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Nagelbettentzündung – Fußpflege hilft sie zu verhindern

Fußnägel werden gerne vergessen was ein Blick zu Boden im Schwimmbad schnell klar macht. Fingernägel hingegen erfahren seit Jahren höchste Zuwendung. Das bleibt nicht ganz ohne Folgen. Gerade bei Jugendlichen beobachten wir in den letzten Jahren zunehmende Fußprobleme. Mit verändertem Modebewusstsein und Freizeitverhalten sind davon inzwischen auch jüngere Kinder betroffen.

Bis Kinder das Laufen erlernen ist der Fuß ein wichtiges Greifwerkzeug. Sie erinnern sich bestimmt noch daran, als Ihr Kind 6 Monate alt war: Zu dieser Zeit vermögen Kinder mit dem Fuß Gegenstände zu fassen, sie benutzen die Füße als Greifwerkzeuge. Und sie erleben den Fuß auch ganz sinnlich, streicheln mit dem Fuß den eigenen Körper (oder gelegentlich auch den Unterarm des Kinderarztes, der sie gerade untersucht) – und sie nehmen die Füße in den Mund.

Das möchte man später eher nicht mehr tun, wenn der Fuß zum „Geh-Werkzeug“ reduziert und ansonsten wenig beachtet wird. Häufig wird er von Jugendlichen nur noch als lästig erlebt, er hat vielleicht einzelne Stechwarzen, hier und da einen Fußpilz und immer wieder beschwert sich jemand im Hause, dass man Schweißfüße hätte. Schwierig, diesen Teil des Körpers zu mögen. Und es geht doch. Aber wie?

Schweißfüße

Abbildung 1. Die Füsse eines Menschen. Pro Quadratzentimeter sind sie mit bis zu 600 Schweißdrüsen bestückt – je mehr Rotfärbung im Bild, umso dichter stehen die Schweißdrüsen. Foto: http://slideplayer.org/slide/2818504/

Füße haben Schweißdrüsen (siehe Abbildung 1). Die Anzahl der Drüsen ist bei Kindern ebenso groß wie bei den Erwachsenen, insofern haben es die Erwachsenen leichter – der kindliche Schweißfuß „wächst sich aus“. Wenn man ihm eine Chance gibt. Die Schweißdrüsen sondern Sekret ab, das auf die eine oder andere Art abziehen muss. Dazu sind hilfreich:

  • Schuhe, die die Feuchtigkeit entweder speichern können oder leicht abgeben. Aber auch der beste Schuh hat seine Kapazität nach 6 Stunden erreicht und dann ….
  • Wechseln der Schuhe so oft es geht.
  • In Gebäuden offene Hausschuhe nutzen oder barfuß gehen.
  • Tägliches Wechseln der Socken.
  • Regelmässige Fußpflege mit Waschen und auch Anwendung von Lotiones oder ggf. auch Pudern, je nach Hauttyp
  • Turnschuhe sind oft aus künstlichem Material und speichern kaum die Körperflüssigkeit – sie sind aber cool. Sie sollten nur begrenzt benutzt werden (man kann den Unterschied zum „guten Schuh“ leicht selbst feststellen: in Turnschuhen ist es oft sehr warm = wenig Belüftung.
  • ist der Schuh mal von Schweißgeruch befallen trägt man diesen „Makel“ durch die Welt. Fußpflege muss also regelmäßig erfolgen, wenn sie erfolgreich sein soll.

Nagelpflege

Abbildung 2. Schneiden der Nägel. Die Finger des Kindes sind gut fixiert, die Schere wird schräg angesetzt. Das Schneiden erfolgt in einem kleinen, halbmondförmigen Bogen. Foto: https://www.leben-und-erziehen.de/baby/babypflege/naegel-schneiden

Die Fußnägel werden oft sehr radikal geschnitten, was nicht nur schmerzhaft ist, sondern oft auch Folgen wie Nagelbettentzündungen (medizinisch: Panaritium) nach sich zieht. Wie macht man/frau’s richtig?

  • Der Nagel sollte nicht zu kurz geschnitten werden, 1-2 mm dürfen gern als weißer Rand zu sehen sein.
  • der Nagel wird leicht bogenförmig geschnitten entlang der Zehenkuppe (siehe Abbildung 2). Dabei bleiben die Ecken etwas stehen (zum Schutz der seitlichen Nagelplatte) und werden mit der Feile nachträglich abgerundet („Kanten brechen“). Die Spitze
    der Schere sollte also unter keinen Umständen in den seitlichen Nagelbereich eindringen.
  • der Nagelfalz wird mit der Spitze der Nagelfeile (gerne auch seitlich angesetzt) gesäubert. Die Nagelhaut sollte dabei nicht verletzt werden.

Fusswarzen

Sie kommen immer wieder vor, weil Warzenviren an allen Ecken lauern. Das ist nicht weiter schlimm, sofern wir den Viren keine besonders guten Bedingungen schaffen (siehe die Bedingungen, die unter dem Kapitel „Schweißfüße“ aufgeführt sind). Warzen zu entfernen lohnt oft nicht, da sie gerne rasch wieder auftauchen. Und selbst so radikale Methoden wie die
Kryotherapie („Vereisen“) oder die chirurgische Entfernung weisen eine Rezidivrate von über 50% auf. Trockene, gut gepflegte Füße sind auch hier die beste Vorsorge. Und Gelassenheit: viele Kinder weisen im Alter von 6 bis 14 Jahren Warzen auf, die letztlich von selbst verschwinden und keiner weiteren Maßnahme bedürfen, solange sie beim Gehen nicht
störend sind.

Was geht rum? 05. Mai 2018

Der Frühsommer hat in dieser Woche eine kleine Pause bei den Temperaturen eingelegt. Die Infekte sind dennoch auf einem niedrigen Niveau geblieben und ohne besondere Trends.

Ein anderer Trend der letzten Jahre setzt sich fort. Besonders Jugendliche, auch Schulkinder, werden immer öfter mit Nagelbettentzündungen (medizinisch: Panaritium) vorstellig. Das kommt besonders oft in den warmen Monaten vor. So auch in den letzten Wochen, in denen die Temperaturen wieder deutlich angestiegen sind. Wir werden uns bald mit diesem Thema ausführlicher befassen.

Abbildung 1. Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland im Jahre 2017. Foto RKI-Twitter

Die Erkrankungen an FSME nehmen nach den neuesten Informationen des Robert-Koch-Instituts in Berlin weiter zu. Auffallend ist, dass gut geimpfte Personen davon praktisch nicht betroffen sind. Das heißt auch, dass die Impfung gut wirksam ist. Die Zahl der von FSME betroffenen Landkreise nimmt weiter zu. Thüringen weist nun als erstes Land im Osten eine hohe Anzahl an Zecken auf, die mit dem Virus infiziert ist.

Was geht in der Welt rum? Aus der Schweiz wird ein kurioser Fall einer Tularämie berichtet. Eine Frau war als Joggerin von einem Bussard von hinten angefallen worden, der sie mit seinen Krallen oberflächlich verletzte und ihr diese schwere Krankheit zufügte, die sonst nur Nager und Hasen befällt. Sie benötigte eine mehrwöchige antibiotische Therapie um zu genesen.

Attacken von Bussarden sind auch dem Autor dieses Berichts aus eigener Erfahrung bekannt. Beim Joggen in den Wäldern um Pfullendorf (nördliche Bodenseeregion) wurde er zwischen etwa 1996 und 2000 mehrfach hautnah angegriffen, aber nie verletzt. Die Ursache für das auffällige Verhalten des sonst scheuen, aber großen Greifvogels blieb unklar.