Schlagwort: Vergiftung

Giftpflanzen: Schneebeere – kein Problem

Die Schneebeere (Symphoricarpos albus) ist bei Kindern in der Natur als Wurfgeschoss sehr
beliebt. Verspeist wird sie dennoch eher selten. Sonst müssten Kinder ja auf Wurfgeschosse verzichten.

Symptome

Bei Einnahme ab 3-4 Beeren kann es zu Bauchschmerzen oder Erbrechen kommen. Schwere Vergiftungsfälle sind nicht bekannt.

Therapie

In der Regel nicht erforderlich (allenfalls ab 10 Beeren)

Giftpflanzen: Lorbeerkirsche

Wegen seines kräftigen Grüns übers ganze Jahr ist die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) in unseren Breiten eine sehr beliebte Gartenpflanze. Der bis zu 8 Meter hohe Strauch trägt im Herbst Früchte, die Vögel wie Kinder gleichmassen anziehen können. Für Deutschland sind weit mehr als 1000 Fälle einer Vergiftung dokumentiert.

Die Pflanze enthält besonders in den Blättern und den Samen Glykoside. Im Fruchtfleisch ist der Gehalt dieses Giftes hingegen geringer.

Symptome

Im Vordergrund stehen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Übelkeit und Erbrechen. Daneben auch Gesichtsrötung, Kratzen im Hals und Kopfschmerzen.

Therapie

Bei weniger als 3 – 4 Früchten besteht kein Risiko. Darüber hinaus gehende Mengen können Beschwerden auslösen und es sollte der Arzt bzw. die Vergiftungszentrale eingeschaltet werden. Dort kann dann das individuelle Risiko und die Notwendigkeit einer Therapie beurteilt werden.

Vergiftung: Oleander

Oleander. Im Sommer steht er auf vielen Terrassen und ist die erste Vorfreude auf den Urlaub in Italien oder Griechenland. Zudem ist er schön anzusehen. Aber unproblematisch ist er dennoch nicht.

Vergiftung

Alle Teile der immergrünen Pflanze sind giftig. Die spitz zulaufenden und ledrigen Blätter enthalten besonders viele herzwirksame Glykoside, die frischen doppelt so viel wie die trockenen.

Symptome

Nach Aufnahme von Anteilen der Pflanze (Blatt, Blüte) kommt es zunächst zu Magen-Darm-Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. In schwerwiegenden Fällen kommt es zum Kollaps mit Herzrhythmusstörung bis hin zu Herz- und Atemlähmungen. Die giftige Dosis ist nicht bekannt.

Therapie

Nach Verzehr von Pflanzenanteilen sollte zunächst Flüssigkeit zugeführt werden. In jedem Fall wird zu einer Vorstellung beim Arzt und zur Giftentfernung geraten.

Kinder interessieren sich kaum für den Oleander. Das Risiko für eine Vergiftung ist also gering. Nicht ganz zu unterschätzen sind aber die festen spitzen Blätter, die bei Kleinkindern zu Verletzungen  im Gesicht führen können, wenn sie herumtollen und versehentlich mit dem Gesicht in den Oleander geraten.

Giftpflanzen: Pfaffenhütchen

Die Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) sind hübsche Sträucher bzw. kleine Bäume mit orange-roten Früchten, die in unseren Gärten heute eher weniger anzutreffen sind. Ihre Schönheit reizt Kinder sie zu pflücken und zu probieren. Ingestionen kommen häufig vor, Vergiftungen sind jedoch eher selten. Die Samen der Früchte enthalten verschiedene Substanzen, so auch Alkaloide und Digitaloide. Neben dem Samen gelten aber auch die Blätter und die Rinde des Pfaffenhütchens als giftig.

Symptome

Im Vordergrund stehen Symptome des Magen-Darm-Traktes: Koliken, Durchfall und Fieber, die bis zu 15 Stunden nach der Aufnahme eintreten können. Daneben sind Leber- und Nierenschäden beschrieben.

Bis zu drei Samen werden problemlos vertragen. Die individuelle kritische Dosis ist jedoch nicht bestimmbar.

Therapie

Wenn maximal 3 Samen eingenommen wurden reicht es aus, zusätzliche Flüssigkeit anzubieten. In allen anderen Fälle (mehr Samen oder unklare Mengen) sollte ein Arzt konsultiert werden. Der muss im Einzelfall entscheiden, ob eine akute Giftentfernung notwendig ist

Vergiftungen: Mahonie

Die Mahonie (Mahonia aquifolium) ist eine Zierpflanze, die aus Nordamerika stammt und inzwischen häufig in unseren Gärten anzutreffen ist.

Die immergrüne Pflanze hat dornig gezahnte Blätter. Im Moment ist sie voller blauer Beeren, die etwas matt sind. Die Beeren haben einen dunkelroten Saft und schmecken sauer. Damit sind sie für Kinder kaum interessant.

Vergiftung

Die Mahonie enthält Berbin – wie übrigens auch die Berberitze.

Symptome

Wenn Kleinkinder große Mengen an Beeren zu sich nehmen kommt es zu Brechdurchfällen. Für grössere Kinder und Erwachsene sind keine Vergiftungssymptome zu erwarten

Therapie

nicht erforderlich.

 

Giftpflanze: Holunder

Der Holunder (Sambucus ebulus), dessen Blüten für Tees oder Sirup sehr geschätzt sind, kann über seine Beeren auch zu Vergiftungssymptomen führen. Die Pflanze ist in Waldlichtungen unserer Region häufig zu finden.

Symptome

Nach Aufnahme besonders unreifer Früchte kann es zu Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Würgreiz kommen. Dies tritt meist erst bei einer „Handvoll“ Früchten auf und hängt von der Empfindlichkeit des Betroffenen gegenüber den Glykosiden ab, die in den Früchten enthalten sind

Therapie

nur symptomatisch erforderlich. Eine echte Gefährlichkeit besteht nicht.

TIPP: Smartphone-App für Vergiftungsunfälle

Vergiftungen kommen bei Kindern zum Glück seltener vor als noch vor 10 Jahren. Aber dennoch: Jeder Vergiftungsunfall ist zunächst ein Notfall, löst Angst, Unsicherheit und oft Hektik aus.

Und diese Vergiftungsunfälle treten fast häufig in freier Natur auf. Da sind App’s auf den Smartphones eine große Hilfe. Als Eltern können Sie sich hierüber schnell und neutral
informieren.

Vergiftungsunfälle bei Kindern“ vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Am besten, die App sofort herunterladen und einige Notfälle mal nachsehen. Dann sind Sie im echten Notfall sicher, auch mit der App schnell umgehen zu können. Aufgeführt sind Informationen zu Chemikalien, Medikamenten, Pflanzen und Pilzen.

Und übers Telefon: Vergiftungszentrale Freiburg anrufen: 0761 19240 (24h-Service)

Vergiftungen im Kindesalter

Der Frühling lässt in unseren Regionen Pflanzen im Garten erstmals aufblühen. Im Anfang steht meist die Zaubernuss, die bereits im Januar mit ihrem zartem Gelb uns Hoffnung auf Sommer macht. Mit der erwachenden Natur wachsen später zunehmend auch einige Giftpflanzen, die Kindern – und ebenso Erwachsenen – zum Risiko werden können.

Gift hat immer mit Dosis zu tun. Das wusste schon Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“. Wir brauchen Salz zum überleben. Aber zuviel Salz bringt uns um. Zum Beispiel wenn Menschen auf dem Meer treibend Meerwasser trinken. Oder: Alkohol berauscht viele, zuviel davon führt aber zur Alkoholvergiftung und im Extremfall zum Tode. Ähnlich ist es bei den giftigen Pflanzen im Garten. Insofern gelten nur solche als giftig, bei denen auch kleinere Mengen zu Problemen führen.

Generelle Überlegungen

Beim Gift kommt es immer auf die Dosis an. Deswegen werden wir immer darauf hinweisen, ob es sich um hochgiftige oder weniger giftige Pflanzen handelt. Kleine Giftmengen, die einem Erwachsenen wenig ausmachen, können aber einem Kleinstkind schon zur Bedrohung werden.
Die Kenntnis giftiger Pflanzen im eigenen Garten ist sinnvoll. Es gibt Pflanzen, die dort nicht vorkommen sollten, weil sie Kinder reizen können.

Wenn Giftpflanzen im Garten sind: Weisen Sie Ihre Kinder nicht darauf hin. Denn, was verboten ist hat immer einen besonderen Reiz. Beobachten Sie aber, ob Ihr Kind gerade sich für Beeren oder Blüten von Pflanzen interessiert und seien Sie wachsam.

In den kommenden Wochen werden wir im praxisblättle einzelne Giftpflanzen vorstellen. Das kann natürlich nur eine kleine Auswahl sein. Aufgenommen haben wir solche, die oft auftreten – aber nicht unbedingt gefährlich sind – und solche, die eine Gefahr darstellen.

Bei Unklarheiten gibt es die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg, die rund um die Uhr erreichbar ist:

Telefon 0761 19240
Mail      giftinfo@uniklinik-freiburg.de