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Tollwutimpfung? Vor jeder Reise eine wichtige Überlegung, gerade für Kinder

Tollwut ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich ausgerottet. Aber ist das Problem damit aus der Welt? Mitnichten. In der Welt gibt es viel Tollwut mit erheblichen Folgen. Gerade für Kinder.

Was ist überhaupt Tollwut?

Früher sagten die Menschen, „ich kriege gleich eine Tollwut“ wenn sie sehr erregt waren. Aber die Tollwut (medizinisch: Rabies) ist eine virusbedingte Erkrankung. Weltweit kommt sie in mehr als 150 Ländern vor. Nach den neuesten Schätzungen sind im Jahr 2015 etwa 59.000 Menschen daran verstorben.

Tollwut wird in etwa 99% von erkrankten Hunden bei einem Biss auf den Menschen übertragen. Dabei löst sie eine schwere Hirnentzündung aus. Die Infektion ist für den infizierten Menschen nahezu sicher tödlich, sofern er keinen Impfschutz hat bzw. nach dem Biss keine sofortige aktive (+ ggf. auch passive) Impfung erhält (sog: Postexpositionsprophylaxe (PEP)) erhält. Die Impfung gegen Tollwut ist somit die einzige Maßnahme, die bei der Tollwut vor dem Tod schützt. Die Inkubationszeit bis zum Auftreten von Symptomen beträgt meist 2-3 Monate (!) und zeigt ein Spektrum von einer Woche bis zu einem Jahr.

Wer sollte sich impfen lassen?

Abbildung 1. Häufigkeit von Tollwut nach aktuellen Daten der Jahre 2010 – 2014. Foto: Datenblatt der WHO, 2016

Die Tollwut ist in manchen wenigen Ländern wie Deutschland ausgerottet und kommt einzig in der Antarktis nie vor. In Ländern Afrikas und Asiens – ganz besonders in Indien – ist sie häufig (siehe Abbildung 1). Reisende in diese Länder sollten sich bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt individuell beraten lassen, ob eine Impfung für sie wichtig ist. Von allen Menschen die sich durch einen Biss anstecken sind 40% unter 15 Jahre als. Kinder sind weltweit die häufigsten Opfer der Tollwut. Gerade bei Kindern, sollte damit eine Impfung eher großzügig erfolgen, wenn das Tollwut-Risiko für die Reise hoch ist. Dabei spielt das Reiseland weniger eine Rolle als die Art der Reise. Wandeln Sie auf Touristenpfaden (wie beispielsweise eine geführte Rundreise mit Besuch von Kulturdenkmälern) ist das Risiko deutlich niedriger, als beim Besuch von Hilfsprojekten auf dem Land oder in Armenvierteln.

Verhalten im Reiseland

Zuhause in Deutschland haben gerade Kinder ein unverkrampftes Verhältnis zu Tieren. So nähern sie sich auch Hunden sehr schnell und streicheln sie. Hunde in den Ländern Asiens oder Afrikas sind jedoch meist keine Haustiere sondern frei streunende Straßenhunde, die oft ein anderes Verhalten zeigen. Sie erleben freundliche Zuneigung eher selten. Eltern sollten mit ihren Kindern dies vorab besprechen.

Wenn ein Biss erfolgt, sollte die Wunde sofort mit Wasser und Seife gründlich für 15 Minuten ausgewaschen werden. Danach muss ein Arzt aufgesucht werden, um bei Ungeimpften die Impfung einzuleiten. In sehr exotischen Ländern kann es schwierig sein, einen Impfstoff zu bekommen. In diesem Fall empfiehlt es sich mit der Deutschen Botschaft des jeweiligen Landes Kontakt aufzunehmen oder mit einem Arzt in Deutschland, der ggf. mit Hilfe eines Tropeninstituts weiterhelfen kann. Es darf trotz der langen Inkubationszeit keine Zeit verschwendet werden.

In Deutschland stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Oftmals kommt es jedoch zu Lieferengpässen. Deswegen ist es für Reisende ratsam, sich frühzeitig um die Impfung zu kümmern. Bis zum erfolgreichen Abschluss der Impfung (meistens 3 Injektionen) werden 3-4 Wochen benötigt werden. Die Verträglichkeit der Impfung ist gut.