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Was geht rum? 06. Juli 2019

Pollenflug des Spitzwegerichs am Oberrhein (hier Basel) Die grauen Flächen stellen den Mittelwert der Pollenkonzentration der letzten 10 Jahre da, die Säulen zeigen die aktuellen Belastungen. Foto: www.pollenundallergie.ch

Das schöne Wetter sorgt weiter für einen bedeutenden Pollenflug. Für Kinder und Jugendliche sind weiterhin die Gräserpollen die bedeutendsten Auslöser von Allergien. Der Spitzwegerich spielt auch eine Rolle, steht aber in der Hitparade der allergieauslösenden Pollen weiter hinten.

Infektionen gibt es weiterhin: Die wichtigsten sind – wie in der letzten Woche – die Herpangina und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Ansonsten treten viele Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa) besonders bei regelmäßigen Badegästen auf. Das sollte aber alle Kinder und Jugendlichen nicht davon vom baden und plantschen abhalten. Das macht so viel Spaß und: Abgesehen davon, dass sie anfangs mit starken Schmerzen verbunden ist, so ist eine Gehörgangs-Entzündung gut zu behandeln. Bei Ohrschmerzen am Abend – wenn alle Praxen bereits zu sein sollten – sollten Eltern erstmal Schmerzmedikamente geben. Auch wenn nach der Nacht alles besser erscheint, ist ein Arztbesuch am folgenden Tag aber sinnvoll.

Sommerhitze. Foto: pixabay, jplenio

Gefahren gehen für Kinder und Jugendliche in dieser Jahreszeit jedoch weniger von Infektionen aus als von Hitze, UV-Strahlung, Zecken, Verbrennungen beim Grillen und von verschiedenen Pflanzen. Die einen haben giftige Beeren – wie beispielsweise die Mahonie – , andere führen im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung zu einer Art Verbrennung – Wiesengräserdermatitis –  wie der Bärenklau.

Viele Familien in Baden-Württemberg bereiten sich gerade auf den Urlaub vor. Noch knapp drei Wochen, dann ziehen sie in die Ferne. In der nächsten Woche geben wir Ihnen im praxisblättle weitere Tipps für die Themen Reise-Krankenversicherung (8. Juli) und Reiseapotheke (10. Juli).

Was geht in der Welt rum? Die intensive Diskussion um Impfungen hat nachgelassen, Masern sind in den Medien zur Zeit kein Thema. Wohl aber in den meisten Ländern der Erde. Besonders deutlich wird dies in Japan mit 566 Erkrankungen in diesem Jahr (höchste Rate seit 10 Jahren) und in den USA mit 1095 Erkrankungen in 28 Bundesstaaten. Oft sind es junge Erwachsene, die erkranken. Die Masernimpfung ist sicher und gut verträglich. Sie sollte nochmals vor einer Reise überprüft werden um sich und andere zu schützen.

Was geht rum? 27. April 2019

Baden-Württemberg ist bei den Erkrankungen mit dem Hantavirus schon immer führend in Deutschland. In diesem Jahr übertrifft sich das Ländle aber selbst. Waren im letzten Jahr um diese Zeit gerade mal 11 Infektionen gemeldet worden, so sind es allein in der letzten Woche schon 12 und für das gesamte Jahr 2019 bislang 117 Hantavirus-Infektionen. Die relativ seltene Erkrankung mit Hantaviren wird in aller Regel über die Ausscheidung infizierter Mäuse übertragen. Interessant ist, dass diese durch die Einatmung (Inhalation) von infiziertem Staub erfolgt. Dies sollten alle Menschen beachten, wenn sie Gartenhäuser, Keller oder den Speicher kehren. Ob das mit dem Ordnungssinn der Schwaben zu tun hat, ist nicht untersucht. In jedem Fall sind verschiedene vorbeugende Maßnahmen wichtig beim reinigen solcher Räume: zunächst gutes Durchlüften. Grundsätzlich sollten Handschuhe und Mundschutz getragen werden. Zur Vermeidung von Staubaufwirbelungen ist feuchtes Wischen günstiger. Verschmutzte Flächen sollten desinfiziert werden. Detaillierte Hinweise gibt das Robert-Koch-Institut hier.

Mit den fast sommerlichen Temperaturen der letzten Tage, haben sich auch die Krankheitsbilder für Kinder und Jugendliche geändert. Natürlich gibt es weiterhin Luftwegsinfekte, aber eben nicht sehr viele. Und diese sind auch lange nicht so heftig, wie es die Influenza (Grippe) noch vor wenigen Wochen war. Dagegen treten manche Infekte mit einem leichten Infektkrupp (Krupphusten) auf.

Gut untersucht ist das Verhalten der Pollen. Ideal sind Wärme und Wind, besonders wenn es zuvor mal geregnet hat. Letzteres war in den meisten Gebieten im Ländle eher nicht der Fall, Wärme und Wind sehr wohl. Im Ergebnis (Abbildung 1) war die Belastung mit Birkenpollen um die Osterfeiertage – außer am Oberrhein – sehr stark. An diesem Wochenende geht die Belastung für alle Birken-Pollen-Allergiker spürbar zurück.

Abbildung 1. Birkenpollen-Belastung am Bodensee um Ostern. Foto: www.pollenundallergie.ch

Was geht in der Welt rum? Zwei Krankheiten sind für Fern-Reisende seit Monaten bedeutsam. Das ist einmal das Dengue-Fieber, das im Moment vorwiegend in Asien (Philippinen, Singapur), Karibik (Dominikanische Republik) und im südlichen Afrika (Kenia, Réunion) eine große Rolle spielt. Die andere Krankheit sind die Masern. Sie spielen auch bei uns (Baden-Württemberg in 2019 bislang 59 Erkrankungen) eine Rolle, besonders aber in Madagaskar (123.100 Neuerkrankungen) und auf den Philippinen (28.360 Neuerkrankungen in 2019). Sogar in den USA, wo die Masern vor 10 Jahren nahezu ausgerottet waren, wurden in diesem Jahr 555 Masern-Infektionen festgestellt. Meist in Gemeinschaften, die sich dem Impfen verweigern („Inselgruppen“). Momentan betroffen sind: Oakland County im Bundesstaat Michigan und Clark County im Bundesstaat Washington.

Was geht rum? 09. März 2018

In der letzten Woche haben die Pollen nochmals deutlich zugelegt. Im Südwesten blieb der Haselpollenflug bedeutsam, während die Erlenpollen einen fulminanten Start mit sehr hohen Pollenzahlen hinlegten. Manche Kinder und Jugendliche sind dadurch sofort vom Infekt in die Allergie gerutscht. Für die kommenden Tage gilt: Keine Sorge, das Wetter soll wechselhafter werden und die Pollenallergiker können sich vorerst mal entspannt zurücklegen.

Die Grippewelle belästigt noch immer viele Menschen. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Neuerkrankungen gegenüber der letzten Februarwoche um knapp 10% auf nunmehr 2474 Neuerkrankungen zurückgegangen. Damit sind bislang in diesem Jahr etwa halb so viele Menschen an Influenza erkrankt wie noch im letzten Jahr. Für die Noroviren liegen die Neuerkrankungen mit zuletzt 478 Meldungen pro Woche weiterhin hoch. Rotavirusausbrüche werden aus 12 Kindertagesstätten gemeldet.

Während manche Regionen noch von der Influenza beherrscht werden, ist es in anderen Regionen das RS-Virus, was den Kindern zusetzt. Betroffen sind hiervon meist Kinder unter 2 Jahren und ganz besonders Säuglinge, die durch eine Entzündung der kleinsten Bronchien – Bronchiolitis – in eine heftige Atemnot geraten. Gerade in den ersten Lebensmonaten sind für Kinder oft stationäre Behandlungen erforderlich.

Was geht in der Welt rum? Das Hauptthema des praxisblättle sind in dieser Woche die Masern. Laut einer Veröffentlichung der UNICEF sind aktuell nicht nur Madagaskar, sondern auch Brasilien und die Philippinen betroffen. Dort sind in diesem Jahr 12736 Menschen betroffen mit einer Tödlichkeit von 1,6% (203 Todesfälle). Noch schlimmer trifft es gerade die Ukraine, wo im letzten Jahr 35120 Menschen erkrankten. Sogar aus den USA, bislang immer Vorreiter beim Bemühen, die Masern auszumerzen, melden einen Ausbruch mit 70 Erkrankungen im Clark County im Staate Washington. Es zeigt, wie bedeutsam die Impfung gegen Masern bei Reisen in die Welt ist. Insbesondere auch deshalb, weil diese Erkrankung eine enorme Ansteckung hat. Bereits nach kürzestem Kontakt werden Masern ausgelöst.