Schlagwort: Qualle

Was geht rum? 28. Juli 2018

Rechtzeitig mit den Schulferien sind wir im Hochsommer angekommen. Genießen wir diese kurze Hitzeperiode in Baden-Württemberg. Mit einer Siesta, die nicht nur in Spanien gut tut. Mit alpinen Wanderungen fernab der Zivilisation. Oder, indem wir uns in den Seen und Flüssen unserer Region Erfrischung holen.

Infektionen sind im Moment kaum ein Problem. Die Erkrankungen mit Enteroviren – wie die Herpangina – lassen spürbar nach. Daneben gibt es zur Zeit einzelne Atemwegsinfekte und Durchfallserkrankungen.

Auch die Pollen haben eine kleine Siesta eingelegt. Die Gräserpollen fliegen nur noch mässig, die Beifußpollen sind noch nicht zum Flug bereit. Gute Tage für Allergiker, abseits frisch gemähter Wiesen das schöne Wetter zu genießen.

Der Duft vom Grill zieht durch die Wohnviertel. Also kurz nochmals die Erinnerung, Kinder gut zu beobachten. Schwere Verbrennungen sind zwar selten, aber schrecklich.

Für alle, die ferne Länder aufsuchen: Vergewissern Sie sich, ob die Reiseapotheke komplett ist und speziell für Strandurlauber: Quallen können sehr lästig sein.

Was geht in der Welt rum? Zunächst einmal Masern auf Mauritius. Aber das Risiko daran zu erkranken dürfte in Köln momentan weit höher liegen. Wichtiger ist für alle Reisende nach Thailand sich des Dengue-Fiebers bewusst zu sein. Mückenschutz tagsüber ist hier die Richtschnur.

TIPP Quallen – Reiseapotheken-Vorschlag für Strandurlauber

Quallen können im Urlaub zum lästigen Ärgernis werden. Für den Biologen stellen Quallen nur ein Entwicklungsstadium von Nesseltieren dar, die sich aus Polypen entwickeln. Letztere sitzen oft auf Korallen und Felsen, wodurch die im Entwicklungszyklus nachfolgenden Quallen sich ebenfalls vorzugsweise an den Küsten aufhalten.

Zu welchem Zeitpunkt sie dort zur Plage werden ist nicht sicher vorherzusehen. Wärme ist in aller Regel günstig für Quallen, aber sie kommen auch in kühleren Gewässern vor. Da der Lebenszyklus bis heute nicht ganz verstanden wird, ist es immer ratsam, im Meer auf Quallen zu achten.

Abbildung 1. Nesselschlauch. Foto: cram.com

Quallen sind in aller Regel schirmartig aufgebaut und haben an ihren Rändern lange Fäden, die sich Tentakeln nennen. Diese sind mit Nesselzellen besetzt, die ein Nervengift enthalten um Beutetiere zu lähmen und dann fressen zu können. Für Menschen ist dieses Nervengift der Quallen schmerzhaft, aber – bis auf die sehr giftige Seewespe, die vor Australien vorkommt – nur selten gefährlich oder gar tödlich. Die Nesselzellen schleudern bei Kontakt einen Nesselschlauch (siehe Abbildung 1) heraus, der das Gift auf den Angreifer freigibt.

Vorbeugung

Ob vermehrt Quallen im Wasser sind kann oft morgens am Strand erahnt werden. Liegen dort viele angeschwemmte Quallen, so dürfte die Zahl der lebenden Quallen im Wasser ebenfalls hoch sein. Ein weiterer Hinweis sind die kleinen „Stiche“, die man merkt wenn man im Meer schwimmt. Schaut man dann auf die Haut sieht man jedoch nichts. Dies ist ein indirektes Zeichen für kleine Tentakeln, die im Meer herumschwimmen und kleinste Giftmengen hier und da auf unsere Haut bringen können.

Berührung mit einer Qualle

Sollte es zu einer schmerzhaften Berührung mit einer Qualle kommen, sind einige Dinge zu beachten. Zunächst muss man sich darüber im Klaren sein, dass viele Nesselschläuche trotz des massiven Schmerzes noch geschlossen sind. Durch behutsames Vorgehen, können wir also den weiteren Schmerz eindämmen. Hierfür empfiehlt es sich in der Strandtasche folgende Utensilien mitzuführen, die zuvor in der Reiseapotheke von zuhause mitgebracht wurden:

  • ein Päckchen Backpulver
  • ein Plastikmesser
  • und: diese beiden Dinge sind immer am Strand mit dabei !

Abbildung 2. Nach Vorbehandlung mit Backpulver entfernter Teil einer portugiesischen Galeere (Physalia physalis). Foto: ptw

Im Falle eines Kontaktes mit einer Qualle bleibt die betroffene Person am/im Meer. Ein Helfer holt Backpulver und das Plastikmesser aus der Badetasche. Am Strand (im Trockenen) wird das Backpulver über der Kontaktstelle auf der Haut eingerieben. Danach werden die Tentakelreste langsam mit dem Plastikmesser seitlich abgeschabt und mit Meerwasser – extrem wichtig! – keine Süßwasserdusche! – abgewaschen (siehe Abbildung 2). Diesen Vorgang kann man mehrfach wiederholen. Kontakt mit Süßwasser würde in diesem Stadium zum Platzen aller Nesselschläuche und zu weiterer Verschlimmerung der Folgen führen.

Wunde

In aller Regel bleibt eine Rötung zurück, die einer Verbrennung Grad 1 entspricht. Hier ist ein Verband nicht sinnvoll, aber

  • Sonnenschutz, am besten durch Kleidung
  • Schmerzbekämpfung, z.B. mit Ibuprofen

Sollten in speziellen Fällen Blasen oder offene Hautwunden wie bei einer Verbrennung Grad 2 entstehen, so ist eine Vorstellung beim Arzt sinnvoll, um die Wunde entsprechend ihrem Verletzungsgrad zu behandeln.

Nach der Akutbehandlung, wenn die Tentakelreste sicher entfernt sind,  darf auch wieder Süßwasser beispielsweise in der Dusche auf die betroffene Haut gebracht werden.