von frisch gemähten Feldern und bei einer rasanten Fahrt mit dem Motorrad können sie stark konzentriert vorkommen, ansonsten stellen sie kein echtes Problem dar. Der Beifuß steht noch ….. bei Fuß. Pollen gibt er noch nicht in die Lüfte ab.

Aber wie sollen wir mit der Hitze umgehen? Immerhin ist zu erwarten, dass sich  die Hitzewelle weitere fünf bis sechs Tage fortsetzt. Dazu im Folgenden ein paar Hinweise, die vermutlich allen bekannt sind:

  • Umstellung des Tagesablaufs. Trotz der Ferien ist es sinnvoll früh morgens aufzustehen und die Aufgaben des Tages in den kühleren Stunden zu erledigen. Dann sollte eine Siesta sein – etwa von 12 Uhr bis 17 Uhr – bevor man den Abend bei angenehmen Temperaturen genießen kann.
  • Morgens sollte die Wohnung kräftig gelüftet werden. Je nach Lage ist es sinnvoll, die Fenster gegen 11 Uhr zu schließen oder zu kippen. Ab da kommt nur noch heiße Luft in die Wohnung.
  • Mit der Sonne nehmen die Mengen an giftigen Gasen wie Ozon wieder zu. Diese beginnen ab 11 Uhr mehr zu werden bis in die frühen Abendstunden. In der Wohnung selbst bleibt die Konzentration niedriger, solange keine zu starke Belüftung von außen kommt. Ozon reizt die Atemwege („trockener Hals“, Reizhusten) und kann die Auslösung von Asthma begünstigen. 
  • Natürlich brauchen wir mehr Flüssigkeitszufuhr. Ausreichend Wasser sollte immer im Zentrum der Wohnung stehen, so dass die Kinder beherzt zugreifen können. Man muss sie nur daran erinnern, wenn sie Kopfschmerzen klagen oder zulange wild gespielt haben.
  • Sonnenschutz bleibt wichtig, wenngleich die Sonne nur noch so stark scheint wie im Mai: Mütze, Sonnencreme – in aller Regel mit LF 30.

Was geht in der Welt rum? Wirklich bedeutsam für Touristen außerhalb Europas ist das Dengue-Fieber. Im Moment sind die hotspots Laos, Cuba und Réunion im Indischen Ozean. Mückenschutz tagsüber ist bislang die effektiveste Möglichkeit sich zu schützen. Das Denguefieber kann für Schwangere und ältere Menschen ab 60 Jahren gefährlich sein, für alle anderen Menschen ist es eine ärgerliche fieberhafte, manchmal sehr heftige Krankheit, die in vielem einer Influenza ähnelt.