Schlagwort: UV-Strahlung

Was geht rum? 27. Juli 2019

Nach kurzer Pause geht das Sommerwetter auch in den Sommerferien mit leicht niedrigeren Temperaturen weiter. Damit bleiben in der kommenden Woche Infektionen wohl das kleinere Problem für Kinder und Jugendliche.

Aufmerksamkeit erfordert das fast tropische Wetter besonders von Eltern kleiner Kinder. Sie sollten mehrere Belastung ihrer Kinder im Tagesablauf bedenken:

  • UV-Strahlung. Sie ist noch immer erheblich und nimmt zum frühen Nachmittag hin zu. Kinder sollten zumindest zwischen 11 Uhr und 15 Uhr eine Kopfbedeckung tragen und an offenen Körperstellen mit einer Sonnencreme (mit LF 30) versorgt sein. Am sichersten ist es, wenn sie in der Wohnung bleiben.
  • Hitze strengt an. Wenn Kinder mit Kindern spielen merken sie das kaum, denn die Freunde sind ihnen wichtiger. Eltern können dann einen schattigen Ort suchen und anbieten. Der sollte besser unter einem Baum – der sogar eine Kühlung ermöglicht – als unter einem Sonnenschirm sein.
  • Wasserbedarf. Der steigt mit der Hitze. Also allen Personen im Haushalt immer wieder Getränke (Wasser) anbieten. Nicht aufdrängen! Keiner muss trinken.
  • Ozon/ Reizgase. Mit der stärksten Sonne erreicht auch die Konzentration mit Reizgasen wie Ozon ihren Höhepunkt. Das ist die Zeit, wo starke körperliche Belastungen ausgesetzt werden sollten. Sport ist gut am Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang.
  • Insekten/ Zecken. Gerade Zecken lieben die warmen Temperaturen. Kinder sollten beim Spiel in der Natur mit entsprechenden Insektenschutzmitteln eingerieben werden. Allabendlich sollte man den Körper auf Zecken absuchen, besonders in den Nischen wie Bauchnabel, Achseln und hinter dem Ohr.
  • Grillen. Immer daran denken, dass Feuer für Kinder sehr reizvoll ist und den Grill gut beobachten, damit nichts passiert.

Die Hitze hat manche gute Seite. Mit der trockenen Witterung geht auch die Zahl der Pollen zurück und Allergiker müssen für die nächste Zeit nur mit mäßigen Belastungen durch Gräserpollen bzw. Pollen des Spitzwegerich rechnen. Das schlimmste ist wohl überstanden. Kurzzeitige starke Belastungen mit Pollen können jedoch bei Gewitter auftreten, weswegen Asthmatiker immer ihre Notfallmedikamente mitführen sollten.

Und was gibt es noch an Infekten? Die Magen-Darm-Erkrankungen gehören im Moment zu den häufigsten Infektionen. Diese sind oft durch Rotaviren ausgelöst. In der Region Karlsruhe und Rhein-Neckar gab es zuletzt mehr Meldungen an Campylobacter-bedingten Darmentzündungen. Campylobacter ist ein Bakterium, das unter den momentanen Umgebungsbedingungen häufiger in Speisen wie Geflügel anzutreffen ist. Zur Vermeidung dieser Erkrankung ist gute Hygiene in der Küche entscheidend.

Was geht in der Welt rum? Selten fällt Kanada durch Infektionen auf, die Reisende bedrohen könnten. In erster Linie sind es Bären, die man in Kanada auf Distanz halten sollte. Nun ist dort ein 21 Jahre alter Mann an Tollwut verstorben, die er sich auf Vancouver Island durch den Biss einer infizierten Fledermaus zugezogen hatte. Tollwut gibt es in diesem riesigen Land im Norden vorwiegend durch Füchse, im Süden durch Stinktiere und Waschbären. Und Fledermäuse gibt es in allen Landesteilen Je nach Reiseverhalten sollte eine Impfung in Erwägung gezogen werden.

Was geht rum? 01. Juni 2019

Im Juni und Juli wird die Sonneneinstrahlung bei uns den Höhepunkt erreichen. Grund genug, öfter als sonst eine Sonnenbrille zu tragen. Dabei geht es darum, die Augen vor den unsichtbaren UV-A- und UV-B-Strahlen zu schützen. Einfach abgedunkelte Brillen bringen da kaum was. Sie können sogar schaden, weil der Schutzreflex der Pupille unterbleibt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sonnenbrillen im Fachhandel gekauft werden. Nur dort ist sichergestellt, dass die Kennzeichnung EN 1836:1997 oder das CE-Zeichen und die Aufschrift ISO 12312-1 an der Innenseite des Bügels auch korrekt ist. Und damit besteht ein fast 100%-iger Schutz. Eine Reduktion des Anteils an Blaulichts (400-470 nm) auf unter 10% durch die Gläser wäre zusätzlich wünschenswert.

Im Alltag bleibt es wichtig, dass Kinder nicht zu lange der intensiven Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Das kann der Schatten am besten. Um die Mittagszeit (12:00 – 15:00 Uhr) bleiben Kinder wenn möglich im Haus bzw. im schattigen Garten. Außerhalb der Wohnung – auch im Schatten – ist eine Schildmütze eine weitere Hilfe.

In dieser sonnigen Jahreszeit spielen die Infektionen eher eine geringe Rolle. Das gilt leider nicht für das HantaVirus. Das löst oft medizinisch heikle Erkrankungen aus, kommt aber „relativ“ selten vor. Inzwischen sind die Neuerkrankungen in Baden-Württemberg auf über 40 in der vergangenen Woche angestiegen. Vorsicht ist geboten beim Ausmisten von Gartenhäuschen, Speichern und Kellern in den Regionen der Schwäbischen Alb.

Weiterhin treten MagenDarmInfektionen auf. Regional gibt es Parapertussis, eine dem Keuchhusten ähnliche Infektion. Sie wird ausgelöst durch Bakterien, die im Rahmen der Keuchhustenimpfung nicht erfasst werden. Ein kleiner Trost: der Parapertussis verläuft schwächer als der Keuchhusten, ist dabei aber noch sehr belastend. Ohrenschmerzen sind ebenfalls gehäuft und sollten im Einzelfall beim Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden.

Die Pollen finden in den kommenden Tagen ideale Voraussetzungen sich zu verbreiten. Das trifft für die Gräser– wie die Pollen des Spitzwegerich ganz besonders zu.

Was geht in der Welt rum? Eine bei uns zuletzt seltene Erkrankung zeigt einen Ausbruch in Japan: die Röteln. Dort sind in diesem Jahr bereits mehr als 1300 Menschen daran erkrankt. Im vergangenen Jahr waren es fast 3000 gewesen. Zum Vergleich: in Baden-Württemberg sind zuletzt 0 Fälle (Jahr 2017) gemeldet worden. Die Röteln sind für betroffene Kinder und Erwachsene wenig belästigend. Für Embryonen sind sie jedoch mit schwersten Folgen von weitreichenden Missbildungen bis hin zum Tod verbunden. Schwangere, die keinen effektiven Schutz aufweisen, müssen also ein erhebliches Risiko in Japan befürchten. Vor einer Reise sollten sie sich unbedingt beraten lassen.

Herrliche Sonne – aber nicht unbedingt für die Haut

Die Sonne wird seit Monaten immer stärker. Wir merken das nicht nur an den längeren Tagen, sondern auch an der erwachenden Natur. Und an uns selbst: Es ist eine Labsal, die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.

Abbildung 1. Lichtspektrum. Foto: www.optifog.de

Wirklich, immer eine Labsal? Für die Seele sicher. Aber für die Haut kann’s auch gefährlich werden. Das gilt besonders für die Kinder. Für sie ist ein guter Sonnenschutz wichtig. Als Kinder und Jugendliche erfahren die Menschen etwa 80% der UV-Strahlung ihres Lebens. Also gerade in diesem Alter ist ein konsequenter Schutz wichtig, um das Risiko für ein Melanom – den „schwarzen Hautkrebs“ – nicht zu erhöhen. Abbildung 1 zeigt, dass die UV-Strahlung von uns – im Gegensatz zur Infrarotstrahlung, die sich als Wärme äußert – subjektiv nicht wahrgenommen werden kann. Wir müssen also unseren Verstand walten lassen, bevor ein Sonnenbrand uns die Information im Nachhinein vermittelt.

Und lassen Sie sich nicht täuschen: Auch wenn die Temperaturen noch nicht so hoch sind, die Sonne ist schon stark. Die Sonne am 21. April ist ebenso stark wie die am 21. August. Hierzu war im praxisblättle letzte Woche der Beitrag „Sonne, liebe Sonne“ zu lesen.

Hier nun einige praktische Tipps, die einfach umzusetzen sind.

Intensive Sonne meiden

  • Die Mittagszeit im Haus verbringen
  • UV-Index (hier für’s Ländle) gibt Hinweis auf die Stärke der Sonne

Dichte Kleidung

  • Kopfbedeckung mit Ohren- und Nackenschutz
  • Kleidung mit Bedeckung der Schultern
  • Schuhe, die den Fußrücken schützen

Sonnenbrille

  • Kindersonnenbrille, wenn möglich seitlich geschlossen
  • ideal mit Kennzeichnung DIN E 836 und UV-400

Sonnencreme

  • Lichtschutzfaktor 30 mit UVA- und UVB-Schutz
  • Wasserfest
  • Dick auftragen
  • alle 2 Stunden neu eincremen + immer nach dem Baden im Wasser

Schatten

  • Schatten ist immer der beste Sonnenschutz
  • Schatten wandert mit der Sonne – also nicht einschlafen
  • ein breitkremiper Hut bietet dem Hals Schatten

Abbildung 2. Verschiedene UV-Wellenlängen und die Wirkung der Atmosphäre auf sie. Foto: Bundesamt für Strahlenschutz.

Letztlich ist es nicht so schwierig ein Kind gut vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Einzig wichtig ist dabei, konsequent zu bleiben und immer daran denken: Der einfachste Schutz ist der Schatten. Beim Sparziergang einfach den Kinderwagen immer so fahren, dass das Kind keine direkte Sonne abbekommt. Denn je kleiner die Kinder sind, umso eher kann die UV-Strahlung Schäden an der Haut anrichten.

Und noch eines. Den absoluten Schutz vor UV-Strahlung gibt es natürlich nicht. UV-Strahlung geht durch die Kleidung hindurch (sehr abgeschwächt), auch durch einen Sonnenschirm (immerhin bis zu 50%) und sie erreicht uns auch im Schatten durch Streustrahlung.

Sonne, liebe Sonne

Der April ist in jedem Jahr ein spannender Monat. Meteorologisch spüren wir den Wechsel vom Winter zum Sommerwetter. Die aufkommende Wärme bringt uns von der Nordsee immer wieder Regenwolken, aber sie ist auch so stark, dass sie die allgemein feuchte Luft schnell trocknen kann.

Nach dem langen Winter freuen sich alle Menschen auf die „ersten Sonnenstrahlen“, die die Haut wunderbar wärmen. Die Luft ist kühl und die Sonne ist sehr angenehm. Dabei wird von den meisten Menschen vergessen, dass die UV-Strahlung schon erheblich ist. Vermutlich kommt dieser Beitrag bereits zu spät und so mancher hat bereits seinen ersten Sonnenbrand. Wie denn das?

Die Stärke der UV-Strahlung wird mit dem UV-Index (UVI) gemessen. Dieser gibt mit einer Zahl an, wie stark die UV-Strahlung für einen bestimmten Ort ist. In der Nacht liegt der Wert bei 0, tags kann er je nach Region in der Welt auf gesundheitsschädliche Werte von über 11 bis 12 steigen. Leider gibt es für einzelne Regionen in Europa keine kontinuierlichen Messdaten. Der Blick auf die Daten von New York zeigt den Verlauf des UVI übers Jahr. New York liegt etwa auf

Abbildung 1. UV-Index für New York City. Die Kurven zeigen, dass das tägliche Maximum kurz nach Mittag auftritt. Je nach Jahreszeit liegt es tiefer (grüner Bereich) oder sehr hoch (tiefroter Bereich). Den grössten Anstieg zeigt der rote Balken zwischen dem 1. März und 1. April an. Foto: wikipedia

der Höhe von Barcelona bzw. Neapel. Die UV-Index-Werte können also nicht direkt auf Deutschland übertragen werden. Was die nebenstehende Abbildung 1 aber deutlich macht ist, dass der grösste Anstieg der UV-Strahlung auf der nördlichen Erdhalbkugel zwischen dem 1. März und 1. April stattfindet.

Abbildung 2. Prognose des UV-Index am 07. April 2018 in Zentraleuropa. Foto: weatheronline.co.uk

Auch wenn uns das kühle Lüftchen durchaus angenehm ist, sollten wir gerade im April wegen der UV-Strahlung aufpassen. Immerhin werden schon Werte von bis zu UVI 6 im Süden Deutschlands (siehe Abbildung 2 rechts) erreicht. Ab Mai ist die UV-Strahlung zwar stärker, unsere Haut hat sich aber schon etwas angepasst und wir vertragen „mehr Sonne“.

Gerade auch für empfindliche Menschen mit „Sonnenallergie“ (natürlich gibt es keine echte Allergie gegen Sonne) sollten ihre Haut langsam an die stärker werdende Sonne heranführen. Das spart der Haut (Krebsrisiko nach Sonnenbrand) und dem betroffenen Menschen (Ausschlag + nächtlicher Juckreiz + Schmerz) Stress.