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Was geht rum? 09. Februar 2019

Die Infekte ziehen weiter durchs Land. Die Influenza („Grippe“) ist in diesem Winter auch dabei. Diesmal aber eher als Begleiter und nicht als Hauptdarsteller unter den Infekten. Diese Aufgabe haben im Moment die – nicht näher zu bestimmenden – Virusinfekte übernommen. Sie verursachen Halsschmerzen und natürlich Husten. Dieser ist zu oftmals so trocken, dass er zeitweise zum Krupphusten wird. Und: es sind viele Kinder und Jugendliche von diesen Infekten betroffen. Im Übrigen spielt auch das RS-Virus – besonders in der Gruppe der Kleinsten – leider noch eine große Rolle.

Abbildung 1. Wetter, gestern in Ihringen am Kaiserstuhl. Foto: meteomedia

Folgendes Zeichen der Hoffnung auf den kommenden Frühling ist zugleich ein Hinweis auf harte Zeiten für Allergiker: Am Oberrhein stiegen die Temperaturen gestern erstmals wieder auf zweistellige Werte an. In Ihringen am Kaiserstuhl waren es am frühen Nachmittag 10,7 Grad Celsius. Auch Erlen und Haseln das finden gut. Ein leichter Pollenflug wird kurzzeitig einsetzen.

Obwohl in vielen Regionen von Baden-Württemberg noch Schnee liegt: Jetzt ist die Zeit noch günstig, sich gegen FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis) – also „gegen die Zecke“ – impfen zu lassen. Für weitere Informationen verweisen wir auf das praxisblättle vom März letzten Jahres.

Was geht in der Welt rum? Die höchste Infektionsgefahr – nach den Durchfallserkrankungen – besteht für Touristen wohl durch das Dengue-Fieber. Das ist weltweit auf dem Vormarsch. Mit regional unterschiedlichen Häufigkeiten. Sind es seit Anfang dieses Jahres in Kambodscha 15.240 und in Malaysia 15.790 Neuerkrankungen, so sind die Zahlen für die Karibik deutlich niedriger: in Jamaika 339, Guadeloupe 23 (seit November 2018) und Dominikanische Republik 40 (nur erste Januarwoche 2019). Dem Touristen stellt sich dennoch das Problem, dass er sich auch tags vor Mücken schützen muss. Damit ist die Unbeschwertheit im Urlaub ein Stückchen kleiner.

Vor zwei Tagen meldete die New York Times einen Ausbruch von Masern im Staat Washington (Nordwesten der USA). In dieser Region leben viele Impfgegner.

TIPP Urlaubsapotheke

Bald gehen viele Familien in den Urlaub. Was soll dann ins Gepäck um gegen medizinische Notfälle gewappnet zu sein?

Dauermedikamente

Das Wichtigste ist natürlich, Dauermedikamente (z.B. Medikamente gegen die Epilepsie oder bei Asthma) nicht zu vergessen. Der Vorrat sollte mindestens eine Woche länger reichen als der geplante Urlaub lang ist. Damit können auch unerwartete Probleme beim Warten auf den Rückflug (Flugstornierung – denken Sie an Air Berlin im letzten Jahr) vermieden werden. Diese Dauer-Medikamente werden im Handgepäck mitgeführt. Das Fluggepäck durchaus um Wochen verspätet oder auch überhaupt nicht ankommen! Also Medikamente immer „am Mann“ – oder der Frau.

Notfallmedikamente

  • Arzneimittel gegen Erbrechen wie Vomacur©. Diese sollte immer als Zäpfchen mitgeführt werden, da bei Erbrechen ein Saft oder Tabletten nicht erfolgreich eingenommen werden können. Das gilt sowohl für Kinder und Jugendliche. Aber auch für Erwachsene. Die Anwendung von Vomacur© sollte im Kindesalter nur ein einziges Mal pro Tag erfolgen. Erbricht das Kind dann weiter, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen.
  • Magen-Darm-Erkrankung. Hier ist es wichtig Elektrolyte (also Körpersalze wie Natrium und Kalium) dem Körper zuzuführen, wenn das schlimmste Erbrechen beendet ist. Das geht gut mit Oralpaedon© – einem Pulver, das mit Wasser zu einer idealen Trinklösung gemischt wird.
  • Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol (z.B. ben-u-ron©) oder Ibuprofen (z.B. Ibuflam©, Nurofen© oder Dolormin©).
  • Für gefährdete Kinder sind antiallergische Medikamente vielleicht wichtig. Dies gilt für schwere Allergien (Tierhaare, Insektengifte) wie auch für Pollenallergien. Hier ist es sinnvoll vor Reiseantritt das Risiko mit dem behandelnden Kinderarzt auszuloten.
  • Sonnenschutzmittel. Der wichtigste Sonnenschutz bleibt der Schatten, die Mütze und ein T-Shirt. Ansonsten sind je nach Reiseland Sonnenschutzmittel mit etwa SF 30 bei Kindern sinnvoll. Diese müssen mehrfach am Tag großzügig aufgetragen werden. Also genügende Mengen einpacken!
  • Je nach Reiseland sind sog. Repellentien wichtig. z.B. um Zecken abzuhalten (Osteuropa) oder Mücken (Südeuropa) oder gar tropische Erkrankungen.
  • Desinfektionsmittel wie Octenisept© sollten immer mitgeführt werden sowie Verbandsmaterial.

Allgemeine Hinweise

  • Fieberthermometer sind gerade bei kleinen Kindern sinnvoll.
  • Medizinische Dokumente (z.B. Impfpass, Allergie- oder Diabetikerausweis)

Im Einzelfall ist es sinnvoll den Kinder- und Jugendarzt einige Wochen vor Antritt des Urlaubs zu kontaktieren, um individuelle (bei speziellen Krankheiten) oder spezifische (bei speziellen Reiseländern) Fragen vor der Reise in Ruhe zu klären. Dabei sollte auch Zeit sein, um fehlende Impfungen nachzuholen.

Für einige Medikamente müssen ggf. Bescheinigungen ausgestellt werden für die Mitnahme im Handgepäck (z.B. Flüssigkeiten über 100 ml)  bzw. die Einreise im Zielland.