Schlagwort: Mittelohrentzündung

Was geht rum? 15. Juni 2019

Die nächsten vier Wochen werden uns die meisten Sonnenstunden des Jahres bescheren. Zumindest, solange die Sonne durchkommt. Genau genommen, kommt sie aber auch durch Wolkenschichten sehr wohl durch, so dass der Sonnenschutz für Kinder und Jugendliche in den nächsten Wochen immer bedeutsam ist. Wer die wichtigsten Dinge nochmals nachlesen möchte kann das hier im praxisblättle machen.

An diesem Wochenende gehen die Temperaturen im Südwesten etwas zurück und es soll auch wieder regnen. Damit bekommen alle Allergiker eine Verschnaufpause, nachdem sie die letzten zwei Tage eine sehr starke Konzentration bei den Gräserpollen ertragen mussten.

Die Infekte in Baden-Württemberg werden weniger. Vielleicht ist das dem Urlaub geschuldet. Traditionell gehen viele Familien um Pfingsten nach Südtirol und den Gardasee. Noch gibt es Luftwegsinfekte, die oftmals von Mittelohrentzündungen begleitet sind. Darminfektionen hingegen sind eher selten geworden, was typisch für diese Jahreszeit ist.

Was geht in der Welt rum? In Irland gibt es seit Anfang diesen Jahres vermehrt Erkrankungen an Mumps. Bisher wurden über 1300 Neuerkrankungen gemeldet. Im gleichen Zeitraum traten in Baden-Württemberg nur 24 Fälle auf. Familien, die mit ihren Kindern nach Irland reisen, sollten den Impfschutz kontrollieren. Kinder und Jugendliche sollten zwei Impfungen mit MMR-Impfstoffen (z.B. Priorix©) aufweisen.

Was geht rum? 16. März 2019

Die Atemwegsinfekte scheinen sich immer mehr auf dem Rückzug zu befinden. Da hat die Fastnacht glücklicherweise nichts dran geändert. Wie bei manch anderem Erreger, hat sich auch die Häufigkeit bei den Influenza-Erkrankungen abgeschwächt. Nunmehr stehen einfache Racheninfekte, öfter auch mit Mittelohrentzündung, im Vordergrund. Daneben treten auch Erkrankungen mit Streptokokken auf. MagenDarmInfektionen sind inzwischen vorwiegend auf Rotaviren zurückzuführen. Diese sind im Vergleich zum letzten Jahr um 50% häufiger seit Beginn dieses Jahres.

Im Gegenzug zum Rückgang der Infekte erreichten die Pollenbelastungen bis Mitte der Woche neue Höhenflüge. Erstmals in diesem Jahr wurden Birkenpollen – in noch schwacher Konzentration – im Bodenseegebiet gemessen.

Was geht in der Welt rum? In vielen tropischen Regionen der Welt gewinnt das Gelbfieber an Bedeutung. So wird bei der Einreise in die Dominikanische Republik aus Brasilien kommend neuerdings eine Gelbfieberimpfung verlangt. Hintergrund sind die vermehrten Erkrankungen der letzten Monate im Land am Amazonas. Von den 50 gemeldeten Erkrankten seien inzwischen 12 Menschen verstorben. Gelbfieber trat zuletzt auch in der Region Cochabamba in Bolivien auf. In dieser Gegend zwischen Altiplano und dem Amazonas auf immerhin 2500 Metern ü. M. würde man diese Krankheit weniger vermuten.

Was geht rum? 05. Januar 2019

Langsam weichen die langen Nächte. Die Kälte eher nicht. Wir bleiben also noch einige Wochen eng zusammen in unseren Wohnungen. Oder – wie die Schüler – in gut beheizten Schulen. Alles Orte, um gegenseitig Viren auszutauschen, die unserem Immunsystem neue Impulse geben. Oder, die uns krankmachen.

So in der vergangenen Woche. Es hat den Anschein, dass Atemwegsinfektionen bedingt durch RS-Viren (respiratory syncytial virus, RSV) langsam zunehmen. Infekte mit diesem Erreger können für Säuglinge und Kleinkinder sehr heftig verlaufen. Das Fieber ist eher nicht sehr hoch (38.5° bis 39.5° Celsius). Typischerweise tritt aber eine Bronchitis der kleinen Atemwege – deswegen Bronchiolitis genannt – auf, wodurch die Atmung erschwert wird. Nicht so selten kommt es hierbei zur Trinkschwäche. Spätestens dann sollte das Kind einem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden um zu entscheiden, ob eine Behandlung in der Klinik erforderlich ist. Meist ist in dieser Situation auch die Versorgung mit Sauerstoff erschwert.

Bei den anderen – eher harmlosen – Atemwegsinfektionen (Schnupfen, Rachenentzündung) treten manchmal auch Entzündungen der Bindehäute auf. Mittelohrentzündungen sind saisonal wieder häufiger.

Was geht in der Welt rum? Ausbrüche von Keuchhusten werden aus Australien gemeldet. Dort sind mehrere Regionen betroffen: New South Wales, wo im Oktober 2018 etwa 800 Personen erkrankten. Ein Säugling – gerade einmal 32 Tage alt – verstarb an Keuchhusten. Keuchhusten ist gerade für Säuglinge extrem gefährlich. Geschützt sind sie bis zur erfolgreichen Umsetzung einer Impfung nur dann, wenn alle Personen in der engeren Umgebung selbst sicher geschützt sind. Sei es, dass sie Keuchhusten in den 2 – 3 Jahrzehnten zuvor selbst durchgemacht haben oder, dass sie zumindest alle 10 Jahre dagegen geimpft werden.