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Impfung gegen Meningokokken schützt auch vor Gonorrhoe

Dass die Impfung gegen einen Krankheitserreger gleichzeitig gegen einen zweiten erfolgreich wirksam sein kann ist neu. Hinweise hierfür finden sich in einer Studie aus Neuseeland.

Abbildung 1. Meningokokken. Diese Bakterien gehören zu den Diplokokken – also immer zwei sind beieinander. Foto: RKI

Dort wurde zwischen 2004 und 2006 eine Impfung gegen eine Untergruppe von Meningokokken B (siehe Abb. 1) angeboten. Diese konnten sich Jugendliche und Heranwachsende unter 20 Jahren geben lassen, da diese Altersgruppe besonders von diesem speziellen Erreger bedroht waren. Schnell zeigte sich, dass die Neuerkrankungen mit diesen speziellen Meningokokken durch die Impfung auf unter 10% abgesunken waren. Daraufhin stellte die Behörde das erfolgreiche Impfprogramm wieder ein. Die Erkrankung an dieser Untergruppe der Meningokokken B tritt bis heute nur noch sporadisch auf. Also ein voller Erfolg.

Abbildung 2: Gonokokken. Diese Bakterien gehören zu den Diplokokken. Immer zwei treten gemeinsam auf. Foto: CDC, Atlanta

Nun hat eine Forschergruppe um Dr. Helen Petousis-Harris bemerkt, dass seit Anwendung dieser Impfungen die Zahl von Geschlechtskrankheiten mit Chlamydien klar zugenommen, jedoch solche mit Gonokokken (siehe Abb. 2) ebenso deutlich abgenommen haben. Gonokokken sind die Erreger der Gonorrhoe und mit den Meningokokken verwandet. Ihr Ähnlichkeit in der Struktur liegt bei 80-90%. Die Forscher fanden heraus, dass die Patienten, die (gegen diese speziellen Meningokokken B) geimpft worden waren um 31% seltener an der ebenfalls schwerwiegenden Geschlechtskrankheit Gonorrhoe erkrankten als die Ungeimpften.

Damit eröffnet sich vielleicht ein neuer Ansatz, bisher unbesiegbare Erreger erfolgreich auf indirektem Wege bekämpfen zu können.