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Was geht rum? 08. Juni 2019

Der Juni hat das warme Wetter nach Baden-Württemberg zurück gebracht. Damit gibt es beste Gelegenheiten, das Fahrrad aus dem Keller zu holen um die eigene Umgebung zu erkunden. Für Erwachsene mögen dabei Kindheitserinnerungen aufkommen. Noch wichtiger: Kinder können künftige Kindheitserinnerungen aufbauen – schönes Grün, zwitschernde Vögel, herrliche Düfte und ein einmaliges Vesper mit der Familie am Waldesrand.

.. und natürlich nie den Fahrradhelm vergessen. Kinder und auch die Eltern. Das gute Vorbild fährt immer mit.

Trotz oder gerade wegen des beginnenden Sommers sind regional wieder viele Kinder von einem Erkältungsinfekt – „Sommergrippe“ – betroffen. Dabei treten Halsschmerzen und viele Mittelohrentzündungen auf. Besonders auffällig sind die Bindehautreizungen.

Unter den momentanen Infektionen in Baden-Württemberg gehört die Erkrankung mit dem HantaVirus zu den wichtigsten. Aber wie es scheint, sind auch in der diesjährigen Welle Kinder und Jugendliche nicht betroffen, obwohl die Zahl der Neuerkrankungen in der letzten Woche mit 56 einen neuen Höchststand erreichte. Die meisten Infektionen traten bislang in der Region Stuttgart auf. Da prinzipiell auch Kinder und Jugendliche erkranken könnten, sollten sie vorsorglich bei Aufräumungsarbeiten in Gartenhäusern oder Speichern nicht beteiligt werden.

Nur für Allergiker wird’s leider noch schwieriger. Sie erleben an diesem Wochenende wohl den stärksten Pollenflug von Gräsern und Spitzwegerich in diesem Jahr. Neben der vom Kinder- und Jugendarzt verordneten medikamentösen Therapie sollten unbedingt auch allgemeine Maßnahmen umgesetzt werden, die den Weg der Pollen in die Atemwegen bremsen: Schließen der Fenster im Haus bei starkem Pollenflug – in der Regel von 05:00 morgens bis 21:00 abends. Abendliches Duschen der Betroffenen (inklusive Haarwäsche). Die Bettwäsche wird nur im Trockner oder im Keller getrocknet. Und: Autofahrten mit geschlossenem Fenster mit Klimaanlage. Zuvor auch sicherstellen, dass die Pollenfilter im Auto gereinigt sind.

Was geht in der Welt rum? Auf Réunion im Indischen Ozean hat sich das DengueFieber in diesem Jahr enorm verbreitet. Für 2019 werden bereits 13.000 Neuerkrankungen gemeldet. Dies ist in Relation zur Bevölkerung von 850.000 Menschen eine beachtliche Zahl. Leser des praxisblättle wissen bereits, dass bislang nur ein Mückenschutz tagsüber vor der Infektion schützen kann. Oder ein Urlaub in deutschen Landen.

Was geht rum? 18. Mai 2019

Verkehrssicherheit ist wieder ein Thema seit vermehrt E-Scooter und E-Bikes auf die Straßen und die Bürgersteige in Deutschland drängen. Die Frage, wer nun auf dem Bürgersteig fahren darf ohne die Fußgänger – und hier ganz besonders die Kinder – zu gefährden wird nun in aller Breite diskutiert. Gut so.

Abbildung 1. Verkehrstote auf den Straßen der USA. Seit 2010 ist das Risiko für Fußgänger sprunghaft gestiegen. Foto: Economist

Erschreckend ist eine Statistik, die der Economist in dieser Woche veröffentlichte. Diese befasst sich mit den getöteten Fußgängern im Straßenverkehr. Bezogen auf die gefahrenen Meilen amerikanischer Autos ist demnach das Risiko für Fußgänger im Verkehr getötet zu werden seit dem Jahr 2009 klar angestiegen. Dem Economist liegen Zahlen des Start-up-Unternehmens Zendrive vor, das die Nutzung des Smartphones im Auto im vergangenen Jahr nachvollziehen konnte. Demzufolge soll das Handy bei 60% aller Fahrten verbotenerweise zum Einsatz kommen. Das würde auch die Graphik erklären. Denn das erste iphone kam in den USA im Jahr 2007 heraus. Danach folgte ein Siegeszug der Smartphones. Heute gibt es in den USA fast so viele Smartphones (260 Millionen) wie Einwohner. Es sind vermutlich nicht nur die elektrisch betriebenen Roller und Räder die unsere Kinder bedrohen. Wir selber als Autofahrer sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko, besonders, wenn wir so nebenbei das Handy nutzen sollten.

Eine ständige Belästigung – und ganz selten auch eine echte Gefahr – stellen Infektionen für Kinder dar. Im Moment sind das besonders die Enterokokken, wie letzte Woche auch: Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Herpangina sind die wichtigsten Vertreter. Einer Ansteckung haben Kinder unter 10 Jahren wenig entgegenzusetzen, da sie diesen Erkrankungen noch nicht so oft begegnet sind. Eine Impfung gibt es nicht, eine direkt wirksame Therapie auch nicht. Es lohnt auch nicht, Kinder „davor zu schützen“, indem man sie nicht in die Kindertagesstätte oder zu Freunden gehen lässt. Ihr Körper soll durchaus lernen, mit diesen Enteroviren umzugehen. Das geht leider nur, wenn man die Krankheit – hoffentlich in schwacher Form – durchmacht.

Eine weitere Erkrankung mit Ausschlag macht noch die Runde: die Ringelröteln. Dies ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die jedoch von den meisten Kindern ohne spürbare Probleme durchgemacht wird – bis auf den Ausschlag.

Abbildung 2. Krankheitshäufigkeit (Inzidenz) des Hantavirus in Bezug auf die gemeldeten Fälle der Landkreise mit Stand 6. Mai 2019. Foto: LGA Baden-Württemberg

Von den Hantaviren werden fürs Ländle enorm hohe Zahlen gemeldet: Allein 30 Neuerkrankungen in der letzten Woche gegenüber 11 Erkrankungen in den ersten 19 Wochen des letzten Jahres. Betroffen sind inbesondere die Landkreise auf der Schwäbischen Alb. Hier im praxisblättle finden Sie weitere Informationen, wie man das Risiko für eine Ansteckung mit dem Hantavirus deutlich verringern kann. Für Kinder durchaus wichtig!

Die Saison der Magen-Darm-Infektionen mit dem Rotavirus geht in diesem Jahr recht lange. Nachdem in der letzten Woche 121 neue Erkrankungen gemeldet wurden, liegen die Erkrankungszahlen im Vergleich zum letzten Jahr fast beim doppelten.

Abbildung 3. Gräserpollenflug der Region Münsterlingen. Foto: pollenundallergie.ch

Ach so die Pollen! Für sie läuft’s zum Glück aller Allergiker nicht so gut. Nun wird es zwar etwas wärmer. Die Meteorologen sagen aber auch öfter Regen voraus, so dass die Belastung mit Gräserpollen weiterhin eher gering bleiben dürfte.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber setzt seinen Siegeszug weiter fort. Davon betroffen sind auch verschiedene Touristendestinationen. Allen voran Brasilien (mit  282.414 Neu-Infektionen alleine in diesem Jahr), die Dominikanische Republik (1.400 Erkrankungen in 2019), Französisch Polynesien (39 Erkrankungen), die Malediven (1.900 Erkrankungen), die Philippinen (59.140 Erkrankungen), Tansania (1.122 Erkrankungen) und Réunion mit 9.200 Infektionen in diesem Jahr. Einzige effektive Schutzmaßnahme ist der Mückenschutz. Für Einzelheiten schauen Sie gerne nochmals hier im praxisblättle nach.

Was geht rum? 27. April 2019

Baden-Württemberg ist bei den Erkrankungen mit dem Hantavirus schon immer führend in Deutschland. In diesem Jahr übertrifft sich das Ländle aber selbst. Waren im letzten Jahr um diese Zeit gerade mal 11 Infektionen gemeldet worden, so sind es allein in der letzten Woche schon 12 und für das gesamte Jahr 2019 bislang 117 Hantavirus-Infektionen. Die relativ seltene Erkrankung mit Hantaviren wird in aller Regel über die Ausscheidung infizierter Mäuse übertragen. Interessant ist, dass diese durch die Einatmung (Inhalation) von infiziertem Staub erfolgt. Dies sollten alle Menschen beachten, wenn sie Gartenhäuser, Keller oder den Speicher kehren. Ob das mit dem Ordnungssinn der Schwaben zu tun hat, ist nicht untersucht. In jedem Fall sind verschiedene vorbeugende Maßnahmen wichtig beim reinigen solcher Räume: zunächst gutes Durchlüften. Grundsätzlich sollten Handschuhe und Mundschutz getragen werden. Zur Vermeidung von Staubaufwirbelungen ist feuchtes Wischen günstiger. Verschmutzte Flächen sollten desinfiziert werden. Detaillierte Hinweise gibt das Robert-Koch-Institut hier.

Mit den fast sommerlichen Temperaturen der letzten Tage, haben sich auch die Krankheitsbilder für Kinder und Jugendliche geändert. Natürlich gibt es weiterhin Luftwegsinfekte, aber eben nicht sehr viele. Und diese sind auch lange nicht so heftig, wie es die Influenza (Grippe) noch vor wenigen Wochen war. Dagegen treten manche Infekte mit einem leichten Infektkrupp (Krupphusten) auf.

Gut untersucht ist das Verhalten der Pollen. Ideal sind Wärme und Wind, besonders wenn es zuvor mal geregnet hat. Letzteres war in den meisten Gebieten im Ländle eher nicht der Fall, Wärme und Wind sehr wohl. Im Ergebnis (Abbildung 1) war die Belastung mit Birkenpollen um die Osterfeiertage – außer am Oberrhein – sehr stark. An diesem Wochenende geht die Belastung für alle Birken-Pollen-Allergiker spürbar zurück.

Abbildung 1. Birkenpollen-Belastung am Bodensee um Ostern. Foto: www.pollenundallergie.ch

Was geht in der Welt rum? Zwei Krankheiten sind für Fern-Reisende seit Monaten bedeutsam. Das ist einmal das Dengue-Fieber, das im Moment vorwiegend in Asien (Philippinen, Singapur), Karibik (Dominikanische Republik) und im südlichen Afrika (Kenia, Réunion) eine große Rolle spielt. Die andere Krankheit sind die Masern. Sie spielen auch bei uns (Baden-Württemberg in 2019 bislang 59 Erkrankungen) eine Rolle, besonders aber in Madagaskar (123.100 Neuerkrankungen) und auf den Philippinen (28.360 Neuerkrankungen in 2019). Sogar in den USA, wo die Masern vor 10 Jahren nahezu ausgerottet waren, wurden in diesem Jahr 555 Masern-Infektionen festgestellt. Meist in Gemeinschaften, die sich dem Impfen verweigern („Inselgruppen“). Momentan betroffen sind: Oakland County im Bundesstaat Michigan und Clark County im Bundesstaat Washington.