Schlagwort: Kalorien

Ein Klassiker bei Kindern: Apfelschorle im Test

Sie hat sich bei den Kindern einen festen Platz gesichert: die Apfelschorle. Obst, also auch der Apfel, ist für Kinder immer gut. Uns weil’s nicht zu süß sein soll, greifen Eltern gerne auf eine Mischung mit Wasser zurück.

Die Stiftung Warentest hat sich in einem Test mit diesem Getränk beschäftigt. Zunächst hat sie verschiedene Fertig-Schorlen untersucht und eher enttäuschende Ergebnisse gefunden. Für Baden-Württemberg sind folgende Ergebnisse – im positiven Sinne – Interessant:

Name Zucker Note Preis/Liter Anmerkung
ALDI Süd Goldfit 28,0 g 2,6 0,48 € Geschmack befriedigend
LIDL Solevita 29,0 g 2,6 0,48 € Geschmack befriedigend
NETTO StarDrink 28,0 2,6 0,48 € Geschmack befriedigend
EDEKA Gut&Günstig 28,0 2,7 0,46 € Geschmack befriedigend
PROVIANT naturtrüb 30,5 2,7 3,00 € teuer, Geschmack sehr gut

Die Untersuchung zeigt aber auch, dass der Zuckergehalt im Apfelsaft – bezogen auf 500 ml – bei 54 Gramm liegt. Das ist sogar mehr als bei Coca-Cola (50 Gramm – laut Stiftung Warentest). Bei der fertigen Apfelschorle (siehe Tabelle) liegt der Zuckergehalt bei 28 Gramm. Die Schorle kann auch zuhause selbst gemischt werden, dann lässt sich der Zuckergehalt mit einem  Mischungsverhältnis von 1:3 sogar auf 14 Gramm senken.

Abbildung 1. Zuckergehalt verschiedener Getränke Foto: Gyula Trebitsch Schule Tonndorf

Aus medizinischer Sicht kann die Apfelsaftschorle (in einer Mischung von 1 Teil Apfelsaft + 3 Teile Wasser) im Rahmen der Rehydratation nach Erbrechen sinnvoll sein. Einmal ist dieses Getränk den Kindern gut bekannt. Zum anderen enthält es Zucker (was in dieser Situation für den Körper wichtig ist) und Mineralien (was noch wichtiger ist) und ist isotonisch. Es ist zwar nicht ganz so ideal wie eine Elektrolytlösung (z.B. Oralpaedon©), hat aber den großen Vorteil: Kinder trinken die Apfelsaftschorle gerne.

Sicher ist, dass jedes Süßgetränk wie die Apfelschorle zuhause für Kinder wie Eltern die Ausnahme sein sollte. Nicht nur, dass mit dem Getränk erhebliche Kalorien zugeführt werden. Gerade bei Kindern, die immer mal wieder trinken, wird auch das Risiko für Karies deutlich gesteigert.

Besser als jeder Apfelsaft oder jede Apfelschorle ist in jedem Fall: ein frischer Apfel zum Reinbeißen

Zucker……nur süß?

Zuckersüß. Zucker ist süß. Aber ist er so nett, wie er oft verstanden wird?

Zucker wird in einigen Ländern zunehmend kritischer gesehen. Um Schäden durch Zucker zu vermeiden, haben manche Staaten Regelungen – „Zuckersteuer“ – getroffen, um den Konsum von Zucker insbesondere für Kinder einzuschränken. Die skandinavischen Länder, Frankreich, Ungarn, Mexiko und zuletzt Großbritannien waren in dieser Hinsicht aktiv. Neue Daten, vor 2 Wochen im angesehenen Fachjournal Lancet von Robert Marten et al. veröffentlicht belegen, dass die Maßnahmen in Mexiko gegriffen haben. Im ersten Jahr sank der Verkauf an zuckergesüßten Getränken um 5%, im zweiten Jahr bereits um nahezu 10 Prozent. Dennoch weist in Deutschland die zuständige Ministerin Julia Klöckner die Aufforderung nach einer Steuer auf zuckerhaltige Produkte zurück.

Die medizinischen Grundlagen sind komplex. Tatsächlich sind vereinfacht gesagt Kalorien nicht gleich Kalorien. Das hängt unter anderem mit dem glykämischen Index (GI) zusammen. Dieser wird aus dem Vergleich des Blutzuckeranstiegs nach einer Mahlzeit ermittelt (in Relation zu Traubenzucker). Je höher der Wert liegt, um so eher wird das Hormon Glucose-abhängiges Insulinotropes Peptid (GIP) freigesetzt. Dieses führt zur Fettleber und Insulinresistenz, wonach der Körper weniger auf das Hormon Insulin reagiert.

In der Summe führen nach verschiedenen Studien der Konsum von Kohlehydraten mit hohem glykämischem Index sowie der Zuckerkonsum zu Adipositas. Die Adipositas ihrerseits führt wiederum zu Diabetes mellitus Typ 2.

Tabelle 1. Verschiedene Nahrungsmittel und ihr Zusammenhang mit Glykämischem Index (GI) und Glykämischer Last (GL). Quelle: http://www.symptome.ch/blog/uebergewicht-metabolisches-syndrom/

Nahrungsmittel mit hohem GI sind beispielsweise Limonaden, Fruchtsäfte, Weißbrot, weißer Reis und Cornflakes. Dieser Wert alleine ist noch nicht die ganze Wahrheit. Die gylkämische Last beschriebt den Zusammenhang genauer, da bei dieser Zahl auch der prozentuale Anteil der Kohlenhydrate am Gesamtgewicht mit einfließt. Die nebenstehende Tabelle 1 gibt einen kleinen praktischen Einblick in die Konsequenzen.