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Bald kommen wieder die Zecken – Risiko: Neuroborreliose

Vermutlich sind es nur noch Tage, bis die ersten Zecken wieder aktiver werden und sich auf Nahrungssuche begeben. Da kommen ihnen dann wandernde Menschen und Hunde gerade Recht.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland jedes Jahr zwischen 60.000 und 200.000 Menschen an einer Borreliose erkranken. Unter diesen erkranken 3% – 15% an einer Neuroborreliose. Das bedeutet, dass die Erkrankung auch das Gehirn (zentrale Nervensystem) betrifft, teilweise mit entsprechend unangenehmen Folgen. Davon sind besonders Kleinkinder betroffen. Man vermutet einen Zusammenhang damit, dass junge Kinder gerne im Hals-/Kopfbereich von den Zecken gebissen werden.

Wichtig: Der Zeckenbiss wird nur von etwa 1 Drittel aller Betroffenen bemerkt. Wenn die anderen 2 Drittel erkranken, bringen sie somit ihre Symptome nicht mit einem Zeckenbiss in Verbindung. Wer keine Zecke an seinem Körper gesehen hat, kann also dennoch von einer Borreliose betroffen sein.

Wichtig: Zwischen einem Zeckenbiss und den ersten Symptomen einer Neuro-Borreliose vergehen nur sehr wenige Wochen.

In Europa zeigt sich eine neurologische Erkrankung im Rahmen der Lyme-Borreliose bei Kindern meist als Hirnhautentzündung (lymphozytäre Meningitis). Diese ist in über der Hälfte der Fälle von einer Hirnnervenlähmung (Fazialisparese) begleitet.

Wichtig: Die Lähmung eines Hirnnerven (Fazialisparese) ist bei Kindern oft das erste Symptom, das auf eine Neuro-Borreliose hinweist.

Die Hirnhautentzündung verläuft bei Kindern vielmals ohne schwere Symptome. Häufig bestehen Kopfschmerzen und Müdigkeit, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen. Bei Verdacht auf eine Borreliose sollte im Zweifelsfall eine Untersuchung des Hirnwassers (Liquorpunktion) erfolgen, um gezielt behandeln zu können. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika – in vielen Fällen oral – und ist bei frühzeitigem Beginn in den meisten Fällen erfolgreich. Nur in maximal 2% aller Kinder mit Neuro-Borreliosen treten nach Monaten oder Jahren Spätschäden auf.

Zecken auf der Haut sollten – wenn möglich – in den ersten 12 Stunden entfernt werden. Damit kann das Risiko für eine Infektion, also auch für eine Neuroborreliose, deutlich gesenkt werden.

Wichtig: Ab dem Frühjahr sollten Kinder jeden Abend vor dem Zu-Bett-Gehen von ihren Eltern auf Zecken untersucht werden. Dabei ist es wichtig „kuschelige Körperpartien“ zu untersuchen, in die sich die Zecke gerne zurückzieht: behaarter Kopf, hinterm Ohr, Achselhöhle, Nabel, Genitalregion.

Wichtig: Zur Entfernung wird empfohlen, die Zecke mit einer Pinzette möglichst tief (also knapp über der Haut) zu fassen und senkrecht nach oben herauszuziehen. Alternativ: die Streichelmethode.

Kurzsichtigkeit und Sonnenlicht

Kurzsichtigkeit (Myopie) wird in der Regel als schicksalhaft angesehen. Und in der Tat ist es so, dass die Erkrankung eine familiäre Häufung zeigt. Insbesondere stellt die Kurzsichtigkeit der Mutter einen Risikofaktor für das Kind dar.

Untersuchungen aus China und Dänemark weisen aber auf einen Umweltfaktor hin, den wir beeinflussen können: das Tageslicht. In der dänischen Untersuchung (Cui et al, 2013) wurde nachgewiesen, dass Kinder im Alter von 8-14 Jahren eine geringere Zunahme der Länge des Augapfels hatten, wenn sie sich im Durchschnitt 2782 Stunden im Tageslicht aufhielten gegenüber denen, die sich nur 1681 Stunden draußen aufhielten. Eine chinesische Untersuchung bei Kindern von 6-12 Jahren kam zum gleichen Ergebnis.

Aktivität draußen ist also nicht nur günstig zur Verhinderung des Übergewichts oder von Asthma sondern auch zur Vorbeugung von Kurzsichtigkeit. Schöner als drinnen vor Bildschirmen zu sitzen ist es allemal.

Ein Grund mehr unseren Kindern den Weg nach draußen schmackhafter zu machen. Das geht auch im Winter.