Schlagwort: Tränengangsstenose

Tränengangsverengung beim Säugling

Nicht selten kommen Babys zu Welt und haben tränende Augen. Dieses Phänomen zeigt sich am ersten Lebenstag bei 70% der Neugeborenen.

Bei den meisten verschwindet das tränende Auge bereits in den ersten 4 Lebenswochen, so dass nur etwa 6% aller Neugeborenen über diese Zeit hinaus ein “überlaufendes Auge” haben. In seltenen Fällen sind auch beide Augen betroffen. Ursächlich ist meist die sog. HasnerMembran, die den Tränengang bei seiner Mündung in den unteren Nasengang verengt (siehe Bild rechts, Prof. Neuhann, München).

Bei tränendem Auge in den ersten Lebenswochen ist diese Diagnose sehr wahrscheinlich. In jedem Fall sollte der Kinderarzt zu Rate gezogen werden, um andere Diagnosen (z.B. eine akute eitrige Entzündung der Bindehäute, die in diesem Alter durchaus gefährlich werden könnte) auszuschließen.

Eine Therapie ist in aller Regel nicht notwendig. Das Auge kann mehrfach am Tag von den oft schmierigen Belägen befreit werden. Dazu sollte die Mutter/ der Vater zunächst die eigenen Hände waschen (besser: desinfizieren) und mit physiologischer Kochsalzlösung (NaCl 0.9%) auswischen.

In aller Regel führt die Entwicklung des Tränengang dazu, dass sich das Problem des engen Tränenkanals in den ersten Monaten spontan löst. Dann ist das Auge zunehmend nicht mehr nässend und tränt nur noch bei Infekten.