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HPV-Impfung – Krebs vermeiden!

Bisher läuft diese Impfung unter dem sperrigen Namen „Gebärmutterhalskrebsimpfung“. Schwer auszusprechen und mühsam fehlerfrei zu schreiben. Nebenbei ist das Wort auch nicht korrekt. Denn die genannte Impfung hilft gegen Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs, Analkrebs, Peniskrebs, Zungen-/Rachen-/Halskrebs. Und Gebärmutterhalskrebs und Peniskrebs schließen sich sicher aus. Was nun?

Wir Mediziner nennen diese Impfung HPV-Impfung. Humanes (menschlich) – Papilloma (warzenartiger Tumor) –Virus. Von diesen HP-Viren gibt es viele Untertypen, 12 davon sind mit einem hohen Risiko verbunden nach Jahrzehnten zu bösartigen Tumoren zu führen. Die Übertragung ist fast ausschließlich sexuell über Haut oder Schleimhäute. Oft findet die Infektion in den ersten Jahren sexueller Aktivität statt. Sie betrifft immerhin 80% aller Menschen.

Oft kommen Informationen über Impfstoffe von Impfstoffherstellern (Pharmafirmen). Das hinterlässt ein Gschmäckle. Bei diesem Impfstoff gegen HP-Viren liegt nun ein unabhängiger und informativer Flyer des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte vor. Verständlich in der Sprache und klar klärt er über den Sinn und mögliche Risiken dieser Impfung auf. Er sei allen empfohlen, die sich über diese wichtige Chance, Krebs zu verhindern informieren wollen.

Hier kann man sich in Geduld üben: Dellwarzen

Dellwarzen sind ein lästiges Problem besonders im Schulalter. Es betrifft etwa jedes zehnte Kind. Die schlechte Nachricht: Dellwarzen neigen dazu sich auf der Haut auszubreiten. Die gute Nachricht: sie verschwinden wieder alleine, man muss nur genügend Geduld haben.

Ausgelöst werden die Dellwarzen (Molluscum contagiosum) durch ein DNA-Virus, das den Pockenviren ähnlich ist. Dieses Virus führt zur Ausbildung von kleinen Knoten (Papeln), die in der Mitte eingedellt sind. Daher der Name Dellwarze. Die Übertragung erfolgt in aller Regel durch direkten Kontakt. Da sich der Befall mit diesen Warzen ganz oberflächlich abspielt, kommt es nicht zu einer generellen Immunantwort.

Die Dellwarzen betreffen Kinder sowie Jugendliche und im geringeren Ausmaß auch einmal Erwachsene. Am häufigsten sind sie im Alter von 4 bis 8 Jahren zu beobachten. Man geht davon aus, dass kleine Hauteinrisse die Infektion mit dem Dellwarzen-Virus begünstigen. Insofern verwundert es nicht, dass Kinder mit trockener Haut und ganz besonders Kinder mit Neurodermitis betroffen sind.

Therapie

Eine gute Therapie gibt es nicht. Die beste Therapie heißt abwarten. Denn die Dellwarzen verschwinden immer von alleine, was im Schnitt aber ein Jahr dauert. In glücklichen Fällen sind sie auch schon nach einem Monat weg, bei anderen dauert es aber auch 3 Jahre. Deswegen ist der Druck für den Arzt etwas zu tun häufig sehr groß. Kinder selbst sind wenig gestört, allenfalls von etwas Juckreiz.

Da die Therapie so schwierig ist, gibt es ein riesiges Angebot an Therapien oder solchen die vorgeben zu helfen, aber Eltern nur beschäftigt halten. Der Klassiker ist die Curettage. Dabei wir mit einer scharfen Schlinge die Dellwarzen herausgekratzt. Das sieht immer nach einer Dauerlösung aus, aber selbst bei dieser Therapie ist der Erfolg maximal bei 50% und jeder zweite bekommt einen erneuten Schub mit den Warzen. Ähnliches gilt für die Lasertherapie. Bis zu 6 Monaten nach Entfernung von Dellwarzen, können wieder neue auftauchen. Erst danach kann man sich einer erfolgreichen Therapie sicher sein.

Die übrigen Therapien haben ebenfalls ihre Grenzen, wie eine Übersichtsarbeit von J.C. van der Wouden und Mitarbeitern aus Amsterdam im letzten Jahr zeigte. Einzelheiten sind im Abstract beschrieben.

Vorbeugende Maßnahmen

Wie beschrieben sind Körperkontakte und trockene Haut die zwei wichtigsten Risikofaktoren, Dellwarzen zu bekommen. Mit einfachen Maßnahmen kann man dem entgegenwirken.

  • Kinder mit trockener Haut sollten eine Rückfettung der Haut mit Lotiones oder Cremes bekommen
  • Auf gemeinsame Bäder mit Geschwistern in der Badewanne sollte verzichtet werden, wenn eines der Kinder auch nur eine Dellwarze hat. Selbst für das betroffene Kind ist baden nicht günstig, weil das Virus durch das Wasser an andere nicht betroffene Hautpartien gelangen und dort eine neue Kolonie bilden kann.
  • Duschen ist günstig, weil die Viren direkt weggespült werden
  • Baden im Schwimmbad stellt kein Problem dar, wenn die Desinfektion (z.B. durch Chlorierung) adäquat ist.

Betroffene Kinder können am Sport und im Schwimmunterricht teilnehmen. Sie stellen kein spezielles Risiko für die anderen dar. Insofern besteht auch kein Grund, dieses Thema zu melden. Ungünstig sind die Dellwarzen nur bei Sportarten mit sehr engem Körperkontakt wie beim Ringen. Aber in der Altersgruppe der Ringer gibt es nahezu keine Jugendlichen mehr, die Dellwarzen aufweisen.

Geduld ist der beste Ratgeber bei den Dellwarzen. Und wenn sie versehentlich mal aufgekratzt werde oder stark entzündet sind – was oft vorkommt, bevor sie abfallen – sollte der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden, der gut weiterhelfen kann.