Schlagwort: Scabies

Krätze – Jucken in der Nacht

Eine alte Erkrankung wird wieder modern. Die Krätze, im medizinischen Skabies genannt. Sie ist eine ansteckende Hauterkrankung, verursacht durch Parasiten.

Ursache

Abbildung 1. Krätzmilbe (Sarcoptes_scabiei) auf ihrem Weg durch die Haut. Foto: CDC

Die weibliche Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei) löst beim Menschen die Beschwerden aus. Dabei gräbt sie sich in die oberste Hautschicht um dort Eier abzulegen, bevor sie nach ein bis zwei Monaten stirbt. Aus den vielen Eiern bilden sich wieder geschlechtsreife Milben, die den Prozess weiter am Laufen halten. Außerhalb des Körpers kann die Milbe nur kurz überleben, weswegen die Hauptübertragung von Mensch zu Mensch, von Haut zu Haut, stattfindet.

Verbreitung

Man schätzt, dass weit über 100 Millionen Menschen weltweit von der Krätze betroffen sind. In Deutschland ist die Erkrankung noch selten, hat aber zuletzt an Bedeutung gewonnen.

Symptome

Die erste Auswirkung der Milben ist der Juckreiz, der besonders nachts auftritt. Er verläuft weitgehend parallel mit dem Auftreten kleiner punktförmiger Hautschwellungen (Papeln), die häufig eng aneinander stehen. Sie sind Ausdruck einer allergischen Reaktion auf den Eindringling. Die Hauterscheinungen nehmen ständig zu. Hinzu kommt, dass durch Juckreiz und Kratzen die Haut weiter gestört wird und oft mit einem Ekzem reagiert, das an Neurodermitis denken lässt. Da Neurodermitis auf den ersten Blick oft als Diagnose angesehen wird, dauert es manchmal einige Zeit bis die Diagnose klar wird. Der erfahrene Kinder- und Jugendarzt kann das Hautbild jedoch schnell erkennen, besonders wenn klar ist, dass in engem zeitlichen Zusammenhang auch andere Menschen im Umfeld ähnliche Symptome aufweisen.

Therapie

Die Krätze lässt sich sicher behandeln. Früher wurden spezielle Lotionen auf die Haut aufgetragen, was sehr aufwendig war, aber letztlich gut klappte. Heute (seit 2016) gibt es auch ein oral einzunehmendes Medikament (Ivermectin) mit sicherer Wirkung.

Was geht rum? 10. März 2018

Abbildung 1. Praxisindex, der die Häufigkeit der Atemwegserkrankungen in Baden-Württemberg wiedergibt. Dieser bezieht sich auf die 9. Kalenderwoche. Die Krankheitsaktivität ist leicht rückläufig, aber im Vergleich zu den beiden letzten Jahren noch immer sehr hoch. Foto: RKI – Arbeitsgemeinschaft Influenza

Die Grippewelle ebbt langsam ab. Wie langsam, das zeigt auch die nebenstehende Abbildung. Sie gibt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen wieder. Diese ist zwar leicht rückläufig, aber in Bezug auf die Vorjahre in Baden-Württemberg weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Abbildung 2. Epidemiologische Daten zum RSV. Die grauen Balken zeigen die Zahl der entnommenen Rachenabstriche in Baden-Württemberg. Die blaue Kurve gibt die Zahl der positiven Tests wieder. Foto: RKI

Andere Infektionen treten aber weiterhin auf. Wie schon in der letzten Woche ist das ein Virusinfekt mit Symptomen der oberen Atemwege (Schnupfen, Halsschmerz) verbunden mit Bauchschmerzen. Einige Infekte zeigen Hinweise auf das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) , das gerade besonders im Säuglingsalter zu schweren obstruktiven Bronchitiden führen kann. Die Zahl dieser Infektionen ist glücklicherweise gering. Das deckt sich auch mit den Informationen des Robert-Koch-Instituts.

Kinderkrankheiten traten in der abgelaufenen Woche nicht auf.

Seit wenigen Jahren hat die Krätze (Scabies) auch in unserer Region etwas an Häufigkeit zugenommen. In der letzten Woche trat wieder ein Fall auf. Da diese Erkrankung in aller Regel beim Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird, muss von weiteren Erkrankungen im engeren Umfeld ausgegangen werden.

Was geht rum in der Welt? In Australien breitet sich die Syphilis weiter aus. Gerade wurde gemeldet, dass diese schwerwiegende Erkrankung in den letzten Jahren 13 Neugeborene getroffen hat. Die Erkrankung wurde also von den erkrankten Schwangeren übertragen und führte vor zwei Wochen zum 6. Todesfall bei Neugeborenen (Stand 02.03.2018). Bisher waren nur Kinder aus Queensland betroffen. Nun haben die Behörden Hinweise, dass sich die Infektion weiter nach Western Australia, South Australia und Northern Territory ausbreitet. Ein erstrangiger Schutz ist die bewusste Anwendung von Kondomen für alle Australien-Reisenden.