Schlagwort: Listeriose

Was geht rum? 31. März 2018

Die Influenza ist nun weitgehend verschwunden. Andere unspezifische Virusinfekte (Halsschmerz, leichtes Fieber, Ohrenschmerz) haben ihren Platz eingenommen. Daneben traten einige Erkrankungen mit Adenovirus sowie Scharlach in der letzen Woche auf.

Abbildung 1. Häufigkeit der Infektionen mit Rotavirus in Baden-Württemberg. Die blass-blaue Fläche zeigt die Häufigkeiten in den letzen 10 Jahren. Dagegen setzen die Erkrankungen in 2018 neue Negativrekorde. So selten wie jetzt waren die Rotaviruserkrankungen seit 10 Jahren nicht mehr. Photo: LGA Baden-Württemberg

Eine gute Nachricht soll endlich auch mal erwähnt werden. Dazu zählt beispielsweise die Magen-Darm-Grippe, ausgelöst durch Rotaviren.  Wie die Abbildung 1 zeigt, lag die Häufigkeit der Erkrankungen in diesem Jahr so niedrig, wie in den letzten 10 Jahren noch nie um diese Jahreszeit. Grund zur Freude! Trotzdem: Das wird sich vermutlich bald wieder ändern. Aber immerhin hat die Natur ein Einsehen, dass eine schlimme Infektion wie die Influenza erstmal reicht.

Was ist mit dem Pollenflug? Der steht an einem Scheidepunkt. Die Pollen der Hasel fliegen kaum noch, die der Erle in mäßigem Ausmaß. Die Birkenblüten sind zwar da, aber sie haben sich noch nicht geöffnet. In tieferen Lagen kann der erste Birkenpollenflug zu Beginn des April einsetzen, wenn: die Sonne sich kräftiger durchsetzen dar. Ob das möglich ist, wissen die Meteorologen noch noch nicht.

Was geht in der Welt rum? Seit 3 Jahren traten viel Fälle von Listeriose in Europa auf. Die europäischen Überwachungsbehörde European Food Safety Authority (EFSA) hat nun festgestellt, dass tiefgefrorener Mais aus Pollen und Ungarn dafür verantwortlich ist. Die Listeriose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektion, die besonders für Kinder und Schwangere gefährlich sein kann.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Osterfest.

Was geht rum? 17. Februar 2018

Infekte haben im Moment ein leichtes Spiel. Draußen tanzt das Wetter einen Wiener Walzer von Sonne zu Schneestürmen. Die Menschen müssen und wollen sich enger zusammenkuscheln – und haben das an der Fastnacht gemacht. Das gibt den Viren die Chancen, die sie brauchen um die Barriere der Nasenschleimhaut zu überwinden. Das nennt sich zwar Erkältung, ist aber ein Virusinfekt.

Dies ist die Zeit der Grippe. Das sind die Infekte, die Husten machen, Schnupfen und Fieber. Aber viel mehr, als man glauben wollte. Die „Grippe“ – besser Influenza genannt – macht richtig krank: quälender Reizhusten, Kopfschmerzen, die nicht so recht schwinden wollen, oft hohes Fieber, das sich schlecht senken lässt und eine unsägliche Schlappheit. Die Influenza wirft alle um. Selbst jene, die sonst bei Schnupfen noch voll fit sind. Und sie dauert in dieser Schwere oft fünf Tage. Medikamente helfen nur wenig. Schmerzmittel können lindern, wenn die Kopf- und Gliederschmerzen unerträglich werden (meist Paracetamol oder Ibuprofen). Gut ist auch die Nase freizuhalten  – so gut es geht. Aber: abschwellende Nasentropfen führen gerne zum Nasenbluten. Und was hilft beim Husten: viel Trinken (egal ob kalt oder warm), grössere Kinder und Jugendliche können Bonbons lutschen, um den Hustenreiz zu stillen. Honig (am besten direkt vom Löffel), ist gut wirksam gegen den abendlichen Hustenreiz. Medikamente versprechen deutlich mehr als sie letztlich halten können.

Wie in der letzten Woche ist die Influenza führend unter den akuten Erkrankungen. Lange haben die Ringelröteln sich regional im Südwesten kräftig ausgebreitet, nun kommen sie nur noch vereinzelt vor.

An Kinderkrankheiten trat eine einzelne Erkrankung mit Windpocken auf.

Und was geht in der Welt rum? In Südafrika kam es in den vergangenen Wochen zu einem Ausbruch von Listeriose. Betroffen sind alle Provinzen, besonders Gauteng (59%) gefolgt von Western Cape (13%) und KwaZulu-Natal (7%). Unter den 820 festgestellten Erkrankten sind 82 Todesfälle aufgetreten. Die Infektionsquelle ist noch nicht ausgemacht. Die Erreger sind Bakterien, kommen bei Tieren vor und werden über Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milch) übertragen. Besonders stark betroffen sind Säuglinge. Reisende mit Kindern sollten vor Abreise sich zum aktuellen Stand informieren. Als Therapie stehen Antibiotika zur Verfügung.

Viele Leser des praxisblättle wünschen sich, „Was geht rum“ öfter und regelmäßig hier zu vorzufinden. Dem will ich gerne nachkommen. Dabei wird mich künftig Sven Supper unterstützen, der mein Nachfolger als Kinder- und Jugendarzt in Pfullendorf ist. Schon mal herzlichen Dank an dieser Stelle!