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Zahnpflege: in Deutschland sehr erfolgreich

In der Zeitschrift brandeins wurde im Jahr 2013 berichtet, dass die Zahl der Menschen, die ein Handy besitzen geschätzt 4 Milliarden seien. Aber nur 3,5 Milliarden Menschen besitzen eine Zahnbürste. Heute gibt es fast doppelt so viele (7.5 Milliarden) Mobilfunkverträge weltweit, die Zahl der Zahnbürsten hat sich vermutlich nicht verdoppelt.

Alle Kinder in Deutschland erfahren schon früh, warum Zähneputzen so wichtig ist. Karius und Baktus gehen auf einen norwegischen Film aus dem Jahre 1954 zurück und jedes Kind hat davon gehört. Daneben kommen seit Jahrzehnten Zahnärzte in den Kindergarten, um Kinder für das Thema zu gewinnen.

Die Häufigkeit der frühkindlichen Karies hatte sich zunächst verbessert, stagniert aber seit der Jahrtausendwende wieder. Laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (letzte Version von 2015) liegt sie für das Milchgebiss bei 7% bis 20%. Hauptursache ist die Saugerflasche-Karies. Nicht statistisch erfasst ist der Gebrauch der Zahnbürste, der in dieser Altersgruppe weiterhin zu gering ist.

Die Karies ab dem Schulalter wird immer seltener. Das belegt der Verlauf des DMF-T-Wertes. Dieser beschreibt die Zahl der kariös zerstörten Zahnflächen (»D« – englisch: decayed), der wegen Karies fehlenden, gezogenen Zähne (»M« – englisch: missing) und die wegen Karies gefüllten Zähne (»F« englisch – filled). Über die letzten Jahrzehnte hat sich dieser weiter vebessert und liegt nun mit einem Wert vom 0.5 auf Platz 1 der G7-Staaten. 81.3% der deutschen Kinder sind komplett kariesfrei. Das sind prima Zahlen, die in den kommenden Jahren gehalten werden sollten.

Was können Eltern unternehmen?

  • Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns sollten die Zähne regelmässig nach der KAI-Methode geputzt werden; Kaufläche – Außen – Innen. Zahnärzte empfehlen sehr wenig fluoridhaltige Kinderzahnpasta (Fluorid max. 500 ppm) abends vor dem Schlafengehen.
  • Das Gebiss braucht Ruhephasen. Dem Kind sollten nur in Ausnahmefällen Lutscher/ Brezel/ Apfel angeboten werden. Sinnvoll sind bei Kleinkindern eher 5 strukturierte Mahlzeiten
  • Die nächtliche Milchflasche sollte möglichst früh verlassen werden. Viele Kinder trinken schon nach dem ersten Geburtstag lieber aus einer Tasse.
  • Karies wird durch Mutans-Streptokokken unterhalten. Diese Bakterien werden von betroffenen Erwachsenen auf die Kinder übertragen. Deswegen sind sowohl Küsse auf den Mund des Kindes wie auch das Ablecken von Löffeln/ Schnuller sehr problematisch.

Folgen von Karies?

Karies hat nicht nur Folgen für die unmittelbare Zahngesundheit sondern auch für den übrigen Körper. Karies stellt ein wichtiges Risiko für das Auftreten von Schlaganfall, Diabetes mellitus, aber auch Rheuma dar. Wer heute auf die Vorbeugung von Karies achtet, leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit seiner Kinder im Alter.